Cyber-Gangster rauben bei Regionalbank mehr als 2000 Konten aus

27. August 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Liebe Oldenburgische Landesbank, seit wann sind wir bei Dir denn nicht mehr auf dem Presseverteiler? Kürzlich waren wir es doch noch. Und nun, wo Du endlich mal was Spannendes zu erzählen hast, hätten wir es fast nicht mitbekommen. Fast so, als hättest Du es genau darauf angelegt …

Also, was ist passiert: Cyber-Kriminelle haben auf mehr als 2000 (!) Konten bei Dir zugegriffen und dabei 1,5 Mio. Euro erbeutet. Seltsam, dass die Online-Medien gestern und die Zeitungen heute Früh nicht voll sind von der Geschichte. Man muss sich das mal vorstellen: >2000 Konten bei Regionalbank ausgeraubt!!! Was dagegen war im Frühjahr bei N26 und jüngst bei Revolut los, als es um jeweils einen (!) dokumentierten Fall ging …

Wie gut, dass es die „Emder Zeitung“ gibt, die die Sache aufgedeckt hat. Und die regionale „dpa“, die gestern nachhakte und von Dir mitgeteilt bekam, „Konten- oder Kartendaten seien nicht gehackt worden“. Wie beruhigend! Jedenfalls: Wir selber wollen uns die Causa heute mal näher angucken auch um zu sehen, was Mastercard mit der Sache zu tun hat, den deren Debitkarte war ja offenbar das Einfallstor. Bis dahin vertrösten wir unsere Leser mit der Dokumentation der Pressemitteilung, die uns zwar nicht erreicht hat, die wir aber auf deiner Website gefunden haben:

„In der vergangenen Woche hat es eine missbräuchliche Nutzung von Debit Master-Cards gegeben. Betroffen war ein Teil der Karten, die die OLB an ihre Kunden ausgegeben haben. Andere Produkte als die Debit Mastercard waren oder sind nicht betroffen: Kunden, die also beispielsweise eine OLB Girocard, eine Visa-Kreditkarte oder eine normale Mastercard-Kreditkarte nutzen, waren oder sind nicht betroffen.

Es lag ausdrücklich kein Datenschutzfall vor: Konto- oder Kartendaten sind weder bei der OLB noch bei einem Drittanbieter gehackt worden. Es handelte sich um einen Betrugsvorfall aus der organisierten Cyberkriminalität mit gefälschten Karten und Terminals, der aus Brasilien heraus begangen wurde.

Insgesamt beschränkte sich der Betrug auf etwas mehr als 2.000 betroffene Konten. Alle betroffenen Kunden hat die Bank schnell ermittelt und schriftlich informiert. Allen Betroffenen, denen durch die missbräuchliche Verwendung ihrer Debit Mastercards Schaden entstanden ist, wurde der Schaden umgehend vollständig erstattet. Der Kunde musste dafür nichts unternehmen.

Aus Vorsorge sind sofort alle Debit Mastercards gesperrt worden. Anstelle der gesperrten Debit Mastercards sendet die OLB ihren Kunden neue Debit Mastercards zu. Die Debit Mastercard ist ein attraktives Produkt, das für die Kunden die Möglichkeiten in der Bargeldversorgung erweitert. Mit der OLB Debit Mastercard kann man an allen Geldautomaten mit Mastercard-Symbol Geld abheben, innerhalb des Euroraums ist dies in der Regel gebührenfrei.

Die Sicherheit insbesondere der Daten und der Geldeinlagen der Kunden hat für die OLB höchste Priorität. Es ist in diesem Kontext auch gut und wichtig, dass die Schutzmechanismen frühzeitig angeschlagen haben. Wie in der gesamten Finanzbranche wird die Bank in Zusammenarbeit mit allen Dienstleistern die Abwehrmechanismen gegen Cybercrime kontinuierlich weiterentwickeln.“

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