Newsletter 07/12/17: KfW-Chef hört auf, Paydirekt-Strategie, Die K-Frage der NordLB

KfW-Chef Schröder legt Amt nieder

Überraschung in Frankfurt: Ulrich Schröder, Chef der staatlichen Förderbank KfW, legt zum Jahresende sein Amt nieder – entsprechende Informationen des „Handelsblatts“ wurde gestern Abend im Umfeld der Bank bestätigt.  Der 65-Jährige hat seinen Rücktritt demnach Anfang des Monats in einem Brief an Finanzminister Peter Altmaier mitgeteilt und gesundheitliche Gründe für seine Entscheidung angeführt. Möglicher Hintergrund: Schröder hatte Ende 2015 eine Krebserkrankung öffentlich gemacht – wobei diese als erfolgreich therapiert galt. Ulrich Schröder steht seit 2008 an der Spitze der KfW. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt kam es damals zur berühmten „Lehmann-Panne“, die der Bank vorübergehend den Titel als „Deutschlands dümmste Bank“ eintrug. Schröder blieb trotz der Blamage auf seinem Posten – und machte aus der Staatsbank (auch aufgrund unschlagbar günstiger Refi-Bedingungen) eine kleine Gewinnmaschine. Nicht zuletzt deshalb gilt er seit Jahren als einer der einflussreichsten Banker des Landes. Favorit für die Nachfolge ist Vizechef Günther Bräunig. Der Verwaltungsrat will bereits heute über die Personalie diskutieren.

Handelsblatt (News), Cicero (Schröder-Porträt aus 2013), Börsen-Zeitung (Bräunig-Porträt aus 2015, Paywall)

Exklusiv: Deutscher Crowdinvesting-Pionier Companisto erleidet hohe Verluste

Dass ein Startup Geld verbrennt, liegt in der Natur der Sache – allerdings: Ebenso natürlich sollte es eigentlich sein, dass die Verluste entweder im Laufe der Zeit kleiner werden. Oder aber: dass der Cash-Burn dazu dient, das Wachstum zu beschleunigen. So gesehen geben die seit einigen Tagen im Bundesanzeiger einsehbaren 2016er-Zahlen des Crowdinvesting-Pioniers Companisto ein paar Rätsel auf. Denn: Das über die Plattform vermittelte Funding-Volumen scheint seit einigen Jahren tendenziell zu stagnieren. Zugleich hat sich der Jahresfehlbetrag 2016 allerdings auf mehr als 700.000 Euro verdreifacht. Und damit nicht genug: Das Eigenkapital war per Ende letzten Jahres aufgebraucht, die GmbH „bilanziell überschuldet“. Eine Insolvenz wurde offenbar dadurch vermieden, dass mit einer „Darlehnsgeberin“ ein „qualifizierter Rangrücktritt“ vereinbart wurde. (bei der „Darlehnsgeberin“ handelt es sich nach unserem Verständnis de facto zumindest teilweise um Crowd-Investoren, die Mitte 2016 zwei Mio. Euro in Companisto gesteckt hatten). Lesen Sie hier weitere Details – und was das Unternehmen selber sagt: Finanz-Szene.de

News

10 Millionen Euro für Factoring-Startup Billie: Das Berliner Fintech (hinter dem die beiden Zencap-Gründer Christian Grobe und Matthias Knecht stehen) landet wenige Monate nach dem Start bereits eine achtstellige Finanzierungsrunde. Lead-Investor ist der Risikokapitalgeber Creandum, daneben steigt spannenderweise auch der Steuerberatungs-Riese „ETL“ ein. Und: Grobe zufolge hat „eine deutsche Bank“ (die vorerst anonym bleiben soll) für nächstes Jahr Liquidität in Höhe von 65 Mio. Euro zugesagt. Gründerszene, Handelsblatt (Paywall)

NordLB stimmt Anteilseigner ganz sachte auf mögliche Kapitalerhöhung ein: „Ich kann es nicht ausschließen“, sagt Vorstandschef Thomas Bürkle – betont allerdings, dass sein Haus „akut kein Kapitalthema“ habe. Reuters/HB

Bereitet der Deutsche-Börsen-AR-Chef seinen Abgang vor? Laut „Handelsblatt“ könnte Joachim Faber zunächst eine Wiederwahl anstreben – nur um sich 2019 dann vorzeitig zurückziehen. HB (Paywall)

Beyond .de

Nordea-Chef arbeitet an seinem Outlaw-Ruf: Jede Woche eine These, die keinem Banker schmeckt – das scheint das Motto des Casper von Koskull zu sein. Was er diesmal von sich gegeben hat? Dass die Zeiten, in denen Banken Millionengehälter zahlten, bald vorbei sein könnten (was, wenn wir den Artikel richtig verstehen, nicht nur, aber auch mit der Digitalisierung zusammenhängt). Bloomberg

Lesetipps

Wenn man mal den ganzen Rebranding-Quatsch beiseitelässt … und sich auf das eigentlich Wichtige konzentriert, dann könnte man auf die Idee kommen, dass die künftige DWS beileibe nicht der schlechteste IPO-Kandidat da draußen ist (und womöglich sogar eine Bewertung von 11 Mrd. Euro anstreben kann). Breakingviews

So funktioniert die Vertriebsmaschine der DWS: Im Zuge des geplanten Börsengangs gestattet die Deutsche Bank ungeahnte Einblicke in die Vertriebsstrukturen ihres Asset & Wealth Managers. So entfallen allein 15,9 Mrd. Euro des Fondsvolumens auf ein „deutsches Beraternetzwerk“ (sprich: auf die DVAG , wie die Kollegen von  „Fondsprofessionell“ naheliegenderweise schlussfolgern). Ebenfalls interessant: Satte 6,7 Mrd. Euro kommen über „eine deutsche Bank“, bei der es sich nicht um die Deutsche Bank handelt. Fondsprofessionell

Und wo wir schon mal beim Thema „Tiefe Einblicke“ sind: Das Berliner Fintech Raisin („Weltsparen.de“) nimmt die Akquisition des 100.000. Kunden zum Anlass, mal ein bisschen offenzulegen, was das eigentlich für Menschen sind, die ihre Spareinlagen via Weltsparen ins Ausland verschieben. Eine der Erkenntnisse: Der Zinsjäger als solcher ist noch älter als man ohnehin schon vermuten durfte. Und noch eine: Es gibt da draußen auch Zinsjägerinnen. Raisin

Wie Paydirekt doch noch die Kurve kriegt: Der Traxpay-COO, Payment-Spezialist und Dauerblogger Jochen Siegert (dessen Tage mehr als 24 Stunden zu haben scheinen) hat sich mal wieder mit dem deutschen Paypal-Klon auseinandergesetzt. Besonders spannend: Abgesehen von vielen kritischen Punkten erläutert Siegert auch, warum und wie Paydirekt den Turnaround doch noch schaffen könnte. Paymentandbanking

Warum so viele Brexit-Banken nach Warschau gehen … dröselt die FAZ nochmal schön auf. FAZ

Das ist die erste Frau im Commerzbank-Vorstand: Zugegeben, mit der Verlinkung eines Porträts über Bettina Orlopp sind wir nicht gerade ahead of the curve. Aber muss ja auch nicht immer sein. FAZ

PSD2 ist für Fintechs nicht nur eine riesige Chance – sondern bedeutet auch jede Menge Arbeit. Das „Handelsblatt“ erläutert, was in Sachen Regulierung und sonst so zu beachten ist. HB

Wer nicht lesen will, muss hören: Der Banking-Wochenrückblick der „Financial Times“ beschäftigt sich unter anderem mit den Plänen der Deutschen Bank für die DeAM/DWS. FT (Podcast!!!)

Klickfavorit

… war gestern die Reportage über die eher eisige Begegnung der Chefs von N26, Revolut und Monzo. Gründerszene

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

das ein ganz toller Newsletter ist. Gut geschrieben, präzise und relevant. Für mich schon jetzt mit die wichtigste Informationsquelle, wenn es um die deutsche Bankenbranche geht.

Michael Haupt, Director / Chief Operating Officer, Vontobel Wealth Management Hongkong

Exklusiv: Crowdinvesting-Pionier Companisto erleidet hohe Verluste

Von Heinz-Roger Dohms

Die Berliner Crowdinvesting-Plattform Companisto hat ihre Verluste im vergangenen Jahr verdreifacht. Wie sich im kürzlich im Bundesanzeiger veröffentlichten 2016er-Jahresabschluss nachlesen lässt, stand unter dem Strich ein „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“ in Höhe von 715.820 Euro – nach 217.690 Euro im Jahr zuvor. Die Companisto GmbH war damit per Ende letzten Jahres „bilanziell überschuldet“.

Um eine „insolvenzrechtliche Überschuldung“ zu vermeiden, wurde mit einer im Jahresabschluss nicht näher spezifizierten „Darlehnsgeberin“ ein qualifizierter Rangrücktritt in Höhe des Jahresfehlbetrags vereinbart. Bei der „Darlehnsgeberin“ handelt es sich nach dem Verständnis von „Finanz-Szene.de“ de facto zumindest zum Teil um jene Crowd-Investoren, die Mitte 2016 über Companistos eigene Plattform zwei Mio. Euro in das Startup gepumpt hatten. Streng genommen allerdings stammt der Kredit von der Companisto Holding, an der wiederum der Schwarm beteiligt ist.*

Grundsätzlich sind Verluste im Startup-Bereich nicht ungewöhnlich. Allerdings sollten die Fehlbeträge eigentlich im Laufe der Zeit abnehmen – oder dazu dienen, das weitere Wachstum des jungen Unternehmens zu finanzieren. Von beidem ist bei Companisto allerdings nicht viel zu sehen. Laut Bundesanzeiger war das Minus im vergangenen Jahr das mit weitem Abstand höchste in der Geschichte der Companisto GmbH. Zugleich ist fraglich, ob und wie stark die Firma wirklich wächst.

Zwar enthält der  Jahresabschluss keine Angaben zur Umsatzentwicklung. Allerdings dürften die Einnahmen von Companisto im wesentlichen aus den zehnprozentigen Provisionen stammen, die das Fintech dafür erhält, dass es Startups und Schwarminvestoren auf seiner Plattform zusammenbringt (daneben gibt Companisto als Erlösquellen zum Beispiel noch Kommunikationsleistungen an). Laut des Branchendiensts „Crowdinvest.de“ lag das über Companisto vermittelte Volumen 2015 bei 16,4 Mio. Euro. Ein Jahr später schrumpfte es dann jedoch auf 9,4 Mio. Euro zusammen. Und auch in diesem Jahr dürfte die Plattform  hinter dem Rekordjahr 2015 zurückbleiben. Aktuell beläuft sich das Volumen für 2017 laut „Crowdinvest.de“ auf 11,0 Mio. Euro.

Companisto bezeichnet diese Daten gegenüber „Finanz-Szene.de“ als „nicht statistisch optimal berechnet“. Das hänge damit zusammen, dass „Crowdinvest.de“ die Finanzierungen in dem Jahr verbucht, in dem die Schwarm-Investments abgeschlossen werden. Companisto hingegen trennt – wenn Finanzierungen über den Jahreswechsel hinausgehen –  exakt, in welches Jahr die einzelnen Zahlungseingänge  der Investoren fallen. Ein Beispiel: Dadurch entfallen bei Companistos eigenen Statistiken 5,7 Mio. Euro des 7,5 Mio. Euro schweren Rekordprojekts „Weissenhaus“ ins Jahr 2014.

Der Bitte, die eigene Zahlen zum vermittelten Volumen denen von „Crowdinvest.de“ gegenüberzustellen, kam Companisto nach. Sie lauten:

  • 2014: 10,2 Mio. Euro
  • 2015: 11,4 Mio Euro
  • 2016: 10,5 Mio Euro
  • 2017:  10,1 Mio. Euro (Stand 05.12.2017)

Eine Wachstumskurve lässt sich aus diesen Zahlen freilich auch nicht ableiten. Allerdings stellt das Unternehmen gegenüber „Finanz-Szene.de“ klar, sich „in einer Wachstumsphase“ zu befinden. Näher erläutert wird das nicht. Stattdessen teilt Companisto eher allgemein mit:

„Unsere Investoren werden alle drei Monate im Quartalsreporting über jeden Schritt der wirtschaftlichen Entwicklung informiert. Wir befinden uns in einer Wachstumsphase. Die Leser, die sich für die wirtschaftliche Lage von Companisto interessieren – vor allem die Investoren selbst – sind stets informiert.“

Unklar bleibt auch, wie sich die Geschäftszahlen in diesem Jahr entwickelt haben.

Grundsätzlich gilt: Das Beispiel Companisto unterstreicht, dass der vermeintliche deutsche Crowdinvesting-Boom (per Q3 lag der Zuwachs bei 337 % im Vergleich zum Vorjahr) fast ausschließlich auf die Hausse am Immobilienmarkt zurückzuführen ist. Dagegen profitieren die auf Startup-FInanzierung spezialisierten Plattformen kaum – vielleicht auch, weil Skandale wie der um die Yoga-Kette Unyte immer noch nachwirken. Dazu passt, dass  mit Innovestment jüngst bereits ein prominenter Anbieter Insolvenz anmelden musste.


*Zum Thema Crowd-Investoren erläutert Companisto gegenüber Finanz-Szene.de:

  • „Die Darlehensgeberin der Companisto GmbH ist die Companisto Holding. Die Companisten sind an der Companisto Holding beteiligt, zusammen mit mehreren anderen Geldgebern.“
  • „Die Investoren sind per partiarisches Nachrangdarlehen virtuell an Companisto beteiligt. Die Darlehen sind mit einer Gewinn- und Exit-Beteiligung verknüpft. Es handelt sich um eigenkapitalsähnliche Beteiligungen, Mezzanine-Kapital: Die Investoren sind wirtschaftliche Anteilseigner ohne Mitspracherecht. Beide Begriffe – Darlehensgeber und Anteilseigner – sind für die wirtschaftliche Beteiligung an Startups korrekt.“

Newsletter 05/12/17: Deutsche Bank launcht Pitch-Portal, Fintech-Zoff, Der Alibaba-Moment

Die Re-Kaldemorgenisierung der Deutschen AM

Das Schöne an der Deutschen Bank ist, dass sie nicht nur Hü sagt – sondern immer auch Hott. Diesmal: Nachdem sich das Publikum gerade daran gewöhnt hatte, dass die DWS nicht mehr DWS hieß (sondern Deutsche AM), wird die Asset-Management-Sparte des größten deutschen Geldinstituts nun doch wieder nach der einstigen Fondstochter benannt – womit quasi alle Argumente ad absurdum geführt werden, die 2013 zur Aufgabe des Namens DWS führten. Dies freilich ist nicht die einzige Volte, die sich die Omnistrategen der Deutschen Bank im Zuge des für 2018 anvisierten IPOs ihrer Tochter ausgedacht haben. Denn zusätzlich bekommt der Asset Manager die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien, so dass statt der „Deutschen Asset Management AG“ nun also  die „DWS KGaA“ an die Börse gehen wird (was potenzielle Investoren skeptisch sehen, weil die DBank damit auch nach dem Börsengang Durchgriff auf die Tochter haben dürfte). Exklusive „Finanz-Szene.de“-Informationen, wonach DeAM-Chef Nicolas Moreau seinen Platz für Klaus Kaldemorgen räumt und die DWS ihr Trikot-Sponsoring beim VfL Bochum wieder aufnimmt, um der Marke den gewünschten internationalen Glamour zu verschaffen, wurden von der Deutschen Bank gestern Abend übrigens hart dementiert.

FAZ, Reuters/MM, Börsenzeitung

News

Exklusiv – Deutsche Bank lanciert Pitch-Portal für Fintechs: Das größte Geldhaus des Landes ist ganz schon geschäftig, was den Launch neuer digitaler Tools anbetrifft. Nachdem wir letzte Woche schon den Robo-Advisor „Robin“ in den Tiefen des DBank-Online-Auftritts entdeckt hatten, fiel uns gestern das sogenannte „Pitch Portal“ auf. Dabei handelt es sich laut Website um einen „Kommunikationskanal, den Startups und etablierte Technologieunternehmen nutzen können, um ihre Ideen und Services der Deutschen Bank vorzustellen“. Einem Sprecher zufolge ist das Tool schon seit einigen Wochen live. Pitch Portal

N26 launcht 18 Gramm schwere Innovation: Die Berliner Smartphone-Bank hat gestern die weltweit erste Debit-Card mit „Metallkern“ vorgestellt (um ganz genau zu sein: Bei dem Metall handelt sich um „Wolfram“). Und als wäre dies für sich genommen noch nicht disruptiv genug, soll die „N26 Metal“ genannte Karte auch noch ein paar exklusive Zusatzleistungen  wie eine weltweite Reiseversicherung  oder WeWork (ein Dienst für kostenlose Konferenz-Räume) beinhalten. Wer da fragt „Brauch‘ ich das wirklich?“, ist kein Weltbürger. IT-Finanzmagazin

Die große Deutschland-Offensive der ABN Amro (und was Solaris damit zu tun hat): Nur einen Tag nach dem Startschuss für den Edel-Robo Prospery verkündet die Oranje-Bank gleich die nächste D-Initiative: Die bislang vor allem als Einlagen-Sammler bekannte deutsche Online-Tochter MoneYou will nun auch ins Geschäft mit Ratenkrediten einsteigen (schöner Erfolg übrigens für das Berliner Fintech Solarisbank, von dem die entsprechende Technologie kommt). Und nicht zu vergessen: Auch im Corporate Bank hat die ABN Amro ja einiges vor hierzulande. Handelsblatt (Ratenkredit), Fondsprofessionell (Prospery)

Landesbanken werfen Ballast ab: Die NordLB hat im Bestreben, ihr spärliches Kapital zu entlasten, Kredite im Umfang von zehn Mrd. Euro an institutionelle Investoren verkauft (womit die Risikoaktiva um 3,7 Mrd. Euro sinken). Dazu passt die gestern Nachmittag fast zeitgleich verkündete Meldung, dass die LBBW die Überreste des einst von der SachsenLB übernommenen Giftportfolios losgeworden ist. Wert: zuletzt noch 4,2 Mrd. Euro. Institutional Money, HB/dpa

Eine Meldung aus der Kategorie „Wär‘ man so jetzt nicht unbedingt drauf gekommen“: Die Aktivitäten der britischen Barclays-Bank in Deutschland sind mittlerweile so umfangreich, dass die hiesige Dependance künftig direkt von der EZB beaufsichtigt wird. Reuters, Börsen-Zeitung (Paywall)

Beyond .de

Die Wall Street zieht nach Warschau: Nachdem neulich bereits JP Morgan verkündet hatte, in Polen rund 3000 Leute einzustellen, will nun auch Goldman Sachs seine dortige Dependance ausbauen. Reuters

Das 814-Mio.-Dollar-Rätsel … rund um die Krypto-Währung Tether. Bloomberg

Lesetipps

Fintech-Zoff auf offener Bühne: Was passiert, wenn die Chef von N26, Revolut und Monzo zur gleichen Konferenz eingeladen werden? Gründerszene

Die Striche werden mehr: Die umtriebigen Jungs von Paymentandbanking haben ihren „German Fintech Overview“ überarbeitet. Der besondere Mehrwert dieses Überblicks: Finanz-Startups, die vom Markt verschwinden, verschwinden nicht etwa auch von der Karte – sondern werden schön fett rot diagonal durchgestrichen. Paymentandbanking

Die Angst vor dem einen großen Hack: Kein Bank sei vor Cyber-Angriffen sicher, warnt Bundesbank-Vorstand Würmeling – und führt zum Beleg sein eigenes Haus an: Allein im vergangenen Jahr habe die Bundesbank 10.000 E-Mails mit Schadsoftware abgefangen. Handelsblatt

Der Alibaba-Moment: Nur wenige Banken werden überleben – aber nicht mehr als klassische Banken, sondern als riesige Onlineplattformen, prophezeit Ulrich Hoffmann, Head of Group Operations bei der UBS. Handelsblatt

Karriere

Nicht zu  viele Deals – und nicht zu wenige: Wie der perfekte Lebenslauf eines Frankfurter Investmentbankers aussieht. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern der Gastbeitrag von Carsten Maybach zur Frage, worauf Venture-Capital-Investoren bei deutschen Fintechs achten. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… man jeden Tag aufs Neue den hohen journalistischen Anspruch erkennt: sehr relevante und interessante News aus der Branche, teilweise selbst recherchiert, aber auf jeden Fall immer mit Liebe und Verstand kuratiert. Und das Ganze mit der richtigen Portion Humor und pointierter Meinung serviert, so dass die tägliche Lektüre richtig Spaß macht.

Oliver Vins, Gründer von Vaamo

Newsletter 05/12/17: Das Comeback der DWS, Deutsche Bank lockt Fintechs, ABN Amro wird zur ABN Diba

Die Re-Kaldemorgenisierung der Deutschen AM

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FAZ, Reuters/MM, Börsenzeitung

News

Die große Deutschland-Offensive der ABN Amro: Nur einen Tag nach dem Startschuss für den Edel-Robo Prospery verkündet die Oranje-Bank gleich die nächste D-Initiative: Die bislang vor allem als Einlagen-Sammler bekannte deutsche Online-Tochter MoneYou will nun auch ins Geschäft mit Ratenkrediten einsteigen (schöner Erfolg übrigens für das Berliner Fintech Solarisbank, von dem die entsprechende Technologie kommt). Und nicht zu vergessen: Auch im Corporate Bank hat die ABN Amro ja einiges vor hierzulande. Handelsblatt (Ratenkredit), Fondsprofessionell (Prospery)

Landesbanken werfen Ballast ab: Die NordLB hat im Bestreben, ihr spärliches Kapital zu entlasten, Kredite im Umfang von zehn Mrd. Euro an institutionelle Investoren verkauft (womit die Risikoaktiva um 3,7 Mrd. Euro sinken). Dazu passt die gestern Nachmittag fast zeitgleich verkündete Meldung, dass die LBBW die Überreste des einst von der SachsenLB übernommenen Giftportfolios losgeworden ist. Wert: zuletzt noch 4,2 Mrd. Euro. Institutional Money, HB/dpa

Weg frei für „Commerzbank 4.0“: Die Gelbbank hat sich mit den Arbeitnehmervertretern über die Details des geplanten Abbaus von 9600 Stellen verständigt. Reuters

Eine Meldung aus der Kategorie „Wär‘ man so jetzt nicht unbedingt drauf gekommen“: Die Aktivitäten der britischen Barclays-Bank in Deutschland sind mittlerweile so umfangreich, dass die hiesige Dependance künftig direkt von der EZB beaufsichtigt wird. Reuters, Börsen-Zeitung (Paywall)

N26 launcht 18 Gramm schwere Innovation: Die Berliner Smartphone-Bank hat gestern die weltweit erste Debit-Card mit „Metallkern“ vorgestellt (um ganz genau zu sein: Bei dem Metall handelt sich um „Wolfram“). Und als wäre dies für sich genommen noch nicht disruptiv genug, soll die „N26 Metal“ genannte Karte auch noch ein paar exklusive Zusatzleistungen  wie eine weltweite Reiseversicherung  oder WeWork (ein Dienst für kostenlose Konferenz-Räume) beinhalten. Wer da fragt „Brauch‘ ich das wirklich?“, ist kein Weltbürger. IT-Finanzmagazin

Exklusiv – Deutsche Bank lanciert Pitch-Portal für Fintechs: Das größte Geldhaus des Landes ist ganz schon geschäftig, was den Launch neuer digitaler Tools anbetrifft. Nachdem wir letzte Woche schon den Robo-Advisor „Robin“ in den Tiefen des DBank-Online-Auftritts entdeckt hatten, fiel uns gestern das sogenannte „Pitch Portal“ auf. Dabei handelt es sich laut Website um einen „Kommunikationskanal, den Startups und etablierte Technologieunternehmen nutzen können, um ihre Ideen und Services der Deutschen Bank vorzustellen“. Einem Sprecher zufolge ist das Tool schon seit einigen Wochen live. Pitch Portal

Beyond .de

Die Wall Street zieht nach Warschau: Nachdem neulich bereits JP Morgan verkündet hatte, in Polen rund 3000 Leute einzustellen, will nun auch Goldman Sachs seine dortige Dependance ausbauen. Reuters

Das 814-Mio.-Dollar-Rätsel … rund um die Krypto-Währung Tether. Bloomberg

Lesetipps

Fintech-Zoff auf offener Bühne: Was passiert, wenn die Chef von N26, Revolut und Monzo zur gleichen Konferenz eingeladen werden? Gründerszene

Die Striche werden mehr: Die umtriebigen Jungs von Paymentandbanking haben ihren „German Fintech Overview“ überarbeitet. Der besondere Mehrwert dieses Überblicks: Finanz-Startups, die vom Markt verschwinden, verschwinden nicht etwa auch von der Karte – sondern werden schön fett rot diagonal durchgestrichen. Paymentandbanking

Die Angst vor dem einen großen Hack: Kein Bank sei vor Cyber-Angriffen sicher, warnt Bundesbank-Vorstand Würmeling – und führt zum Beleg sein eigenes Haus an: Allein im vergangenen Jahr habe die Bundesbank 10.000 E-Mails mit Schadsoftware abgefangen. Handelsblatt

Der Alibaba-Moment: Nur wenige Banken werden überleben – aber nicht mehr als klassische Banken, sondern als riesige Onlineplattformen, prophezeit Ulrich Hoffmann, Head of Group Operations bei der UBS. Handelsblatt

Karriere

Nicht zu  viele Deals – und nicht zu wenige: Wie der perfekte Lebenslauf eines Frankfurter Investmentbankers aussieht. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern der Gastbeitrag von Carsten Maybach zur Frage, worauf Venture-Capital-Investoren bei deutschen Fintechs achten. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… man jeden Tag aufs Neue den hohen journalistischen Anspruch erkennt: sehr relevante und interessante News aus der Branche, teilweise selbst recherchiert, aber auf jeden Fall immer mit Liebe und Verstand kuratiert. Und das Ganze mit der richtigen Portion Humor und pointierter Meinung serviert, so dass die tägliche Lektüre richtig Spaß macht.

Oliver Vins, Gründer von Vaamo

Newsletter 05/12/17: Worauf VCs bei dt. Fintechs achten, Neuer Edel-Robo, Vertrags-Apps vs. Vergleichsportale

Exklusiv: Worauf Venture-Capital-Investoren bei deutschen Fintechs achten

Manchmal seien es nur Nuancen, die über Erfolg oder Misserfolg eines Fintechs entscheiden – diese These stellte „Finanz-Szene.de“ kürzlich auf. Zu den Lesern, die das explizit anders sehen, gehört Carsten Maybach, Managing Director beim Münchner Venture-Capital-Investor Alstin, der unter anderem an Barzahlen und Orderbird beteiligt ist. Maybachs Sicht der Dinge: In der deutschen Fintech-Branche lässt sich die Spreu sehr wohl vom Weizen trennen. So unterscheide sich das Geschäftsmodell von N26 gravierend von dem vergleichbarer Anbieter. Genau wie sich zum Beispiel Scalable Capital deutlich von anderen Robo Advisern abhebe. Doch worauf achten VCs bei deutschen Fintechs genau? Dies skizziert Carsten Maybach exklusiv bei

Finanz-Szene.de.

Exklusiv: Wo Deutschlands Banken mit bis zu zwölf Prozent wachsen

Deutschlands Banken haben die wirtschaftliche Erholung in Europa zu einer spürbaren Ausweitung der Kreditvergabe an ausländische Unternehmen innerhalb der Eurozone genutzt. Wie der Datenspezialist Barkow Consulting exklusiv für „Finanz-Szene.de“ ermittelt hat, wuchs das Neugeschäft im Euro-Ausland in den vergangenen 18 Monaten mit einem CAGR von 8,7 Prozent. Dabei lag das Plus in manchen Monaten – gemessen am jeweiligen Vorjahrmonat – sogar bei elf bis zwölf Prozent. Zuletzt ging das Wachstum (auch aufgrund der nun höheren Ausgangswerte) zwar etwas zurück, betrug allerdings zum Beispiel im Oktober immer noch 6,8 Prozent. Zur Einordnung: Zwischen Herbst 2009 und Ende 2015 hatte das Neugeschäft der deutschen Banken im Euro-Ausland laut Barkow in keinem Monat stärker als um 4,6 Prozent zugelegt; die meiste Zeit schrumpfe es sogar. Barkow Consulting (Grafik)

News

ABN Amro startet Edel-Robo in Deutschland: Der Prospery getaufte Robo Advisor soll digitale Vermögensverwaltung, aktives Management und persönliche Beratung miteinander verbinden – und pauschal 239 Euro im Monat („Handelsblatt“) bzw. 179 Euro im Monat („Börsen-Zeitung“) kosten. [Anm.: Ganz sicher stimmt beides, nur wir sind zu blöd, den Unterschied zu erkennen]. Wie CEO Dirk-Jan Schuiten jedenfalls fairerweise dem „Handelsblatt“ erläuterte, lohne sich das Angebot ohnehin erst ab einer Anlagesumme von mindestens 150.000 Euro. (Was er nicht erläuterte: Wenn man 239 mal 12 durch 150.000 rechnet, kommt man auf 1,9 Prozent, so dass sich darüber streiten lässt, ob sich Prospery bei diesem Betrag wirklich schon lohnt. Aber, wie gesagt, vielleicht sind’s ja auch nur 179 Euro. Wobei wiederum in der „BÖZ“ steht, dass die Fondskosten freilich noch on top kämen, wofür man dann nochmal bis zu 75 Basispunkte jährlich aufschlagen müsse). Handelsblatt (kostenpflichtiges E-Paper), Börsen-Zeitung (Paywall)

Bafin knöpft sich Deutsche-Bank-Aktionär vor: Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ prüft die Finanzaufsicht, ob HNA (sprich: das zwielichtige China-Konglomerat) korrekte Angaben gemacht hat, als man im Frühjahr schrittweise bei Deutschlands größtem Geldhaus einstieg. Süddeutsche

Wie auf der Passivseite die Unterschiede zwischen Retail und Wholesale immer mehr verwischen: Vor kurzem berichtete „Finanz-Szene.de“ exklusiv, dass die HSH Nordbank (mithilfe von Deposit Solutions) erstmals in ihrer Geschichte auch Kleinsparer anpumpt. Bei der deutschen Santander ist dieser Tage nun das sozusagen gegenteilige Phänomen zu beobachten – sie hat erstmals in ihrer Geschichte einen Pfandbrief begeben (Volumen: 250 Mio. Euro). Börsen-Zeitung (Paywall), Global Capital (der Kern der News ist frei zugänglich)

Ausverkauf bei Deutschland Privatbanken? Das Bankhaus Lampe verkauft seinen auf erneuerbare Energie spezialisierten Asset Manager „Lampe Equity Management“. Das wäre freilich nicht weiter vermeldenswert, hätten nicht Berenberg und wiederum Lampe letztes Jahr schon Universal Investment abgestoßen – und hätte nicht Warburg kürzlich bestätigt, sich weitgehend von seinem Geschäft in der Schweiz und Luxemburg zu trennen. Private Banking Magazin 

Andererseits … hat Hauck & Aufhäuser gestern die Übernahme des Luxemburg-Geschäfts von Sal. Opppenheim verkündet. Wobei: Hauck & Aufhäuser ist ja (Stichwort: Fosun) ein Fall für sich. Fondsprofessionell

Promi-Investor Frank Thelen steigt bei Neufund ein: Laut „Süddeutscher Zeitung“ investiert der „Höhle des Löwen“-Juror einen Millionenbetrag in das Berliner Fintech-Krypto-VC-Blockchain-ICO-Irgendwas. Süddeutsche

Lesetipps

Die wahren strategischen Implikationen des Outbank-Deals: Ein paar Gedanken zu der Frage, warum das Vergleichsportal Verivox die Finanz-App Outbank (und parallel auch noch Aboalarm) gekauft haben mag, hatten wir uns ja selber schon gemacht. Beschämt stellen wir nun allerdings fest, dass die Schlussfolgerungen, die unser Lieblings-Blogger Leopold Bosankic zieht, die unseren, was die analytische Tiefe betrifft, mal wieder gnadenlos in den Schatten stellen. Also: Bosankic zufolge darf man die Zukäufe nicht nur im Kontext des Duells „Verivox vs. Check24“ sehen, sondern muss vielmehr beachten, dass Verivox und Check24 beide eine Antwort auf neue Gegenspieler wie Volders (ehemals Vertragslotse.de) oder Clark finden müssen. Diese Fintechs stellen nämlich laut Bosankic durchaus eine Gefahr für das Geschäftsmodell der Vergleichsriesen dar. leobosankic.com

Herr Vogelsang, wie oft kommen die Kunden zu Ihnen? Der Chef der Hamburger Sparkasse über die Frage, die auch alle anderen Sparkassen-Chefs (und nicht nur die ….) umtreibt: Ist die Filiale in Zeiten der Digitalisierung mehr als ein Kostenfaktor? Der Bank-Blog

10 Gründe … warum die meisten Bankkunden auf Instant Payments noch eine Zeitlang werden warten müssen. IT-Finanzmagazin

Wie die Deutsche Bank über Start-ups denkt … verrät deren Manager Bernd Rolinck im Interview mit Bilanz.

Aus der Szene

In den vergangenen Wochen hat „Finanz-Szene.de“ eine gewisse Skepsis durchscheinen lassen bei der Frage, ob wirklich jedes Krypto-Startup da draußen das Zeug zum Unicorn hat. Das war freilich, bevor wir dank der Berliner Advanced Blockchain AG (die kürzlich noch BrainCloud AG hieß, aber egal) auf das wahre Potenzial der neuen Technologie aufmerksam wurden. Denn: Dieses Potenzial liegt im Brillengeschäft! So hat Advanced Blockchain laut DGAP-Mitteillung „im Rahmen einer ersten Kooperation zusammen mit Brille24 eine disruptive Softwarelösung für Smartphones“ entwickelt. Der strategische Kniff dahinter: „Brille24 möchte […] der erste digitale Optiker auf Distributed Ledger Technology werden“. Ziel scheint es zu sein, „den Brillenkauf für rund 40 Millionen Brillenträger in Deutschland zu vereinfachen und neue Maßstäbe in der Digitalisierung des gesamten Sektors zu setzen“. Damit dürfte auch geklärt sein, warum sich die Aktie der Advanced Blockchain AG auf Sicht eines Monats mit einem Plus von 708,35 Prozent (Quelle: Consors, Stand: gestern Mittag) geringfügig besser entwickelt hat als der Gesamtmarkt. DGAP-Mitteilung

Klickfavorit

… war am Freitag die Infografik zu den Challenger-Banken. Paymentandbanking

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… ich hier kurz und prägnant wichtige Informationen auf humorvolle Art bereits am frühen Morgen serviert bekomme – und weil der Newsletter auch Themen aufgreift, die im Mainstream-Journalismus nicht vorkommen.

Joachim von Schorlemer, Mitglied des Vorstands der ING Diba

Newsletter 05/12/17: Wo deutsche Banken wachsen, Bafin vs. HNA, Die Filial-Frage

Exklusiv: Wo Deutschlands Banken mit bis zu zwölf Prozent wachsen

Deutschlands Banken haben die wirtschaftliche Erholung in Europa zu einer spürbaren Ausweitung der Kreditvergabe an ausländische Unternehmen innerhalb der Eurozone genutzt. Wie der Datenspezialist Barkow Consulting exklusiv für „Finanz-Szene.de“ ermittelt hat, wuchs das Neugeschäft im Euro-Ausland in den vergangenen 18 Monaten mit einem CAGR von 8,7 Prozent. Dabei lag das Plus in manchen Monaten – gemessen am jeweiligen Vorjahrmonat – sogar bei elf bis zwölf Prozent. Zuletzt ging das Wachstum (auch aufgrund der nun höheren Ausgangswerte) zwar etwas zurück, betrug allerdings zum Beispiel im Oktober immer noch 6,8 Prozent. Zur Einordnung: Zwischen Herbst 2009 und Ende 2015 hatte das Neugeschäft der deutschen Banken im Euro-Ausland laut Barkow in keinem Monat stärker als um 4,6 Prozent zugelegt; die meiste Zeit schrumpfe es sogar.

Barkow Consulting (Grafik)

Exklusiv: Worauf Venture-Capital-Investoren bei deutschen Fintechs achten

Manchmal seien es nur Nuancen, die über Erfolg oder Misserfolg eines Fintechs entscheiden – diese These stellte „Finanz-Szene.de“ kürzlich auf. Zu den Lesern, die das explizit anders sehen, gehört Carsten Maybach, Managing Director beim Münchner Venture-Capital-Investor Alstin, der unter anderem an Barzahlen und Orderbird beteiligt ist. Maybachs Sicht der Dinge: In der deutschen Fintech-Branche lässt sich die Spreu sehr wohl vom Weizen trennen. So unterscheide sich das Geschäftsmodell von N26 gravierend von dem vergleichbarer Anbieter. Genau wie sich zum Beispiel Scalable Capital deutlich von anderen Robo Advisern abhebe. Doch worauf achten VCs bei deutschen Fintechs genau? Dies skizziert Carsten Maybach exklusiv bei Finanz-Szene.de.

News

Bafin knöpft sich Deutsche-Bank-Aktionär vor: Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ prüft die Finanzaufsicht, ob HNA (sprich: das zwielichtige China-Konglomerat) korrekte Angaben gemacht hat, als man im Frühjahr schrittweise bei Deutschlands größtem Geldhaus einstieg. Süddeutsche

ABN Amro startet Edel-Robo in Deutschland: Der Prospery getaufte Robo Advisor soll digitale Vermögensverwaltung, aktives Management und persönliche Beratung miteinander verbinden – und pauschal 239 Euro im Monat („Handelsblatt“) bzw. 179 Euro im Monat („Börsen-Zeitung“) kosten. [Anm.: Ganz sicher stimmt beides, nur wir sind zu blöd, den Unterschied zu erkennen]. Wie CEO Dirk-Jan Schuiten jedenfalls fairerweise dem „Handelsblatt“ erläuterte, lohne sich das Angebot ohnehin erst ab einer Anlagesumme von mindestens 150.000 Euro. (Was er nicht erläuterte: Wenn man 239 mal 12 durch 150.000 rechnet, kommt man auf 1,9 Prozent, so dass sich darüber streiten lässt, ob sich Prospery bei diesem Betrag wirklich schon lohnt. Aber, wie gesagt, vielleicht sind’s ja auch nur 179 Euro. Wobei wiederum in der „BÖZ“ steht, dass die Fondskosten freilich noch on top kämen, wofür man dann nochmal bis zu 75 Basispunkte jährlich aufschlagen müsse). Handelsblatt (kostenpflichtiges E-Paper), Börsen-Zeitung (Paywall)

Wie auf der Passivseite die Unterschiede zwischen Retail und Wholesale immer mehr verwischen: Vor kurzem berichtete „Finanz-Szene.de“ exklusiv, dass die HSH Nordbank (mithilfe von Deposit Solutions) erstmals in ihrer Geschichte auch Kleinsparer anpumpt. Bei der deutschen Santander ist dieser Tage nun das sozusagen gegenteilige Phänomen zu beobachten – sie hat erstmals in ihrer Geschichte einen Pfandbrief begeben (Volumen: 250 Mio. Euro). Börsen-Zeitung (Paywall), Global Capital (der Kern der News ist frei zugänglich)

Ausverkauf bei Deutschland Privatbanken? Das Bankhaus Lampe verkauft seinen auf erneuerbare Energie spezialisierten Asset Manager „Lampe Equity Management“. Das wäre freilich nicht weiter vermeldenswert, hätten nicht Berenberg und wiederum Lampe letztes Jahr schon Universal Investment abgestoßen – und hätte nicht Warburg kürzlich bestätigt, sich weitgehend von seinem Geschäft in der Schweiz und Luxemburg zu trennen. Private Banking Magazin 

Andererseits … hat Hauck & Aufhäuser gestern die Übernahme des Luxemburg-Geschäfts von Sal. Opppenheim verkündet. Wobei: Hauck & Aufhäuser ist ja (Stichwort: Fosun) ein Fall für sich. Fondsprofessionell

Lesetipps

Die wahren strategischen Implikationen des Outbank-Deals: Ein paar Gedanken zu der Frage, warum das Vergleichsportal Verivox die Finanz-App Outbank (und parallel auch noch Aboalarm) gekauft haben mag, hatten wir uns ja selber schon gemacht. Beschämt stellen wir nun allerdings fest, dass die Schlussfolgerungen, die unser Lieblings-Blogger Leopold Bosankic zieht, die unseren, was die analytische Tiefe betrifft, mal wieder gnadenlos in den Schatten stellen. Also: Bosankic zufolge darf man die Zukäufe nicht nur im Kontext des Duells „Verivox vs. Check24“ sehen, sondern muss vielmehr beachten, dass Verivox und Check24 beide eine Antwort auf neue Gegenspieler wie Volders (ehemals Vertragslotse.de) oder Clark finden müssen. Diese Fintechs stellen nämlich laut Bosankic durchaus eine Gefahr für das Geschäftsmodell der Vergleichsriesen dar. leobosankic.com

Herr Vogelsang, wie oft kommen die Kunden zu Ihnen? Der Chef der Hamburger Sparkasse über die Frage, die auch alle anderen Sparkassen-Chefs (und nicht nur die ….) umtreibt: Ist die Filiale in Zeiten der Digitalisierung mehr als ein Kostenfaktor? Der Bank-Blog

10 Gründe … warum die meisten Bankkunden auf Instant Payments noch eine Zeitlang werden warten müssen. IT-Finanzmagazin

Wie die Deutsche Bank über Start-ups denkt … verrät deren Manager Bernd Rolinck im Interview mit Bilanz.

Aus der Szene

In den vergangenen Wochen hat „Finanz-Szene.de“ eine gewisse Skepsis durchscheinen lassen bei der Frage, ob wirklich jedes Krypto-Startup da draußen das Zeug zum Unicorn hat. Das war freilich, bevor wir dank der Berliner Advanced Blockchain AG (die kürzlich noch BrainCloud AG hieß, aber egal) auf das wahre Potenzial der neuen Technologie aufmerksam wurden. Denn: Dieses Potenzial liegt im Brillengeschäft! So hat Advanced Blockchain laut DGAP-Mitteillung „im Rahmen einer ersten Kooperation zusammen mit Brille24 eine disruptive Softwarelösung für Smartphones“ entwickelt. Der strategische Kniff dahinter: „Brille24 möchte […] der erste digitale Optiker auf Distributed Ledger Technology werden“. Ziel scheint es zu sein, „den Brillenkauf für rund 40 Millionen Brillenträger in Deutschland zu vereinfachen und neue Maßstäbe in der Digitalisierung des gesamten Sektors zu setzen“. Damit dürfte auch geklärt sein, warum sich die Aktie der Advanced Blockchain AG auf Sicht eines Monats mit einem Plus von 708,35 Prozent (Quelle: Consors, Stand: gestern Mittag) geringfügig besser entwickelt hat als der Gesamtmarkt. DGAP-Mitteilung

Klickfavorit

… war am Freitag die Infografik zu den Challenger-Banken. Paymentandbanking

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… ich hier kurz und prägnant wichtige Informationen auf humorvolle Art bereits am frühen Morgen serviert bekomme – und weil der Newsletter auch Themen aufgreift, die im Mainstream-Journalismus nicht vorkommen.

Joachim von Schorlemer, Mitglied des Vorstands der ING Diba

Nach welchen Kriterien VCs in deutsche Fintechs investieren

Von Carsten Maybach*

Durch den Boom in der Fintech-Szene kommen vielen neue Geschäftsmodelle in den Markt. Wenige sind vollständig unique, die meisten fallen in Segmente, in denen es ähnliche oder ähnlich erscheinende Wettbewerber gibt. Inzwischen kann man feststellen, dass einigen Fintechs das Geld augenscheinlich hinterhergetragen wird, während andere jahrelang erfolglos im Fundraising sind – und das, obwohl die Produkte doch gleichartig interessant sein sollten. Oder etwa nicht?

Aus VC-Perspektive schauen wir uns ein Unternehmen und seine Produkte mit hunderten Fragestellungen an, hier einige wesentliche:

  • Was macht das Fintech und wie wichtig ist das Produkt aus Kundensicht?
  • Wie komplex ist das Produkt?
  • Wie einzigartig ist das Produkt, welche Alternativen gibt es für den Kunden? (Direkter Wettbewerb und alternative technische Möglichkeiten).

Legen wir diese Kriterien einmal beispielhaft an zwei vergleichbare Fintechs an – nämlich einerseits das beim Funding bislang sehr erfolgreiche Berliner Fintech N26. Und andererseits der Smartphone-Banking-Vorreiter Outbank, der die VCs am Ende leider nicht mehr überzeugen konnte.

  • Sowohl N26 wie auch Outbank ermöglichen Banking auf dem Smartphone. N26 über ein eigenes Konto, Outbank verbindet alle bestehenden Bankkonten. Das Mobile-Banking als solches ist für mehr und mehr Anwender unverzichtbar, also beides ein wichtiges Produkt.
  • Beide Angebote sind für sich gesehen komplex. N26 hat sich entschieden, selbst eine Bank zu sein und den Kunden ein eigenes Angebot darzustellen. Hierdurch entsteht ein regulatorischer Aufwand, der aber den Vorteil bietet, dass N26 der Herr über das eigene Angebot ist. Outbank hatte die Komplexität, alle Banken und Konten über Schnittstellen anzubieten, musste als technische Dienstleistung aber nicht reguliert werden.
  • Keines der beiden Produkte ist unique. Es gibt bereits Banken, und so gut wie alle Banken sind per Mobile-App erreichbar. Die hohe Nachfrage auf Investorenseite nach N26 rührt meines Erachtens daher, dass die Neugründung einer mobile-fokussierten Bank ohne IT- und Niederlassungsballast als starker Wettbewerbsvorteil gesehen wird. Outbank hatte einige direkte Wettbewerber, aber der größte waren wohl die bankeigenen Apps. Während Mobile-Banking immer mehr zulegt, hatte nur eine zu geringe Anzahl von Nutzern das Bedürfnis, mehrere Konten regelmäßig zu aggregieren. Ohne selbst Bank zu sein, ist man eben nur ein Frontend und hat quasi keine eigenen Kunden.

Auch im Bereich des Digital Wealth Management („Robo-Advisor“ im Volksmund) gibt es mit Scalable einen Player, der Wettbewerber, die schon länger aktiv sind, auf dem Standstreifen überholt hat. Durch die überwiegend passive Anlagestrategie der Wettbewerber sind diese technisch aus Kundenperspektive kaum mehr als eine „ETF-Scheide“.

Sicher ist das Betreiben eines regulierten Anlagevermittlers grundsätzlich komplex, aber eine Allokation von 1-n ETF-Zertifikaten nach einem Fragebogen ist nicht gerade Rocket Science. Viele dieser Anbieter wollen gerade keine Meinung zum Markt haben und lassen den Kunden mit dem Risiko von Kursverlusten alleine.

Scalable hingegen hat sich dadurch hervorgehoben, dass das Portfolio bei steigender Volatilität in weniger schwankende Werte umgeschichtet wird. Wegen der geringen Gebühren bei der Umschichtung kann dies auch häufig genug geschehen für eine effektive Strategie. Ergo, Kunden lieben das Modell. Das starke Wachstum führt zu entsprechenden Erfolgen im Fundraising und Vertriebspartnerschaften mit etablierten Playern.

Welchen Impact ein Startup – auch unabhängig von der Fintech-Branche – am Markt haben wird, ist immer schwer hervorzusehen. Jedes heutige Unicorn kann von Dutzenden Absagen aus der Gründungszeit erzählen. Daher versuchen VC-Investoren, sich auf die Märkte zu fokussieren, in denen sie die Feinheiten des Business verstehen und dabei Innovationskraft und einen echten Kundenbedarf erkennen können.

[Der Autor ist Investment Director beim Münchner Venture-Capital-Investor Alstin, der unter anderem an den deutsche Fintechs Barzahlen und Orderbird beteiligt ist. Seine Meinung ist nicht notwendig die der Redaktion.]

Die vier Lehren aus dem 20-Mio.-Deal von Deposit Solutions

Von Heinz-Roger Dohms, Finanz-Szene.de

Die meisten Finanzierungs-Runden sind ja einfach nur das, was sie sind – nämlich Finanzierungs-Runden. Ein bisschen anders verhält es sich jedoch mit dem  20-Mio.-Dollar-Funding des Hamburger Einlagenvermittlers Deposit Solutions („Zinspilot“). Denn aus dieser News lassen sich mindestens vier Erkenntnisse über den gegenwärtigen Zustand des Fintech-Standorts Deutschland ableiten:

1.) Kolportiert wird, dass sich die Bewertung durch die neue Runde auf mehr als 200 Mio. Euro verdoppelt habe. Nachdem „Finanz-Szene.de“ kürzlich bereits berichtet hatte, dass der Robo-Advisor Scalable Capital nach dem Einstieg von Blackrock auf mehr als 150 Mio. Euro kommt, ist das ein weiteres Beispiel, das zeigt: Dreistellige Millionenbewertungen werden für größeren deutschen Fintechs allmählich zur Normalität (was noch vor einem Jahr nicht unbedingt absehbar war)

2.) Auch wenn exakte Bewertungen immer schwer zu ermitteln sind, spricht vieles dafür, dass durch den Deposit-Solutions-Deal jetzt die beiden größten deutschen Finanz-Startups aus Hamburg kommen und nicht etwa aus Berlin oder Frankfurt (das andere ist übrigens Kreditech, das auf mehr als 300 Mio. Euro veranschlagt wird).

3.) Noch interessanter allerdings  ist, dass es sich mutmaßlich jetzt bei zwei der fünf größten deutschen Finanz-Startups zumindest tendenziell um B2B-Fintechs handelt (das andere neben Deposit Solutions ist Solaris). Hatte es nicht mal geheißen, dass B2B-Anbieter eher keine solch hohen Bewertungen erhalten? Und kann es sein, dass das Ingenieurs-Maschinenbau-Zulieferer-Gen der hiesigen Wirtschaft auch in der deutschen  Fintech-Branche immer stärker zum Vorschein kommt?

4.) Zwischen den beiden entfernten Artgenossen Deposit Solutions (Einlagenvermittler mit B2B-Fokus) und Raisin/“Weltsparen“ (Einlagenvermittler mit B2C-Fokus) entwickelt sich gerade ein regelrechter Zweikampf um Partner, Kunden und Investoren.  Vieles spricht allerdings dafür, dass dieses Duell am Ende nicht nur einen Sieger haben wird – sondern zwei. Denn zuletzt wuchsen beide Anbieter rasant.

Exklusiv: Finanzbranche ruft nach Reform der Bafin-Eignungsprüfung für Vorstände

Von Heinz-Roger Dohms

Um mehr Digitalexperten den Aufstieg ins Topmanagement deutscher Banken zu ermöglichen, soll die Bafin ihre Eignungsprüfung für Vorstände reformieren – diese spektakuläre Forderung findet sich in einem Positionspapier des Fintech-Rats, das der „SZ“ und „Finanz-Szene.de“ exklusiv vorliegt. Um die Fallhöhe zu verdeutlichen: Der Fintech-Rat ist keine Lobbygruppe von Finanz-Startups, sondern wurde im Frühjahr vom Finanzministerium unter der Führung von Staatssekretär Jens Spahn gegründet. Neben den Abgesandten bekannter Fintechs sind auch die Banken in dem Gremium vertreten; sie unterstützen die Forderung nach einer „Lex Techie“ ebenfalls.

In der Praxis könnten die Änderungen darauf hinauslaufen, dass die Bafin ihre Eignungsprüfung in Zukunft weniger auf jeden einzelnen Vorstand, sondern stärker auf das Gremium als Ganzes bezieht. Das hieße z.B.: Wenn im Vorstand eines mittelgroßen Instituts schon zwei Kreditexperten sitzen, dann braucht der IT-Chef nicht auch noch ein Banker zu sein.  Innerhalb der Bafin steht man der Idee, die Eignungsprüfung zu modernisieren, offenbar grundsätzlich offen gegenüber – dies zumindest hatte „Finanz-Szene.de“ zuletzt aus dem Umfeld der Bonner Behörde vernommen.

Lesen Sie hier das Positionspapier des Fintech-Rats im Original.

Newsletter 01/12/17: Das neue deutsche Super-Fintech, „Lex Techie“ für IT-Vorstände?, FintecSystems

Exklusiv: Finanzbranche ruft nach Bafin-Sonderbehandlung für IT-Vorstände

Um mehr Digitalexperten den Aufstieg ins Topmanagement deutscher Banken zu ermöglichen, soll die Bafin ihre Eignungsprüfung für Vorstände reformieren – diese spektakuläre Forderung findet sich in einem Positionspapier des Fintech-Rats, das der „SZ“ und „Finanz-Szene.de“ exklusiv vorliegt. Um die Fallhöhe zu verdeutlichen: Der Fintech-Rat ist keine Lobbygruppe von Finanz-Startups, sondern wurde im Frühjahr vom Finanzministerium unter der Führung von Staatssekretär Jens Spahn gegründet. Neben den Abgesandten bekannter Fintechs sind auch die Banken in dem Gremium vertreten; sie unterstützen die Forderung nach einer „Lex Techie“ ebenfalls. In der Praxis könnten die Änderungen darauf hinauslaufen, dass die Bafin ihre Eignungsprüfung in Zukunft weniger auf jeden einzelnen Vorstand, sondern stärker auf das Gremium als Ganzes bezieht. Das hieße z.B.: Wenn im Vorstand eines mittelgroßen Instituts schon zwei Kreditexperten sitzen, dann braucht der IT-Chef nicht auch noch ein Banker zu sein.  Innerhalb der Bafin steht man der Idee, die Eignungsprüfung zu modernisieren, offenbar grundsätzlich offen gegenüber – dies zumindest hatte „Finanz-Szene.de“ zuletzt aus dem Umfeld der Bonner Behörde vernommen.

Süddeutsche Zeitung, Finanz-Szene.de (das Positionspapier)

Das hier ist das neue deutsche Super-Fintech

Die meisten Finanzierungs-Runden sind ja einfach nur das, was sie sind – nämlich Finanzierungs-Runden. Ein bisschen anders verhält es sich jedoch mit dem gestern Mittag verkündeten 20-Mio.-Dollar-Funding des Hamburger Einlagenvermittlers Deposit Solutions („Zinspilot“). Nach unserer Auffassung ist die News nämlich aus mindestens vier Gründen  bemerkenswert: 1.) Kolportiert wird, dass sich die Bewertung auf mehr als 200 Mio. Euro verdoppelt habe; 2.) Wenn das stimmt, könnten jetzt die beiden größten deutschen Fintechs beide aus Hamburg kommen (das andere wäre Kreditech) 3.) Noch interessanter allerdings  ist, dass es sich mutmaßlich jetzt bei zwei der fünf größten deutschen Finanz-Startups tendenziell um B2B-Fintechs handelt (das andere ist Solaris). Hatte es nicht mal geheißen, dass B2B-Anbieter eher keine solch hohen Bewertungen erhalten? Und kann es sein, dass das Ingenieurs-Maschinenbau-Zulieferer-Gen der hiesigen Wirtschaft auch in der deutschen  Fintech-Branche immer stärker zum Vorschein kommt? 4.) Zwischen den beiden entfernten Artgenossen Deposit Solutions und Raisin („Weltsparen“) entwickelt sich gerade ein hübscher Zweikampf – übrigens einer, der letztlich zwei Sieger haben könnte. Bloomberg, Pressemitteilung

News

Reimann Investors investiert in PSD2-Fintech: Mithilfe von FintecSystems können Unternehmen unter anderem die Bonität ihrer Kunden prüfen. Nun fließen weitere 4,5 Mio. Euro in das Münchner Finanz-Startup, wobei das meiste Geld vom Family-Office Reimann Investors kommt. Deutsche Startups

Groß-Deal unter deutschen Landesbanken? Nach SZ-Informationen gehört die LBBW zu den Interessenten für die von der NordLB zum Verkauf gestellte Deutsche Hypothekenbank (Bilanzsumme: 25 Mrd. Euro). Einerseits hätte die Transaktion eine klare Logik: Während die Hannoveraner Landesbank ihr Kapital stärken muss, möchte ihr Stuttgarter Pendant nach Jahren der Selbstbescheidung endlich wieder expandieren. Andererseits: Würde ein solcher Deal nicht auch die ewig junge Frage provozieren, warum die Länder die verbleibenden LBs nicht gleich ganz zusammenschmeißen? Wie auch immer. Die weiteren Interessenten jedenfalls sind laut „SZ“ die Wiesbadener Aareal und (schau mal einer an …) die Deutsche Pfandbriefbank. Süddeutsche

Abgänge bei Paydirekt: Beim Paypal-Klon der deutschen Banken haben laut „Handelsblatt“ Vertriebschef Thorsten Smeets und Marketingleiterin Silke Otte gekündigt. Zudem mache der Chef der Produktentwicklung, Benjamin Aquilino, ein Sabbatical, bei dem fraglich sei, ob er danach zurückkehre. Der Grund für den Exodus? Frustration. Handelblatt (Paywall)

Großfusion im Genossenschafts-Lager: Die Sparda-Bank-Münster (das sind die mit den Skandalen …) soll in der Sparda-Bank-West (das sind die ohne Skandale …) aufgehen. Das neue Institut käme auf eine Bilanzsumme von 11 Mrd. Euro und wäre damit laut Pressemitteilung die zweitgrößte Sparda-Bank und die viertgrößte Genobank der Republik. Westfälische Nachrichten, Fondsprofessionell

Exklusiv: Volksbanken experimentieren mit Gutschein-Angebot: Die „VR ExtraPlus“ genannte Lösung wird vom heutigen Freitag an in den ersten lokalen Genobanken getestet. Das Ganze läuft darauf hinaus, dass ein Kunde, auf dessen Konto, sagen wir, 100 Euro eingehen, eine Mitteilung kriegt, ob er das Geld nicht gegen einen 120-Euro-Gutschein tauschen will. Entwickelt wurde das Tool mit dem Fintech Optiopay. Hier, wie’s genau geht: DZ Innovationsblog

Korrektur: Geht’s Ihnen auch so, dass Sie zwar niemals den FC Barcelona und Real Madrid verwechseln würde, wohl aber (wenn der Tag lang und die Nacht kurz war) Santander und BBVA? Jedenfalls: Anders als gestern berichtet, hat Cerberus das 4-Mrd.-Euro-Immo-Paket nicht von Santander übernommen sondern, Sie ahnen es, von der BBVA.

Beyond .de

Sergio Ermotti gibt den Wutbanker: Bei einer Veranstaltung der „Financial Times“ hat der UBS-Chef gestern einfach mal einen rausgehauen: Die  Debatte über die (angeblich) zu hohen Gehälter von Bankern werde „von Leuten geführt, die vielleicht frustriert sind, dass sie selber nicht so viel Geld machen.“ FT (Paywall)

Fokus Bitcoin

… mit leicht tendenziöser Link-Auswahl …

  • Bafin warnt Anleger vor Totalverlust. Spiegel Online
  • Der Bitcoin hat Eigenschaften eines Schneeballsystems – und  könnte eine Lawine auslösen, die aufs Finanzsystem durchschlägt. Der Bank-Blog
  • Acht Wege auf den Sturz des Bitcoin zu setzen. Manager Magazin
  • Wie die Blase platzen könnte. Bloomberg
  • Stiglitz fordert Bitcoin-Verbot. FAZ
  • Die Blase verdeckt, dass Bitcoins trotz allem einen Wert haben. Breakingviews

Lesetipps

Wer sich mal richtig mit dem Thema Blockchain befassen will: … der braucht entweder einen Research-Dealer seines Vertrauens oder einen guten Draht zur Berenberg-Bank. Die hat nämlich diese Woche an einen ausgewählten Kundenkreis eine 97-seitige (!) Studie mit dem Titel „Blockchain remains a free option for IT services“ verschickt.

Haben Sie noch den Überblick … was all die Revoluts, Atom Banks, Simples, Monzos, Movens oder Zopas betrifft? Falls nein, dann kommen Sie jetzt mit einem Klick auf den grafisch neuesten Stand (und N26 und Fidor sind natürlich auch dabei) Paymentandbanking

Sichere Finanz-Apps sind nicht nur Sache der Banken: … sondern auch der Kunden. Denn: „95 Prozent der Cyberangriffe führen nur durch arglose Nutzer zum Erfolg.“ Handelsblatt

Um unserer inoffiziellen Rolle als gefälliges Verlautbarungsorgan der DZ Bank auch heute wieder gerecht zu werden … verweisen wir alle Leser, deren Wissensdurst in Sachen „Digitalisierung der Bankenbranche“ immer noch nicht gestillt ist, wie jeden Freitag auf die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ Innovationsblogs

Karriere

Nur 1300 der 8700 Jobs, die die Credit Suisse seit 2015 abgebaut hat … waren feste Stellen. Was ist mit den 7400 übrigen? efinancialcareers

„Finanz-Szene.de“ hat jetzt 2276 Abonnenten

Immer wieder werden wir gefragt: Naaaaa, wie läuft’s beim Versuch, an der Schnittstelle zweier Krisenbranchen (Journalismus, Banken) ein angestaubtes Me-too-Produkt (Newsletter) etablieren zu wollen. Um dreieinhalb Monate nach dem Start von „Finanz-Szene“ mal eine Antwort zu geben: Ganz gut. „Finanz-Szene.de“ hat nun 2276 Abonnenten, wobei allein im November rund 900 hinzugekommen sind. Und das alles mit einem Markting-Budget von null Euro und der Google-Optimierung einer Weißbrot-Scheibe. Das Schöne dabei ist: Wir werden nicht nur abonniert, sondern wirklich gelesen, die durchschnittliche Öffnungsrate des Newsletters liegt relativ konstant bei rund 58 Prozent. Und noch schöner ist, wer uns dem persönlichen Feedback und Stichproben zufolge liest – nämlich unter anderem auch verblüffend viel C-Level, und zwar nicht nur in den Fintechs, sondern auch und gerade in den Banken. Wobei der Prototyp des „Finanz-Szene.de“-Lesers (noch?) nicht der Bankvorstand ist, sondern Menschen, die im Organigramm ein bis zwei Ebenen darunter angesiedelt sind und Titel wie Chief Digital Officer, Head of Business Development, Bereichsleiter Digitalisierung oder Senior Manager Innovation tragen. Und falls jetzt die Frage kommt, was das alles für die Zukunft von „Finanz-Szene.de“ bedeutet? Zunächst einmal nur, dass wir versuchen, am Dienstag wieder für Sie dazu sein. Und, dass wir uns endlich mal bedanken wollen. Auch und gerade bei den 2276 Abonnenten.

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

…ich hier jeden Tag etwas Neues über disruptive Trends, digitale Geschäftsmodelle und die Reaktionen der etablierten Spieler in der Finanzindustrie lernen kann. Der starke Fintech-Fokus trifft den Nerv der Zeit und eröffnet Zugänge zu Blogs und Publikationen, die andere Newsletter nur selten verlinken. Weiter so!“

Jörg Kukies, Deutschland-Chef Goldman Sachs

Newsletter 01/12/17: Banken fordern „Lex Techie“ für IT-Vorstände, LBBW will Dt. Hypo, Exodus bei Paydirekt

Exklusiv: Finanzbranche ruft nach Bafin-Sonderbehandlung für IT-Vorstände

Um mehr Digitalexperten den Aufstieg ins Topmanagement deutscher Banken zu ermöglichen, soll die Bafin ihre Eignungsprüfung für Vorstände reformieren – diese spektakuläre Forderung findet sich in einem Positionspapier des Fintech-Rats, das der „SZ“ und „Finanz-Szene.de“ exklusiv vorliegt. Um die Fallhöhe zu verdeutlichen: Der Fintech-Rat ist keine Lobbygruppe von Finanz-Startups, sondern wurde im Frühjahr vom Finanzministerium unter der Führung von Staatssekretär Jens Spahn gegründet. Neben den Abgesandten bekannter Fintechs sind auch die Banken in dem Gremium vertreten; sie unterstützen die Forderung nach einer „Lex Techie“ ebenfalls. In der Praxis könnten die Änderungen darauf hinauslaufen, dass die Bafin ihre Eignungsprüfung in Zukunft weniger auf jeden einzelnen Vorstand, sondern stärker auf das Gremium als Ganzes bezieht. Das hieße z.B.: Wenn im Vorstand eines mittelgroßen Instituts schon zwei Kreditexperten sitzen, dann braucht der IT-Chef nicht auch noch ein Banker zu sein.  Innerhalb der Bafin steht man der Idee, die Eignungsprüfung zu modernisieren, offenbar grundsätzlich offen gegenüber – dies zumindest hatte „Finanz-Szene.de“ zuletzt aus dem Umfeld der Bonner Behörde vernommen.

Süddeutsche Zeitung, Finanz-Szene.de (das Positionspapier)

Das hier ist das neue deutsche Super-Fintech

Die meisten Finanzierungs-Runden sind ja einfach nur das, was sie sind – nämlich Finanzierungs-Runden. Ein bisschen anders verhält es sich jedoch mit dem gestern Mittag verkündeten 20-Mio.-Dollar-Funding des Hamburger Einlagenvermittlers Deposit Solutions („Zinspilot“). Nach unserer Auffassung ist die News nämlich aus mindestens vier Gründen  bemerkenswert: 1.) Kolportiert wird, dass sich die Bewertung auf mehr als 200 Mio. Euro verdoppelt habe; 2.) Wenn das stimmt, könnten jetzt die beiden größten deutschen Fintechs beide aus Hamburg kommen (das andere wäre Kreditech) 3.) Noch interessanter allerdings  ist, dass es sich mutmaßlich jetzt bei zwei der fünf größten deutschen Finanz-Startups tendenziell um B2B-Fintechs handelt (das andere ist Solaris). Hatte es nicht mal geheißen, dass B2B-Anbieter eher keine solch hohen Bewertungen erhalten? Und kann es sein, dass das Ingenieurs-Maschinenbau-Zulieferer-Gen der hiesigen Wirtschaft auch in der deutschen  Fintech-Branche immer stärker zum Vorschein kommt? 4.) Zwischen den beiden entfernten Artgenossen Deposit Solutions und Raisin („Weltsparen“) entwickelt sich gerade ein hübscher Zweikampf – übrigens einer, der letztlich zwei Sieger haben könnte. Bloomberg, Pressemitteilung

News

Groß-Deal unter deutschen Landesbanken? Nach SZ-Informationen gehört die LBBW zu den Interessenten für die von der NordLB zum Verkauf gestellte Deutsche Hypothekenbank (Bilanzsumme: 25 Mrd. Euro). Einerseits hätte die Transaktion eine klare Logik: Während die Hannoveraner Landesbank ihr Kapital stärken muss, möchte ihr Stuttgarter Pendant nach Jahren der Selbstbescheidung endlich wieder expandieren. Andererseits: Würde ein solcher Deal nicht auch die ewig junge Frage provozieren, warum die Länder die verbleibenden LBs nicht gleich ganz zusammenschmeißen? Wie auch immer. Die weiteren Interessenten jedenfalls sind laut „SZ“ die Wiesbadener Aareal und (schau mal einer an …) die Deutsche Pfandbriefbank. Süddeutsche

Abgänge bei Paydirekt: Beim Paypal-Klon der deutschen Banken haben laut „Handelsblatt“ Vertriebschef Thorsten Smeets und Marketingleiterin Silke Otte gekündigt. Zudem mache der Chef der Produktentwicklung, Benjamin Aquilino, ein Sabbatical, bei dem fraglich sei, ob er danach zurückkehre. Der Grund für den Exodus? Frustration. Handelblatt (Paywall)

Großfusion im Genossenschafts-Lager: Die Sparda-Bank-Münster (das sind die mit den Skandalen …) soll in der Sparda-Bank-West (das sind die ohne Skandale …) aufgehen. Das neue Institut käme auf eine Bilanzsumme von 11 Mrd. Euro und wäre damit laut Pressemitteilung die zweitgrößte Sparda-Bank und die viertgrößte Genobank der Republik. Westfälische Nachrichten, Fondsprofessionell

Exklusiv: Volksbanken experimentieren mit Gutschein-Angebot: Die „VR ExtraPlus“ genannte Lösung wird vom heutigen Freitag an in den ersten lokalen Genobanken getestet. Das Ganze läuft darauf hinaus, dass ein Kunde, auf dessen Konto, sagen wir, 100 Euro eingehen, eine Mitteilung kriegt, ob er das Geld nicht gegen einen 120-Euro-Gutschein tauschen will. Entwickelt wurde das Tool mit dem Fintech Optiopay. Hier, wie’s genau geht: DZ Innovationsblog

Reimann Investors investiert in PSD2-Fintech: Mithilfe von FintecSystems können Unternehmen unter anderem die Bonität ihrer Kunden prüfen. Nun fließen weitere 4,5 Mio. Euro in das Münchner Finanz-Startup, wobei das meiste Geld vom Family-Office Reimann Investors kommt. Deutsche Startups

Korrektur: Geht’s Ihnen auch so, dass Sie zwar niemals den FC Barcelona und Real Madrid verwechseln würde, wohl aber (wenn der Tag lang und die Nacht kurz war) Santander und BBVA? Jedenfalls: Anders als gestern berichtet, hat Cerberus das 4-Mrd.-Euro-Immo-Paket nicht von Santander übernommen sondern, Sie ahnen es, von der BBVA.

Beyond .de

Sergio Ermotti gibt den Wutbanker: Bei einer Veranstaltung der „Financial Times“ hat der UBS-Chef gestern einfach mal einen rausgehauen: Die  Debatte über die (angeblich) zu hohen Gehälter von Bankern werde „von Leuten geführt, die vielleicht frustriert sind, dass sie selber nicht so viel Geld machen.“ FT (Paywall)

Fokus Bitcoin

… mit leicht tendenziöser Link-Auswahl …

  • Bafin warnt Anleger vor Totalverlust. Spiegel Online
  • Der Bitcoin hat Eigenschaften eines Schneeballsystems – und  könnte eine Lawine auslösen, die aufs Finanzsystem durchschlägt. Der Bank-Blog
  • Acht Wege auf den Sturz des Bitcoin zu setzen. Manager Magazin
  • Wie die Blase platzen könnte. Bloomberg
  • Stiglitz fordert Bitcoin-Verbot. FAZ
  • Die Blase verdeckt, dass Bitcoins trotz allem einen Wert haben. Breakingviews

Lesetipps

Wer sich mal richtig mit dem Thema Blockchain befassen will: … der braucht entweder einen Research-Dealer seines Vertrauens oder einen guten Draht zur Berenberg-Bank. Die hat nämlich diese Woche an einen ausgewählten Kundenkreis eine 97-seitige (!) Studie mit dem Titel „Blockchain remains a free option for IT services“ verschickt.

Haben Sie noch den Überblick … was all die Revoluts, Atom Banks, Simples, Monzos, Movens oder Zopas betrifft? Falls nein, dann kommen Sie jetzt mit einem Klick auf den grafisch neuesten Stand (und N26 und Fidor sind natürlich auch dabei) Paymentandbanking

Sichere Finanz-Apps sind nicht nur Sache der Banken: … sondern auch der Kunden. Denn: „95 Prozent der Cyberangriffe führen nur durch arglose Nutzer zum Erfolg.“ Handelsblatt

Um unserer inoffiziellen Rolle als gefälliges Verlautbarungsorgan der DZ Bank auch heute wieder gerecht zu werden … verweisen wir alle Leser, deren Wissensdurst in Sachen „Digitalisierung der Bankenbranche“ immer noch nicht gestillt ist, wie jeden Freitag auf die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ Innovationsblogs

Karriere

Nur 1300 der 8700 Jobs, die die Credit Suisse seit 2015 abgebaut hat … waren feste Stellen. Was ist mit den 7400 übrigen? efinancialcareers

„Finanz-Szene.de“ hat jetzt 2276 Abonnenten

Immer wieder werden wir gefragt: Naaaaa, wie läuft’s beim Versuch, an der Schnittstelle zweier Krisenbranchen (Journalismus, Banken) ein angestaubtes Me-too-Produkt (Newsletter) etablieren zu wollen. Um dreieinhalb Monate nach dem Start von „Finanz-Szene“ mal eine Antwort zu geben: Ganz gut. „Finanz-Szene.de“ hat nun 2276 Abonnenten, wobei allein im November rund 900 hinzugekommen sind. Und das alles mit einem Markting-Budget von null Euro und der Google-Optimierung einer Weißbrot-Scheibe. Das Schöne dabei ist: Wir werden nicht nur abonniert, sondern wirklich gelesen, die durchschnittliche Öffnungsrate des Newsletters liegt relativ konstant bei rund 58 Prozent. Und noch schöner ist, wer uns dem persönlichen Feedback und Stichproben zufolge liest – nämlich unter anderem auch verblüffend viel C-Level, und zwar nicht nur in den Fintechs, sondern auch und gerade in den Banken. Wobei der Prototyp des „Finanz-Szene.de“-Lesers (noch?) nicht der Bankvorstand ist, sondern Menschen, die im Organigramm ein bis zwei Ebenen darunter angesiedelt sind und Titel wie Chief Digital Officer, Head of Business Development, Bereichsleiter Digitalisierung oder Senior Manager Innovation tragen. Und falls jetzt die Frage kommt, was das alles für die Zukunft von „Finanz-Szene.de“ bedeutet? Zunächst einmal nur, dass wir versuchen, am Dienstag wieder für Sie dazu sein. Und, dass wir uns endlich mal bedanken wollen. Auch und gerade bei den 2276 Abonnenten.

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

…ich hier jeden Tag etwas Neues über disruptive Trends, digitale Geschäftsmodelle und die Reaktionen der etablierten Spieler in der Finanzindustrie lernen kann. Der starke Fintech-Fokus trifft den Nerv der Zeit und eröffnet Zugänge zu Blogs und Publikationen, die andere Newsletter nur selten verlinken. Weiter so!“

Jörg Kukies, Deutschland-Chef Goldman Sachs

Newsletter 30/11/17: Ist „Robin“ ein Plagiat?, Die Replik des Cringle-Chefs, API ante portas

Hat die Deutsche Bank (ein ganz klein wenig) bei Scalable Capital abgekupfert?

Leser mit krassem Kurzzeitgedächtnis werden sich erinnern: In unserer gestrigen Berichterstattung über den neuen Robo Advisor der Deutschen Bank deuteten wir bereits an, dass das „Robin“ getaufte Angebot beim ersten Durchklicken ein wenig an den Münchner Marktführer Scalable Capital erinnerte. Wie Sie sich vorstellen können, hat uns die Sache keine Ruhe gelassen. Darum haben wir nach streng wissenschaftlichen Kriterien den ersten „Plagiats-Test“ in der Geschichte von „Finanz-Szene.de“ durchgeführt. Die sechs Kategorien lauteten „Anlagestrategie“, „Optische Darstellung“, „Slogan“, „Kundenansprache“, „Pricing“ und „Promi-Faktor“. Dabei kamen wir zu teilweise erstaunlichen Ergebnissen. Lesen Sie hier, wie die Sache ausgegangen ist:

Finanz-Szene.de (ausnahmsweise empfiehlt sich die Lektüre am Desktop, weil man dann die vergleichenden Screenshots besser erkennt)

Lesetipps

Warum Cringle sehr wohl einen Business Case hat: Nachdem wir gestern die Kritik des Fintech-Bloggers Leopold Bosankic an den Geschäftsmodellen der deutschen P2P-Payment-Anbieter verlinkten, kam Malte Klussmann, Chef der Berliner Startups Cringle, unserer Bitte nach, ob er nicht eine kurze Replik verfassen könne. So viel sei vorweggenommen: Aus der kurzen Replik ist eine lange geworden. Finanz-Szene.de

Der richtige Mann für das digitale Zeitalter? Die „Süddeutsche Zeitung“ porträtiert den neuen Sparkassen-Präsidenten – und wirft unter anderem die Frage auf, ob Helmut Schleweis der größten aller Herausforderungen gewachsen sein wird. Sprich: der digitalen. SZ

API ante portas: Weshalb die Deutsche Bank sehr gut daran tut, bei PSD2 nicht nur die gesetzlichen Mindeststandards zu erfüllen. Finletter

12 Dinge, die Kunden im Jahr 2017 von ihrer Bank erwarten dürfen (übrigens auch, wenn es sich dabei um eine eher kleine Bank handelt). Der Bank-Blog

News

Bis zu 150 Mio. Euro (mal ganz grob geschätzt) für Frankfurts IPO-Banker: Siemens will seine Medizintechnik-Tochter Healthineers nun tatsächlich in Bembel-Town an die Börse bringen – und nicht in New York, wie auch mal gemutmaßt worden war. Angesichts eines Volumens von angeblich sechs bis zehn Mrd. Euro (zehn Mrd. Euro wären der größte IPO seit dem seligen Manfred Krug) wartet auf die insgesamt sieben Konsortialbanken ein hübscher Geldregen. Hier, welche Institute dabei sind (fünfter Absatz), und weitere Details: Manager Magazin

Der nächste Coup des Höllenhunds: Nach dem Einstieg bei der Coba und der Deutschen Bank steigt Cerberus nun auch noch … nein, nicht direkt bei Santander ein. Aber: Der US-Finanzinvestor kauft der spanischen Großbank ein Immobilien-Paket im Wert von vier Mrd. Euro ab. Vielleicht muss man in die Strategie von Cerberus ja auch gar nicht immer so viel hineindeuten. Vielleicht ist es ja auch schlicht so, dass die Amerikaner ausgerechnet da Opportunitäten vermuten (spanische Häuser, Frankfurter Geldhäuser), wo das Gros der Investoren sie eher nicht vermutet. Reuters/HB

Was macht Ihr da, liebe deutsche Fondsmanager? Wer dem „Capital“-Kollegen Christian Kirchner nicht auf Twitter folgt (was man freilich tun sollte), der hat dessen Tweet-Storm gestern Vormittag verpasst, in dem es um Liquiditäts-Risiken bei deutschen Investmentfonds ging. Auf den Punkt gebracht (Quelle: der Finanzstabilität-Bericht der Buba) ist es offenbar so, dass immer mehr hiesige Fondsmanager nichts Besseres zu tun haben, als ihr Geld in die Fonds anderer Manager zu stecken (und vice versa, nehmen wir an). Klingt nicht gut. Kirchner-Tweet, Buba-Bericht (PDF)

Zur Abwechslung mal keine Horrornachrichten: Das „Handelsblatt“ erklärt, warum die Neun-Monats-Zahlen von NordLB und HSH Nordbank vergleichsweise okay aussehen. Handelsblatt

Kauft ein No-Name die HSH Nordbank? Laut „Reuters“ sind noch drei Bieter im Rennen, nämlich Apollo, das Konsortium aus Cerberus und  Flowers sowie ebenjener Londoner Finanzinvestor Socrates, dessen Namen bis vor wenigen Wochen noch niemand kannte – und der nun angeblich das interessanteste Angebot vorgelegt hat. Reuters

ETF-Boom bei Deutschlands Direktbanken: Die Zahl der ETF-Sparpläne ist zwischen Januar und Oktober im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent auf 476.000 gestiegen, zeigt eine Auswertung des „Extra-Magazins“. Börsen-Zeitung

Was ist los im Staate Berenberg, nächster Teil: Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, hat der Umbau der Vermögensverwaltung zu einem mittelschweren Exodus geführt. So habe der Ex-Chef der VV, Tindaro Siragusano, mit sieben weiteren Ex-Berenberg-Bankern einen eigenen Vermögensverwalter gegründet, der just heute unter dem Namen 7Orca in Hamburg offiziell an den Start gehen soll (wem die Story bekannt vorkommen sollte: ansatzweise hat das Ganze neulich auch schon bei „Institutional Money“ gestanden). Handelsblatt (Print)

Beyond .de

Polnische Steuerreform belastet Brexit-Banker: … was man aber jetzt, liebe Main-Finance-Leute, vermutlich nicht gleich dahingehend interpretieren sollte, dass JP Morgan, die UBS und Goldman Sachs (die allesamt planen, ihre polnischen Standorte auszuweiten) die entsprechenden Jobs  stattdessen nach Frankfurt verpflanzen. Oder etwa doch? Bloomberg

Beyond Banking

Aktien sind so teuer wie zuletzt vor 117 Jahren: … behauptet zumindest der „Chief Global Equity Strategist“ von Goldman Sachs (wie auch immer er das errechnet haben will). Bloomberg

Ignoriert

Wer bei der Buba-Immobilien-Warnung, die gestern zumindest über manche Websites lief („Rund 15 bis 30 Prozent des Preisanstiegs in den Städten im Jahr 2016 können unsere Modelle nicht erklären“) ein Deja-vu-Erlebnis hatte: Die Zahlen sind tatsächlich nicht frisch, wie man wiederum dem Twitter-Account des Kollegen Kirchner entnehmen kann. Kirchner-Tweet

Karriere:

Zehn Frankfurter M&A-Banker, die jeder kennen sollte, der selber einer werden will: Wir gehen jetzt einfach mal gutgläubig davon aus, dass es sich bei der Liste, die der Kollege von „efinancialcareers“ erstellt hat, nicht um das handelt, was man im Journalismus „Quellenpflege“ nennt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über den Robo Advisor der Deutschen Bank. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… dieser Newsletter wie ein morgendlicher Espresso ist: kurz aber so gehaltvoll, dass man den gewissen „Kick“ für den Tag mitnimmt.

Karsten Junge, Partner bei der Frankfurter Beraterfirma Consileon

Newsletter 30/11/17: Ist „Robin“ ein Plagiat?, HSH-Favorit, Frankfurts heißeste M&A-Banker

Hat die Deutsche Bank (ein ganz klein wenig) bei Scalable Capital abgekupfert?

Leser mit krassem Kurzzeitgedächtnis werden sich erinnern: In unserer gestrigen Berichterstattung über den neuen Robo Advisor der Deutschen Bank deuteten wir bereits an, dass das „Robin“ getaufte Angebot beim ersten Durchklicken ein wenig an den Münchner Marktführer Scalable Capital erinnerte. Wie Sie sich vorstellen können, hat uns die Sache keine Ruhe gelassen. Darum haben wir nach streng wissenschaftlichen Kriterien den ersten „Plagiats-Test“ in der Geschichte von „Finanz-Szene.de“ durchgeführt. Die sechs Kategorien lauteten „Anlagestrategie“, „Optische Darstellung“, „Slogan“, „Kundenansprache“, „Pricing“ und „Promi-Faktor“. Dabei kamen wir zu teilweise erstaunlichen Ergebnissen. Lesen Sie hier, wie die Sache ausgegangen ist:

Finanz-Szene.de (ausnahmsweise empfiehlt sich die Lektüre am Desktop, weil man dann die vergleichenden Screenshots besser erkennt)

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Bis zu 150 Mio. Euro (mal ganz grob geschätzt) für Frankfurts IPO-Banker: Siemens will seine Medizintechnik-Tochter Healthineers nun tatsächlich in Bembel-Town an die Börse bringen – und nicht in New York, wie auch mal gemutmaßt worden war. Angesichts eines Volumens von angeblich sechs bis zehn Mrd. Euro (zehn Mrd. Euro wären der größte IPO seit dem seligen Manfred Krug) wartet auf die insgesamt sieben Konsortialbanken ein hübscher Geldregen. Hier, welche Institute dabei sind (fünfter Absatz), und weitere Details: Manager Magazin

Der nächste Coup des Höllenhunds: Nach dem Einstieg bei der Coba und der Deutschen Bank steigt Cerberus nun auch noch … nein, nicht direkt bei Santander ein. Aber: Der US-Finanzinvestor kauft der spanischen Großbank ein Immobilien-Paket im Wert von vier Mrd. Euro ab. Vielleicht muss man in die Strategie von Cerberus ja auch gar nicht immer so viel hineindeuten. Vielleicht ist es ja auch schlicht so, dass die Amerikaner ausgerechnet da Opportunitäten vermuten (spanische Häuser, Frankfurter Geldhäuser), wo das Gros der Investoren sie eher nicht vermutet. Reuters/HB

Was macht Ihr da, liebe deutsche Fondsmanager? Wer dem „Capital“-Kollegen Christian Kirchner nicht auf Twitter folgt (was man freilich tun sollte), der hat dessen Tweet-Storm gestern Vormittag verpasst, in dem es um Liquiditäts-Risiken bei deutschen Investmentfonds ging. Auf den Punkt gebracht (Quelle: der Finanzstabilität-Bericht der Buba) ist es offenbar so, dass immer mehr hiesige Fondsmanager nichts Besseres zu tun haben, als ihr Geld in die Fonds anderer Manager zu stecken (und vice versa, nehmen wir an). Klingt nicht gut. Kirchner-Tweet, Buba-Bericht (PDF)

Zur Abwechslung mal keine Horrornachrichten: Das „Handelsblatt“ erklärt, warum die Neun-Monats-Zahlen von NordLB und HSH Nordbank vergleichsweise okay aussehen. Handelsblatt

Kauft ein No-Name die HSH Nordbank? Laut „Reuters“ sind noch drei Bieter im Rennen, nämlich Apollo, das Konsortium aus Cerberus und  Flowers sowie ebenjener Londoner Finanzinvestor Socrates, dessen Namen bis vor wenigen Wochen noch niemand kannte – und der nun angeblich das interessanteste Angebot vorgelegt hat. Reuters

ETF-Boom bei Deutschlands Direktbanken: Die Zahl der ETF-Sparpläne ist zwischen Januar und Oktober im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent auf 476.000 gestiegen, zeigt eine Auswertung des „Extra-Magazins“. Börsen-Zeitung

Was ist los im Staate Berenberg, nächster Teil: Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, hat der Umbau der Vermögensverwaltung zu einem mittelschweren Exodus geführt. So habe der Ex-Chef der VV, Tindaro Siragusano, mit sieben weiteren Ex-Berenberg-Bankern einen eigenen Vermögensverwalter gegründet, der just heute unter dem Namen 7Orca in Hamburg offiziell an den Start gehen soll (wem die Story bekannt vorkommen sollte: ansatzweise hat das Ganze neulich auch schon bei „Institutional Money“ gestanden). Handelsblatt (Print)

Beyond .de

Polnische Steuerreform belastet Brexit-Banker: … was man aber jetzt, liebe Main-Finance-Leute, vermutlich nicht gleich dahingehend interpretieren sollte, dass JP Morgan, die UBS und Goldman Sachs (die allesamt planen, ihre polnischen Standorte auszuweiten) die entsprechenden Jobs  stattdessen nach Frankfurt verpflanzen. Oder etwa doch? Bloomberg

Beyond Banking

Aktien sind so teuer wie zuletzt vor 117 Jahren: … behauptet zumindest der „Chief Global Equity Strategist“ von Goldman Sachs (wie auch immer er das errechnet haben will). Bloomberg

Ignoriert

Wer bei der Buba-Immobilien-Warnung, die gestern zumindest über manche Websites lief („Rund 15 bis 30 Prozent des Preisanstiegs in den Städten im Jahr 2016 können unsere Modelle nicht erklären“) ein Deja-vu-Erlebnis hatte: Die Zahlen sind tatsächlich nicht frisch, wie man wiederum dem Twitter-Account des Kollegen Kirchner entnehmen kann. Kirchner-Tweet

Lesetipps

Warum Cringle sehr wohl einen Business Case hat: Nachdem wir gestern die Kritik des Fintech-Bloggers Leopold Bosankic an den Geschäftsmodellen der deutschen P2P-Payment-Anbieter verlinkten, kam Malte Klussmann, Chef der Berliner Startups Cringle, unserer Bitte nach, ob er nicht eine kurze Replik verfassen könne. So viel sei vorweggenommen: Aus der kurzen Replik ist eine lange geworden. Finanz-Szene.de

Der richtige Mann für das digitale Zeitalter? Die „Süddeutsche Zeitung“ porträtiert den neuen Sparkassen-Präsidenten – und wirft unter anderem die Frage auf, ob Helmut Schleweis der größten aller Herausforderungen gewachsen sein wird. Sprich: der digitalen. SZ

API ante portas: Weshalb die Deutsche Bank sehr gut daran tut, bei PSD2 nicht nur die gesetzlichen Mindeststandards zu erfüllen. Finletter

12 Dinge, die Kunden im Jahr 2017 von ihrer Bank erwarten dürfen (übrigens auch, wenn es sich dabei um eine eher kleine Bank handelt). Der Bank-Blog

Karriere:

Zehn Frankfurter M&A-Banker, die jeder kennen sollte, der selber einer werden will: Wir gehen jetzt einfach mal gutgläubig davon aus, dass es sich bei der Liste, die der Kollege von „efinancialcareers“ erstellt hat, nicht um das handelt, was man im Journalismus „Quellenpflege“ nennt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über den Robo Advisor der Deutschen Bank. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… dieser Newsletter wie ein morgendlicher Espresso ist: kurz aber so gehaltvoll, dass man den gewissen „Kick“ für den Tag mitnimmt.

Karsten Junge, Partner bei der Frankfurter Beraterfirma Consileon

„Wir machen es wie Steve Jobs“ – Die Replik des Cringle-Chefs

Nachdem wir gestern die Kritik des Fintech-Bloggers Leopold Bosankic an den Geschäftsmodellen der deutschen P2P-Payment-Anbieter verlinkten, kam Malte Klussmann, Chef der Berliner Startups Cringle, unserer Bitte nach, ob er nicht eine kurze Replik verfassen könne. So viel sei vorweggenommen: Aus der kurzen Replik ist eine lange geworden:

Von Malte Klussmann, Gründer und Chef von Cringle

Zunächst möchte ich Danke sagen. Denn, so viel sei vorweggenommen, ich gebe Herrn Bosankic Recht, dass im Bereich Mobile Payment insbesondere auf dem deutschen Markt noch ein verstärkter Aufklärungsbedarf besteht. Dieser Artikel leistet hierzu seinen Beitrag, deshalb vielen Dank!

Doch schon bei der Headline „Venmo, MobilePay, Cookies, kwitt, N26’s MoneyBeam, PayPal, Wavy, Lendstar… and now Cringle” zuckte ich kurz zusammen. Warum? Hierfür würde ich mit Ihnen gerne ein paar Jahre in die Vergangenheit reisen, ins Jahr 2014. Das Jahr, welches als Datengrundlage für die Beschreibung der P2P-Situation im Jahr 2017 im genannten Blog-Eintrag von Leopold Bosankic dient.

Im Jahr 2014 haben wir Cringle offiziell gestartet und unsere Kooperation mit der Deutschen Kreditbank AG öffentlich bekannt gegeben. Ein junges Fintech und eine der größten Direktbanken Deutschlands arbeiten zusammen. Das war in dem damaligen „Banken vs Fintechs“-Umfeld ein echtes Novum. In einer Zeit VOR Cookies, Kwitt, MoneyBeam und Wavy.

Wir haben Cringle gestartet, weil uns eine mobile Alternative zu Bargeld und Online-Überweisung fehlte. Denn, wie Herr Bosankic richtig herausstellt, dominierte im Jahr 2014 das Bargeld. Doch der Bedarf nach einer einfachen, digitalen Lösung schien schon damals vorhanden zu sein. Ich krame auch mal eine alte Statistik hervor und werfe „Mobile Wallet: Erfolgsfaktoren für das digitale Portemonnaie“ (2013) von PwC in den Raum. So würde der Großteil die mobile Wallet dafür einsetzen, Geld einfach an andere Personen zu senden. Auch die Technologie für alternativen zum Bargeld und Online-Banking war gegeben, doch es gab jedoch noch keine Umsetzung einer an dieses Bedürfnis ausgerichteten, einfachen Lösung. Bargeld bleibt die einzige Möglichkeit.

Bosankic zeigt auch den Rückgang der Bargeldzahlungen auf, von 2008 bis 2014. In der Tat scheint es nur eine langsame Veränderung zu sein. Doch die Adaptionsrate neuer Technologien ist meiner Meinung nach kein linearer Prozess, sondern nimmt immer mehr Momentum mit fortschreitender Entwicklung auf. So prognostiziert die Bundesbank 2014 in ihrer Studie selbst mittelfristig einen wertmäßigen Rückgang des Barzahlungsanteils unter die 50%-Marke, getrieben von der „heranwachsenden technikaffinen Generation“. Mittelfristig wird definiert als „ein bis fünf Jahre“, es liegt also eine spannende Zeit vor uns.

Und damit würde ich sagen, haben wir genug in Erinnerungen an vergangene Zeiten geschwelgt. Springen wir wieder ins heute, denn es hat sich in der Zwischenzeit viel getan.

Beiträge wie der von Leopold Bosankic zeigen, dass Mobile Payment / P2P mit dem Smartphone und dem damit einhergehenden Komfort schneller Transaktionen inzwischen ins Bewusstsein der Masse rücken. Immerhin 55% der Bankkunden empfehlen Freunden und Familie ihre Fintech-Lösung, nur 32% empfehlen ihre Bank weiter (2017). Ebenfalls wünscht sich jeder zweite Privatkunde von seiner Bank eine engere Zusammenarbeit mit Fintechs, insbesondere verstärkt im Bereich P2P-Zahlungen (2017).

Es folgen weitere Unternehmen Cringles Beispiel, und neue Anbieter erscheinen nun auf dem Spielfeld, wie die Sparkassen, die Genossenschaftsbanken, Cookies/Wavy und auch Paydirekt mit seiner neuen P2P-Funktionalität!

Natürlich gilt für alle: „Having a customer base is important“, wie Bosankic herausstellt. Aber eben für alle, nicht nur für Cringle. Diesbezüglich stellt Bosankic berechtigterweise die Frage, ob P2P-Lösungen überhaupt Anwendung in Deutschland finden, da der deutsche Markt nicht mit dem dänischen vergleichbar ist. Doch gibt es mit Mobile Pay eben seit 2013 eine Lösung, die sich über vier Jahre zum Branchenprimus entwickelt hat. Es ist also nicht immer nur die „fehlende Mentalität“ der Deutschen, sondern auch die fehlenden technologischen Möglichkeiten zu einem gewissen Zeitpunkt. Wenn mir digitale Alternativen fehlen, habe ich keine andere Wahl, als Bargeld zu nutzen. Dies zählt vonseiten des Angebots, als auch der Akzeptanzstellen. Wo einige Länder bereits ein Reifestadium für Mobile Payment erreicht haben, steckt Deutschland in den Kinderschuhen. Erst wenn ich ein umfangreiches Angebot an digitalen Lösungen habe, kann ich tatsächlich eine bewusste Entscheidung für oder wider Bargeld treffen.

Wir machen es einfach wie Steve Jobs und sagen „You can’t just ask customers what they want and then try to give that to them. By the time you get it built, they’ll want something new.”

Dann bleibt abschließend natürlich noch der Ansatz, mit dem das Ziel erreicht werden soll.

Dass der pan-europäische Ansatz von Cringle eine Fehleinschätzung ist, sehe ich naturgemäß anders. Viele unserer Nutzer haben im Ausland mobile P2P Lösungen kennen und lieben gelernt. In Deutschland sind sie auf dann auf Cringle gestoßen. Sie haben viele Freunde und Bekannte im europäischen Ausland, viele sind berufsbedingt oft innerhalb Europas unterwegs. Sie freuen sich, Cringle in ganz Europa als einheitliche Lösung nutzen zu können.

Kontextbasierte Zahlungen sind absolut ein Zukunftsthema. Diesen Ansatz verfolgen wir unter anderem mit unserer Cringle API, über die sich die Cringle-P2P-Funktionalität in Apps dritter Anbieter integrieren lässt.

Die Frage, ob P2P ein Produkt oder eine Funktion ist, stellt sich mir nicht.

„What this implies is that P2P payments are a use case too small to merit an own app and are thus a feature and not an app.” ist aus meiner Sicht eine ziemlich gewagte Aussage von Herrn Bosankic.Gibt es mit Venmo, Swish und Zelle doch durchaus Anbieter, die P2P als Produkt sehr erfolgreich gemacht haben. Genauso haben integrierte P2P-Funktionen wie die der Sparkassen und Genossenschaftsbanken sicher auch Befürworter, sind am Beispiel paym aber bisher weniger erfolgreich.

Für mich stellen sich hier andere Fragen.

Ist P2P überhaupt ein „Winner-takes-it-all“-Markt? Ein klares Nein gibt es hier vom PayPal CEO.

Sind nicht die Ansprüche der Nutzer an Zahlungslösungen so vielfältig wie die Zahlungslösungen selbst? Macht nicht genau dies den Erfolg von App-Stores aus, dass ich mir selbst die Lösungen installieren kann, die mir gefallen? Sollte nicht vielmehr darüber nachgedacht werden, die Lösungen interoperabel zu gestalten?

Genauso wenig wie Bosankics Kennzahlen für den aus seiner Sicht richtigen Ansatz für P2P-Zahlungen nennt, kann ich es an dieser Stelle tun.

Daher würde ich diese Entscheidung doch einfach den Nutzern überlassen.