Die Replik der Deka auf die Finanz-Szene.de-Analyse zum Zertifikateboom

16. April 2019

Von Christian Kirchner

Am vergangenen Freitag analysierte „Finanz-Szene.de“ im Artikel „Warum die Deka (und die Sparkassen-Berater) so krass auf Zertifikate abfahren“ die Provisions- und Vertriebsstrukturen beim Fondsdienstleister der Sparkassen. Die Deka kritisiert nun den von uns in der Überschrift des Newsletters verwendeten Begriff „Giftküche“ als „unfair und unsachlich“ – und bat uns, eine Replik zu veröffentlichen. Dem kommen wir aus Gründen des Fairness natürlich nach.

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  1. Die DekaBank emittiert im Jahr rund 3 000 Zertifikate. Darunter Kapitalschutzprodukte, defensiv ausgerichtete Aktienanleihen, Express-Zertifikate, Stufenzinsanleihen. Andere Anbieter emittieren diese Anzahl von Zertifikaten an einem Tag. Warum so wenig? Weil wir uns am Kundenbedarf orientieren, weil es spekulativ ausgerichtete Hebelprodukte bei uns nicht gibt und weil wir nur Zertifikate auflegen, wenn unser Research die Basiswerte mit „Kaufen“ oder „Halten“ versieht. Wir bieten unseren Kunden solche Zertifikate an, die sich als Beimischung für mittel- bis langfristig orientierte Kundendepots eignen. Jedes vierte im letzten Jahr verkaufte Deka-Zertifikat ist eine ganz einfache Plain-Vanilla Stufenzins-Anleihe. Was ist daran „giftig“? Die Produkte sind nicht „Bäh“, wie Sie schreiben.
  2. Deka-Zertifikate sind keine Wetten. Wir wetten nicht für und schon gar nicht gegen unsere Kunden. Das steht im Finanz-Szene-Artikel auch. Es sind seriöse und intensiv regulierte Anlageprodukte.
  3. Zertifikate sind auch Kapitalmarktprodukte. Also können sie selbstverständlich auch in ihrem Wert schwanken. Für viele Zertifikate-Anleger, die im Rahmen einer persönlichen Beratung über ihre Vermögensstruktur beraten werden, steht nicht nur die Höhe der Ertragsmöglichkeiten im Vordergrund, sondern vor allem, dass die Anlagerisiken über Kapitalschutzmechanismen und Sicherheitspuffer reduziert werden. Die Deka konzentriert sich deshalb auf einfache und transparente sowie vielfach defensiv ausgerichtete Anlagezertifikate mit hoher Planungssicherheit und Kalkulierbarkeit für Anleger.
  4. Apropos Express-Zertifikate: Diese vereinen auch viele positive Eigenschaften, die Anlegern gerade im derzeitigen Marktumfeld besonders wichtig sind. Sie bieten – schon bei der Erwartung seitwärts tendierender oder nur leicht steigender Kurse des Basiswerts – die Chance auf entsprechende Ertragszahlungen und die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung. Das kann die Anlagedauer spürbar verkürzen. Darüber hinaus beinhalten gerade Express-Zertifikate diverse Mechanismen zur maßgeschneiderten Risikosteuerung, wie Airbag- oder Memory-Funktionen. Das sind keine „Wortklaubereien“, sondern erklären elementare Produktbestandteile.
  5. Ein Kunde kommt in der Regel nicht mit Produktname und ISIN in die Filiale und sagt: Das Zertifikat hätte ich gern. Richtig! Aber viele mündige Kunden haben gerade im Nullzinsumfeld sehr einfache, aber klare Ziele: Einen festen Zins und am Ende ihr Geld zurückbekommen. Kostet das etwas? Ja. Denn wir als Emittent strukturieren das Produkt und stellen seine Funktionsweise sicher. Die Kosten werden dem Anleger selbstverständlich transparent aufgezeigt. Angeboten werden die Zertifikate bei den Sparkassen im Rahmen einer Anlageberatung. Sie sind also nur ein Teil deren umfassenden Angebots an Anlageprodukten. Und da kann es eben sein, dass für einen Teil der Vermögensallokation auch Zertifikate ins Portfolio genommen werden. Ist das schlecht? Im Gegenteil. Passt deshalb jedes Zertifikat für jeden Kunden? Natürlich nicht. Welches Zertifikat für welchen Kunden passt, entscheiden Kunden und Berater im Rahmen einer individuellen Anlageberatung.
  6. In der Deka gibt es übrigens keine Incentivierungs-Gründe, mehr Zertifikate als Fonds zu verkaufen. Und was das „Basisinformationsblatt“ betrifft: Das bekommt der Kunde in der Filiale ausgehändigt, er muss sich durch keine „Website-Reiter kämpfen“.
  7. Die unabhängige Rating-Agentur Scope hat der DekaBank als Emittent von Anlagezertifikaten übrigens in den letzten beiden Jahren die Höchstnote „AAA“ im Rahmen eines umfassenden „Zertifikate Management Ratings“ bescheinigt. Der Ratingbericht ist öffentlich und kann auf den Internet-Seiten der DekaBank eingesehen werden. Und eines noch: Möglich, dass Sie das als Werbung wahrnehmen, wir jedoch nicht. Aber eine unabhängige Expertenjury aus über 30 Journalisten, renommierten Kapitalmarktkennern sowie Wissenschaftlern zeichnete die DekaBank in den letzten drei Jahren als führenden Primärmarktanbieter aus. Auch daher sind wir der Meinung, dass der Begriff „Giftküche“ völlig unangebracht ist.

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