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Coba erhöht Gebühren für Geschäftskonten um bis zu 43%

27. Oktober 2019

Von Christian Kirchner

Bei der Commerzbank sollen auch die Geschäftskunden ihren Beitrag zum Gelingen der Strategie „Commerzbank 5.0“ leisten – und zwar in Form drastisch steigender Kontoführungs-Gebühren. Das geht aus einem Hinweis auf der Homepage des Frankfurter Instituts („Bitte beachten Sie die Änderung unserer Preisberechnung zum 01. 01 .2020“) hervor.

Hinter dem Link steckt eine saftige Erhöhung der Entgelte zwischen sage und schreibe 25% und 43%. Die Veränderungen bezogen auf die drei angebotenen Kontomodelle im Detail:

alt neu Veränderung
Konto „Klassik“ 6,90 € 9,90 € 43%
Konto „Premium“ 18,90 € 24,90 € 32%
Konto „Premium Plus“ 39,90 € 49,90 € 25%

Dabei belässt die Commerzbank nicht bei der Steigerung der eigentlichen Kontoführungs-Gebühren: Zwar erhöhte sie die Anzahl der kostenlosen beleglosen Überweisungen pro Monat (Klassik: von 0 auf 10, Premium: von 50 auf 75, Premium Plus von 500 auf 750). Zugleich verteuern sich aber Sortenvorgänge wie Ein- bzw. Auszahlungen: In den Varianten Premium und Premium Plus waren bislang fünf Transaktionen kostenlos, nun kosten diese 2,50 Euro ab dem ersten Vorgang.

Wie viele Kunden betroffen sind (und wie sich die Erhöhung auf die Erträge auswirken könnte), lässt sich nicht genau sagen. Der Bereich „Privat- und Unternehmerkunden“ umfasst rund 13,4 Mio. Kunden.  Die Coba schlüsselt aber nicht auf, wie sich diese Zahl auf Retail- einerseits und Geschäftskunden andererseits verteilt. Nach eigenen Angaben hat die Commerzbank unter Geschäfts- und kleineren Firmenkunden einen Marktanteil von 5%. Auf Basis von rund 3,3 Mio. Unternehmen aller Art in Deutschland lässt sich vermuten, dass es um eine sechsstellige Zahl von Kunden gehen dürfte.

Die Commerzbank steht unter Druck ihrer Investoren, die seit seit vielen Quartalen bestenfalls stagnierenden Erträge bemängeln. Im Mittelpunkt der Planungen zur „Commerzbank 5.0“ standen indes eher Kostenreduktionen. Konkrete Ertragsziele lieferte die Bank nicht. Sie teilte lediglich mit, dass sie nicht von fallenden Erlösen über den Zeitraum bis 2023 ausgehe. Bislang begegnen Investoren der neuen Strategie skeptisch. Seit Verkündung gab die Commerzbank-Aktie 4% nach. Bankaktien der Eurozone legten im gleichen Zeitraum 5% zu.

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