Die Zahlen der ING Deutschland im dritten Quartal

31. Oktober 2019

Von Christian Kirchner

Die Niedrigzinsen machen nun auch der ING Deutschland merklich zu schaffen. Das geht aus dem heute früh veröffentlichen Quartalsbericht des niederländischen Mutterkonzerns ING Groep hervor.  Demnach ging der Vorsteuergewinn gegen über dem gleichen Vorjahresquartal um 2% auf 377 Mio. Euro zurück.  Das ist zwar insofern ein Luxusproblem, als die frühere ING Diba damit in Sachen Aufwand-Ertrags-Ratio (42%) und Eigenkapitalrendite (16,9%) weiterhin in einer eigenen Liga spielt hierzulande. Dennoch deuten die Zahlen darauf hin, dass das jahrelange Gewinnwachstum einstweilen zum Erliegen gekommen ist.

Ursächlich dafür ist, dass der Zinsüberschuss nicht länger zulegt. Er steht für rund 80% der Erträge der hiesigen ING und sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 1%. Leichte Schwäche zeigt auch der Bereich Wholesale-Banking; hier fiel der Vorsteuergewinn um rund 14% zum Vorjahresquartal. Die Einheit für Firmenkunden wurde einst geschaffen, um den massiven Einlagenüberhang der Bank sinnvoll zu nutzen.

Hier die wichtigsten Kennziffern der ING Deutschland im Überblick:

in Mio. Euro Q3/18 Q2/19 Q3/19 Q3/19 zu Q3/18
Zinsüberschuss              546              535 538 -1%
Provisionsüberschuss                74                77 85 13%
Erträge gesamt              678              654 664 -2%
Kosten gesamt              292              321 284 -3%
Gewinn vor Steuern              386              347 377 -2%

Quelle: ING Groep

Dass es sich beim Ende des Gewinnwachstums nicht um eine verzerrte Momentaufnahme eines Quartals handelt, zeigt der Blick auf die kumulierten ersten neun Monate: Auch hier ging der operative Gewinn der 8% gegenüber dem Vorjahr zurück. Weiterhin verlassen kann sich die ING indes auf ihre Kostendisziplin, dank der gesunkenen Kosten fiel die Cost-Income-Ratio auf den niedrigsten Wert der jüngeren Vergangenheit. Das ist um so erstaunlicher, als dass der ING dabei das Kunststück gelingt, die Kosten zu senken (-3%), obwohl die Zahl der Mitarbeiter steigt (+5% auf 5.307 Vollzeitstellen, die laut der ING-Systematik dem Deutschland-Geschäft zugeordnet werden).

Laut der Detailergebnisse stoppt der Zufluss neuer Einlagen. Das Volumen stagniert bei rund 138 Mrd. Euro. Der mutmaßliche Grund hierfür ist die Kürzung der Zinsen auf nur noch 0,01% beim Flaggschiff-Produkt „Extra-Konto“. Der nur moderate Anstieg des Kreditvolumens deutet darauf hin, dass ING den Rückgang beim Zinsertrag nicht über immer mehr Geschäft  kompensieren will. Sondern: Sie setzt stattdessen auf Kostensenkungen.

Q3/18 Q2/19 Q3/19 Q3/19 zu Q3/18
Gewinn Retail-Banking 260 248 268 +3%
Gewinn Wholesale-Banking 125 99 110 -14%
Cost-Income-Ratio 43,0% 49,1% 42,8%
Einlagen (Mrd. €) 133,6 138 138,1 0%
Immobilienkredite (Mrd. €) 72,7 74,7 75,8 +4%
Konsum.-Kredite (Mrd. €) 44,4 46,9 46,1 +4%

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