Newsletter 14/11/17: Die „Top oder Flop“-Industrie, D-Day beim DSGV, Die Akte Warburg

Willkommen in der „Winner takes it all“-Industrie

Die einen (Scalable, N26) bekommen die potenten Investoren, die gute Presse, die lukrativen Kunden. Und die anderen, deren Produkte unter Umständen nicht viel schlechter sind (Outbank)? Können froh sein, wenn sich am Ende jemand findet, der ihre Assets für ein paar Hunderttausend Euro aus der Insolvenzmasse herauslöst.  Wenn die vergangenen Tage eine Lehre über die deutsche Fintech-Branche bereithielten, dann die, dass zwischen dreistelliger Bewertung und bitterer Pleite vielleicht manchmal nur Nuancen liegen. Was dabei in keinem Fall schadet, das ist eine gute Story. Und natürlich das richtige Timing. Ach ja – und dann gibt es womöglich noch eine weitere Lehre: Die deutsche Fintech-Branche scheint sich endgültig zu einer „Winner takes it all“-Industrie zu entwickeln. „Finanz-Szene.de“ hat beispielhaft sechs Segmente identifiziert, in denen die Kluft zwischen einem bzw. maximal zwei Marktführern und dem Rest schon jetzt so groß ist, dass man sich fragt, wie die Verfolger den Rückstand jemals wieder aufholen wollen. Lesen Sie hier unsere Analyse:

Finanz-Szene.de

News

Fahrenschon tritt zurück, Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen: So könnte morgen Früh die Meldung an dieser Stellen lauten. Denn: Wenn die Kollegen von SZ, Handelsblatt, Reuters etc. pp. nicht alle danebenliegen, dann hat Georg Fahrenschon den Kampf um sein Amt verloren. Favorit auf die Nachfolge ist (wie gestern unter Verweis auf die „Süddeutsche“ bereits berichtet) der niedersächsische Sparkassenchef Thomas Mang. Allerdings fallen vor dem für heute terminierten DSGV-Krisentreffen auch andere Namen. SZ, Handelsblatt (Paywall), Reuters

BdB will die HSH Nordbank nicht: … oder zumindest würde er sie im Falle einer Privatisierung nicht so einfach in seine Einlagensicherung lassen. „Es gibt niemanden, den wir von vornherein ausschließen“, sagte der Präsident Hans-Walter Peters gestern. Es gebe aber „hohe Hürden, die zu nehmen sind“. Handelsblatt/dpa

Pfandbriefbank entdeckt die Risikovorsorge wieder: Erst kürzlich hatte der HRE-Nachfolger die Gewinnprognose für dieses Jahr auf rund 200 Mio. Euro angehoben – für kommendes Jahr will das Institut nun aber wieder deutlich konservativer planen. Reuters

HSBC-Deutschland-Chefin prognostiziert das große Fintech-Sterben: … womit sie freilich nicht die erste ist. Der US-Finanzinvestor J.C. Flowers hatte jüngst dasselbe gesagt, und der gesunde Menschenverstand lässt sich ebenfalls problemlos „im On“ zitieren. Er sagt: Dass von den angeblich rund 700 deutschen Fintechs nicht alle und vermutlich nicht einmal die meisten überleben werden, ist logisch. Reuters

Und auch sonst wurden gestern bei der Euro Finance Week bzw. aus Anlass der Euro Finance Week noch ein paar Dinge gesagt, die den Atem stocken und das Blut gefrieren lassen. Beispiele gefällig? Der Basel-IV-Kompromiss ist doof (sagt Herr Kirsch), die EZB sollte den Einlagenzins senken (sagt Herr Peters), Deutschland ist immer noch overbanked (sagt Herr Sewing), und Mifid II ist ganz, ganz schlecht gemacht (sagt wiederum Herr Peters). Na, denn.

Beyond .de

Bitcoin pendelt sich allmählich zwischen 0 und 10.000 Dollar ein:  Die Krypto-Währung hat in den vergangenen Tagen die erratischsten Kursschwankungen gezeigt. Das „Manager Magazin“ zeichnet das Ab und Ab und Auf und Ab nach – und versucht dankenswerterweise, ein paar Erklärungen für das Chaos zu liefern. Manager Magazin

… und wer sich darüber hinaus noch näher mit dem „Bitcoin Cash“ befassen möchte, den verweisen wir auf Bloomberg

Lesetipps

Das sagt der Warburg-Chef: Im September hatten wir in Kooperation mit der „Zeit“ exklusiv berichtet, dass die Hamburger Privatbank M.M. Warburg 2016 im großen Stil an die Reserven gegangen ist, um das Ergebnis zu stützen. Bei „Zeit Online“ lässt sich die gesamte Reportage nun kostenlos nachlesen. Dabei kommt auch Vorstandschef Joachim Olearius ausführlich zu Wort – und weist die Kritik am (unserer Meinung nach) etwas diffusen Geschäftsmodell deutlich zurück: „Unser Geschäftsmodell ist in der Breite des Angebots einzigartig. Um es mit einem Vergleich aus der Landwirtschaft zu sagen: Wenn Sie immer nur Weizen anpflanzen, bekommt das auf Dauer dem Boden nicht gut.“ Zeit-Online

Die BAIT wird für die IT-Risiken, was die MA Risk für die herkömmlichen Risiken ist: So lässt sich (in unseren eigenen, stark vereinfachenden Worten) ein interessantes Interview zusammenfassen, dass zwei Cofinpro-Consultants dem Kollegen Jürschick gegeben haben. IT-Finanzmagazin

N26 führt Apple Pay ein: Allerdings nur in Frankreich. Und wer gehofft hatte, die Bezahlfunktion durch eine simple Änderung der Länderkennung auch hierzulande nutzen zu können … Nope. IT-Finanzmagazin

Wie sieht die Schweizer Fintech-Map aus? Weiße Logos auf weißen Grund. Kleiner Scherz. Und im Ernst? Auch wenn die eidgenössische Fintech-Industrie  zuletzt ein paar Fehlschläge zu verkraften hatte, gibt es natürlich auch in der Schweiz noch immer ein paar spannende Finanz-Startups. Kilian Thalhammer hat sie in eine Karte gepackt. Paymentandbanking

Denn sie wissen nicht, was sie tun: Auch zehn Jahre nach dem Finanzcrash sind sich die großen Banken ihrer Risiken nicht wirklich bewusst, kritisiert Bloomberg.

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop, dass Outbank  von Verivox übernommen wird. Finanz-Szene.de

Analyse: Fintech entwickelt sich zur „Winner takes it all“-Branche

Von Heinz-Roger Dohms

Während N26 an einem Funding von mindestens 50 Mio. Dollar bastelt, wird Outbank für eine (wenn denn überhaupt) niedrige siebenstellige Summe an Verivox verscherbelt. Und während Scalable Capital bei den eingesammelten Kundengeldern die 500-Mio-Euro-Grenze knackt, kommen die meisten anderen deutschen Robo-Adviser nicht einmal auf eine dreistellige Millionensumme. Soll heißen:  Die hiesige Fintech-Branche scheint sich zumindest in den B2C-Segmenten endgültig zu einer „Winner takes it all“-Industrie zu entwickeln. „Finanz-Szene.de“ gibt einen Überblick über die wichtigsten Bereiche:

1.) Einlagenvermittlung

Hier haben sich die Verhältnisse ziemlich eindeutig geklärt.  Raisin („Weltsparen“) ist mit mehr als vier Mrd. Euro  vermittelten Tages- und Festgeldern der klare Marktführer, expandiert nun nach Großbritannien. Daneben hat sich auch Deposit Solutions („Zinspilot“) mit mehr als zwei Mrd. Euro (Stand: Juni 2017) am Markt etabliert; für die Hamburger spricht zudem die gute Positionierung im B2B-Bereich, denn Deposit Solutions steht auch hinter der „Zinsmarkt“ genannten Einlagenplattform der Deutschen Bank. Der große Verlierer ist dagegen Savedo. Die Plattform der Berliner Company-Builders Finleap war am Markt praktisch chancenlos und flüchtete sich im Sommer in eine Fusion mit Deposit Solutions.

Siehe hierzu auch unsere Analyse neulich in der „Süddeutschen Zeitung“

2.) Smartphone-Banken

Was angesichts des Erfolgs von N26 (über 500.000 Kunden) leicht in Vergessenheit gerät: Bislang hat sich keine andere Challenger-Bank bzw. keiner anderer Multibanking-Anbieter im deutschen Endkundengeschäft wirklich etablieren können. Das Outbank-Tool wurde zwar vielfach gelobt, ließ sich aber nicht monetarisieren. Von Centralway Numbrs wiederum hört man trotz großer Ankündigungen wenig. Figo wechselte rechtzeitig ins B2B-Geschäft, Treefin gelang immerhin der Verkauf an die Wüstenrot & Württembergische.

3.) Robo-Advisory

Scalable Capital ist der Konkurrenz weit einteilt. Als die Researcher von Techfluence zuletzt einen Marktüberblick gaben (Ende Juli), war ansonsten nur Liqid bereits über der 100-Mio.-Euro-Marke. Angesichts von mittlerweile mehr als 20 Robo-Advisern hierzulande wird den meisten nur der Weg in Kooperationen bleiben. Zumal: Auch die Banken (Comdirect, ING Diba, Quirin) entdecken das Segment ja mittlerweile für sich.

Siehe hierzu unsere Marktanalyse kürzlich:

Exklusiv: ING Diba und Scalable Capital knacken im Eiltempo die 100-Millionen-Euro-Marke

4.) Marketplace-Lending

Der Düsseldorfer Marktführer Auxmoney wächst stetig und vermittelte nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr rund 135 Mio. Euro (nach knapp 80 Mio. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum); zusätzlichen Rückenwind erhält die Plattform durch die Kooperation mit dem niederländischen Versicherungskonzern Aegon. Aber sonst? Funding Circle (also das frühere Zencap) versucht unter neuer Führung einen Neustart. Im ersten Halbjahr verliehen die Briten hierzulande trotzdem nur rund 15 Mio. Euro. Naja.

5.) Crowdinvesting

Der Crowdinvesting-Boom (337 Prozent Wachstum in den ersten neun Monaten dieses Jahres) ist bei Lichte betrachtet ein reiner Exporo-Boom. Den Mehr als 60 Prozent des vermittelten Volumens entfielen auf den Anbieter aus Hamburg. Und ebenfalls bemerkenswert: Immobilien machen mittlerweile rund 80 Prozent des gesamten Crowdinvesting-Markts aus. Von Januar bis September flossen nämlich nur 17,0 Mio. Euro in Startups (plus 28 Prozent), in Energieprojekte steckte der Schwarm 8,1 Mio. Euro (plus 161 Prozent).

Siehe hierzu unseren Marktüberblick neulich:

Exklusiv: Immo-Crowd-Markt knackt 100-Mio-Marke

6.) Kreditvergleiche

Ob man klassische Finanz-Vergleichsportale noch der Fintech-Sphäre zurechnen mag, ist sicherlich Geschmackssache. Interessant: Einerseits ist dieser Markt so groß, dass auf Dauer ganz sicher mehr als ein Wettbewerber von ihm wird leben können. Andererseits tummelt sich im Vergleichsmarkt mit Check24 ein solcher Moloch, dass abzuwarten bleibt, ob die beiden größten reinen Finanz-Portale (nämlich Smava und Finanzcheck) wirklich beide eigenständig überleben werden.

Siehe hierzu auch unsere Smava-Analyse von neulich:

Exklusiv: Warum die Behauptungen von Smava teilweise hanebüchen sind

 

Newsletter 13/11/17: Käufer für Outbank, P2P = Subprime?, Headhunter sucht Paydirekt-Retter

Exklusiv: Verivox schluckt Outbank – und will jetzt Banken und Fintechs angreifen

Das bislang vor allem für seine Strom- und Kreditvergleiche bekannte Internetportal Verivox bläst zum Angriff auf Banken und Fintechs. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ steht das Heidelberger Unternehmen unmittelbar vor der Übernahme des Dachauer Finanz-Startups Outbank, das kürzlich in die Insolvenz gerutscht war. Die Idee dahinter: Mithilfe des Multibanking-Tools von Outbank könnte Verivox nicht mehr nur Preisvergleiche anbieten, sondern für seine Kunden eine Art digitaler Finanzassistent werden. In eine ähnliche Richtung geht wohl auch die bereits am Freitag verkündete Übernahme des Vertragsmanagers Aboalarm, der darauf spezialisiert ist, Girokonten auf überteuerte Verträge zu scannen. Spannend: Auch Check24 hatte zuletzt verschiedenste neue Tools eingeführt, die genau im Spannungsfeld von Banken und Finanz-Startups angesiedelt sind. Damit droht den Fintechs nun gleich von zwei großen Vergleichsportalen verschärfte Konkurrenz – während die Retailbanken stärker denn je darum kämpfen müssen, die primäre Anlaufstelle für den Endkunden zu bleiben. Finanz-Szene.de (News und Analyse), Capital (Archiv, zu den Check24-Plänen), Blog-Beitrag von Figo-Chef Bajorat (über die neue Konkurrenz durch die Vergleichsportale)

Fahrenschon vor dem Aus – Vize Mang könnte neuer Sparkassen-Präsident werden

Nun dürfte alles ganz schnell gehen: Nach übereinstammenden Medienberichten will das Präsidium des deutschen Sparkassenverbands am morgigen Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die mögliche Ablösung von DSGV-Chef Georg Fahrenschon zu beraten – falls der nicht vorher schon zurücktreten sollte. „Er hat das klare Signal erhalten, dass es so nicht weitergeht“, zitiert die Deutsche Presseagentur einen Insider. Innerhalb des Sparkassensektors wird Fahrenschon nicht nur seine Steueraffäre als solches vorgehalten – sondern vor allem, dass er den Strafbefehl gegen sich offenbar monatelang verheimlichte. Wie Meike Schreiber heute Früh in der „Süddeutschen“ schreibt, schält sich auch schon ein möglicher Nachfolger heraus – nämlich Fahrenschons bisheriger Vize, der Chef des niedersächsischen Regionalverbandes Thomas Mang.

dpa/MM, Süddeutsche (Print, Seite 18)

Exklusiv: Banken halten Ausschau nach neuem (bzw.: weiterem) Paydirekt-Chef

Deutschlands Banken halten Ausschau nach einem neuen (bzw. weiteren) Chef für ihren Zahlungsdienstleister Paydirekt. Das hat „Finanz-Szene.de“ aus Branchenkreisen erfahren. Bei ersten Kandidaten sei bereits vorgefühlt worden – wobei tendenziell eher nach Experten aus den Bereichen Payment Service Provider bzw. Online-Payment gesucht werde als nach Managern mit Banken-Hintergrund. Unklar ist, ob es darum geht, die aktuelle Führung abzulösen oder lediglich zu ergänzen. Hierzu gebe es innerhalb des Bankenkonsortiums unterschiedliche Vorstellungen, heißt es. Anfang letzter Woche hatte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon überraschend das aktuelle Management angezählt („Paydirekt ist bisher kein Erfolg, wir müssen bitteres Lehrgeld zahlen“). Da wusste freilich noch niemand, dass Fahrenschon nur einen Tag später ebenfalls angezählt sein würde. Übrigens: Laut „Handelsblatt“ sind die Pläne für das Mega-Funding für Paydirekt (wir berichteten neulich exklusiv) nun zumindest bei den Sparkassen  offizielle Beschlusslage. Dossier (unsere Berichte aus den vergangenen Wochen auf einen Klick); Handelsblatt (News von Freitag)

News

NPL-Fintech Debitos expandiert nach Südeuropa: Das Frankfurter Startup vermittelt über seinen Online-Marktplatz faule Kredite an risikofreudige Investoren. Laut „Handelsblatt“ geht das 2010 gegründete Unternehmen nun (sinnigerweise) dorthin, wo es tendenziell ein deutlich größeres Angebot an offenen Forderungen geben dürfte als in Deutschland- nämlich nach Spanien und Portugal. Handelsblatt

12 Mio. Dollar für „SAP-Fintech“: Das Startup namens TIS („Treasury Intelligence Solutions“) hat eine Cloud-Plattform entwickelt, mit der Unternehmen ihre Zahlungsströme überwachen und verwalten können. Hinter der Firma stehen drei frühere Manager des Software-Riesen SAP. Gründerszene

Cum-Cum und Cum-Ex erwischt Coba mit doppelter Wucht: Was ist denn da los – dachte man  am Donnerstag, als in den Q3-Zahlen der Commerzbank völlig unvermittelt eine 10-Mio.-Euro-Rückstellung für mögliche Steuernachforderungen in Sachen Cum-Cum (das ist das lateinische Vulgär-Synonym für „hochelegante, maximal legale Aktiengeschäfte“) auftauchte. Und das war noch nicht alles: Denn wie der Branchendienst „Juve“ am Freitag scoopte, hatten Steuerfahnder bereits am Dienstag bei der Commerzbank eine ordentliche Razzia veranstaltet, hier allerdings wegen Cum-Ex. Der Vorwurf, laut „Juve“: schwere Steuerhinterziehung. Juve

Neuer Chef für Deutschlands größte kommunale Sparkasse: Die Findungskommission bei den Köln-Bonnern ist fündig geworden. Und hat sich unter den drei verblieben Kandidaten tatsächlich für einen der beiden externen entschieden. Kölner Stadt-Anzeiger

Deutsche Bank benennt IPO-Banken für DeAM-Börsengang: Dabei ist die Liste der Bookrunner so lang geraten, das fast spannender ist, welche Institute nicht drauf sind – nämlich Goldman Sachs und JP Morgan.Wer draufsteht, erfahren Sie hier: Bloomberg, Reuters

Beyond. de

Sind P2P-Kredite das neue Subprime? Diese These vertritt zumindest eine Studie der Cleveland Federal Reserve. Demnach treiben Peer-to-Peer-Kredite bonitätsschwache Konsumenten in die Verschuldung – und weisen, was die Performance angeht, „bemerkenswerte Ähnlichkeiten“ mit jenen minderwertigen Hypothekenkrediten auf, die 2007 die Finanzkrise auslösten. Finextra

Wollen sich US-Banken um den Brexit herumtricksen? Laut „Financial Times“ wollen Morgan Stanley, Citigroup, Bank of America und weitere US-Institute die Folgen des britischen EU-Austritts abmildern, indem sie Aufgaben nicht etwa an ihre europäischen Töchter übertragen – sondern an die Londoner Büros dieser europäischen Töchter. Ob die EU-Aufseher dabei mitspielen, bleibt allerdings abzuwarten. FT (Paywall)

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück „Haben Deutschlands Banken gar kein Kostenproblem?“. Finanz-Szene.de

Kommentar: Die Karikatur einer Lobby

Von Heinz-Roger Dohms

„Cool“ sei er ja, der Georg Fahrenschon – so kommentierte die „Börsenzeitung“ am Wochenende die Tatsache, dass der Sparkassen-Präsident trotz seiner jüngsten Steueraffäre am Freitag bei einer Veranstaltung in Frankfurt als Redner auftrat. Cool? Vielleicht. Aber auch klug? Bezeichnend jedenfalls war, welchen (unfreiwillig?) witzigen nachrichtlichen Kern ebenfalls die „Börsenzeitung“ aus Fahrenschons Auftritt extrahierte: „Sparkassen drohen neuem Bundestag.“

Sparkassen drohten Bundestag? Hihi. Ebenjene Sparkassen, deren höchster Repräsentant jahrelang seine Steuern nur unzureichend abführte? Jene Sparkassen, deren Landesbanken bei Cum-Cum/Cum-Ex munter mitmischten? Und apropos Cum-Ex: Auch das war ja am Freitag wieder mal ein großes Thema, diesmal allerdings im Zusammenhang mit einer der großen Privatbanken (siehe oben). Dazu passte dann wiederum, dass ebenfalls am Freitag im „Handelsblatt“ noch mal schön durchgekaut wurde, wie sich der der private Bankenverband BdB derzeit selbst zerlegt.

So viel also zum Zustand der deutschen Bankenlobby im Herbst 2017. Und nun die Preisfrage: Welches Drohpotenzial, bitteschön, hat auf einer Skala von 1 bis 10 die einst mächtige Bankenlobby momentan gegenüber den  Volksvertretern?

Newsletter 13/11/17: Fahrenschon vor dem Aus, Käufer für Outbank, Headhunter sucht Paydirekt-Retter

Fahrenschon vor dem Aus – Vize Mang könnte neuer Sparkassen-Präsident werden

Nun dürfte alles ganz schnell gehen: Nach übereinstammenden Medienberichten will das Präsidium des deutschen Sparkassenverbands am morgigen Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die mögliche Ablösung von DSGV-Chef Georg Fahrenschon zu beraten – falls der nicht vorher schon zurücktreten sollte. „Er hat das klare Signal erhalten, dass es so nicht weitergeht“, zitiert die Deutsche Presseagentur einen Insider. Innerhalb des Sparkassensektors wird Fahrenschon nicht nur seine Steueraffäre als solches vorgehalten – sondern vor allem, dass er den Strafbefehl gegen sich offenbar monatelang verheimlichte. Wie Meike Schreiber heute Früh in der „Süddeutschen“ schreibt, schält sich auch schon ein möglicher Nachfolger heraus – nämlich Fahrenschons bisheriger Vize, der Chef des niedersächsischen Regionalverbandes Thomas Mang.

dpa/MM, Süddeutsche (Print, Seite 18)

Exklusiv: Verivox schluckt Outbank – und will jetzt Banken und Fintechs angreifen

Das bislang vor allem für seine Strom- und Kreditvergleiche bekannte Internetportal Verivox bläst zum Angriff auf Banken und Fintechs. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ steht das Heidelberger Unternehmen unmittelbar vor der Übernahme des Dachauer Finanz-Startups Outbank, das kürzlich in die Insolvenz gerutscht war. Die Idee dahinter: Mithilfe des Multibanking-Tools von Outbank könnte Verivox nicht mehr nur Preisvergleiche anbieten, sondern für seine Kunden eine Art digitaler Finanzassistent werden. In eine ähnliche Richtung geht wohl auch die bereits am Freitag verkündete Übernahme des Vertragsmanagers Aboalarm, der darauf spezialisiert ist, Girokonten auf überteuerte Verträge zu scannen. Spannend: Auch Check24 hatte zuletzt verschiedenste neue Tools eingeführt, die genau im Spannungsfeld von Banken und Finanz-Startups angesiedelt sind. Damit droht den Fintechs nun gleich von zwei großen Vergleichsportalen verschärfte Konkurrenz – während die Retailbanken stärker denn je darum kämpfen müssen, die primäre Anlaufstelle für den Endkunden zu bleiben. Finanz-Szene.de (News und Analyse), Capital (Archiv, zu den Check24-Plänen), Blog-Beitrag von Figo-Chef Bajorat (über die neue Konkurrenz durch die Vergleichsportale)

Exklusiv: Banken halten Ausschau nach neuem (bzw.: weiterem) Paydirekt-Chef

Deutschlands Banken halten Ausschau nach einem neuen (bzw. weiteren) Chef für ihren Zahlungsdienstleister Paydirekt. Das hat „Finanz-Szene.de“ aus Branchenkreisen erfahren. Bei ersten Kandidaten sei bereits vorgefühlt worden – wobei tendenziell eher nach Experten aus den Bereichen Payment Service Provider bzw. Online-Payment gesucht werde als nach Managern mit Banken-Hintergrund. Unklar ist, ob es darum geht, die aktuelle Führung abzulösen oder lediglich zu ergänzen. Hierzu gebe es innerhalb des Bankenkonsortiums unterschiedliche Vorstellungen, heißt es. Anfang letzter Woche hatte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon überraschend das aktuelle Management angezählt („Paydirekt ist bisher kein Erfolg, wir müssen bitteres Lehrgeld zahlen“). Da wusste freilich noch niemand, dass Fahrenschon nur einen Tag später ebenfalls angezählt sein würde. Übrigens: Laut „Handelsblatt“ sind die Pläne für das Mega-Funding für Paydirekt (wir berichteten neulich exklusiv) nun zumindest bei den Sparkassen  offizielle Beschlusslage. Dossier (unsere Berichte aus den vergangenen Wochen auf einen Klick); Handelsblatt (News von Freitag)

News

Cum-Cum und Cum-Ex erwischt Coba mit doppelter Wucht: Was ist denn da los – dachte man  am Donnerstag, als in den Q3-Zahlen der Commerzbank völlig unvermittelt eine 10-Mio.-Euro-Rückstellung für mögliche Steuernachforderungen in Sachen Cum-Cum (das ist das lateinische Vulgär-Synonym für „hochelegante, maximal legale Aktiengeschäfte“) auftauchte. Und das war noch nicht alles: Denn wie der Branchendienst „Juve“ am Freitag scoopte, hatten Steuerfahnder bereits am Dienstag bei der Commerzbank eine ordentliche Razzia veranstaltet, hier allerdings wegen Cum-Ex. Der Vorwurf, laut „Juve“: schwere Steuerhinterziehung. Juve

Neuer Chef für Deutschlands größte kommunale Sparkasse: Die Findungskommission bei den Köln-Bonnern ist fündig geworden. Und hat sich unter den drei verblieben Kandidaten tatsächlich für einen der beiden externen entschieden. Kölner Stadt-Anzeiger

Deutsche Bank benennt IPO-Banken für DeAM-Börsengang: Dabei ist die Liste der Bookrunner so lang geraten, das fast spannender ist, welche Institute nicht drauf sind – nämlich Goldman Sachs und JP Morgan.Wer draufsteht, erfahren Sie hier: Bloomberg, Reuters

NPL-Fintech Debitos expandiert nach Südeuropa: Das Frankfurter Startup vermittelt über seinen Online-Marktplatz faule Kredite an risikofreudige Investoren. Laut „Handelsblatt“ geht das 2010 gegründete Unternehmen nun (sinnigerweise) dorthin, wo es tendenziell ein deutlich größeres Angebot an offenen Forderungen geben dürfte als in Deutschland- nämlich nach Spanien und Portugal. Handelsblatt

12 Mio. Dollar für „SAP-Fintech“: Das Startup namens TIS („Treasury Intelligence Solutions“) hat eine Cloud-Plattform entwickelt, mit der Unternehmen ihre Zahlungsströme überwachen und verwalten können. Hinter der Firma stehen drei frühere Manager des Software-Riesen SAP. Gründerszene

Beyond. de

Sind P2P-Kredite das neue Subprime? Diese These vertritt zumindest eine Studie der Cleveland Federal Reserve. Demnach treiben Peer-to-Peer-Kredite bonitätsschwache Konsumenten in die Verschuldung – und weisen, was die Performance angeht, „bemerkenswerte Ähnlichkeiten“ mit jenen minderwertigen Hypothekenkrediten auf, die 2007 die Finanzkrise auslösten. Finextra

Wollen sich US-Banken um den Brexit herumtricksen? Laut „Financial Times“ wollen Morgan Stanley, Citigroup, Bank of America und weitere US-Institute die Folgen des britischen EU-Austritts abmildern, indem sie Aufgaben nicht etwa an ihre europäischen Töchter übertragen – sondern an die Londoner Büros dieser europäischen Töchter. Ob die EU-Aufseher dabei mitspielen, bleibt allerdings abzuwarten. FT (Paywall)

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück „Haben Deutschlands Banken gar kein Kostenproblem?“. Finanz-Szene.de

Kommentar: Die Karikatur einer Lobby

Von Heinz-Roger Dohms

„Cool“ sei er ja, der Georg Fahrenschon – so kommentierte die „Börsenzeitung“ am Wochenende die Tatsache, dass der Sparkassen-Präsident trotz seiner jüngsten Steueraffäre am Freitag bei einer Veranstaltung in Frankfurt als Redner auftrat. Cool? Vielleicht. Aber auch klug? Bezeichnend jedenfalls war, welchen (unfreiwillig?) witzigen nachrichtlichen Kern ebenfalls die „Börsenzeitung“ aus Fahrenschons Auftritt extrahierte: „Sparkassen drohen neuem Bundestag.“

Sparkassen drohten Bundestag? Hihi. Ebenjene Sparkassen, deren höchster Repräsentant jahrelang seine Steuern nur unzureichend abführte? Jene Sparkassen, deren Landesbanken bei Cum-Cum/Cum-Ex munter mitmischten? Und apropos Cum-Ex: Auch das war ja am Freitag wieder mal ein großes Thema, diesmal allerdings im Zusammenhang mit einer der großen Privatbanken (siehe oben). Dazu passte dann wiederum, dass ebenfalls am Freitag im „Handelsblatt“ noch mal schön durchgekaut wurde, wie sich der der private Bankenverband BdB derzeit selbst zerlegt.

So viel also zum Zustand der deutschen Bankenlobby im Herbst 2017. Und nun die Preisfrage: Welches Drohpotenzial, bitteschön, hat auf einer Skala von 1 bis 10 die einst mächtige Bankenlobby momentan gegenüber den  Volksvertretern?

Exklusiv: Verivox schluckt Outbank – und will jetzt Fintechs und Banken attackieren

Von Heinz-Roger Dohms

Das bislang vor allem für seine Strom- und Kreditvergleiche bekannte Internetportal Verivox bläst zum Angriff auf Banken und Fintechs. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat das Heidelberger Unternehmen das  Finanz-Startup Outbank übernommen, das kürzlich in die Insolvenz gerutscht war. Nur die Zustimmung der Gläubigerversammlung steht noch aus, ansonsten ist die Transaktion perfekt. Eine Sprecherin von Verivox wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Die  Idee hinter dem Deal: Mithilfe des Multibanking-Tools von Outbank kann Verivox nicht mehr nur Preisvergleiche anbieten, sondern für die Kunden eine Art digitaler Finanzassistent werden.  In eine ähnliche Richtung dürfte auch die bereits am Freitag von Verivox verkündete Übernahme des Vertragsmanagers Aboalarm zielen.  Aboalarm ist darauf spezialisiert, Girokonten auf überteuerte Verträge zu scannen und die Kunden dann bei der Kündigung zu unterstützen.

Was den Kaufpreis angeht, dürfte der Outbank-Kauf wenig spektakulär sein, von einem hohen sechsstelligen oder allenfalls niedrigen siebenstelligen Betrag ist im Umfeld der Unternehmen die Rede.  Trotzdem ist die Transaktion aus Branchensicht wegweisend. Denn immer klarer wird nun, dass sich die beiden großen deutschen Vergleichsportale- Verivox ist die Nummer zwei hinter dem Marktführer Check24 – mit ihren Dienstleistungen in Zukunft an die Schnittstelle von Banken und Fintechs setzen wollen.

Schon im Mai hatte Check24-Geschäftsführer Christoph Röttele in einem Interview mit „Capital“ vollmundig angekündigt: „Wir gehen jetzt genau in die Segmente hinein, die momentan noch von Fintechs besetzt sind.“ Zu den entsprechenden Tools, die Check24 in den letzten Monaten gelauncht hat, gehören ein digitaler Versicherungsordner (gegen den Frankfurter Insurtech Clark gerichtet), ein Einlagenvermittler (gegen das Berliner Fintech Weltsparen gerichtet) und ein Multibank-Tool, wie es sich auch Verivox nun mit der Outbank-Technologie gesichert hat.

Für manches Finanz-Startup könnten die beiden Vergleichsriesen damit  zu übermächtigen Konkurrenten werden. Und die Banken (und Versicherer) wiederum laufen Gefahr, dass Verivox und Check24 nicht nur noch tiefer in ihre Wertschöpfungskette eindringen – sondern dass sie sich über den bloßen Preisvergleich hinaus als primäre Anlaufstelle für den Kunden etablieren.

Exklusiv: Banken halten Ausschau nach Paydirekt-Retter

Von Heinz-Roger Dohms

Deutschlands Banken halten Ausschau nach einem neuen (bzw. weiteren) Chef für ihren Zahlungsdienstleister Paydirekt. Das hat „Finanz-Szene.de“ aus Branchenkreisen erfahren. Bei ersten Kandidaten sei bereits vorgefühlt worden – wobei tendenziell eher nach Experten aus den Bereichen Payment Service Provider bzw. Online-Payment gesucht werde als nach Managern mit Banken-Hintergrund.

Unklar ist, ob es darum geht, die aktuelle Führung abzulösen oder lediglich zu ergänzen. Hierzu gebe es innerhalb des Bankenkonsortiums unterschiedliche Vorstellungen, heißt es. Anfang letzter Woche hatte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon überraschend das aktuelle Management angezählt („Paydirekt ist bisher kein Erfolg, wir müssen bitteres Lehrgeld zahlen“).

Da wusste freilich noch niemand, dass Fahrenschon nur einen Tag später ebenfalls angezählt sein würde. Übrigens: Laut „Handelsblatt“ sind die Pläne für das Mega-Funding für Paydirekt (wir berichteten neulich exklusiv) nun zumindest bei den Sparkassen  offizielle Beschlusslage.

Kommentar: Die Karikatur einer Banken-Lobby

Von Heinz-Roger Dohms

„Cool“ sei er ja, der Georg Fahrenschon – so kommentierte die „Börsenzeitung“ am Wochenende die Tatsache, dass der Sparkassen-Präsident trotz seiner jüngsten Steueraffäre am Freitag bei einer Veranstaltung in Frankfurt als Redner auftrat. Cool? Vielleicht. Aber auch klug? Bezeichnend jedenfalls war, welchen (unfreiwillig?) witzigen nachrichtlichen Kern ebenfalls die „Börsenzeitung“ aus Fahrenschons Auftritt extrahierte: „Sparkassen drohen neuem Bundestag.“

Sparkassen drohten Bundestag? Hihi. Ebenjene Sparkassen, deren höchster Repräsentant jahrelang seine Steuern nur unzureichend abführte? Jene Sparkassen, deren Landesbanken bei Cum-Cum/Cum-Ex munter mitmischten? Und apropos Cum-Ex: Auch das war ja am Freitag wieder mal ein großes Thema, diesmal allerdings im Zusammenhang mit einer der großen Privatbanken (siehe oben). Dazu passte dann wiederum, dass ebenfalls am Freitag im „Handelsblatt“ noch mal schön durchgekaut wurde, wie sich der der private Bankenverband BdB derzeit selbst zerlegt.

So viel also zum Zustand der deutschen Bankenlobby im Herbst 2017. Und nun die Preisfrage: Welches Drohpotenzial, bitteschön, hat auf einer Skala von 1 bis 10 die einst mächtige Bankenlobby momentan gegenüber den  Volksvertretern?

Newsletter 09/11/2017: Cashback bald ab 10 Euro?, Scalable Capital, Bafin warnt vor ICOs

Premium: Haben Deutschlands Banken gar kein Kostenproblem?

… doch, natürlich haben sie das. Liest man ja immer. Und ist  ja auch so. Diese Woche bekamen wir allerdings eine Studie in die Finger, die die Kostenproblematik der deutschen Banken spektakulär zu relativieren versucht. Das sechsseitige Paper („Rethinking efficiency measures: are costs high or revenues low?“) stammt aus dem Credit Research der Commerzbank, wurde am Mittwoch an ausgewählte Buy-Side-Kunden verschickt und stellt die These auf: Die Kosten der deutschen Banken mögen hoch sein; verglichen mit anderen Ländern der Eurozone sind sie das aber gar nicht.  Das viel, viel, viel größere Problem liege nämlich auf der Ertragsseite. Oder anders ausgedrückt: Die deutschen und die französischen Banken haben zwar beide tendenziell  unterirdische Cost-Income-Ratios. Das sei jedoch nur bei den Französen eine „Cost“-Frage; bei den Deutschen sei es eindeutig ein „Income“-Frage. Um eins klarzustellen: Zur Methodik der Studie lässt sich die ein oder andere kritische Anmerkung machen. Trotzdem wollten wir Ihnen die aus unserer Sicht spannenden Ergebnisse nicht vorenthalten. Hier mehr Details (inkl. Zahlen und Tabellen):

Finanz-Szene.de

News

ING Diba und Scalable bestätigen Pi mal Daumen den guten alten Casio von „Finanz-Szene.de“: Wie hatten wir am Dienstag auf Basis von Pseudo-Research und Taschenrechner-Tricks doch geunkt? Der Münchner Robo-Advisor und die  Frankfurter Oranje-Bank müssten gemeinsam die 100-Mio.-Marke und Scalable für sich genommen sogar langsam die 500-Mio.-Marke geknackt haben.  Dass wir damit nicht soooo falsch lagen, lässt sich der gestern versandten PM entnehmen. Pressemitteilung

Sinkt die Cashback-Mindest-Einkaufssumme bald auf 10 Euro? Bei der Drogeriekette dm zumindest tut er das von nächster Woche an. Und folgt man dem Dialog, den sich Herr Binnebößel vom Handelsverband Deutschland und Herr Hönisch vom genossenschaftlichen Bankenverband gestern bei Twitter geliefert haben, dann könnte es durchaus sein, dass 10 Euro (statt 20 Euro) bald zum Standard beim Bargeldabheben an der Kasse werden (womit beim Edeka in Altona-Nord die Schlange freitagabends dann endgültig bis zur Wursttheke reichen wird). Pressemitteilung, Twitter

Und noch eine Kracher-News, um die Payment-Nerds unter unseren Lesern bei Laune zu halten: Georg Schardt, der langjährige Geschäftsführer von Sofortüberweisung (das ja neulich von Klarna übernommen wurden), hat bei Heidelpay angeheuert. E-Commerce-News

Die Commerzbank hat doch ein Cum-Cum-Problem: Noch im August hatte sie das zurückgewiesen – nur, um nun doch 10,5 Mio. Euro für mögliche Steuernachforderungen zurückzustellen. Wie die Q3-Zahlen sonst so ausfielen? So wie immer. Also so lala (sieht man mal von Sondererträgen ab, u.a. aus dem Concardis-Verkauf und dem Rückzug aus dem Ratenkredit-JV mit BNP Paribas). Immerhin traut sich Finanzchef Stephan Engels nun wieder konkrete Prognosen zu. Bei 100 Mio. Euro soll demnach in diesem Jahr das Konzernergebnis liegen. Süddeutsche, Handelsblatt, Börsenzeitung (Paywall)

Sewing-Schenck 5:0: Die „Financial Times“ hat ihre Leser gestern mit einem epischen Stück über die Deutsche Bank beglückt (von Alfred Herrhausen bis Edson Mitchell – offenbar alles drin). Wir selber haben uns krankheitsbedingt mit Machine Reading begnügt. Ergebnis: Das Wort „Sewing“ taucht inklusive Bildunterschrift fünfmal in dem Artikel auf, das Wort „Schenck“ nicht einmal. Dazu passt die Feststellung, Christian Sewing sei nicht nur einer der Favoriten, sondern der Favorit auf die Cryan-Nachfolge. Der arme Herr Sewing. Financial Times (Paywall)

Bafin warnt vor Krypto-Börsengängen: Initial Coin Offerings seien  „höchst spekulative Investments“, die „erhebliche Risiken“ mit sich brächten. Wer will da widersprechen? Handelsblatt

… und in dem Zusammenhang womöglich von Interesse: Das Berliner Krypto-Startup Neufund hat eine Finanzierung von rund 12 Mio. Dollar (wir vermuten: richtiges Geld) erhalten. „Reuters“ hatte dies Mitte der Woche schon berichtet, Crowdfundinsider nennt nun auch die Investoren. Reuters, Crowdfundinsider

Beyond .de

Hat die Schweizer Fintech-Malaise kulturelle Gründe? Ehrlich gesagt sind wir uns nicht soooo sicher, ob Herr Margaris wirklich sooooo einflussreich ist, wie er bei Twitter immer tut. Nichtsdestweniger: Seine Meinung zur eidgenössischen Fintech-Branche ist nicht unspannend, zumal Margaris auch selbst der Schweiz entstammt (so steht es jedenfalls in dem Artikel). Luzerner Zeitung

Lesetipps

Professionell, effizient, geräuschlos, mitgliederorientiert: … all das wären der DSGV und der BdB sehr gerne. Oder anders gesagt: Wer  noch immer nicht genug hat von den Seifenopern, die unsere beiden Lieblings-Bankenverbände da gerade aufführen, den verweisen wir auf die heutigen Soap-Folgen in der SZ (zum DSGV) und im HB (zum BdB). Süddeutsche, Handelsblatt (Paywall)

Im Übrigen (nochmal: wir hüsteln ganz dolle …) haben wir diese Woche selbst eher wenig gelesen … und reichen unseren Bildungsauftrag in Sachen „Digitalisierung des Bankgeschäft“ darum  einfach mal komplett an den Innovationsblog der DZ Bank weiter. Denn die „Was wir lesen“-Linkliste der Genossen-Nerds scheint auch diesmal wieder vollständiger als vollständig zu sein. DZ-Innovationsblog

Karriere

Wer sind die neuen Goldman-Sachs-MDs in Frankfurt? 509 neue Managing Directors hat das gemeinwohlorienerte New Yorker Bankhaus in dieser Woche ernannt. Der faktenfeste Kollege von „efinancialcareers“ behauptet zu wissen, welche FFM-Goldmänner unter den Auserwählten sind. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern die Personalie über den Commerzbank-Bereichsvorstand, der von Frankfurt nach Dubai und von der ersten in die zweite Führungsebene wechselt. Finanz-Szene.de

Back-End

KfW setzt jetzt auf Voucher-Modell: Die beängstigende Zunahme an „Finanz-Szene.de“-Abonnenten mit „kfw.de„-Mailadressen-Kennung sei auf einen „viralen Effekt“ zurückzuführen, „ausgelöst durch den ein oder anderen für uns interessanten Artikel ihres Newsletters“, schreibt uns Kommunikationschef Michael Helbig. „Welche das waren, bleibt aber unser Geheimnis :-).“ Unser Angebot, sozusagen als Kickback auf einen PR-Artikel der KfW-Bank zu verlinken, will Helbig „gerne später mal aufnehmen“.  Wir sind gespannt!

In diesem Sinne: Falls auch Ihnen der Newsletter heute Früh von einem KfW-Mitarbeiter oder sonst einem dienstbaren Geist weitergeleitet wurde, dann klicken Sie einfach hier (das ist nämlich der Link zur kostenlosen Anmeldung) – und schon gehören Sie ab nächsten Dienstag auch selbst zum zwar nicht mehr exklusiven, aber weiterhin exquisiten Kreis der „Finanz-Szene.de“-Leser.

Schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

Newsletter 09/11/2017: „Es sind die Erträge, stupid!“, Sewing-Schenck 5:0, Neue Goldman-MDs in FFM

Premium: Haben Deutschlands Banken gar kein Kostenproblem?

… doch, natürlich haben sie das. Liest man ja immer. Und ist  ja auch so. Diese Woche bekamen wir allerdings eine Studie in die Finger, die die Kostenproblematik der deutschen Banken spektakulär zu relativieren versucht. Das sechsseitige Paper („Rethinking efficiency measures: are costs high or revenues low?“) stammt aus dem Credit Research der Commerzbank, wurde am Mittwoch an ausgewählte Buy-Side-Kunden verschickt und stellt die These auf: Die Kosten der deutschen Banken mögen hoch sein; verglichen mit anderen Ländern der Eurozone sind sie das aber gar nicht.  Das viel, viel, viel größere Problem liege nämlich auf der Ertragsseite. Oder anders ausgedrückt: Die deutschen und die französischen Banken haben zwar beide tendenziell  unterirdische Cost-Income-Ratios. Das sei jedoch nur bei den Französen eine „Cost“-Frage; bei den Deutschen sei es eindeutig ein „Income“-Frage. Um eins klarzustellen: Zur Methodik der Studie lässt sich die ein oder andere kritische Anmerkung machen. Trotzdem wollten wir Ihnen die aus unserer Sicht spannenden Ergebnisse nicht vorenthalten. Hier mehr Details (inkl. Zahlen und Tabellen):

Finanz-Szene.de

News

Die Commerzbank hat doch ein Cum-Cum-Problem: Noch im August hatte sie das zurückgewiesen – nur, um nun doch 10,5 Mio. Euro für mögliche Steuernachforderungen zurückzustellen. Wie die Q3-Zahlen sonst so ausfielen? So wie immer. Also so lala (sieht man mal von Sondererträgen ab, u.a. aus dem Concardis-Verkauf und dem Rückzug aus dem Ratenkredit-JV mit BNP Paribas). Immerhin traut sich Finanzchef Stephan Engels nun wieder konkrete Prognosen zu. Bei 100 Mio. Euro soll demnach in diesem Jahr das Konzernergebnis liegen. Süddeutsche, Handelsblatt, Börsenzeitung (Paywall)

Sewing-Schenck 5:0: Die „Financial Times“ hat ihre Leser gestern mit einem epischen Stück über die Deutsche Bank beglückt (von Alfred Herrhausen bis Edson Mitchell – offenbar alles drin). Wir selber haben uns krankheitsbedingt mit Machine Reading begnügt. Ergebnis: Das Wort „Sewing“ taucht inklusive Bildunterschrift fünfmal in dem Artikel auf, das Wort „Schenck“ nicht einmal. Dazu passt die Feststellung, Christian Sewing sei nicht nur einer der Favoriten, sondern der Favorit auf die Cryan-Nachfolge. Der arme Herr Sewing. Financial Times (Paywall)

ING Diba und Scalable bestätigen Pi mal Daumen den guten alten Casio von „Finanz-Szene.de“: Wie hatten wir am Dienstag auf Basis von Pseudo-Research und Taschenrechner-Tricks doch geunkt? Der Münchner Robo-Advisor und die  Frankfurter Oranje-Bank müssten gemeinsam die 100-Mio.-Marke und Scalable für sich genommen sogar langsam die 500-Mio.-Marke geknackt haben.  Dass wir damit nicht soooo falsch lagen, lässt sich der gestern versandten PM entnehmen. Pressemitteilung

Sinkt die Cashback-Mindest-Einkaufssumme bald auf 10 Euro? Bei der Drogeriekette dm zumindest tut er das von nächster Woche an. Und folgt man dem Dialog, den sich Herr Binnebößel vom Handelsverband Deutschland und Herr Hönisch vom genossenschaftlichen Bankenverband gestern bei Twitter geliefert haben, dann könnte es durchaus sein, dass 10 Euro (statt 20 Euro) bald zum Standard beim Bargeldabheben an der Kasse werden (womit beim Edeka in Altona-Nord die Schlange freitagabends dann endgültig bis zur Wursttheke reichen wird). Pressemitteilung, Twitter

Und noch eine Kracher-News, um die Payment-Nerds unter unseren Lesern bei Laune zu halten: Georg Schardt, der langjährige Geschäftsführer von Sofortüberweisung (das ja neulich von Klarna übernommen wurden), hat bei Heidelpay angeheuert. E-Commerce-News

Bafin warnt vor Krypto-Börsengängen: Initial Coin Offerings seien  „höchst spekulative Investments“, die „erhebliche Risiken“ mit sich brächten. Wer will da widersprechen? Handelsblatt

… und in dem Zusammenhang womöglich von Interesse: Das Berliner Krypto-Startup Neufund hat eine Finanzierung von rund 12 Mio. Dollar (wir vermuten: richtiges Geld) erhalten. „Reuters“ hatte dies Mitte der Woche schon berichtet, Crowdfundinsider nennt nun auch die Investoren. Reuters, Crowdfundinsider

Beyond .de

Hat die Schweizer Fintech-Malaise kulturelle Gründe? Ehrlich gesagt sind wir uns nicht soooo sicher, ob Herr Margaris wirklich sooooo einflussreich ist, wie er bei Twitter immer tut. Nichtsdestweniger: Seine Meinung zur eidgenössischen Fintech-Branche ist nicht unspannend, zumal Margaris auch selbst der Schweiz entstammt (so steht es jedenfalls in dem Artikel). Luzerner Zeitung

Lesetipps

Professionell, effizient, geräuschlos, mitgliederorientiert: … all das wären der DSGV und der BdB sehr gerne. Oder anders gesagt: Wer  noch immer nicht genug hat von den Seifenopern, die unsere beiden Lieblings-Bankenverbände da gerade aufführen, den verweisen wir auf die heutigen Soap-Folgen in der SZ (zum DSGV) und im HB (zum BdB). Süddeutsche, Handelsblatt (Paywall)

Im Übrigen (nochmal: wir hüsteln ganz dolle …) haben wir diese Woche selbst eher wenig gelesen … und reichen unseren Bildungsauftrag in Sachen „Digitalisierung des Bankgeschäft“ darum  einfach mal komplett an den Innovationsblog der DZ Bank weiter. Denn die „Was wir lesen“-Linkliste der Genossen-Nerds scheint auch diesmal wieder vollständiger als vollständig zu sein. DZ-Innovationsblog

Karriere

Wer sind die neuen Goldman-Sachs-MDs in Frankfurt? 509 neue Managing Directors hat das gemeinwohlorienerte New Yorker Bankhaus in dieser Woche ernannt. Der faktenfeste Kollege von „efinancialcareers“ behauptet zu wissen, welche FFM-Goldmänner unter den Auserwählten sind. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern die Personalie über den Commerzbank-Bereichsvorstand, der von Frankfurt nach Dubai und von der ersten in die zweite Führungsebene wechselt. Finanz-Szene.de

Back-End

KfW setzt jetzt auf Voucher-Modell: Die beängstigende Zunahme an „Finanz-Szene.de“-Abonnenten mit „kfw.de„-Mailadressen-Kennung sei auf einen „viralen Effekt“ zurückzuführen, „ausgelöst durch den ein oder anderen für uns interessanten Artikel ihres Newsletters“, schreibt uns Kommunikationschef Michael Helbig. „Welche das waren, bleibt aber unser Geheimnis :-).“ Unser Angebot, sozusagen als Kickback auf einen PR-Artikel der KfW-Bank zu verlinken, will Helbig „gerne später mal aufnehmen“.  Wir sind gespannt!

In diesem Sinne: Falls auch Ihnen der Newsletter heute Früh von einem KfW-Mitarbeiter oder sonst einem dienstbaren Geist weitergeleitet wurde, dann klicken Sie einfach hier (das ist nämlich der Link zur kostenlosen Anmeldung) – und schon gehören Sie ab nächsten Dienstag auch selbst zum zwar nicht mehr exklusiven, aber weiterhin exquisiten Kreis der „Finanz-Szene.de“-Leser.

Schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

Premium: Haben Deutschlands Banken gar kein Kostenproblem?

Von Heinz-Roger Dohms

Deutschlands Banken haben ein massives Kostenproblem – das ist  die Grundaussage fast jeder Studie über die hiesige Kreditwirtschaft. Eine Analyse, die das Credit Research der Commerzbank diese Woche an ausgewählte Kunden verschickt hat, versucht diese These nun spektakulär zu relativieren. Tenor: Die Kosten der deutschen Banken mögen zwar hoch sein; verglichen mit anderen Ländern der Eurozone und gemessen an den Bilanzsummen seien sie das aber gar nicht. Das viel, viel größere Problem liege auf der Ertragsseite.

Die Coba-Analysten  untermauern diese These mit folgender Tabelle:

Um die Grafik zu verstehen, sollte man am besten mit der untersten Zahl in der  Spalte „Germany“ beginnen, also mit der „20.0“. Das ist der Anteil der aggregierten Bilanzsumme der deutschen Banken an der aggregierten Bilanzsumme aller Eurozonen-Banken. Die zweite wichtige Zahl ist wieder in der Spalte „Germany“ die „17.2“ (vierte Zahl von oben). Denn daraus geht hervor: Obwohl die deutschen Banken auf ein Fünftel der Assets kommen, kommen sie nur auf ein Sechstel der Aufwendung. Wo ist da das Kostenproblem?

Das viel größere Drama – so jedenfalls sehen es die Coba-Analysten – sind demnach die Ertragspositionen. Da ist zum Beispiel das Zinsergebnis („Net interest income“, NII) zu nennen, dass mit 12,8 Prozent deutlich unter dem Richtwert von 20,0 Prozent bleibt. Oder: Die „sonstigen Erträge“ („Other income“) liegen auch nur bei 16,3 Prozent. Vergleicht man diese Zahlen nun mit der „Frankreich“-Spalte, dann ist die Aussage klar: Die deutschen und die französischen Banken mögen zwar beide tendenziell  unterirdische Cost-Income-Ratios haben …

… indes: Nur bei den Franzosen sei das eine „Cost“-Frage; bei den Deutschen hingegen sei es eindeutig ein „Income“-Frage.

Und übrigens: Bei den „Gewinnerländern“, nämlich bei Spanien und den Niederlanden, lasse sich die gleiche Unterscheidung treffen. Bei den Iberern machen’s die Erträge (bei eher durchschnittlichen Kosten). Und bei den Niederländern die Kosten (bei eher durchschnittlichen Erträgen).

Ist das methodisch über jeden Zweifel erhaben? Naja, ein paar Anmerkungen sollte man schon machen, beispielsweise:

  • Wer betont, dass die Zinserträge der deutschen Banken niedrig sind, sollte hinzufügen, dass die Kreditausfallkosten gen null tendieren. Dies wurde, wenn wir es richtig sehen, aber nicht berücksichtigt
  • Dass bei den deutschen Banken SOWOHL die Erträge ALS AUCH die Kosten niedriger sind, als es die Bilanzsummen vermuten lässt, hat sicherlich auch damit zu tun, dass die hiesigen Institute vergleichsweise wenig Handelsgeschäft und Investmentbanking betreiben (also Geschäft, das hohe Erträge generiert, zugleich hohe Kosten verursacht, aber sich tendenziell nicht so stark auf die Bilanzsumme auswirkt).

Doch trotz dieser Einschränkungen würden wir gefühlt sagen, dass die Grundaussage der Studie nicht völlig daneben ist: Es sind die Erträge, stupid.

Newsletter 09/11/2017: Nelson Holzner, Blockchain-Bashing, Das Ende von Flynt?

Exklusiv: Billpay-Gründer Holzner ist bei Aevi schon wieder raus

Es war eine der spannendsten Fintech-Personalien des Jahres: Im Mai heuerte Nelson Holzner,  Gründer des Berliner 70-Mio.-Euro-Startups Billpay, als CEO beim Paderborner Konzern-Fintech Aevi an. Nun jedoch, gerade mal sechs Monate, ist Holzner schon wieder raus bei der Diebold-Nixdorf-Tochter. Das geht sowohl aus seinem Linkedin-Profil als auch aus dem Impressum des Unternehmens hervor. Marktkenner vermuten, dass die kulturellen Unterschiede zwischen dem Machertypen Holzner und dem  Geldautomaten-Riesen Diebold-Nixdorf dann doch größer waren als gedacht. Eine Aevi-Sprecherin wies gestern Abend darauf hin, dass man Anfang der Woche eine entsprechende Pressmeldung rausgeschickt habe. Fraglich bleibt, wen die erreicht haben soll – denn in deutschen Medien tauchte die Personalie nirgends auf, auch nicht im Handelsblatt, das bei der Ernennung Holzners noch groß berichtet hatte.

LinkedIn-Profil Holzners

Fahrenschon macht den Kengeter

Ist ein Sparkassen-Präsident erst dann untragbar, wenn er von einem Gericht als vorsätzlicher Steuerbetrüger verurteilt wird? Reicht es nicht aus, dass er sich jahrelang um eine korrekte Versteuerung seiner Einkommen herumgedrückt hat? Offenbar scheint der bayerische Finanzminister a.D. Georg Fahrenschon die Dinge genau so zu sehen. Und darum steht den deutschen Sparkassen (denen es an Problemen ja nun nicht mangelt) jetzt auch noch eine hübsche Hängepartie bevor. Denn: Wiederwählen wollten die roten Funktionäre ihren Präsidenten gestern verständlicherweise nicht. Zu putschen traute sich aber auch niemand. Und abtreten? Das will Herr Fahrenschon, der von dem Strafbefehl seit Monaten wusste (ohne sich mitzuteilen), ganz und gar nicht. Kurzum … Unser Like-Button und unser Endorsement-Retweet gehen heute Morgen an Bernd Wittkowski von der „Börsenzeitung“. Der sagt nämlich, wie es ist: „Ja, Fahrenschon kann juristisch rehabilitiert werden.“ Aber nein, zu retten sei er nicht mehr.

Börsenzeitung (Paywall) 

News

Exklusiv – Coba versetzt Topmanager nach Dubai: Die personellen Rochaden bei der Commerzbank gehen weiter. Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat Coba-Urgestein Bernd Laber seinen Posten als Bereichsvorstand Trade Finance & Cash Management abgegeben. Er wechselt stattdessen als Standortleiter nach Dubai – was einen Abstieg aus der ersten in die zweite Führungsebene bedeutet. Finanz-Szene.de

„Eigentlich bräuchten wir nur halb so viele Leute“: Nein, ganz so hat  John Cryan es nicht ausgedrückt. Aber fast. In einem Interview mit der „Financial Times“ meinte der Deutsche-Bank-Chef wörtlich: „Wir beschäftigen derzeit 97.000 Menschen. Die meisten Großbanken kommen mit der Hälfte an Angestellten aus.“ Wenn also demnächst der richtige, der ultimative Kahlschlag bei der DBank beginnt, dann sage keiner, er sei nicht vorgewarnt gewesen. Süddeutsche, Financial Times (Paywall)

Kann die Deutsche Bank vor Gericht auch mal gewinnen? Sieht ganz so aus. Denn glaubt man „Reuters“, dann läuft in puncto Postbank-Prozess (also die Causa mit den mäkelnden Minderheitsaktionären …) plötzlich alles auf einen Sieg der Blaubank hinaus. Reuters

Hätte die Deutsche Bank da fast eine Ertragsperle weggeworfen? Ganz so ist es nicht. Aber immerhin: Von Januar bis September hat die Postbank 436 Mio. Euro vor Steuern verdient und damit doppelt so viel wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe: Steigende Provisionseinnahmen. Reuters

Was der Crédit-Agricole-Chef wirklich in Sachen Coba gesagt hat: Vor ein paar Wochen berichteten Zeitungen und Agenturen, die Pariser Großbank greife nach der Commerzbank.  Gestern nun hieß es überall, die Franzosen hätten plötzlich „abgewinkt“.  In Wirklichkeit (wenn hier niemand falsch übersetzt hat) hat der CA-Chef neulich lediglich gesagt, dass man (stünde die Commerzbank zum Verkauf …) die Sache prüfen würde. Und gestern hat er gesagt, es gebe „keine Pläne“, die Coba zu kaufen. Wer daraus zwei gegensätzliche Aussagen macht, muss von Beruf Journalist sein. Handelsblatt/Reuters

Wirecard-Aktie knickt nach „PP“-Bericht kurzzeitig ein:  Um mehr als 16 Prozent standen die Papiere gestern Früh bei Tradegate im Minus, nachdem die SZ und andere Medien von angeblichen Verwicklungen in krumme Online-Kasino-Geschäft berichtet hatten; allerdings erholte sich der Aktienkurs weitgehend. Der Münchner Zahlungsdienstleister bestreitet jedes Fehlverhalten, genau wie diverse Großbanken, die in den Berichten ebenfalls genannt wurden. Twitter (Tradegate vom Morgen), Xetra-Kurs, Handelsblatt

Beyond.de

Der stille Aufstieg der französischen Banken: Schöne Beobachtung der „Handelsblatt“-Kollegen: Während die deutsche Kreditwirtschaft von Jahr zu Jahr anämischer wirkt, läuft’s beim Nachbarn erstaunlich gut. Handelsblatt (Paywall)

Geht das nächste Schweizer „Vorzeige-Fintech“ in die Grütze? Erst Knip, dann Monetas – und nun soll de facto auch noch Flynt am Ende sein. Was ist da los bei den Leidgenossen? NZZ

Lesetipps

Das sind die Nachteile der Blockchain: Keine Bange, liebe Fortschritts-Euphoriker, der Bank-Blog-Artikel „Hat die Blockchain-Technologie einen Mehrwert für die Finanzbranche?“ kommt ganz am Ende zur Antwort: Ja. Es ist allerdings ein „Ja“ mit einem großen „Aber“. Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war gestern früh die nächtliche News,  dass N26 zum Mega-Funding ansetzt. Gründerszene

Back-End

Die KfW ist  ihrem Auftrag, junge Unternehmer nach Kräften zu fördern, gestern auf prototypische Weise gerecht geworden. Denn kaum, dass wir nach der – wie üblich sehr ausgedehnten – Mittagspause an den Computer zurückkehrten, blinkte das Mailchimp-Programm  aus allen Luken: Acht neue Abonnenten mit „kfw.de“-Kennung binnen 42 Minuten. Ist da gestern jemand mit „Finanz-Szene.de“-Handzetteln durch die Kantine gelaufen? Hat Herr Schröder in einer freundlichen Rundmail für uns geworben? Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, was sich gehört: @Michael Helbig, in der morgigen Ausgabe veröffentlichen wir einen KfW-PR-Artikel Ihrer Wahl. Nachhaltigkeit? Umweltschutz? Karriere? Wie Sie wünschen. Und zwar nix „Paid Content“. Unpaid.

Herzlichst, Heinz-Roger Dohms

Newsletter 09/11/2017: Sparkassen-Posse, Pikante Coba-Personalie, Kahlschlag bei der DBank?

Fahrenschon macht den Kengeter

Ist ein Sparkassen-Präsident erst dann untragbar, wenn er von einem Gericht als vorsätzlicher Steuerbetrüger verurteilt wird? Reicht es nicht aus, dass er sich jahrelang um eine korrekte Versteuerung seiner Einkommen herumgedrückt hat? Offenbar scheint der bayerische Finanzminister a.D. Georg Fahrenschon die Dinge genau so zu sehen. Und darum steht den deutschen Sparkassen (denen es an Problemen ja nun nicht mangelt) jetzt auch noch eine hübsche Hängepartie bevor. Denn: Wiederwählen wollten die roten Funktionäre ihren Präsidenten gestern verständlicherweise nicht. Zu putschen traute sich aber auch niemand. Und abtreten? Das will Herr Fahrenschon, der von dem Strafbefehl seit Monaten wusste (ohne sich mitzuteilen), ganz und gar nicht. Kurzum … Unser Like-Button und unser Endorsement-Retweet gehen heute Morgen an Bernd Wittkowski von der „Börsenzeitung“. Der sagt nämlich, wie es ist: „Ja, Fahrenschon kann juristisch rehabilitiert werden.“ Aber nein, zu retten sei er nicht mehr.

Börsenzeitung (Paywall) 

Exklusiv: Coba versetzt Topmanager nach Dubai

Die personellen Rochaden bei der Commerzbank gehen weiter. Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat Coba-Urgestein Bernd Laber seinen Posten als Bereichsvorstand Trade Finance & Cash Management abgegeben. Er wechselt stattdessen als Standortleiter nach Dubai – was einen Abstieg aus der ersten in die zweite Führungsebene bedeutet. Bis auf weiteres soll Nikolaus Giesbert, Chef des Fixed-Income-Bereichs, die bisherigen Aufgaben Labers in Personalunion übernehmen. Ob diese Lösung dauerhaft sein wird, ist noch unklar. Die Commerzbank wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Hier die Hintergründe und noch eine kleine Coba-Personalie: Finanz-Szene.de

News

Exklusiv: Fintech-Pionier Holzner ist bei Diebold-Nixdorf schon wieder raus: Es war eine der spannendsten Fintech-Personalien des Jahres: Im Mai heuerte Nelson Holzner,  Gründer des Berliner 70-Mio.-Euro-Startups Billpay, als CEO beim Paderborner Konzern-Fintech Aevi an. Nun jedoch, gerade mal sechs Monate, ist Holzner bei der Diebold-Nixdorf-Tochter still und leise ausgeschieden. Finanz-Szene.de

„Eigentlich bräuchten wir nur halb so viele Leute“: Nein, ganz so hat  John Cryan es nicht ausgedrückt. Aber fast. In einem Interview mit der „Financial Times“ meinte der Deutsche-Bank-Chef wörtlich: „Wir beschäftigen derzeit 97.000 Menschen. Die meisten Großbanken kommen mit der Hälfte an Angestellten aus.“ Wenn also demnächst der richtige, der ultimative Kahlschlag bei der DBank beginnt, dann sage keiner, er sei nicht vorgewarnt gewesen. Süddeutsche, Financial Times (Paywall)

Kann die Deutsche Bank vor Gericht auch mal gewinnen? Sieht ganz so aus. Denn glaubt man „Reuters“, dann läuft in puncto Postbank-Prozess (also die Causa mit den mäkelnden Minderheitsaktionären …) plötzlich alles auf einen Sieg der Blaubank hinaus. Reuters

Hätte die Deutsche Bank da fast eine Ertragsperle weggeworfen? Ganz so ist es nicht. Aber immerhin: Von Januar bis September hat die Postbank 436 Mio. Euro vor Steuern verdient und damit doppelt so viel wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe: Steigende Provisionseinnahmen. Reuters

Was der Crédit-Agricole-Chef wirklich in Sachen Coba gesagt hat: Vor ein paar Wochen berichteten Zeitungen und Agenturen, die Pariser Großbank greife nach der Commerzbank.  Gestern nun hieß es überall, die Franzosen hätten plötzlich „abgewinkt“.  In Wirklichkeit (wenn hier niemand falsch übersetzt hat) hat der CA-Chef neulich lediglich gesagt, dass man (stünde die Commerzbank zum Verkauf …) die Sache prüfen würde. Und gestern hat er gesagt, es gebe „keine Pläne“, die Coba zu kaufen. Wer daraus zwei gegensätzliche Aussagen macht, muss von Beruf Journalist sein. Handelsblatt/Reuters

Wirecard-Aktie knickt nach „PP“-Bericht kurzzeitig ein:  Um mehr als 16 Prozent standen die Papiere gestern Früh bei Tradegate im Minus, nachdem die SZ und andere Medien von angeblichen Verwicklungen in krumme Online-Kasino-Geschäft berichtet hatten; allerdings erholte sich der Aktienkurs weitgehend. Der Münchner Zahlungsdienstleister bestreitet jedes Fehlverhalten, genau wie diverse Großbanken, die in den Berichten ebenfalls genannt wurden. Twitter (Tradegate vom Morgen), Xetra-Kurs, Handelsblatt

Beyond.de

Der stille Aufstieg der französischen Banken: Schöne Beobachtung der „Handelsblatt“-Kollegen: Während die deutsche Kreditwirtschaft von Jahr zu Jahr anämischer wirkt, läuft’s beim Nachbarn erstaunlich gut. Handelsblatt (Paywall)

Geht das nächste Schweizer „Vorzeige-Fintech“ in die Grütze? Erst Knip, dann Monetas – und nun soll de facto auch noch Flynt am Ende sein. Was ist da los bei den Leidgenossen? NZZ

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Das sind die Nachteile der Blockchain: Keine Bange, liebe Fortschritts-Euphoriker, der Bank-Blog-Artikel „Hat die Blockchain-Technologie einen Mehrwert für die Finanzbranche?“ kommt ganz am Ende zur Antwort: Ja. Es ist allerdings ein „Ja“ mit einem großen „Aber“. Der Bank-Blog

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… war gestern früh die nächtliche News,  dass N26 zum Mega-Funding ansetzt. Gründerszene

Back-End

Die KfW ist  ihrem Auftrag, junge Unternehmer nach Kräften zu fördern, gestern auf prototypische Weise gerecht geworden. Denn kaum, dass wir nach der – wie üblich sehr ausgedehnten – Mittagspause an den Computer zurückkehrten, blinkte das Mailchimp-Programm  aus allen Luken: Acht neue Abonnenten mit „kfw.de“-Kennung binnen 42 Minuten. Ist da gestern jemand mit „Finanz-Szene.de“-Handzetteln durch die Kantine gelaufen? Hat Herr Schröder in einer freundlichen Rundmail für uns geworben? Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, was sich gehört: @Michael Helbig, in der morgigen Ausgabe veröffentlichen wir einen KfW-PR-Artikel Ihrer Wahl. Nachhaltigkeit? Umweltschutz? Karriere? Wie Sie wünschen. Und zwar nix „Paid Content“. Unpaid.

Herzlichst, Heinz-Roger Dohms

Exklusiv: Commerzbank versetzt Bereichsvorstand Laber in den Nahen Osten

Von Heinz-Roger Dohms

Die personellen Rochaden bei der Commerzbank gehen weiter. Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat der langjährige Topmanager Bernd Laber seinen Posten als Bereichsvorstand Trade Finance & Cash Management abgegeben. Er wechselt stattdessen als Standortleiter nach Dubai – was einen Abstieg aus der ersten in die zweite Führungsebene bedeutet. Bis auf weiteres soll Nikolaus Giesbert, Chef des Fixed-Income-Bereichs, die bisherigen Aufgaben Labers in Personalunion mitverantworten. Ob diese Lösung dauerhaft sein wird, ist noch unklar. Die Commerzbank wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Labers Posten galt in den vergangenen Jahren als außerordentlich relevant für die Bank – denn zu seinem Aufgabenbereich gehörte auch das Financial-Institutions-Geschäft,  das als heikel galt, seit die Commerzbank in den USA wegen Sanktionsverstößen und Geldwäschevorwürfen eine Strafe von 1,2 Mrd. Euro blechen musste. Das „Manager Magazin“ hatte Anfang 2016 berichtet, dass für den Posten eigentlich der Amerikaner Michael Kotzbauer vorgesehen gewesen sei – man dann aber vor dem Hintergrund der Probleme mit den US-Behörden umgeplant habe. Angeblich trug die Handhabung der Personalie dazu bei, dass der damalige Firmenkundenchef Markus Beumer die Commerzbank im vergangenen Jahr verließ. Er heuerte stattdessen bei der BHF Bank an.

Im Coba-Umfeld wurde die Personalie gestern unterschiedlich interpretiert. Einer, der in der Bank bestens verdrahtet ist, meinte gegenüber „Finanz-Szene.de“, es handle sich „um eine Degradierung, die Bernd Laber sicher nicht geschmeckt haben wird“. Demgegenüber gibt es allerdings auch die Deutung, die neue Position entspreche den privaten Lebensplanungen. An der fachlichen Qualifikation Labers jedenfalls, der der Commerzbank seit den 90ern angehört, bestehen keine Zweifel.  Übrigens: Auch was eine eng mit Bernd Laber verknüpfte Coba-Personalie angeht, herrscht nun Klarheit. Wie „Finanz-Szene.de“ erfuhr, hat sein Vorgänger als Bereichsvorstand Trade Finance & Cash Management, Gabriel Maetze, das Institut inzwischen definitiv verlassen. In seinem Linkedin-Profil firmiert er jetzt als Senior Advisor in Diensten der Boston Consulting Group.

Was weitere hochrangige personelle Veränderungen bei der Commerzbank in den vergangenen Wochen angeht, verweisen wir Sie auf folgende Archiv-Berichte:

Exklusiv: Commerzbank verpflichtet Lendico-Gründer Dominik Steinkühler

Exklusiv: Der digitale Brain-Drain bei der Commerzbank

Exklusiv: Die Digitalisierung des Commerzbank-Firmenkundengeschäfts – ein Trauerspiel in fünf Akten

Exklusiv: Billpay-Gründer Holzner ist bei Aevi schon wieder raus

Von Heinz-Roger Dohms

Es war eine der spannendsten Fintech-Personalien des Jahres: Im Mai heuerte Nelson Holzner,  Gründer des Berliner 70-Mio.-Euro-Startups Billpay, als CEO beim Paderborner Konzern-Fintech Aevi an. Nun jedoch, gerade mal sechs Monate, ist Holzner schon wieder raus bei der Diebold-Nixdorf-Tochter. Das geht sowohl aus seinem Linkedin-Profil als auch aus dem Impressum des Unternehmens hervor.

Marktkenner vermuten, dass die kulturellen Unterschiede zwischen dem Machertypen Holzner und dem  Geldautomaten-Riesen Diebold-Nixdorf dann doch größer waren als gedacht. Eine Aevi-Sprecherin wies gestern Abend darauf hin, dass man Anfang der Woche eine entsprechende Pressmeldung rausgeschickt habe. Fraglich bleibt, wen die erreicht haben soll – denn in deutschen Medien tauchte die Personalie nirgends auf, auch nicht im Handelsblatt, das bei der Ernennung Holzners noch groß berichtet hatte.

Kommentar: Die (zu) große Wette von N26

Von Heinz-Roger Dohms

Erst wenige Monate ist es her, da durfte man in N26 mit guten Gründen den kommenden deutschen Banken-Champion sehen. Das Berliner Fintech hatte 1.) in nur zwei Jahren mehrere hunderttausend Kunden gewonnen, war 2.) ausnehmend gut gefunded und schien 3.) auf gutem Wege, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln (ein digitaler Banking-Supermarkt, in dem der Kunde alle notwendigen Finanzprodukte findet und N26 die Händlermarge einstreicht).

Seitdem allerdings haben sich die Parameter deutlich verschoben. Denn nun will N26 plötzlich den US-Markt, den britischen Markt und offenbar im Vorbeigehen neben Deutschland noch 16 weitere Eurozonen-Länder erobern. Das heißt: N26 mutiert zu einem globalen Unternehmen, das 1.) sehr viel schwerer als bislang zu managen sein wird, das 2.) sehr viel mehr Geld für Marketing in die Hand nehmen muss (denn so viel kostenlose Presse wie hierzulande wird es anderswo sicher nicht geben) und das 3.) vor diesem Hintergrund nun gar nicht mehr so gut gefunded scheint.

Natürlich kann die Strategie aufgehen. Aber: Aus einer kalkulierbaren Wette auf einen künftigen nationalen Banken-Champion ist eine kaum zu kalkulierende Wette auf ein künftiges internationales Super-Fintech geworden. Oder anders ausgedrückt: N26 geht jetzt den Weg von Kreditech. Also den eines Venture-Capital-getriebenen Alles-oder-Nichts-Unternehmens.