Exklusiv: Deutsche Börse bewertet Figo mit 27 Millionen Euro

Von Heinz-Roger Dohms

Manche Fintechs posaunen ihre (angebliche) Bewertung geradezu heraus – andere machen ein großes Geheimnis darum. Zur zweiten Kategorie gehört der Hamburger API-Spezialist Figo, der vor einigen Monaten zwar stolz den Einstieg der Deutschen Börse verkündete, aber partout nicht sagen wollte, welche Bewertung sich aus dem Deal ergibt. Hat es vielleicht damit zu tun, dass die Zahl so dolle nicht ist?

Um es kurz zu machen: Was immer der Grund ist – für seine Bewertung schämen braucht sich Figo nicht. Im Gegenteil: Wie Berechnungen von Finanz-Szene.de zeigen, kommt das Hamburger Startup im Zuge des Deutsche-Börse-Deals auf einen Wert von rund 27 Millionen Euro. Für ein B2C-Fintech wäre diese Summe bescheiden. Für ein B2B-Fintech allerdings ist sie beachtlich. Wir würden sogar die These wagen: Von den reinen Technologiedienstleistern in der deutschen Finanz-Startup-Szene dürfte kaum einer (keiner?) höher bewertet sein. (falls wir uns täuschen sollten: Zuschriften bitte an redaktion@finanz-szene.de)

Wie sich die 27 Millionen ergeben? Indem man die Zahlen aus dem Geschäftsbericht der Deutschen Börse mit Handelsregistereinträgen von Figo kombiniert. Insgesamt war die Finanzierungsrunde im Herbst knapp 7 Mio. Euro groß.  Von der Deutsche Börse kamen dabei etwa fünf Millionen Euro – wofür sie 18,67 Prozent der Anteile erhielt. Daraus ergibt sich (hochgerechnet auf 100 Prozent der Anteile) besagte Bewertung von rund 27 Millionen Euro.

Figo-Chef André Bajorat wollte sich auf Anfrage von Finanz-Szene.de nicht äußern, widersprach der Berechnung allerdings auch nicht.

Exklusiv: Quirin-Robo steuert auf die 100-Mio.-Marke zu

Von Heinz-Roger Dohms

Nach Scalable, Liqid (und angeblich Cominvest) dürfte bald der nächste Robo-Advisor die 100-Mio.- Euro-Grenze bei den Assets under Management knacken – nämlich Quirion, der digitale Vermögensverwalter der Berliner Quirin-Bank. Wie aus dem vergangene Woche veröffentlichten Halbjahresbericht hervorgeht, verwaltete Quirion zur Jahresmitte bereits 75 Mio. Euro. Tendenz: steigend, wenn auch nicht spektakulär steigend. Bis zum Jahresende soll die 100 dann voll sein.

Besten Dank an unseren Leser Ralf Breuer, der uns mit der Info versorgt hat (bei aller Liebe: den Halbjahresbericht von Quirin haben wir dann doch nicht selbst gelesen). Im Internet finden Sie Herrn Breuer übrigens unter https://investabel.wordpress.com/

Exklusiv: Spahn-Fintech stand auf offizieller BMF-Liste

Von Heinz-Roger Dohms

Das Startup-Unternehmen Pareton, an dem sich der Fintech-Beauftragte Jens Spahn beteiligt hat, stand im vergangenen Herbst  auf einer offiziellen Fintech-Liste des Finanzministeriums. Dies geht aus einer Antwort des BMF auf eine entsprechende Anfrage des Branchenportals Finanz-Szene.de hervor. Das Ministerium hatte seinerzeit bei zwei Professoren „die erste umfassende Studie zum Fintech-Markt in Deutschland in Auftrag gegeben“. Spahn selbst stellte die Ergebnisse am 22. November auf der Berliner „hub conference“ vor. Laut BMF war Pareton eines der 346 Fintechs, die damals untersucht wurden. Die Liste der einzelnen Unternehmen sei innerhalb des Ministeriums aber „lediglich auf Arbeitsebene bekannt“ gewesen.

Die Einstufung der Pareton GmbH als „Fintech“ durch eine offiziele Studie des Ministeriums steht im Widerspruch zu einer Aussage Spahns gestern in der „Bild-Zeitung“. Dort hatte der CDU-Politiker seine umstrittene Beteiligung an dem schwäbischen Unternehmen unter anderem mit dem Hinweis verteidigt, es handle sich bei Pareton „nicht um ein Fintech-Start-up im eigentlichen Sinne“. Unglücklich mutet auch der enge zeitliche Zusammenhang zwischen der Erstellung der Fintech-Studie und Spahns Investment bei Pareton an. Laut eigener Aussage hatte der Finanzstaatssekretär die Beteiligung „vor knapp einem Jahr“ von der Bundestagsverwaltung und vom Ministerium prüfen lassen.

Die Fintech-Studie des BMF war im vorigen Herbst auf große mediale Resonanz gestoßen. Spahn selbst wurde in diversen Medien – darunter zum Beispiel im „Handelsblatt“ und bei „Heise“ – wie folgt zitiert: „Für Fintech-Unternehmen ist Deutschland eines der attraktivsten Länder weltweit. Das zeigt das Gutachten deutlich – die Wachstumsraten des Sektors sind beeindruckend.“ In der Startup-Szene sorgte die Studie allerdings eher für Belustigung. So bescheinigten die Autoren der deutschen Fintech-Branche bis 2020 ein Marktpotenzial von 330 Milliarden Euro – ein Szenario, dass selbst kühne Optimisten für völlig unrealistisch halten.

Auch in seinen Details war das Gutachten fehlerbehaftet. Finanz-Szene.de Autor Heinz-Roger Dohms schrieb damals bei manager-magazin.de:

„Leider ist die Studie auch da, wo sich Angaben tatsächlich überprüfen und damit falsifizieren lassen, nicht sehr glaubwürdig. So befeuern die Autoren an einer Stelle die momentan sehr beliebte These, Fintechs flüchteten nach dem Brexit auf breiter Flur von London nach Berlin. Wörtlich heißt es: „Ausschlaggebend für eine Sitzverlegung der Fintechs dürfte vor allem die mit dem Brexit einhergehende Rechtsunsicherheit sein. [……] Die Singapurer Digital Bank WB21 Pte. und sechs weitere Unternehmen haben sich bereits dafür entschieden, ihr operatives Geschäft von London nach Berlin zu verlagern.“

Die Singapurer Digitalbank WB21? Wer die Branche auch nur oberflächlich verfolgt, wird bei diesem Stichwort aufhorchen. Es handelt sich nämlich um jenes vermeintliche Milliarden-Fintech, an dessen Geschichte nach Recherchen von manager-magazin.de und weiterer Medien wie der„Financial Times“ oder der „Süddeutschen Zeitung“ seit Wochen erhebliche Zweifel bestehen. Hornuf verweist als seine Quelle für WB21 auf einen Artikel des „Wall Street Journals“ von Ende September. „Zu diesem Zeitpunkt war uns nicht bewusst, dass es sich hier möglicherwiese um ein ‚Schein-FinTech‘ handelt. Davon mussten wir in der Studie eine Vielzahl aussortieren. Zudem möchte wir darauf hinweisen, dass die Digitalbank selbst nur ein Nebenaspekt unserer Studie.

[…] Und die sechs anderen Fintechs, die laut Studie von London nach Berlin gezogen sind? Der Bitte, die Namen zu nennen, kamen weder Spahns Finanzministerium noch die Autoren nach. Stattdessen wird als Quelle wieder auf den Text im „Journal“ verwiesen. Dort werden immerhin drei Firmen explizit aufführt. Eines der Startups nennt sich MBJ und hat seinen Sitz jüngst tatsächlich aus der britischen in die deutsche Kapitale verlegt. Das Problem: Mit Fintech hat MBJ eher nichts zu tun. Es handelt sich um ein Büro für Webdesign.“

Newsletter 25/08/17: Jens Spahn; IKB; Fintechs in den BdB

ABN Amro greift nach der IKB

Wird der US-Investor Lone Star die Düsseldorfer IKB zehn Jahre nach deren Implosion endlich los? Wie „Bloomberg“ gestern Abend berichtete, kommt in den Bieterprozess jedenfalls ordentlich Bewegung. Zu den Interessenten gehört demnach (abgesehen von den üblichen „Chinesen“) auch die niederländische ABN Amro – welche ja ihrerseits in der Finanzkrise ordentlich zerzaust worden war, aber seit 2015 wieder an der Börse notiert. Laut „Bloomberg“ scheint ein Kaufpreis von rund 300 Millionen Euro realistisch. Das wären 0,3 bis 0,4 Prozent des Buchwerts. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank wird an der Börse momentan mit 0,4, die Commerzbank mit 0,5 bewertet.

Bloomberg 

News

Fintech-Beauftragter Spahn investiert in Semi-Fintech: … und was noch lustiger ist: Bei dem Semi-Fintech handelt es sich um ein Startup für Steuersoftware (während Jens Spahn ja auch als Finanz-Staatssekretär firmiert). Put your money where your mouth is. Endlich hält sich mal jemand dran. n-tv

Bankenverband nimmt Fintechs auf: Offenbar haben sich die beiden Seiten jetzt lange genug beschnuppert. Wie BDB-Vizegeschäftsführer Krautscheid gestern ankündigte, wird demnächst eine zweistellige Zahl von Fintechs Mitglied des Lobbyverbands der privaten Banken. Dazu passt auch die Meldung, dass nach Scalable und Liqid nun schon der dritte Robo-Advisor dem Verband unabhängiger Vermögensverwalter beitritt – nämlich Investify. Finanztreff, Fondsprofessionell

LBBW will 20.000 bis 30.000 Euro für ihr Research verlangen: Das zumindest berichtet „Bloomberg“. Die Stuttgarter Landesbank selbst spricht weniger konkret von einem „niedrigen fünfstelligen Betrag“ für ein jährliches Basispaket. Kürzlich hatte es bereits geheißen, dass die UBS 40.000 Euro aufrufen will (Hintergrund: kostenloses Research soll es unter Mifid II nicht mehr geben). Welt (LBBW), Bloomberg (UBS)

Helaba mit weniger Gewinn: Alles nicht so einfach in zinslosen Zeiten. Der Vorsteuergewinn der hessischen Landesbank ist im ersten Halbjahr um 14,7 Prozent auf 238 Millionen Euro gesunken. Auch der Ausblick fürs Gesamtjahr fällt eher mau aus. Handelsblatt, Financial Times (Paid)

Deka mehr oder weniger siehe Helaba: Der Fondsdienstleister der Sparkassen freut sich zwar, dass das Geschäft mit Sparplänen und Zertifikaten floriert – kommt gewinnmäßig allerdings auch nicht so richtig vom Fleck. Zudem: Die Deka gibt ihre Banklizenz in Luxemburg auf. Wirtschaftswoche, Börsenzeitung (Paid)

Lesenswert

… ist höchstwahrscheinlich das neue „Manager Magazin“. Denn die Kollegen titeln – gefühlt auch nicht zum ersten Mal – mit dem Ehepaar Achleitner. Die These diesmal: „Zwi­schen dem Stan­ding des Power­paa­res und sei­ner Er­folgs­bi­lanz klafft mehr als nur eine Lü­cke.“ (ein Hinweis an die echten Fintech-Nerds unter unseren Abonnenten: Paul Achleitner ist Aufsichtsratschef einer größeren Frankfurter Bank.) Manager Magazin Editorial

Aus der Szene

Herrlich – die großkopferten Kollegen geben es sich mal so richtig: Tim Bartz, Frankfurt-Korrespondent des „Manager Magazins“, wirft Claus Döring (Chefredakteur der „Börsenzeitung“) und Holger Steltzner (Herausgeber des FAZ-Wirtschaftsteils) „Finanzplatz-Fanatismus“ vor. Hintergrund: Döring und Steltzner finden nicht viel Verwerfliches am umstrittenen Aktiendeal von Börsenchef Kengeter und – so jedenfalls der Vorwurf von Bartz – argumentieren dabei nicht zuletzt stadträsonistisch. Motto: Muss das Thema ausgerechnet jetzt so ausgewalzt werden, wo Frankfurt im Zuge des Brexits doch endlich so richtig, richtig groß rauskommt? Manager Magazin, Börsenzeitung, FAZ

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern das Porträt über die beiden Gründer des Milliarden-Fintechs Stripe. Manager Magazin

Back-End

Um ehrlich zu sein: Von den immer kurioseren Schätzungen, wie viele Jobs im Zuge des Brexits nach Frankfurt kommen, können wir gar nicht genug kriegen. Die neueste Zahl, die kursiert (und die wie gefühlt irgendwie alle Zahlen zum Thema aus einer von Frankfurt Main Finance beauftragten Studie herrührt) lautet: 88.000. Wie man darauf kommt? Indem man davon ausgeht, dass 10.000 Brexit-Banker nach FFM übersiedeln und jeder neben seinem eigenen irgendwie noch 7,8 zusätzliche Jobs schafft (scheint vom Konzept her so was ähnliches wie die Umwegrentabilität zu sein). Denkt man das Ganze konsequent zu Ende, dürfte in London freilich demnächst niemand mehr arbeiten.

In diesem Sinne, vor dem ersten Brexit-Banker kommt der nächste Newsletter, und zwar am Dienstag, schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

Newsletter 25/08/17: IKB-Verkauf, Jens Spahn, Fintechs in den BdB

ABN Amro greift nach der IKB

Wird der US-Investor Lone Star die Düsseldorfer IKB zehn Jahre nach deren Implosion endlich los? Wie „Bloomberg“ gestern Abend berichtete, kommt in den Bieterprozess jedenfalls ordentlich Bewegung. Zu den Interessenten gehört demnach (abgesehen von den üblichen „Chinesen“) auch die niederländische ABN Amro – welche ja ihrerseits in der Finanzkrise ordentlich zerzaust worden war, aber seit 2015 wieder an der Börse notiert. Laut „Bloomberg“ scheint ein Kaufpreis von rund 300 Millionen Euro realistisch. Das wären 0,3 bis 0,4 Prozent des Buchwerts. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank wird an der Börse momentan mit 0,4, die Commerzbank mit 0,5 bewertet.

Bloomberg 

News

Fintech-Beauftragter Spahn investiert in Semi-Fintech: … und was noch lustiger ist: Bei dem Semi-Fintech handelt es sich um ein Startup für Steuersoftware (während Jens Spahn ja auch als Finanz-Staatssekretär firmiert). Put your money where your mouth is. Endlich hält sich mal jemand dran. n-tv

Bankenverband nimmt Fintechs auf: Offenbar haben sich die beiden Seiten jetzt lange genug beschnuppert. Wie BDB-Vizegeschäftsführer Krautscheid gestern ankündigte, wird demnächst eine zweistellige Zahl von Fintechs Mitglied des Lobbyverbands der privaten Banken. Dazu passt auch die Meldung, dass nach Scalable und Liqid nun schon der dritte Robo-Advisor dem Verband unabhängiger Vermögensverwalter beitritt – nämlich Investify. Finanztreff, Fondsprofessionell

LBBW will 20.000 bis 30.000 Euro für ihr Research verlangen: Das zumindest berichtet „Bloomberg“. Die Stuttgarter Landesbank selbst spricht weniger konkret von einem „niedrigen fünfstelligen Betrag“ für ein jährliches Basispaket. Kürzlich hatte es bereits geheißen, dass die UBS 40.000 Euro aufrufen will (Hintergrund: kostenloses Research soll es unter Mifid II nicht mehr geben). Welt (LBBW), Bloomberg (UBS)

Helaba mit weniger Gewinn: Alles nicht so einfach in zinslosen Zeiten. Der Vorsteuergewinn der hessischen Landesbank ist im ersten Halbjahr um 14,7 Prozent auf 238 Millionen Euro gesunken. Auch der Ausblick fürs Gesamtjahr fällt eher mau aus. Handelsblatt, Financial Times (Paid)

Deka mehr oder weniger siehe Helaba: Der Fondsdienstleister der Sparkassen freut sich zwar, dass das Geschäft mit Sparplänen und Zertifikaten floriert – kommt gewinnmäßig allerdings auch nicht so richtig vom Fleck. Zudem: Die Deka gibt ihre Banklizenz in Luxemburg auf. Wirtschaftswoche, Börsenzeitung (Paid)

Lesenswert

… ist höchstwahrscheinlich das neue „Manager Magazin“. Denn die Kollegen titeln – gefühlt auch nicht zum ersten Mal – mit dem Ehepaar Achleitner. Die These diesmal: „Zwi­schen dem Stan­ding des Power­paa­res und sei­ner Er­folgs­bi­lanz klafft mehr als nur eine Lü­cke.“ (ein Hinweis an die echten Fintech-Nerds unter unseren Abonnenten: Paul Achleitner ist Aufsichtsratschef einer größeren Frankfurter Bank.) Manager Magazin Editorial

Aus der Szene

Herrlich – die großkopferten Kollegen geben es sich mal so richtig: Tim Bartz, Frankfurt-Korrespondent des „Manager Magazins“, wirft Claus Döring (Chefredakteur der „Börsenzeitung“) und Holger Steltzner (Herausgeber des FAZ-Wirtschaftsteils) „Finanzplatz-Fanatismus“ vor. Hintergrund: Döring und Steltzner finden nicht viel Verwerfliches am umstrittenen Aktiendeal von Börsenchef Kengeter und – so jedenfalls der Vorwurf von Bartz – argumentieren dabei nicht zuletzt stadträsonistisch. Motto: Muss das Thema ausgerechnet jetzt so ausgewalzt werden, wo Frankfurt im Zuge des Brexits doch endlich so richtig, richtig groß rauskommt? Manager Magazin, Börsenzeitung, FAZ

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern das Porträt über die beiden Gründer des Milliarden-Fintechs Stripe. Manager Magazin

Back-End

Um ehrlich zu sein: Von den immer kurioseren Schätzungen, wie viele Jobs im Zuge des Brexits nach Frankfurt kommen, können wir gar nicht genug kriegen. Die neueste Zahl, die kursiert (und die wie gefühlt irgendwie alle Zahlen zum Thema aus einer von Frankfurt Main Finance beauftragten Studie herrührt) lautet: 88.000. Wie man darauf kommt? Indem man davon ausgeht, dass 10.000 Brexit-Banker nach FFM übersiedeln und jeder neben seinem eigenen irgendwie noch 7,8 zusätzliche Jobs schafft (scheint vom Konzept her so was ähnliches wie die Umwegrentabilität zu sein). Denkt man das Ganze konsequent zu Ende, dürfte in London freilich demnächst niemand mehr arbeiten.

In diesem Sinne, vor dem ersten Brexit-Banker kommt der nächste Newsletter, und zwar am Dienstag, schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

Newsletter 24/08/17: Einlagensicherung, Stripe, Staats-Bitcoin

EU-Einlagensicherung wird deutsche Banken noch  7,8 Mrd. Euro kosten

Die europäische Einlagensicherung wird die deutschen Banken in den kommenden Jahren noch 7,8 Mrd. Euro kosten. Das zeigen exklusive Berechnungen von Barkow Consulting für die SZ und Finanz-Szene.de. Hintergrund ist eine entsprechende EU-Richtlinie, wonach die hiesigen Geldinstitute bis 2024 exakt 0,8 Prozent ihrer geschützten Einlagen (sprich: aller Ersparnisse bis 100.000 Euro je Kunde) in die gesetzlichen Schutzsysteme überführen sollen; im vergangenen Jahr waren bereits 1,1 Mrd. Euro geflossen. Die Barkow-Berechnungen, die auf kürzlich veröffentlichten Rohdaten der EU-Bankenbehörde EBA beruhen, zeigen auch, wie viel Geld auf europäische Ebene noch insgesamt fehlen. Es sind: rund 30 Mrd. Euro.

Süddeutsche

News

ING Diba peilt 10 Millionen Kunden an: Der neue Chef macht seinen Leuten gleich mal Beine. Binnen zwei Jahren soll die Kundenzahl um weitere 1,5 Millionen wachsen. Zudem kündigt Nick Jue eine „Steigerung der Effizienz“ an (was angesichts einer Cost-Income-Ratio von zuletzt 47 Prozent so klingt, als wolle der Papst katholisch werden). Handelsblatt, Süddeutsche, Börsenzeitung (Paid)

Wird die RestLB schon vor 2027 fertig? Die Bad Bank der ehemaligen WestLB hat ihr Portfolio im ersten Halbjahr um satte zehn Prozent auf 26,8 Mrd. Euro zurückgefahren. Womöglich kann die EEA ihre Arbeit eher beenden als geplant. Süddeutsche

Concardis übernimmt Cardtech komplett: Erst kürzlich war der Acquiring-Spezialist aus Eschborn  mit der Übernahme des Payment-Fintechs Ratepay auffällig geworden. Nun folgt die Kölner Firma Cardtech (an der Concardis freilich schon 70 Prozent hielt). Keine Frage: Die Finanzinvestoren Advent und Bain, denen Concardis seit Januar gehört, drücken ganz schön aufs Tempo. Finextra, Börsenzeitung (Paid)

Quirin wird doch noch erwachsen: Hieß es nicht vor geraumer Zeit mal, die Berliner Alternativ-Bank sei jetzt allen Ernstes profitabel? Und nun auch noch das: Quirin hat die Zwei-Mrd.-Euro-Grenze bei den Assets under Management geknackt (was ein ganz klein bisschen auch am Robo-Advisor Quirion liegt). Fondsprofessionell

Beyond Banking

Estland denkt über Initial Coin Offering nach: Der Baltenstaat überlegt zudem ernsthaft, eine Art staatliche Kryptowährung aufzulegen. Techcrunch, t3n

Lesenswert

Die Stripe-Story: Schon im März erzählte das „Manager Magazin“ die Geschichte zweier irischer Brüder, die im Silicon Valley ein (O-Ton) „Paypal für Geschäftskunden“ hochziehen. Zwischenzeitlich ist das US-Fintech auch in Deutschland gestartet – und seit gestern nun ist die hübsche MM-Story auch online verfügbar. Manager Magazin, Tagesspiegel (Archiv-Artikel zum offiziellen Deutschland-Start)

Tech allein reicht nicht: Vielen Finanz-Startups mangele es an Kundennähe und Vertrauen, analysiert Hansjörg Leichsenring im „Bank-Blog“. Der Bank-Blog 

Aus der Szene

Ehrlich gesagt: Bevor wir nicht den ersten Brexit-Banker auf der Zeil treffen, glauben wir in Sachen Brexit/Franfurt erstmal gar nichts (sorry, liebe FrankfurtMainFinance-Leute). Trotzdem wollen wir natürlich auch bei diesem Thema pflichtgetreu die Nachrichtenlage abbilden. Also:  Das „Handelsblatt“ merkt heute an, dass sich die wenigsten Brexit-Banken, die (angeblich) nach FFM kommen, auch schon entsprechende Flächen gesichert haben (konkret: Morgan Stanley im Omniturm, Goldman Sachs durch die Option, im Messeturm weitere Stockwerke zu beziehen). Die „Börsenzeitung“ berichtet derweil, dass es an frisch tapezierten Büros für die (angeblichen) Brexit-Banker in keinem Fall mangeln wird (konkret: neben dem Omnitum werden auch das One an der Messe, der Marienturm, The Spin und Winx bald fertig). Laut „Bloomberg“ überlegt die Bank of America derweil noch, ob sie ihre Londoner Händler nach Frankfurt oder vielleicht doch lieber nach Paris oder Dublin verfrachten soll. Handelsblatt (Paid), Börsenzeitung (Paid), Bloomberg

Ignoriert

Die Geschichte über das heimgeholte Silber (es war doch Silber?) der Bundesbank können Sie heute Morgen überall lesen – aber bitte nicht bei uns. Wenn Sie allerdings, warum auch immer, ein Notenbank-Fetischist sein sollten, dann haben wir als Link-Tipp für Sie … nein, kein Bange, keine Jackson-Hole-Janet-Yellen-Vermächtnis-Geschichte … sondern die lustige Story über den jüngsten Run auf die Aktien der (börsennotierten) Schweizerischen Nationalbank. Welt

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern (mit weitem Abstand und zur ganz großen Überraschung der Redaktion) das Stück über die Frage, was die dauerverlustmachenden Banker bei der deutschen UBS denn so verdienen. efinancialcareers

Newsletter 24/08/17: Kosten für Einlagensicherung, ING Diba, Concardis

EU-Einlagensicherung wird deutsche Banken noch  7,8 Mrd. Euro kosten

Die europäische Einlagensicherung wird die deutschen Banken in den kommenden Jahren noch 7,8 Mrd. Euro kosten. Das zeigen exklusive Berechnungen von Barkow Consulting für die SZ und Finanz-Szene.de. Hintergrund ist eine entsprechende EU-Richtlinie, wonach die hiesigen Geldinstitute bis 2024 exakt 0,8 Prozent ihrer geschützten Einlagen (sprich: aller Ersparnisse bis 100.000 Euro je Kunde) in die gesetzlichen Schutzsysteme überführen sollen; im vergangenen Jahr waren bereits 1,1 Mrd. Euro geflossen. Die Barkow-Berechnungen, die auf kürzlich veröffentlichten Rohdaten der EU-Bankenbehörde EBA beruhen, zeigen auch, wie viel Geld auf europäische Ebene noch insgesamt fehlen. Es sind: rund 30 Mrd. Euro.

Süddeutsche

News

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Wird die RestLB schon vor 2027 fertig? Die Bad Bank der ehemaligen WestLB hat ihr Portfolio im ersten Halbjahr um satte zehn Prozent auf 26,8 Mrd. Euro zurückgefahren. Womöglich kann die EEA ihre Arbeit eher beenden als geplant. Süddeutsche

Concardis übernimmt Cardtech komplett: Erst kürzlich war der Acquiring-Spezialist aus Eschborn  mit der Übernahme des Payment-Fintechs Ratepay auffällig geworden. Nun folgt die Kölner Firma Cardtech (an der Concardis freilich schon 70 Prozent hielt). Keine Frage: Die Finanzinvestoren Advent und Bain, denen Concardis seit Januar gehört, drücken ganz schön aufs Tempo. Finextra, Börsenzeitung (Paid)

Quirin wird doch noch erwachsen: Hieß es nicht vor geraumer Zeit mal, die Berliner Alternativ-Bank sei jetzt allen Ernstes profitabel? Und nun auch noch das: Quirin hat die Zwei-Mrd.-Euro-Grenze bei den Assets under Management geknackt (was ein ganz klein bisschen auch am Robo-Advisor Quirion liegt). Fondsprofessionell

Beyond Banking

Estland denkt über Initial Coin Offering nach: Der Baltenstaat überlegt zudem ernsthaft, eine Art staatliche Kryptowährung aufzulegen. Techcrunch, t3n

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Die Stripe-Story: Schon im März erzählte das „Manager Magazin“ die Geschichte zweier irischer Brüder, die im Silicon Valley ein (O-Ton) „Paypal für Geschäftskunden“ hochziehen. Zwischenzeitlich ist das US-Fintech auch in Deutschland gestartet – und seit gestern nun ist die hübsche MM-Story auch online verfügbar. Manager Magazin, Tagesspiegel (Archiv-Artikel zum offiziellen Deutschland-Start)

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Aus der Szene

Ehrlich gesagt: Bevor wir nicht den ersten Brexit-Banker auf der Zeil treffen, glauben wir in Sachen Brexit/Franfurt erstmal gar nichts (sorry, liebe FrankfurtMainFinance-Leute). Trotzdem wollen wir natürlich auch bei diesem Thema pflichtgetreu die Nachrichtenlage abbilden. Also:  Das „Handelsblatt“ merkt heute an, dass sich die wenigsten Brexit-Banken, die (angeblich) nach FFM kommen, auch schon entsprechende Flächen gesichert haben (konkret: Morgan Stanley im Omniturm, Goldman Sachs durch die Option, im Messeturm weitere Stockwerke zu beziehen). Die „Börsenzeitung“ berichtet derweil, dass es an frisch tapezierten Büros für die (angeblichen) Brexit-Banker in keinem Fall mangeln wird (konkret: neben dem Omnitum werden auch das One an der Messe, der Marienturm, The Spin und Winx bald fertig). Laut „Bloomberg“ überlegt die Bank of America derweil noch, ob sie ihre Londoner Händler nach Frankfurt oder vielleicht doch lieber nach Paris oder Dublin verfrachten soll. Handelsblatt (Paid), Börsenzeitung (Paid), Bloomberg

Ignoriert

Die Geschichte über das heimgeholte Silber (es war doch Silber?) der Bundesbank können Sie heute Morgen überall lesen – aber bitte nicht bei uns. Wenn Sie allerdings, warum auch immer, ein Notenbank-Fetischist sein sollten, dann haben wir als Link-Tipp für Sie … nein, kein Bange, keine Jackson-Hole-Janet-Yellen-Vermächtnis-Geschichte … sondern die lustige Story über den jüngsten Run auf die Aktien der (börsennotierten) Schweizerischen Nationalbank. Welt

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Newsletter 23/08/17: Deutsche Bank, Apple Pay, Volcker-Rule

Exklusiv: Das digitale Vorzeige-Tool der Deutschen Bank tut’s nur manchmal

Das „Zinsmarkt“ genannte neue Vorzeige-Tool der Deutschen Bank funktioniert nur phasenweise. Diese Entdeckung hat Finanz-Szene.de gemacht. So hieß es vergangene Woche im Online-Angebot des größten deutschen Geldhauses wörtlich: „Neue, attraktive Festzinsangebote stehen [Anm.: erst] wieder ab dem 22. August für Sie bereit“ – was sie gestern dann auch tatsächlich taten. Einem Insider zufolge befindet sich die Einlagenplattform schon seit Wochen im On-Off-Modus. Von technischen Schwierigkeiten will die Deutsche Bank aber nichts wissen. „Wir haben unseren Marktplatz erst einmal langsam hochgefahren, um das Angebot der Produktbank und die Nachfrage bei den Festgeldanlegern im Gleichgewicht zu halten“, sagt Digital-Manager Andreas Kramer.

Finanz-Szene.de

News

Kommt Apple Pay jetzt endlich nach Deutschland? Angeblich (die Quellenlage ist dünn) haben führende deutsche Direktbanken die Vorbereitungen für die Einführung abgeschlossen. Payment-Experte Rudolf Linsenbarth erklärt im IT-Finanzmagazin, welche Institute  als Apple-Partner infrage kommen. iPhone-Ticker, IT-Finanzmagazin

100 Bankenabwickler machen (jetzt schon) rüber zur Bafin: Das berichtet die „Börsenzeitung“. Eigenlich ist die Eingliederung der FMSA-Leute bei der Finanzaufsicht erst für Anfang nächsten Jahres vorgesehen. BÖZ

Bei 23 Banken ist das Konto weiterhin umsonst: Darunter sind „Finanztest“ zufolge die 1822, die ING und etliche (aber bekanntlich nicht mehr alle) Sparda-Banken. Spiegel-Online

Beyond .de

Aktien von britischer Hypothekenbank fallen um 70 Prozent: Als wäre es 2007 – und nicht 2017. Nach zwei Gewinnwarnungen und dem Rücktritt des CEOs krachen die Papiere von Provident Financial ein. Droht ein zweites Northern Rock? Handelsblatt, Lex-Kolumne in der FT (Paid)

Lesenswert

Volcker, hört die Signale: Die „Financial Times“ beschreibt in einer langen Analyse, wie sich die Goldman-Sachs-Lobbiysten  daran machen, die vielleicht heiligste Obama-Finanzreform zu schleifen – nämlich die Volcker-Rule. Financial Times (Paid)

„The ‚finance franchise‘ and fintech“: Interessante Theorie, die FT Alphaville (nicht kosten-, nur anmeldepflichtig) da in einer zweiteiligen Serie auswalzt: Die Banken sind nichts anderes als (subventionierte) Franchise-Nehmer der öffentlichen Hand. Und die Fintechs? Haben deshalb einen Funding-Nachteil, der sich mit technologischer Überlegenheit allein niemals wird wettmachen lassen. Part 1, Part 2

Karriere

Das verdienen UBS-Banker in Frankfurt: Die Deutschland-Tochter der Schweizer Großbank hat im vergangenen Jahr gut 70 Millionen Euro verbrannt. Trotzdem lässt es sich dort noch ganz gut verdienen, zeigt eine Auswertung des Vergütungsberichts. efinancialcareers

Aus der Szene

Das Rote muss ins Blaue: Die bei den G20-Krawallen zerstörte Haspa-Filiale in der Hamburger Schanze macht wieder auf – allerdings (noch) nicht an alter Stelle, sondern schräg gegenüber bei der Deutschen Bank. Die wollte ihre Schanzen-Zweigstelle praktischerweise eh dichtmachen, genauso wie acht weitere Filialen in der Hansestadt. Welt, Abendblatt

Klickfavorit

… unserer Leser war das BÖZ-Stück über den digitalen Vermögensverwalter der Commerzbank. Börsenzeitung (Paid)

Newsletter 23/08/17: Apple Pay, Deutsche Bank, Fintech-Theorie

Exklusiv: Das digitale Vorzeige-Tool der Deutschen Bank tut’s nur manchmal

Das „Zinsmarkt“ genannte neue Vorzeige-Tool der Deutschen Bank funktioniert nur phasenweise. Diese Entdeckung hat Finanz-Szene.de gemacht. So hieß es vergangene Woche im Online-Angebot des größten deutschen Geldhauses wörtlich: „Neue, attraktive Festzinsangebote stehen [Anm.: erst] wieder ab dem 22. August für Sie bereit“ – was sie gestern dann auch tatsächlich taten. Einem Insider zufolge befindet sich die Einlagenplattform schon seit Wochen im On-Off-Modus. Von technischen Schwierigkeiten will die Deutsche Bank aber nichts wissen. „Wir haben unseren Marktplatz erst einmal langsam hochgefahren, um das Angebot der Produktbank und die Nachfrage bei den Festgeldanlegern im Gleichgewicht zu halten“, sagt Digital-Manager Andreas Kramer.

Finanz-Szene.de

News

Kommt Apple Pay jetzt endlich nach Deutschland? Angeblich (die Quellenlage ist dünn) haben führende deutsche Direktbanken die Vorbereitungen für die Einführung abgeschlossen. Payment-Experte Rudolf Linsenbarth erklärt im IT-Finanzmagazin, welche Institute  als Apple-Partner infrage kommen. iPhone-Ticker, IT-Finanzmagazin

Cringle zapft schon wieder die Crowd an: Darüber hinaus vermeldet das P2P-Payment-Fintech eine Kooperation mit der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Gründerszene

Bei 23 Banken ist das Konto weiterhin umsonst: Darunter sind „Finanztest“ zufolge die 1822, die ING und etliche (aber bekanntlich nicht mehr alle) Sparda-Banken. Spiegel-Online

Beyond .de

Neue Mega-Runde für Transferwise? Das britische Fintech-Unicorn steht angeblich vor einer 60-Mio.-Dollar-Finanzierung. NZZ

Aktien von britischer Hypothekenbank fallen um 70 Prozent: Als wäre es 2007 – und nicht 2017. Nach zwei Gewinnwarnungen und dem Rücktritt des CEOs krachen die Papiere von Provident Financial ein. Droht ein zweites Northern Rock? Handelsblatt, Lex-Kolumne in der FT (Paid)

Lesenswert

„The ‚finance franchise‘ and fintech“: Interessante Theorie, die FT Alphaville (nicht kosten-, nur anmeldepflichtig) da in einer zweiteiligen Serie auswalzt: Die Banken sind nichts anderes als (subventionierte) Franchise-Nehmer der öffentlichen Hand. Und die Fintechs? Haben deshalb einen Funding-Nachteil, der sich mit technologischer Überlegenheit allein niemals wird wettmachen lassen. Part 1, Part 2

New York? Tokio? Rio! Kaum sonst irgendwo erwirtschaften die Banken so hohe Margen wie in Brasilien. Davon profitieren nun auch die ersten Fintechs. Financial Times (Paid)

Volcker, hört die Signale: Die „Financial Times“ beschreibt in einer langen Analyse, wie sich die Goldman-Sachs-Lobbiysten  daran machen, die vielleicht heiligste Obama-Finanzreform zu schleifen – nämlich die Volcker-Rule. Financial Times (Paid)

Karriere

Das verdienen UBS-Banker in Frankfurt: Die Deutschland-Tochter der Schweizer Großbank hat im vergangenen Jahr gut 70 Millionen Euro verbrannt. Trotzdem lässt es sich dort noch ganz gut verdienen, zeigt eine Auswertung des Vergütungsberichts. efinancialcareers

Aus der Szene

Das Rote muss ins Blaue: Die bei den G20-Krawallen zerstörte Haspa-Filiale in der Hamburger Schanze macht wieder auf – allerdings (noch) nicht an alter Stelle, sondern schräg gegenüber bei der Deutschen Bank. Die wollte ihre Schanzen-Zweigstelle praktischerweise eh dichtmachen, genauso wie acht weitere Filialen in der Hansestadt. Welt, Abendblatt

Klickfavorit

… unserer Leser war das BÖZ-Stück über den digitalen Vermögensverwalter der Commerzbank. Börsenzeitung (Paid)

Exklusiv: Digitales Vorzeige-Tool der Deutschen Bank tut’s nur manchmal

Von Heinz-Roger Dohms

Das „Zinsmarkt“ genannte neue Vorzeige-Tool der Deutschen Bank funktioniert nur phasenweise. Diese Entdeckung hat Finanz-Szene.de gemacht. So hieß es vergangene Woche im Online-Angebot der größten deutschen Geldhauses wörtlich: „Neue, attraktive Festzinsangebote stehen [erst] wieder ab dem 22. August für Sie bereit“ – was sie heute Morgen dann tatsächlich taten.

Einem Insider zufolge befindet sich das Tool schon seit Wochen im On-Off-Modus. Der ursprünglich für April angekündigte Einlagenvermittler war Ende Juni gestartet – allerdings nur mit dem Angebot einer einzigen Bank, der Deutschen Pfandbriefbank (pbb). Dabei handelte es sich um ein einjähriges Festgeld, das zu 0,3 Prozent verzinst wurde. Mitte Juli soll die Offerte bereits wieder von der Seite verschwunden sein, bevor das Tool Anfang August offenbar wieder live ging. Diesmal wurden den Kunden  fünf verschiedene Laufzeiten angeboten – allesamt wieder von der pbb. Nach wenigen Tagen war der „Zinsmarkt“ dann wieder weg.

Von technischen Problemen will man bei der Deutschen Bank allerdings nichts wissen. Stattdessen sei von Anfang an klar gewesen, dass es in der ersten Testphase auch „Quiet Periods“ geben werde. „Bislang läuft alles nach Plan. Wir haben unseren Marktplatz erst einmal langsam hochgefahren, um das Angebot der Produktbank und die Nachfrage bei den Festgeldanlegern im Gleichgewicht zu halten. Im September starten wir mit dem Regelbetrieb“, sagte Andreas Kramer, Leiter digitale Plattform und Agenda, im Gespräch mit Finanz-Szene.de. „Der Marktplatz funktioniert technisch einwandfrei, es gibt keinerlei Kinderkrankheiten.“

Wie im Juni bereits angekündigt, soll es von Herbst an auch weitere Partnerbanken geben. Ein konkretes Datum (geschweige denn: konkrete Namen) nannte Kramer allerdings nicht. Auch zu der Frage, wie viele Einlagen bislang an die Deutsche Pfandbriefbank vermittelt wurden, machte der Deutsche-Bank-Manager keine Angaben.

Dafür äußerte sich Kramer explizit zur Conversion Rate (sie misst, wie viele Kunden, die das Angebot anklicken, dann auch tatsächlich abschließen). Während  sie im übrigen Markt bei eins bis drei Prozent liege, komme die Deutsche Bank beim „Zinsmarkt“ vom Start weg auf eine Konversionsrate „im hohen einstelligen Prozentbereich. Das zeigt uns, dass mit der Gestaltung unseres Abschlussprozesses genau richtig lagen“.

Newsletter 22/08/17: N26, Commerzbank, Mifid II

N26 gehört jetzt zu den größten deutschen Direktbanken

Es war das große Thema gestern: Die Berliner Fintech-Bank N26 knackt die Marke von 500.000 Kunden. Doch was bedeutet diese Zahl, wenn man sie in Relation setzt? Am passendsten scheint der Vergleich mit den Direktbanken – denn in diese Kategorie passt N26 trotz seines „Mobile only“-Ansatzes ja durchaus. Zählt man die ausländischen N26-Kunden mit, dann ist das Berliner Fintech jetzt schon ähnlich groß wie die „1822direkt“, die per 31. Dezember 2016 auf 462.000 Kunden kam. Auch die Norisbank (545.000 Kunden Ende 2015) ist nicht  weit weg. Wortkarg zeigte sich N26-Gründer Valentin Stalf im Kurzinterview mit Finanz-Szene.de allerdings bei der Frage, mit wie vielen seiner Kunden er schon Geld verdient (einen „Fokus“ zu N26 finden Sie weiter unten).

Finanz-Szene.de (Direktbank-Vergleich), Finanz-Szene.de (Interview)

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Commerzbank beendet Joint-Venture mit der BNP Paribas: 16 Jahre lang kooperierten die beiden Institute bei Ratenkrediten – nun wollen die Frankfurter das (lukrative) Geschäft alleine betreiben. BNP dockt stattdessen bei der Consorsbank an. Handelsblatt, Reuters

Deutschte Bank will Wealth Management in UK stärken: Brexit – na und? Die Deutschbanker glauben, dass sich die Superreichen aus China lieber von London als von Frankfurt aus umgarnen lassen. Reuters

Christian Hoppe verlässt den Main Incubator: Überraschender Wechsel an der Spitze der Commerzbank-Fintech-Schmiede: Der Gründer geht und wird ersetzt durch Michael Spitz, den bisherigen Co-Chef des Coba-internen Blockchain-Labs. IT-Finanzmagazin, LinkedIn-Profil Spitz, LinkedIn-Profil Hoppe

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Fokus N26

Wenn der Hype das Marketing ersetzt: „Bei mehr als 70 Prozent unserer Kunden sind die Akquisekosten gleich null“, sagt N26-Gründer Valentin Stalf im Kurzinterview mit Finanz-Szene.de. Finanz-Szene.de

Und jetzt auch noch Fernsehen: Mit einer breit angelegten TV-Kampagne will N26 die eigene Bekanntheit weiter steigern. Das „Handelsblatt“ kennt Details. Handelsblatt

Die Zweiteilung der deutschen Fintech-Branche: Scalable gewinnt Blackrock. Zinspilot schluckt Savedo. Weltsparen knackt die 4. Mrd. Euro-Einlagen-Marke. Und N26 hat jetzt 500.000 Kunden – doch was ist mit den anderen deutschen Finanz-Startups? Schon vor Wochen stellte die SZ die These auf: Einige wenige deutsche Fintechs werden richtig groß, der Rest verliert den Anschluss. Hier die Analyse zu Nachlesen: Süddeutsche

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  • Hier nochmal der am Freitag topgeklickte Überblick über die deutsche Robo-Szene von “Fondsprofessionell”
  • Noch mehr deutsche Robos als “Fondsprofessionell” zählt die  Researchfirma Techfluence
  • An „300 verschiedene Robo-Modelle in Deutschland“ glaubt Ralf Heim, Chef des Technologiedienstleisters Fincite. Das Investment
  • Das große Robo-Sterben prophezeite Chris Bartz, Chef des Fintechs Elinvar, kürzlich in der Börsenzeitung (Paid)
  • Die Details der jüngsten Bafin-Mahnung an die Robo-Anbieter wird zusammengefasst auf av-finance.com
  • Was Robo-Advisory überhaupt ist, skizzierte Finanz-Szene.de-Autor Heinz-Roger Dohms gestern in der SZ

Newsletter 22/08/17: N26, Main Incubator, Robo Advisor

N26 gehört jetzt zu den größten deutschen Direktbanken

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Klickfavorit

… unserer Leser waren am Freitag mit großem Abstand die Stücke zum Thema Robo Advisor. Wir nehmen dies zum Anlass, noch mal eine kleine Link-Liste mit den (soweit wir das überblicken) wichtigsten Robo-Artikeln aus den letzten Wochen zusammenzustellen:

  • Robo-Adviser werden erwachsen (aber nicht intelligent), schreibt Dirk Elsner, Innovationsexperte der DZ Bank, bei capital.de
  • Hier nochmal der am Freitag topgeklickte Überblick über die deutsche Robo-Szene von “Fondsprofessionell”
  • Noch mehr deutsche Robos als “Fondsprofessionell” zählt die  Researchfirma Techfluence
  • An „300 verschiedene Robo-Modelle in Deutschland“ glaubt Ralf Heim, Chef des Technologiedienstleisters Fincite. Das Investment
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  • Was Robo-Advisory überhaupt ist, skizzierte Finanz-Szene.de-Autor Heinz-Roger Dohms gestern in der SZ

Analyse: N26 zählt jetzt schon zu den größten deutschen Direktbanken*

Von Heinz-Roger Dohms

Es war das große Thema gestern: Die Berliner Fintech-Bank N26 knackt die Marke von 500.000 Kunden. Doch was bedeutet diese Zahl, wenn man sie in Relation setzt? Am passendsten scheint der Vergleich mit den Direktbanken – denn in diese Kategorie passt N26 trotz seines „Mobile only“-Ansatzes ja durchaus. Zählt man die ausländischen N26-Kunden mit, dann ist das Berliner Fintech jetzt schon ähnlich groß wie die „1822direkt“, die per 31. Dezember 2016 auf rund 462.000 Kunden kam. Auch die Norisbank (545.000 Kunden Ende 2015) ist nicht mehr weit weg.

*Anmerkung: Ursprünglich ging unsere Geschichte etwas anders. Wir hatten nämlich geschrieben, N26 sei jetzt die zwölftgrößte deutsche Direktbank. Das klang zwar knackig, allerdings hatten wir gleich zwei Dinge übersehen: 1.) Wenn man so konkret werden will, darf man die ausländischen N26-Kunden natürlich nicht mitzählen. 2.) Wenn schon, dann hätten wir N26 auf Platz elf verorten müssen – denn auch die Fusion von Consors und DAB hatten wir im Eifer des Gefechts nicht bedacht.

Der Vollständigkeit halber hier trotzdem der fehlerhafte Originaltext:

N26 ist jetzt die zwölftgrößte deutsche Direktbank

Es war das große Thema an diesem Montag: Die Berliner Fintech-Bank N26 knackt die Marke von 500.000 Kunden. Doch was bedeutet diese Zahl, wenn man sie in Relation setzt? Finanz-Szene.de hat sich zum Vergleich auf die Suche nach den Kundenzahlen der deutschen Direktbanken gemacht – denn in diese Kategorie passt N26 trotz seines „Mobile only“-Ansatzes ja durchaus.

Anfang des Jahres veröffentlichte der Internetdienst „modern-banking.de“ entsprechende Daten. Sie sind allerdings teils ein bisschen veraltet. Darum hat Finanz-Szene.de die Zahlen jener Banken, die auf eine ähnliche Kundenzahl wie N26 kommen dürften, auf den aktuellsten verfügbaren Stand gebracht. Demzufolge müsste das 2013 gegründete Berliner Fintech jetzt schon die zwölftgrößte deutsche Direktbank sein, noch hinter der Norisbank (545.000 Kunden, Stand. 31.12.2015),  aber vermutlich bereits vor der zur Frankfurter Sparkasse gehörenden „1822 direkt“ (462.000 Kunden, Stand: 31.12.2016).

Wir haben uns, ehrlich gesagt, nicht die Mühe gemacht, die Kundenzahlen aller Direktbanken zu aktualisieren. Aber unterzieht man die Daten von „modern-Banking.de“ einem Plausibilitätscheck, dann dürften neben der Norisbank tatsächlich nur noch folgende Institute vor N26 liegen:

  • ING-DiBa AG
  • DKB, Deutsche Kreditbank AG
  • comdirect bank AG
  • Volkswagen Bank
  • Mercedes-Benz Bank AG
  • Consorsbank
  • BMW Bank GmbH
  • Advanzia Bank S. A.
  • DAB Bank
  • Bank of Scotland

N26-Chef Stalf: „Bei mehr als 70 Prozent unserer Kunden sind die Akquisekosten gleich null“

Die Berliner Fintech-Bank N26 (ehemals Number 26) kommt vier Jahre nach ihrer Gründung bereits auf 500.000 Kunden. Um die Zahl besser einordnen zu können, haben wir Gründer Valentin Stalf drei Fragen gestellt.

1.) Mit wie vielen der 500.000 Kunden verdient N26 bereits Geld?

Stalf: Generell sind wir auf Einzelkundenbasis im Durchschnitt profitabel, allerdings veröffentlichen wir keine detaillierten Zahlen hierzu. Unser Fokus liegt weiterhin auf unserem Wachstum. Jeden Cent, den wir einnehmen, investieren wir in unser Angebot für unsere Kunden und unser Produkt.

2.) Bei wie vielen Kunden geht N26 davon aus, dass es sich um die Hauptbankverbindung des Kunden handelt?

Stalf: Aus Wettbewerbsgründen machen wir hierzu keine detaillierten Angaben. Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit der Aktivität unserer Kunsenbasis.

3.) Wie viel kostet N26 im Schnitt die Akquise eines Kunden? 

Stalf: Ein grosser Teil unseres Wachstums (über 70 %) basiert auf den Empfehlungen unserer Kunden. Unsere Kundenaquiaitionskosten sind daher auch geringer als bei anderen Anbietern.

(Anm. der Redaktion: Die Kurzinterviews in unserer Rubrik „Drei Fragen, drei Antworten“ werden i.d.R. schriftlich geführt. So war das auch in diesem Fall.)

 

Ad-hoc: Fintech-Bank N26 hat jetzt 500.000 Kunden

N26 (ehemals: Number26) wächst weiterhin rasant. Heute morgen hat die Berliner Fintech-Bank bekanntgegeben, dass sie bei mehr 500.000 Kunden angelangt sei. Finanz-Szene.de dokumentiert Auszüge der Pressemitteilung:

„Die mobile Bank N26 hat die 500.000 Kunden-Marke erreicht. Allein in den letzten 5 Monaten haben sich 200.000 neue Kunden für N26 entschieden. Das Wachstum basiert primär auf Empfehlungen bestehender Kunden und unterstreicht eindrucksvoll die Bedeutung positiver Erfahrungen mit N26. Durchschnittlich gewinnt N26 täglich mehr als 1.500 neue Kunden.

Im Rahmen der Strategie, Kunden die besten digitalen Angebote auf einer Plattform zu bieten, hat N26 in den vergangenen Monaten das Produktangebot rund ums Girokonto konsequent ausgebaut. Seit April bietet die mobile Bank ein Geschäftskonto für Selbstständige und Freiberufler, im Mai folgte ein Festgeld-Sparangebot in Kooperation mit WeltSparen, im Juni ging der Versicherungsservice in Partnerschaft mit Clark an den Start. Als letzte Neuerungen folgten im Juli die Erweiterung des bestehenden Kreditangebots durch die Integration von auxmoney auf die N26 Plattform und die erste native App-Integration des Mastercard SecureCode für mehr Sicherheit im Mobile Banking und bei Online-Zahlungen. Ziel ist es, das Produktangebot auch in den internationalen Märkten weiter auszubauen. Angekündigt wurde bereits die Unterstützung von Apple Pay in Italien, Spanien und Frankreich in diesem Jahr durch N26.

[…]

Im Januar 2016 feierte N26 seinen 100.000sten Kunden. Seither hat sich die Wachstumsgeschwindigkeit mehr als vervierfacht. Das Transaktionsvolumen erreicht über 5 Mrd. Euro. N26 Kunden haben 170 verschiedene Nationalitäten, nutzen ihre Karte in 207 verschiedenen Ländern und haben in über 143 Währungen bezahlt. Heute sind 40% der N26 Kunden über 35 Jahre alt.