Kurz gebloggt

Warum der DKB-Gewinn so deutlich zurückgegangen ist

2. September 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Markant gestiegene Risikokosten im Firmenkundengeschäft haben der zweitgrößten deutschen Onlinebank DKB das Halbjahresergebnis verhagelt. Wie aus den gestern vorgestellten Sechsmonats-Zahlen hervorgeht, stieg die Vorsorge in der nicht mal 15 Mrd. Euro großen Sparte auf stattliche 53 Mio. Euro. Konsequenz: Das Segmentergebnis schrupfte um mehr als 80%  auf nur noch 7,9 Mio. Euro.

Gleichwohl enttäuschte die zuletzt einigermaßen erfolgsverwöhnte BayernLB-Tochter nicht nur im Firmenkundengeschäft. So schrumpfte der Zinsüberschuss – bezogen auf die gesamte DKB – um unschöne 6% auf nur noch 479 Mio. Euro, die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 17% auf 270 Mio. Euro (wobei hier nach Bankangaben „Investitionen in die digitale Infrastruktur“ zu Buche schlugen, also Einmaleffekt, wenn man so will). Das Konzernergebnis sank um 19% auf 155 Mio. Euro – und es wäre sogar noch deutlich stärker gesunken, hätten positive Bewertungseffekte in Höhe von 30,5 Mio. Euro das Ergebnis nicht zumindest ein wenig aufgehübscht.

Eine vermeintliche Erfolgsmeldung kam aus dem Retailbereich. So teilte die DKB gestern mit, stolze 198.000 Neukunden* gewonnen zu haben. Das freilich war der Bruttowert – netto akquirierten die Berlinern lediglich 111.000 neue Kunden. Mit anderen Worten. Auf fünf Kunden, die die DKB (für teures Geld) gewinnt, kommen zwei, die sie verliert.

*In der ursprünglichen Fassung hatten wir irrtümlich geschrieben, brutto seien es 189.000 Neukunden gewesen.  Das heißt auch: Die DKB hat nicht nur 78.000 Kunden verloren (wie sich aus der ursprünglichen Berichterstattung ergab), sondern 87.000 Kunden. Folge: Der Schlusssatz stimmt nur noch sehr ungefähr. Wenn man’s ganz genau nimmt, verliert die DKB sogar 2,2 Kunden, wenn sie fünf neue gewinnt (immer vorausgesetzt: Wir haben uns nicht verrechnet …).

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