Exklusiv

Donner & Reuschel schluckt Berenbergs VV-Office

8. Oktober 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Die Hamburger Privatbank Donner & Reuschel übernimmt nach exklusiven Informationen von Finanz-Szene.de das „Vermögensverwalter- Office“ des Konkurrenten Berenberg. Der Deal kommt insofern überraschend, als die „Wirtschaftswoche“ und andere Medien zuletzt über Hauck & Aufhäuser als Käufer spekuliert hatten. Tatsächlich habe das Frankfurter Institut ein Angebot abgegeben, sagen unsere Quellen – das Berenberg-Management habe sich jedoch letztlich für die konkurrierende Offerte von Donner & Reuschel entschieden. Als Kaufsumme sei von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag auszugehen.

Im „Vermögensverwalter Office“ bündelt Berenberg Dienstleistungen für rund 150 unabhängige Vermögensverwalter. Aufgebaut hatte diesen Bereich Michael Gillessen, der das Alster-Institut vor einem Jahr allerdings unvermittelt verlassen hatte. Bald darauf gingen mit Frank Eichelmann und Sven Hoppenhöft zwei weitere Schlüsselmanager; sie gründeten zwischenzeitlich das Beratungshaus „Pro BoutiquenFonds“. Seit diesen Abgängen war in der Branche über einen mögliche Veräußerung des „Vermögensverwalter Office“ spekuliert worden.

Für die Mitarbeiter dürfte der Verkauf an Donner & Reuschel die bessere Nachricht sein, als wenn Hauck & Aufhäuser den Zuschlag bekommen hätte. Denn: Hauck & Aufhäuser ist im Bereich der Vermögensverwalter-Service sei Jahren aktiv – gut denkbar, dass es darum infolge einer Übernahme zu doppelten Besetzungen und damit zu Stellenstreichungen gekommen wäre. Donner & Reuschel hingegen muss in dem Segment erst Fuß fassen und dürfte auf die Berenberg-Leute entsprechend angewiesen sein.

Aus dem Archiv:

Donner & Reuschel: Die Bank mit dem 56-Mio.-Euro-Haus

Der große Überblick über die Privatbanken-Bilanzen 2018

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