Kurz gebloggt

Bafin keilt gegen die Banken

8. Mai 2019

Bei der gestrigen Jahrespressekonferenz der Finanzaufsicht Bafin gab es gleich so viele Neuigkeiten und gewohnt markige Einschätzungen, dass wir fast schon den Überblick verloren haben.

Also, der Reihe nach: In Deutschland lägen einige Banken „auf der Intensivstation“, erklärte Bafin-Exekutivdirektor Raimund Röseler. Und wie sich das gehört, hingen die entsprechenden Institute längst an entsprechenden medizinischen Apparaten, sprich: Sie werden jetzt von einer neuen, gesonderten Einheit beobachtet. Namen nannte Röseler gleichwohl nicht (was den Banken vermutlich am Kapitalmarkt auch die Apparate abstellen würde), es schimmerte allerdings durch, dass es sich um eine lediglich einstellige Zahl von Instituten handele. Reuters

Bafin-Chef Felix Hufeld wiederum erregte sich, die Kostenbasis der deutschen Banken sei seit der Finanzkrise „nicht um ein Jota gesunken“. Es fehle (bei allen Banken) „der gebotene Rumms“ bei den Sparanstrengungen. Und: nachdem schon die Bafin bei kleineren Banken prüft, ob diese auch genügend Risikovorsorge für faule Kredite bilden oder Kredite zu lax vergeben, erweitert die EZB diesen Check nun auch auf 119 (unter anderem: deutsche) Großbanken. Handelsblatt (Paywall)Süddeutsche zum gleichen Thema

Und dann fiel uns noch ein Live-Tweet der Kollegin Schreiber von der „SZ“ auf.  Denn war nicht erstaunlicherweise das Thema „Badwill“ nach Platzen der Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank so schnell (und unerklärlich) wieder verschwunden, wie es vor Wochen aufgepoppt war?

Zur Erinnerung: Weil die Commerzbank deutlich weniger Wert an der Börse ist als der Wert ihres Eigenkapitals, könne man sich – so das Kalkül eines möglichen Erwerbers (und der Praxis schon bei einigen Übernahmen so praktiziert) – die Differenz selbst bilanziell zuschanzen. Man zahlt ja quasi aktuell rund 30 Cent für einen Euro Firmenwert. Zu diesem Manöver muss aber die Aufsicht zustimmen.  Jedenfalls: Mögliche Kaufinteressenten der Commerzbank sollten sich bitte laut Bafin nicht allzu große Hoffnung auf die Nutzung des „Badwills“ machen, sofern sie vorhaben, damit Ausschüttungen zu finanzieren, so die Kollegin via Twitter.

Und dann sind wir bei der Lektüre des Jahresberichts, Umfang schlappe 200 Seiten, über etwas gestolpert, was nicht so recht zu Banken und Fintechs passt, gleichwohl aber doch in einem Zusammenhang mit dem Leerverkaufsverbot und den Ermittlungen in Sachen des Payment-Konzerns Wirecard stehen könnte: Dem starken Rückgang der Untersuchungen, Analysen und Verfahren wegen Marktmanipulation. Aber lesen Sie selbst: Finanz-Szene.de 

 

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