Kurz gebloggt

Deutsche-Bank-Zahlen: Drei Thesen in 30 Sekunden

26. April 2019

Von Christian Kirchner

Die Deutsche Bank hat am Freitag detaillierte Zahlen zum Verlauf des ersten Quartals geliefert. Das Wichtigste zu den Zahlen in drei Thesen und 30 Sekunden

  • Die Zahlen haben die (zuletzt gesunkenen) Erwartungen der Analysten mindestens erreicht oder gar übertroffen, so dass unter dem Strich ein Nettogewinn von 200 Mio. Euro übrig geblieben ist. Vorstandschef Christian Sewing macht bei den Kosten raschere Fortschritte als sein Vorgänger. Problematisch ist allerdings, dass sie nicht schneller fallen (8% zum Vorjahresquartal) als die Erträge (minus 9% zum Vorjahresquartal vor Sondereffekten). Nun ist die quartalsweise Betrachtung stets etwas grobschlächtig. Allerdings…
  • … sind steigende Umsätze laut der Bank die Bedingung, dass die Bank ihre die Ertragsziele von 4% Eigenkapitalrendite 2019 und mittelfristig 10% erreicht. Die Umsätze steigen aber nicht, sondern: fallen. Es ist nun klarer denn je, dass es nicht in der Hand der Bank liegt, diese Ertragsziele zu erreichen, sondern die Marktbedingungen mitspielen müssen. So arbeitete die Investmentbank-Sparte im ersten Quartal defizitär; wie hoch in diesem Segment die Erträge ausfallen, hängt auch davon ab, ob es starke Kursschwankungen gibt oder Unternehmen mehr oder weniger Aktien und Anleihen platzieren oder Fusionsberatung brauchen.
  • Will die Bank sich bei einer bedenklich niedrigen Profitabilität nicht zu stark ins Risiko begeben – sprich, schlicht darauf hoffen, dass die Rahmenbedingungen mitspielen – muss Christian Sewing einen Plan B präsentieren (Hier mehr dazu). Einen Plan, der über das aktuelle Konzept deutlich hinaus geht, also einfach die Kosten grob in dem Maße senken, wie die Erträge weiter zerbröseln. Die Deutsche Bank erwirtschaftet aktuell seit Anfang 2018 weniger als 1% Eigenkapitalrendite, weist eine Cost-Income-Ratio von 93% und einen auf 15 Mrd. Euro geschrumpften Börsenwert auf.

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