Kurz gebloggt

Deutsche Bank sackt in deutschen „League Tables“ durch

19. September 2019

Von Christian Kirchner

Wie läuft es eigentlich in dem für die Banken so lukrativen Investmentbanking in Deutschland? Kommt drauf an, ob man das Geschäft mit Anleihen betrachtet – dann läuft es bislang eher schlecht (minus 7% zum Vorjahreszeitraum).

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Oder das mit Fusionen und Akquisitionen – dann läuft es katastrophal (minus 52%). Oder das mit Aktien, dann läuft es noch katastrophaler (minus 64%).

All das geht aus den neuesten Zahlen des Datenanbieters Refinitiv hervor, kompiliert in lobenswert erbsenzähliger Kleinarbeit bis einschließlich 16. September.

Die Banken befinden sich demnach in einer Abwehrschlacht, in der nur noch darauf ankommt, wer weniger als der jeweils andere verliert. Auffällig: Einer der größten Verlierer ist die Deutsche Bank, die ihr Investmentbanking allerdings gerade auch massiv kürzt. Das illustriert ein Blick auf Fusionen und Akquisitionen …

League Table Fusionen und Akquisitionen Deutschland 2019, Stand 16.9.

Rang 2019 Rang 2018 Bank Erlöse in Mio. $ zum Vorjahr
1 1 Goldman Sachs 38.330 -73%
2 14 BofA/Merrill Lynch 35.304 -30%
3 4 JP Morgan 31.916 -64%
4 5 Credit Suisse 24.668 -64%
5 16 Lazard 22.140 -54%
6 12 Citi 17.056 -69%
7 3 Morgan Stanley 16.723 -84%
8 2 Deutsche Bank 11.102 -91%
9 18 UBS 9.508 -60%
10 61 Duff & Phelps 7.347 5903%
Summe 106.005 -52%

Quelle: Refinitiv, Vorjahr = gleicher Vorjahreszeitraum (bei Rang/Volumen)

Hier wurde die Deutsche Bank von Rang 2  auf Rang 8 durchgereicht mit einem 91%igen Einbruch. Hintergrund: Bei den sechs größten M&A-Deals mit deutscher Beteiligung – egal ob als Käufer oder Übernahmeziel – war die Deutsche Bank auf keiner Seite tätig.

Eine Macht bleibt die Deutsche Bank hingegen im Anleihengeschäft, …

League Table Anleihengeschäft Deutschland 2019, Stand 16.9.

Rang 2019 Rang 2018 Name Erlöse in Mio. $  zum Vorjahr
1 1 Deutsche Bank 24.079 -15%
2 2 UniCredit 21.244 -15%
3 9 Citi 15.307 18%
4 3 JP Morgan 14.958 -23%
5 6 Commerzbank AG 14.912 -21%
6 8 Barclays 14.337 0%
7 4 HSBC Holdings PLC 14.089 -28%
8 7 BofA/Merrill Lynch 12.856 -25%
9 13 LBBW 11.197 14%
10 15 TD Securities 11.071 30%
Summe 304.934 -7%

Quelle: Refinitiv, Vorjahr = gleicher Vorjahreszeitraum (bei Rang/Volumen)

… wo es einzig der Citi gelingt, in einem schrumpfenden Markt deutlich zuzulegen.

Deutliche Veränderungen gibt es auch in der Königsdisziplin, dem Aktiengeschäft …

League Table Aktiengeschäft Deutschland 2019, Stand 16.9.

Rang 2019 Rang 2018 Name Erlöse in Mio. $ zum Vorjahr
1 1 JP Morgan 1.708 -50%
2 7 Berenberg 1.015 -35%
3 6 Credit Suisse 951 -48%
4 3 BofA/Merrill Lynch 944 -62%
5 2 Goldman Sachs 862 -66%
6 10 UniCredit 788 -28%
7 4 Deutsche Bank 737 -67%
8 8 BNP Paribas SA 402 -72%
9 5 Citi 401 -80%
10 11 Societe Generale 364 -52%
Summe 9.836 -64%

Quelle: Refinitiv, Vorjahr = gleicher Vorjahreszeitraum (bei Rang/Volumen)

…. wo die Deutsche Bank (die genau diesen Bereich restrukturiert) ebenfalls stark an Boden verloren hat, Berenberg – siehe auch unsere heutige große Geschichte – sich auf Rang 2 vorarbeiten konnte.

Aber um welchen Preis? Um in den League Tables den Satz von 7 auf 2 zu machen, genügte es bereits, „nur“ 35% an Geschäft zum Vorjahreszeitraum zu verlieren.

Unwahrscheinlich, dass das vierte Quartal hier noch viel rausreißt. So bleibt den Banken schon jetzt nur die Hoffnung auf 2020, verbunden mit der Frage, ob das Aktiengeschäft dann endlich wieder richtig anspringt. Denn Kosten verursacht das Investmentbanking und der Handel dauerhaft. Die Erträge sind indes stark zyklisch.

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