Exklusiv

Exklusiv: Ex-DZ-Bank-Manager wird Finanzchef von N26

28. April 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Der Vorstand der Berliner Smartphone-Bank N26 ist wieder komplett. Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ tritt der Niederländer Richard Groeneveld die Nachfolge des kürzlich ausgeschiedenen Finanz-und Risikochefs Matthias Oetken an. Groeneveld war von 2002 bis 2016 Chief Operating Officer des Frankfurter Schiffs- und Transportfinanzierer DVB Bank, einer Tochter des genossenschaftlichen Spitzeninstituts DZ Bank. Laut seines LinkedIn-Profils gründete Groeneveld danach mit Partnern eine Beratungsfirma für Robotic Process Automation. Parallel amtierte er als Beirat der Deutschland-Tochter der niederländischen NIBC-Bank.

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Zum Hintergrund: Die Führungsstruktur von N26 gleicht einer Matrix. Die beiden aus Österreich stammenden Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal stehen der eigentlichen N26 GmbH vor. Darunter hängt die N26 Bank mit dem Vorstandschef Markus Gunter (Ex-CEO der damaligen DAB Bank) und nun eben Groeneveld. Die Konstruktion dürfte u.a. dem Umstand geschuldet sein, dass Stalf und Tayenthal – als N26 vor drei Jahren als erstes deutsches Fintech eine Banklizenz erhielt – die damals gegründete Bank-Tochter mangels Bafin-Zulassung gar nicht hätten führen dürfen. Wie viel Einfluss die eigentlichen „Banker“ auf die Geschicke von N26 haben, ist indes nicht wirklich klar. Als das „Handelsblatt“ neulich von schwerer Kritik der Bafin an den Strukturen bei N26 berichtete, lautete eine der Vorhaltungen: Der Mutterkonzern übernehme zu viele Aufgaben für die Tochter. „Klar ist, dass die Gründer diejenigen sind, die stärker pushen, während der Bankvorstand im Zweifel auch mal bremsen muss“, sagt ein Insider zum Verhältnis zwischen Unternehmens- und Bankvorstand. „Diese Rollenverteilung ist aber völlig natürlich.“

„Finanz-Szene.de“ hatte im Januar als erstes Medium über die bevorstehende Demission von Finanz- und Risikochef Oetken berichtet. Kurz danach entspann sich die N26-Affäre mit Berichten über Betrugsfälle, Fake-Konten und die harsche Kritik der Bonner Aufseher an der Smartphone-Bank. Auf den ersten Blick drängt sich die Vermutung auf, die Vorstands-Personalie könnte mit den Problemen bei N26 zusammenhängen. Tatsächlich dürfte allerdings die offizielle Lesart, stimmen wonach Oetken das einzige deutsche Milliarden-Fintech verlassen hat, um sich eigenen beruflichen Projekten zuzuwenden. Eines von mehreren Indizien: Die von der Bafin bei einer sog. 44er-Prüfung festgestellten  Unzulänglichkeiten betrafen den Marktbereich – nicht die von Oetken unmittelbar verantwortete Marktfolge. Der frühere HSH-Nordbank-Manager hatte seinen Abgang intern schon im vorigen Sommer angekündigt, aber versprochen, im Amt zu bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei.

N26-Gründer Maximilian Tayenthal kommentierte die Verpflichtung Groenevelds gegenüber „Finanz-Szene.de“ wie folgt: „Wir freuen uns sehr, dass wir Richard für N26 gewinnen konnten. Er hat einen beeindruckenden Track Record bei Prozessverbesserungen sowie im Risikomanagement und bei der Kontrolle von Abläufen. Damit wird er uns ideal bei dem für uns hoch relevanten Thema Skalierbarkeit und Sicherheit von Prozessen verstärken und voranbringen.“ Groeneveld selber sagte: „Es gibt momentan wohl keine spannendere Bank als N26. Ich freue mich sehr, dass ich nun meine Expertise und Vision einbringen kann, um die weitere Entwicklung der N26 Bank maßgeblich mitzugestalten, neue Standards zu setzen und Teil der Erfolgsgeschichte von N26 zu sein.”

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