28/02/19: Was lief da mit Goldman & Wirecard?, Deutsche Bank, Fidor-Spezial

28. Februar 2019

Die Fidor-Bank ist jetzt gereinigt und kapitalisiert. Aber findet sie auch einen Käufer?

Auch eine Geschichte, wie man sie nicht alle Tage hat: Da verbrennt ein deutsches Kreditinstitut in einem Jahr das Zweifache seines eigenen Kapitals. Aber ein bisschen provokativ gesagt, kann das dem Kreditinstitut egal sein. Denn kurz bevor die Probleme so richtig losgingen, schlüpfte die Münchner Fidor-Bank unter das Dach der Pariser Großbank BPCE. Was die Franzosen mit den Bajuwaren vorhatten, ist bis heute ein einziges  Rätsel. Was aber vermutlich nicht der Plan war: die teutonische Tochter binnen 24 Monaten dreimal zu retten. Indes: Ebendies hat die BPCE freundlicherweise gemacht, nur um die Münchner nun wieder zum Verkauf zu stellen. Bleiben ein paar Fragen: Ist Fidor noch der Fintech-Vorreiter, als der man einst gehandelt wurde? Hat die Bank eigentlich ein Geschäftsmodell? Und wer kommt als Käufer infrage? Ein Finanzinvestor? Die DKB? Sonst wer? Hier das Exklusiv-Interview mit Fidor-Chef Matthias Kröner: Finanz-Szene.de

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Der Beginn eines neuen Kapitals? Mobil, intuitiv und provisionsfrei mehr als 6.100 Aktien und ETFs handeln – von 07:30 Uhr bis 23:00 Uhr. Das ist das Angebot der Trade Republic. Es fällt lediglich eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro pro Order an. Die intuitive App bietet z.B. eine personalisierte Timeline sowie einfache Such- und Filterfunktionen. Wer mehr wissen möchte: www.traderepublic.com.

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News

Haben Sie die Sache mit Wirecard und Goldman Sachs mitgekriegt? Womöglich nicht, also: Die US-Investmentbank hielt offenbar jahrelang einen großen Anteil an Wirecard – was zumindest uns hier nie aufgefallen ist, weil Goldman (meinen wir jedenfalls) nie auftaucht, wenn die großen Wirecard-Investoren aufgezählt werden. Warum tauchen die Amerikaner nie auf? Mag daran liegen, dass es anderen auch verborgen blieb. Mag daran liegen, dass Goldman den Großteil seiner Aktien verliehen hatte. Keine Ahnung. Jedenfalls: Wenn man ein bisschen durchs DGAP-Archiv scrollt, dann entdeckt man irgendwann eine Stimmrechts-Mitteilung vom 27. April 2016, aus der hervorgeht, dass Goldman bei Wirecard damals die 5%-Grenze unterschritten hat, nämlich von 5,08% auf 4,99% (wobei von diesen 4,99% wiederum 4,96% verliehen waren) …

Wie geht die Sache nun weiter? Am Dienstagabend dieser Woche tauchen auf der DGAP-Seite in kurzen Abständen drei weitere Stimmrechts-Mitteilungen zu Wirecard/Goldman auf. Aus diesen geht hervor, dass die Wirecard-Position der Amerikaner im Februar auf bemerkenswerte Art und Weise Jojo gespielt hat. Denn ausgerechnet am letzten Handelstag vor dem Leerverkaufs-Verbot ging es von den 4,99% auf 6,56% rauf – bevor es am ersten Handelstag nach dem Leerverkaufs-Verbot schlagartig auf 1,29% runterging. Was hat das alles nun zu bedeuten? Vermutlich gar nichts. Technischer Kram oder was auch immer. Wir haben uns trotzdem mal zwei, drei unfertige Gedanken zu dem Thema gemacht. Vielleicht interessiert’s Sie ja: Finanz-Szene.de

Dürfen wir kurz verharren? Erinnern Sie sich an unseren üppigen Wirecard-Adyen-Vergleich neulich, der zum Ergebnis kam, dass Adyen zwar das viel effizientere Unternehmen zu sein scheint, Wirecard aber dank erstaunlicherweise (fast) viermal höherer Marge mehr Geld verdient. Jedenfalls: Gestern hat Adyen (also der junge niederländische Payment-Champion) für 2018 mal eben eine Steigerung des Vorsteuergewinns um 83% auf 131 Mio. Euro verkündet. Und die Nettomarge? Verbesserte sich nach unseren Berechnungen dennoch nur leicht von 20 auf 22 Cent je 100 Euro Transaktionsvolumen, sie bleibt also weiterhin weit hinter der von Wirecard zurück. Handelsblatt (Paywall)

Auch der größte deutsche Baufi-Vermittler Interhyp hat gestern seine 2018er-Zahlen präsentiert, und was aus Sicht klassischer Banken ja fast schon beruhigend anmutet: Die ING-Tochter hat ihren Marktanteil diesmal „nur“ um 0,3 Punkte auf 8,7% gesteigert (nachdem es 2017 ein Plus von einem ganzen Prozenpunkt gewesen war). Da ja aber nun der Markt als solcher kräftig wächst, verzeichnete Interhyp beim Finanzierungsvolumen dennoch ein Plus von 11% auf imposante 22 Mrd. Euro. Pressemitteilung  

Nix Neues zu N26 diese Woche? Doch, die Smartphone-Bank hat gestern verkündet, nach Brasilien zu expandieren, was ein ziemlich interessantes Unterfange ist, denn: Ebendort wartet auf N26 das mit 4 Mrd. Dollar bewertete lateinamerikanische Wunder-Fintech Nubank, das technisch ähnlich beschlagen sein soll wie Neymar (siehe auch unser Onboarding-Gastbeitrag neulich), dabei aber deutlich weniger verletzungsanfällig. Schöne Herausforderung. Gründerszene

Finden Sie die Aareal Bank auch so schrecklich langweilig wie wir hier? Dann treffen wir hoffentlich auf Ihr Verständnis, wenn wir Sie über die 2018er-Zahlen nur insofern unterrichten, als das Vorsteuerergebnis minimal von 328 Mio. Euro auf 316 Mio. Euro gesunken ist. Und was machen wir jetzt mit denjenigen, die den Wiesbadener Immobilienfinanzierer superspannend finden? Die haben doch eh das Super-Digital-Print-Premium-Abo der wunderbaren Börsen-Zeitung (Paywall)!

Kurzmeldungen: Das Oberlandesgericht Frankfurt hat gestern entschieden, dass Banken für Basiskonten nur begrenzt Gebühren verlangen dürfen. (FAZ) +++ Die neuen Spekulationen über einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank haben die Coba-Aktie gestern um rund fünf Prozent steigen lassen (FAZ) +++ Nachdem der Zinsüberschuss der Münchner Sparkasse in den beiden Vorjahren bereits um zusammen 11% zurückgegangen war, sind 2018 weitere 3% hinzugekommen (Presse) +++ Die Deutsche Bank hat weitere Anteile an der Santander Bank Polska (die 2017 das frühere Polen-Geschäft der Frankfurter übernommen hatte) versilbert. Erlös: 135 Mio. Euro (APA/Reuters) +++ Die DZ-Bank-Krisentochter DVB hat ihren Zahlungsdienst Logpay an VW Financial Services verkauft (Automobilwoche) +++ Bei der  HSBC Deutschland ist der Provisionsüberschuss 2018 um (Autsch!) 11% eingebrochen (Presse)

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Linktipps

Der Brexit und die (deutschen) Fintechs: Eine sehr lesenswerte Reportage, in der es unter anderem um Weltsparen, SumUp und die Solarisbank geht. Süddeutsche 

Sie wollen nicht, aber vielleicht müssen sie ja: Die Geschichte, wie Deutsche-Bank-AR-Chef Paul Achleitner und CEO Christian Sewing die Fusion mit der Commerzbank vorbereiten. Manager Magazin (Paywall)

Passend zu den gestern vorgelegten Zahlen ist kürzlich bei „Bloomberg“ eine große Geschichte zu Adyen erschienen. Wenn Sie es noch nicht gelesen haben, sollten Sie es tun, es sei denn, der ganze Payment-Kram ist Ihnen schnuppe, was natürlich völlig legitim ist. Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern unsere Grafik zu den Verschiebungen im deutschen Zertifikate-Markt. Finanz-Szene.de

Nachtrag

Irgend so ein Schlaumeier-Newsletter (ich glaube, es war unser eigener) hat gestern stolz verkündet, das Stealth-Modus-Fintech Receeve enttarnt zu haben. Der Stolz ließ allerdings merklich nach, als uns die Kollegen vom „Finletter“ darauf aufmerksam machten, dass sie die Story schon im Januar hatten. Sorry, Kollegen, war uns entgangen! Was jetzt aber nicht heißt, wir würden Euch nicht lesen. Tun wir natürlich … Aber manchmal überliest man halt auch mal was. Schande. Haupt.

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