Reportage

Berlin stellt Hilfen für den Fall einer Fusion von Deutscher Bank und Coba in Aussicht

1. April 2019

Als der „Focus“ am Wochenende über angebliche Pläne des Finanzministeriums berichtete, einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank zu „orchestrieren“ – da klang das alles noch sehr vage (der Originaltext übrigens las sich sogar noch vager als die extrahierte Meldung, die über die Nachrichtenticker Karriere machte). Seit gestern Nachmittag indes haben wir das Ganze zumindest schon mal einen Ticken konkreter. Da nämlich meldete „Bloomberg“, in Gesprächen, an denen Finanzminister Scholz und Deutsche-Bank-Chef Sewing beteiligt gewesen sein sollen, sei erörtert worden, wie man eine etwaige Fusion möglichst günstig gestalten könne. Eine Idee: Gesetzesänderungen, um die Umwandlung der Deutschen Bank in eine Holding steuerlich günstiger zu gestalten. Nun räumen die „Bloomberg“-Kollegen ehrlicherweise ein, dass es sich um Sondierungen in einem sehr frühen Stadium handle. Oder anders gesagt: Die Story ist weiterhin vager, als dass sie konkret ist. Dennoch merkten die Investoren auf. Deutsche Bank: 5,8% im Plus. Commerzbank: 5,6% im Plus. Bloomberg, Reuters

Mit Verlaub: Haben die Sparkassen irgendeine Idee, was sie mit der DKB machen sollen?

Welche wirklich wertvollen Assets hat eigentlich der Sparkassen-Sektor? Klar, die 50 Mio. Kunden. Sicherlich, die Deka. Aber sonst? Ach, ja, die DKB, natürlich. Eine der wenigen Perlen, die es im deutschen Retail-Banking noch gibt. Wobei: Sieht man das bei den Sparkassen genauso? Denn: Wenn auch nur ein My an dem Gerücht dran ist, der Abgang von BayernLB-Chef Riegler (Meldung weiter unten) könnte auch damit zu tun haben, dass einigen bayerischen Sparkässlern missfiel, was die BayernLB-Tochter DKB so treibt – dann muss man wirklich fragen: Geht’s noch? Oder anders gewendet: Seit drei Jahren werkeln die Sparkassen nun an Yomo (also am „roten N26“) herum. Wäre es nicht naheliegender gewesen, sie hätten der BayernLB (finanziert per Umlage) die Mehrheit an der DKB abgekauft, um diese als „DKB – die Direktbank der deutschen Sparkassen“ so richtig auszurollen? Klar, ein Stückweit hätte man sich damit selbst kannibalisiert. Aber vielleicht ist das im digitalen Zeitalter ja auch ein Asset: überhaupt noch in der Lage zu sein, sich selbst zu kannibalisieren.

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