Exklusiv

Durchsuchung bei Apobank wegen Cum-Ex-Beteiligung

15. Oktober 2019

Von Christian Kirchner

Bei der Düsseldorfer Apobank ist es bereits Ende September zu einer Durchsuchung im Zusammenhang mit der Cum-Ex-Affäre gekommen. Konkret wurden Ermittler der Staatsanwaltschaft Köln am Mittwoch, dem 25. September, in der Bank vorstellig. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln lehnte eine Stellungnahme ab, da man in Verfahren mit Bezug zum Steuerrecht grundsätzlich keine Auskunft erteilen dürfe.

Eine Sprecherin der Apobank erklärte auf Nachfrage von Finanz-Szene.de:  „Wir bestätigen, dass die Staatsanwaltschaft Köln am 25. September 2019 in der Zentrale der Apobank Durchsuchungen vorgenommen hat. Es geht um Geschäftsvorfälle aus den Jahren 2009 und 2010. Die Apobank kooperiert vollumfänglich mit den Behörden, um zur schnellstmöglichen Aufklärung des Sachverhalts beizutragen. Darüber hinaus kann die Apobank angesichts der laufenden Untersuchungen aktuell keine weiteren Auskünfte geben.“

Damit reiht sich die Apotheher- und Ärztebank in den Kreis von Finanzdienstleistern ein, die seit dem Spätsommer unangemeldet Besuch von Ermittlern in Sachen „Cum ex“ bekamen: Am 10. September war die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt, bereits am 29. August die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream durchsucht worden. Hintergrund in allen Fällen ist auch der Kampf gegen Verjährungsfristen: Da es um Vorgänge aus den Jahren 2009 und 2010 geht, fassen die Ermittler den Kreis der Verdächtigen häufig präventiv „weit“ und wollen noch rechtzeitig die Verfahren einleiten. Per Mitte September ging es um insgesamt 56 Verfahrenskomplexe mit 400 Beschuldigten.

Mit größeren wirtschaftlichen Risiken rechnet die Apobank zumindest laut ihrem Halbjahresbericht nicht. Für Prozessrisiken hat das Institut per 30. Juni Rückstellungen über 17,6 Mio. Euro gebildet. Darin enthalten sind indes 15 Mio. Euro für Rechtsrisiken aus unwirksamen Darlehens-Vereinbarungen.

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