Kurz gebloggt

Deutsche Bank: Die Nachrichtenlage in 60 Sekunden

20. Mai 2019

Von  Christian Kirchner

Bei der Deutschen Bank spitzt sich die Lage im Vorfeld der Hauptversammlung an diesem Donnerstag zu, die Aktie ist auf ein 45-Jahres-Tief gesunken. Die wichtigsten Nachrichten der vergangenen 24 Stunden im Finanz-Szene.de-Überblick:

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  • Die „New York Times“ berichtet, die Deutsche Bank habe die Bedenken mehrerer Mitarbeiter weggewischt, das Institut müsse Transaktionen mit den Unternehmen von Donald Trump und seinem Schwiegersohn Jared Kushner wegen des Verdachts der Geldwäsche an die US-Finanzbehörde melden. Die Deutsche Bank dementierte die Darstellung gestern früh entschieden. Die Transaktionen betreffenTrumps einstige Stiftung sowie die Immobilienfirma Kushners, es geht um die Jahre 2016 und 2017. Der Vorwurf ist schwerwiegend, zumal die Deutsche Bank eines der wenigen Institute sein soll, die in den letzten 20 Jahren überhaupt noch Geschäfte mit Donald Trump und seinem Firmenimperium getätigt haben. Offenbar ficht der Vorwurf auch Trump selbst an, der auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit einer Kette von Wortmeldungen auf den Artikel reagierte: Er sei nie auf die Hilfe von Banken angewiesen gewesen, habe aber mit der Deutschen Bank Geschäfte gemacht, weil diese „sehr gut“ und „hochprofessionell“ gewesen sei. New York Times (Artikel/Paywall, fünf Artikel pro Monat kostenlos), Deutsche Dank (Dementi), Trumps Tweets (Twitter)
  • Der Finance-Autor der New York Times (und Verfasser des gestrigen NYT-Artikels) kündigt für 2020 ein Buch mit dem wenig schmeichelhaften Titel „Dark Towers – The inside story of the world’s most destructive bank“ an. (Vorschau)
  • Die Analysten der schweizerischen UBS raten in einer Studie zum Verkauf der Deutschen-Bank-Aktie und nennen ein Kursziel von 5,70 Euro. Die wesentlichen Gründe: In Sachen des zu erwartenden Umsatzes gebe es Gegenwind bei den Marktbedingungen und den Zinsen; die Bank verliere absolut wie relativ zu Wettbewerbern an Umsatz; sie habe nur bedingt überhaupt noch strategische Optionen – und die Ziele von 4% (2019) und 10% Kapitalrendite (später) seien illusorisch. Insgesamt sei die Bank damit auch anfällig für eine Eintrübung am Markt – und könnte in extremen Marktsituationen trotz solider Kapitalposition zu einer weiteren Kapitalmaßnahme gezwungen sein.
  • Wie viel Ablehnung verträgt Aufsichtsratschef Paul Achleitner auf der Hauptversammlung am Donnerstag? Der Frage geht die „FAS“ nach – und diagnostiziert: Dem Chefkontrolleur gingen die Freunde aus. Weder gebe es Belege für den Kulturwandel noch drücke der Aktienkurs Vertrauen aus. Entscheidend für den 2012 angetretenen Aufsichtsratschef werde die Abstimmung über die Entlastung. Die werde, orakelt die FAS, „unschön, aber nicht vernichtend“ ausfallen – alles über 50 Prozent Zustimmung ließe sich wohl als Erfolg verkaufen. FAS
  • Laut der „Welt am Sonntag“ wackeln die Stühle von Investmentbanking-Chef Garth Ritchie und der Compliance-Vorstandsfrau Sylvie Matherat. Belege jenseits der „Unternehmenskreise“ gibt es dafür aber nicht, allerdings passt die Nachricht zum „Modus operandi“ des Aufsichtsratschefs Achleitner: Unter Druck hat er seit 2012 des Öfteren das Personal gewechselt. Und:  In beiden Bereichen gibt es Probleme, das Investmentbanking arbeitete zuletzt defizitär, und im Compliance wackelt mit jeder neuen Meldung aus dem Bereich Schwarzgeldverdacht die Strategie der Deutschen Bank, Verfehlungen als Altlasten einer längst beendeten Ära unter Josef Ackermann und Anshu Jain zu etikettieren. Welt
  • Die „FT“ hat einen Vorschlag an die Adresse von Goldman Sachs: Kauft die Deutsche Bank! Der Preis sei günstig, gerade das Geschäft der Transaktionsbank passe hervorragend zu den Amerikanern. Nebenbei sänke auch das systemische Risiko, da das Schicksal der Deutschen Bank weit wichtiger sei als jenes der Commerzbank. FT (Paywall)
  • Und dann wärmt „Reuters“ ein Thema auf, das auch uns schon ausführlich beschäftigt hat: Demnach interessiert sich die französische Fondsgesellschaft Amundi (auch nach Scheitern des DBK/CBK-Zusammenschlusses) für eine Fusion mit oder für eine Beteiligung an der DWS – Voraussetzung sei aber die Mehrheit am neuen Unternehmen. Reuters, Finanz-Szene.de Analyse (März)

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