Kurz gebloggt

Das Wichtigste zu den Verhandlungen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank

23. April 2019

Keine Entscheidung über Ostern – nun tickt die Uhr bis Freitag, dem 26. April. Bis zu diesem Tag – der Verkündung der Quartalszahlen – will zumindest die Deutsche Bank laut einer ursprünglichen Ankündigung von Aufsichtsratschef Paul Achleitner entschieden haben, ob man überhaupt in vertiefende Gespräche über eine Fusion einsteige. Hier die wichtigsten Einordnungen über die Ostertage:

  • Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ gilt der bislang kolportierte Zeitplan – also noch vor der Vorlage der Deutsche-Bank-Quartalszahlen am Freitag, dem 26. April womöglich in „vertiefte Verhandlungen“ einzusteigen – als kaum zu halten. Vor allem für die Deutsche Bank sei der Aufwand groß, die eigenen Daten insbesondere zu den internationalen Geschäftsfeldern zusammen zu tragen. Süddeutsche
  • Laut der „FAZ“ wächst vor allem im Aufsichtsrat der Deutschen Bank der Widerstand gegen eine „allzu komplexe“ Fusion. Grund seien Bedenken der Firmenkunden und der Großaktionäre selbst. FAZ
  • Und was, wenn die Fusionsgespräche tatsächlich abgebrochen werden? (I)
    Der absehbare Einbruch der Erträge im Investmentbanking und im Handel werfe für Europas Banken nicht weniger als die Frage auf, ob ihre Geschäftsmodelle noch funktionierten, analysiert die „FT“. So sei die Deutsche Bank auf dem Weg, am Freitag das achte Quartal in Folge einen Erlösrückgang im Investmentbanking zu vermelden. Eine Restrukturierung gerade des US-Geschäfts sei für die Bank zwingend ganz unabhängig vom Ausgang der Fusionsverhandlung, zitiert die FT einen Anleihengläubiger. FT
  • Und was, wenn die Fusionsgespräche tatsächlich abgebrochen werden? (II)  Für diesen Fall arbeitet die Deutsche Bank laut „Bloomberg“ an einem Plan B. Der könne aus einer kleinen Lösung bestehen, in der die aktuelle Strategie mit weiteren und beschleunigten Kostensenkungen verfolgt wird, auch im Investmentbanking. Aber auch aus einer großen, nämlich einem … (und wir trauen uns das kaum zu schreiben, da zwei Hände nicht mehr ausreichen, um zu zählen, der wievielte das nun wäre)… genau, einem: Strategieschwenk. Zudem berichtet Bloomberg, es gäbe „keine Anzeichen dafür, dass eine Einigung näher rücke“. Bloomberg via Welt
  • Wie genau der Plan B aussehen könnte, darüber sinniert efinancialcareers – mit dem berechtigten Hinweis, dass der Strategieschwenk in Form etwa eines radikal gekürzten Investmentbankings zwar womöglich Kosten spart, aber erst mal kostet, da Abfindungen, Büromieten, Abwicklungen etc. viel Geld kosten dürften. efinanicalcareers
  • Die „New York Times“ blickt auf die Fusionsgespräche durch die US-Brille: Es sei schwer vorstellbar, dass die Diskussion über eine Bankenfusion in irgend einem anderen Land derart heftige Emotionen schüren würde wie in Deutschland. Das sei aber kein Wunder: Von einst vier großen, börsennotierten Privatbanken bliebe womöglich binnen einem Jahrzehnt nur eine über. Und die Geschichte der im 19. Jahrhundert gegründeten Commerzbank und der Deutschen Bank sei eng verbunden mit der Geschichte des ganzen Landes und seiner Identität. New York Times
  • Nicht nur, dass DWS-Chef Asoka Wöhrmann damit begonnen hat, weitgehend geräuschlos „die Treppe von oben zu kehren“, indem Dutzende Mitarbeiter gehen müssen. In den Fusionsverhandlungen will sich die Deutsche-Bank-Tochter offenbar auch nicht damit abgeben, nur Spielball zu sein und lotet Vertriebskooperationen mit anderen Adressen wie der UBS, Axa und Amundi aus, schreibt Bloomberg.

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