Leserblog

„Frankfurts Banken spüren nichts von Bewerbermangel“

18. Juli 2019

Nachdem wir am Dienstag unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (bzw. deren IAB-Institut) ein „Azubi-Armaggedon“ bei Frankfurts Banken vermeldet hatten, fühlt sich „Leser W.“ zum Widerspruch herausgefordert. Herr W. arbeitet nämlich bei der DZ Bank. Und dort sei von einem Mangel an Bewerbern nichts zu spüren.

„Ihre Meldung zum ‚Talent-Armageddon‘ hat mir keine Ruhe gelassen. Denn bei den Frankfurter Banken werden die Ausbildungsplätze sehr wohl besetzt, die Attraktivität der Ausbildung „Bankkaufleute / Büromanagement“ ist unvermindert hoch.

Lassen Sie mich dies am Beispiel der Bank, für die ich arbeite, nämlich die DZ Bank, skizzieren: In diesem Jahre hatten wir insgesamt 19 Ausbildungsplätze ausgeschrieben (Bankkaufleute, Büromanagement und Fachinformatiker) und 690 (!) Bewerber. Dabei haben sich allein für die zehn Plätze „Bankkaufleute“ 387 junge Menschen beworben. In Frankfurt selbst waren es 193 Bewerber für fünf Plätze. Dagegen zählt die Statistik des IAB-Instituts für Frankfurt 2017 insgesamt nur 66 Bewerber.

Dass die Statistik nicht wirklich stimmen kann, zeigen auch die Daten der Volks- und Raiffeisenbanken, die im vergangenen Jahr 96% ihrer rund 3000 Ausbildungsplätze besetzt haben. Die Zahl zeigt, dass auch die Genossenschaftsbanken in der Fläche als Ausbildungsbetrieb eine hohe Attraktivität haben. Zugegeben: Die Gesamtzahl der Auszubildenden bei den genossenschaftlichen Ortsbanken ist zuletzt von 9450 (2017) auf 8350 (2018) gesunken. Das liegt aber nicht am mangelnden Bewerberinteresse – sondern am Abbaus von Geschäftsstellen und der Fusionen von Genossenschaftsbanken. Einziger Wermutstropfen: Fluch der guten Ausbildung – die Absolventen werden verstärkt abgeworben, auch von kommunalen Institutionen.“

Anm. der Redaktion: Wir haben uns von den DZ Bank bestätigen lassen, die Zahlen, die der Mitarbeiter uns gegenüber nannte, korrekt sind.

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