Commerzbank kappt Ertragsziel und plant höhere Gebühren

27. September 2019

Von Christian Kirchner

Die Commerzbank stimmt ihre Kunden im Zuge ihrer neuen Strategie „Commerzbank 5.0“ auf höhere Gebühren ein.  Laut Ad-Hoc-Mitteilung von Donnerstagabend will das Institute bei seinen Kunden „zusätzliche Ertragspotenziale konsequent nutzen“ und „eine neue Preisstrategie“ einführen – beides Formulierungen, die höhere Entgelte nahelegen. Details nannte die Bank noch nicht, außer, dass „das Basisangebot durch ein modulares Angebot ergänzt“ werde und „bei kostenlosen Basisprodukten künftig im Sinne einer Fair-Use-Policy auch Inaktivität bepreist“ werde (also das, was Fidor neuerdings auch macht).

Ferner kippte das Institut seine Ertragsziele für das laufende Jahr. Wegen eines verschärften Marktumfelds „erwartet die Bank für das Jahr 2019 nicht länger steigende bereinigte Erträge“, heißt es in der Mitteilung.

Die übrigen verkündeten Details der Strategie „Commerzbank 5.0“ entsprechen in wesentlichen Zügen dem, was die Frankfurter bereits am vergangenen Freitag vorab bekannt gegeben hatten. Konkret soll/en …

  • netto rund 2300 weitere Stellen bis 2023 wegfallen
  • 200 der aktuell rund 1000 Filialen schließen
  • die Mehrheitsbeteiligung an der polnischen mBank (Wert aktuell: rund 2,2 Mrd.  Euro) verkauft werden
  • die Tochter Comdirect auf die Commerzbank verschmolzen werden. Die freien Aktionäre der Comdirect erhalten entsprechend ein Übernahmeangebot in Höhe von 11,44 Euro je Aktie; aktuell hält die Commerzbank rund 82% der Aktien.
  • 750 Mio. Euro als zusätzliche Mittel in die Digitalisierung, die IT-Infrastruktur und in Wachstum investiert und rund  850 Mio. Euro für die Restrukturierung aufgewendet werden.
  • eine Million inaktive Kunden loswerden (siehe auch unsere Detailanalyse hier)

Bis 2023 will die Commerzbank dann auf eine Kostenbasis von 5,5 Mrd. Euro jährlich kommen (aktuell für 2019 erwartet: 6,4 Mrd. Euro).  Als Eigenkapitalrendite werden mindestens 4% angestrebt (zuletzt im Q2 erreicht: 4,3%, siehe Quartalsbericht).

Im Zuge des Strategie-Updates regelt die Commerzbank auch die Nachfolge des zur Danske Bank wechselnden Finanzchefs Stephan Engels. Seine Nachfolgerin wird spätestens im März 2020 Bettina Orlopp, bislang im Vorstand zuständig für Personal, Compliance und Recht. Zwei dieser drei Ressorts (nämlich Personal und Compliance) gehen an Sabine Schmittroth, bisher Bereichsvorständin im Privatkundengeschäft der Commerzbank. Um das Thema Recht wird sich CEO Martin Zielke in Zukunft persönlich kümmern.

Die Commerzbank-Aktie reagierte auf den Vollzug unbeeindruckt und notierte gegen 19:45 Uhr im außerbörslichen Handel 0,6% schwächer zum Vortag. Seit Vorab-Bekanntgabe der Pläne hat die Aktie damit rund 7% an Wert verloren.

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