29/03/19: Die große DWS-Story, Kampf um die Dt. Bank, Der Aareal-Trick

29. März 2019

Warum in der DWS-Belegschaft mit dem heutigen Tag das große Zittern beginnen könnte

„Die Treppe wird von oben gekehrt“ – mit diesem Aphorismus kündigte Asoka Wöhrmann Anfang Februar eine härtere Gangart in Sachen Kosten und Personal an. Was der DWS-Chef da noch nicht wissen konnte: Womöglich wird nicht er es sein, der bei der Fondstochter der Deutschen Bank demnächst den Besen hält. Sondern Yves Perrier, Vorstandschef von Amundi. Denn: Der größte europäische Fondsanbieter äußert heute (in Person von Vorständin Baudson) in einem HB-Interview klares Interesse an einem Kauf der DWS – wodurch das Szenario, die Deutsche Bank könnte die Tochter abgeben, um sich die Coba leisten zu können, plötzlich real wird. Aus unserer Sicht sind zu alldem zwei Dinge zu sagen: 1.) Anders als das  Bündnis Allianz/DWS, ergäbe die Kombi Amundi/DWS industriell betrachtet fast schon maximalen Sinn. Und 2.) Monsieur Perrier ist der krasseste Post-Merger-Kosten-Drücker, den die Fonds- oder gar die Finanzbranche kennt. Lesen Sie hier unsere große Analyse: Finanz-Szene.de

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News

„Bei den Annäherungsversuchen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank hat bemerkenswert früh die unappetitliche Phase begonnen“, kommentiert der erfahrene Kollege Wittkowski heute Morgen in der „BÖZ“. Wir selber würden das zwar nicht exakt genauso formulieren (kann man „unappetitlich“ vielleicht durch „interessant“ ersetzen?), ansonsten aber komplett unterschreiben. Denn: Allein, was da im Laufe dieser Woche alles  gesagt, kolportiert, geleaked, gespint, geraunt, berichtet, überhöht und dementiert wurde, würde in ruhigeren Zeiten locker reichen, um die „News“-Rubrik von „Finanz-Szene.de“ eine ganzen Monat lang zu füllen.

Die gestrigen Ereignisse, ganz kurz zusammengefasst: 1.) Laut „FT“ denkt die Deutsche Bank (was diese zurückweist) zum Zwecke der Commerzbank-Übernahme über eine Kapitalerhöhung in Höhe von 10 Mrd. Euro nach (was die Aktie nach der Veröffentlichung des Artikels gemacht hat, können Sie sich denken: Pffffffff.). Und 2.) „Reuters“ zitiert einen sogenannten Insider, wonach das Wertpapiergeschäft der Deutschen Bank im Januar „katastrophal“ und im Februar „schlecht“ gelaufen sei. Fortsetzung folgt. Financial Times (Paywall), Manager Magazin (Zusammenfassung), Börsen-Zeitung (Kommentar)

Die Deutsche Bank hat gestern den ersten richtigen Abschluss für ihre „DB Privat- und Firmenkundenbank AG“ vorgelegt (also für die zehn Jahre nach der Übernahme endlich zusammengelegte blau-gelbe Retailbank, wobei „Gelb“ in diesem Falle natürlich nicht für Coba steht, sondern für Poba). Auch hier in aller Kürze: Zahl der Filialen um 10% gesenkt +++ Zahl der Mitarbeiter um 3% gesenkt +++ Gewinn vor Steuern 1,1 Mrd. Euro. Reuters, Geschäftsbericht (PDF)

Die Aareal Bank hat gestern wieder mal „so lala“-mäßige Zahlen vorgelegt (diesmal für 2018) … was wir zum Anlass genommen haben, uns einfach mal anzusehen, wie sich der Trick mit dem „Badwill“ (also das, was die Deutsche Bank im Zuge der Coba-Fusion/Übernahme evtl. auch machen könnte) denn in den vergangenen fünf Jahren auf die Ergebnisse ebendieser Aareal Bank ausgewirkt hat. So viel vorweg: Der Effekt ist zumindest in drei der fünf Jahre enorm. Und wie der Aareal-Gewinn mal aussehen wird, wenn dieser und andere Sondereffekte wegfallen, will man lieber nicht wissen. Voilà: Finanz-Szene.de

Wirecard I: Der deutsche Zahlungsdienstleister hat – nachdem er sich selber durch den bislang unveröffentlichten Untersuchungsbericht der Kanzlei Rajah & Tann entlastet sieht – nun endlich Klage gegen die „Financial Times“ eingereicht, heißt es in diversen Medien. Ziele seien eine  Unterlassung der Berichterstattung sowie eine Entschädigung der Aktionäre. dpa/Zeit Online

Wirecard II: Nachdem am Montag schon bei „Spiegel Online“ stand, der Untersuchungsbericht von „Rajah & Tann“ liege Wirecard gar nicht vor, sondern nur Wirecards Wirtschaftsprüfer Ernst & Young, lesen wir dasselbe nun auch in der Online-Ausgabe des „Manager Magazins“. Wenn das wirklich stimmen sollte, sind wir dann eigentlich die einzigen, die das komisch finden? Denn: In Auftrag gegeben bei R&T hat die Untersuchung doch der Vorstand, oder? Müsste R&T die Untersuchung dann nicht eigentlich auch beim Vorstand abliefern? Wenn ich im Restaurant eine Currywurst bestelle, dann bekommt die doch auch nicht mein Wirtschaftsprüfer serviert. Manager Magazin

Wirecard III: Die „Schmiernippel“ (wie unser alter Herr sagen würde) vom „FT-Alphaville“-Blog der „Financial Times“ haben gestern eine schmiernippelige Übersicht sämtlicher Analysteneinschätzungen zur Wirecard-Aktie veröffentlicht, verbunden mit der schmiernippeligen Kommentierung: „Yeah, we’re just capturing this snapshot so it sits on the internet. Forever.“ Kurz gesagt: Das ausgegebene Preisziel liegt nur in zwei von 24 Fällen unter dem aktuellen Kurs (122,40 Euro). Herr Faure von Exane z.B. sieht das Papier bei 265 Euro, Herr Moawalla von Goldman bei 230 Euro, Frau Pauls von der Commerzbank bei 230 Euro. Und das bei einem Unternehmen, das dieser Tage mitgeteilt hat, die Veröffentlichung des Abschlusses um drei Wochen zu verschieben. FT Alphaville (nicht bezahl-, aber registrierungspflichtig)

Ahhh, endlich mal ein Fintech, von dem es (dank Börsennotiz) aktuelle, relevante, belastbare und übrigens gar nicht mal sooo schlechte Zahlen zu vermelden gibt: Die Online-Kreditplattform Creditshelf hat 2018 das vermittelte Kreditvolumen von 33,5 Mio. Euro auf gut 50 Mio. Euro gesteigert (also um rund die Hälfte). Als eigene Erträge blieben 2,4 Mio. Euro hängen, wobei hiervon knapp zwei Drittel aus den Gebühren der Kreditnehmer stammten und gut ein Drittel aus den Gebühren der Investoren=Kreditgeber. BÖZ (Paywall), Finanzen.net (Ad-hoc) 

Kurzmeldungen: Im „Handelsblatt“ findet sich heute Früh eine lange Warburg/Cum-Ex-Story, die darauf hinausläuft, dass auf die Hamburger Privatbank angeblich (!) „Steuerforderungen, Bußgelder und Vermögensabschöpfungen in dreistelliger Millionenhöhe“ zukommen könnten – was gemessen am Eigenkapital so einer Privatbank natürlich interessant bzw. unappetitlich wäre (HB/Paywall) +++ Die DG Hyp sieht sich auf Erfolgskurs (BÖZ) +++ Die HSH Nordbank a.k.a. „Hamburg Commercial Bank“ hat gestern mitgeteilt, exakt 44% ihrer Arbeitsplätze abzubauen (Reuters) +++ Die Fintech Group AG a.k.a „Kulmbacher Volksbroker“ hat 2018 ein neues Rekordergebnis (Ebitda: 43 Mio. Euro) erzielt (DGAP) +++ Die deutsche Klarna (also quasi die übernommene „Sofortüberweisung“) will ihre API-Kompetenz (Stichwort: Zahlungsauslösung) nutzen, um in Zukunft entsprechende Dienstleistungen auch für Fremdfirmen anzubieten (HB/Paywall) +++ Das aufmerksamkeitshungrige Fintech Finmatch, von dem es im Januar hieß, es sei jetzt gestartet, ist jetzt schon wieder gestartet (Finance Magazin)

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Gästeblog

Was kann die „Apple Card“ wirklich? Ist sie ein Gamechanger – oder ein Produkt, wie es das längst gibt, halt nur noch nicht von Apple? Und: Welches Geschäftsmodell steckt dahinter, welche Ziele verfolgt der Techkonzern, welche der Partner Goldman Sachs? Und: Was bedeutet die „Apple Card“ z.B. für die Deutsche Bank, was für N26? Und: Wie geht es weiter, wann kommt die Karte nach Deutschland, was wird die Bafin dazu sagen, was die Kartellbehörden? Jedenfalls: Wir haben einen der – möchten wir behaupten – fünf profundesten deutschsprachigen Kenner der Materie gebeten, eine richtig große „Apple Card“-Analyse für uns zu verfassen. Da der gute Mann auch Banken im Umgang mit Apple berät, durfte er seinen Namen nicht über den Artikel schreiben. Fanden wir aber nicht schlimm. Wir wissen, wer es ist – und Sie dürfen sich nicht nur über ein fantastisches Lesestück freuen, sondern auch auf das sinnentleerte Pseudonym, das wir uns für den armen Mann ausgedacht haben: Finanz-Szene.de 

Linktipps

Für alle „Badwill“(nein, das ist keine Netflix-Serie …)-Fans: Seit sich der großartige „Finanz-Szene.de“-Analyst Thomas Borgwerth im vergangenen Juni die Bilanzen von Hauck & Aufhäuser vorknöpfte, hat sich unsere Abonnentenzahl in etwa verdoppelt. Darum erlauben wir uns, da der „Badwill“ dieser Tage ein großes Thema ist, diesen Klassiker für alle hinzugekommenen Leser einfach nochmal zu verlinken: Finanz-Szene.de

Ist es wirklich so, dass die Fintech-Welle das Allfinanz/Bancassurance-Modell wiederbelebt hat – oder eher doch nicht? Zu dieser Frage hat sich André Bajorat ein paar Gedanken gemacht: Paymentandbanking

Wenn Scalable Capital seine eigenen Kunden für ein Crowd-Investment anpumpen würde, fänden wir das irgendwie, nun ja, ein bisschen seltsam. Der große britische Wettbewerber Nutmeg indes macht genau das. Warum? Independent.ie

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über den verblüffenden Anstieg der Zahl der Kleinaktionäre unter den Deutsche-Bank-Investoren. Finanz-Szene.de

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