Exklusiv

So (verblüffend) groß ist die BNP Paribas mittlerweile in Deutschland

26. März 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Vor anderthalb Jahren ist die BNP Paribas mal ein bisschen aus der Deckung gekommen. Da gab Deutschland-Chef Lutz Diederichs – damals frisch im Amt – die Losung aus: 2 Mrd. Euro Ertrag bis 2020. Jenseits dieses Umsatzziels allerdings: Weiß man zahlenmäßig so gut wie nichts über das hiesige Geschäft der größten französischen Bank (was daran liegt, dass die BNP keine eigenständige Deutschland-Tochter unterhält). Jedenfalls: Wir haben uns trotzdem mal auf die Suche nach den Zahlen gemacht. Und siehe da: Wir sind fündig geworden, zumindest ein bisschen. Und waren durchaus erstaunt. Denn wussten Sie, dass die BNP Paribas hierzulande deutlich mehr Mitarbeiter hat als die ING Groep (trotz Diba). Und zuletzt mehr Geld verdient hat als z.B. die Unicredit (trotz HVB) in ihrer deutschen Privat- und Firmenkunden-Sparte. Und dass sie wächst wie Hulle? Voilà:

1.)    Ertragswachstum

Die BNP Paribas hat ihre Erträge zwischen 2014 und 2018 um die Hälfte gesteigert – wobei der Sprung in 2015 u.a. auf die Übernahme der DAB Bank zurückzuführen ist (die später mit der Nürnberger Consorsbank – die den Franzosen schon deutlich länger gehört – verschmolzen wurde) Doch selbst, wenn man nur die Zahlen seit 2015 betrachtet, kommt die BNP hierzulande auf ein Gesamtwachstum von knapp 24% und einen CAGR von 7,4%. Um übrigens bis 2020 tatsächlich auf 2 Mrd. Euro zu kommen, bräuchte es dieses und nächstes Jahr ein durchschnittliches Ertragswachstum von 9,2% (noch zum Vergleich: Die ING Deutschland kam 2018 auf Erträge in Höhe von 2,1 Mrd. Euro.

2.)    Mitarbeiterwachstum

Die Belegschaft ist seit 2014 um gut 28% gewachsen. Auch hier spielt die Übernahme der DAB Bank eine Rolle – der größte Teil des Wachstums war aber organischer Natur. So stockte die BNP Paribas hierzulande allein 2018 um gut 400 Mitarbeiter auf. Zur Einordnung: Der Headcount von zuletzt 5342 Mitarbeitern ist fast um die Hälfte größer als der der ING Deutschland, der per Ende 2018 bei 3650 lag (gerechnet jeweils als „Vollzeitäquivalente“.

3.)    Vorsteuergewinn

Die mutmaßlich hohen Investitionen (vor allem im Firmenkundengeschäft und neuerdings auch im Wealth Management) belasten offenkundig das Ergebnis. So erwirtschaftete die BNP Paribas in Deutschland nach 423 Mio. Euro in 2015 in den beiden darauffolgenden Jahren nur noch 380 Mio. Euro bzw. 322 Mio. Euro. Allerdings zog der Vorsteuergewinn 2018 dann auch immerhin wieder auf 413 Mio. Euro an. Das war ähnliche viel wie beispielsweise die Helaba – und mehr, als die Unicredit in ihrem „Commercial Banking – Germany“ (das dem Privat- und Firmenkundengeschäft der Hypo-Vereinsbank entspricht) verdient hat.

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