Exklusiv

IT-Panne bei Commerzbank war schlimmer als bekannt

1. Juli 2019

Von Christian Kirchner

Die erneute IT-Panne bei der Commerzbank hatte gravierendere Folgen als bislang bekannt. So erfuhr Finanz-Szene.de von direkt Betroffenen, dass es genau wie beim großen IT-Chaos Anfang Juli auch diesmal wieder zu fehlenden Geldeingängen gekommen sei. Zudem wurden zumindest in Einzelfällen Überweisungen nicht verbucht und Daueraufträge nicht ausgeführt.

Ein Sprecher der Commerzbank bestätigte gestern Abend gegenüber Finanz-Szene.de, dass es zu Schwierigkeiten bei Buchungen gekommen sei – allerdings seien die Vorgänge „nachgebucht“ worden. Zuvor hatte das Institut in einer Stellungnahme via Social Media lediglich Probleme mit dem Online-Login, mit Kartenzahlungen und mit Abhebungen eingeräumt.

Das neuerliche IT-Fiasko hatte sich am frühen Freitagmorgen ereignet. Als erstes Medium berichtete bereits um kurz nach 8 Uhr Finanz-Szene.de über die Panne,  im Laufe des Vormittags stiegen dann auch die großen Medien auf das Thema ein. Am frühen Nachmittag vermeldete die Commerzbank schließlich, dass die Probleme behoben seien.

Trotzdem gingen die Beschwerden von Kunden weiter. Aus rund 100 Meldungen auf Facebook, Twitter und dem Portal „Allestörungen“ sowie aus Berichten von Betroffenen, die der Redaktion persönlich bekannt sind, ergab sich folgendes Bild:

  • Die Commerzbank soll am Freitag zwar alle anfallenden Belastungen (inklusive Kontoführungsgebühren) vorgenommen haben – allerdings in mehreren Fällen eingehende Zahlungen wie Gehalt, Renten oder Sozialleistungen nicht verbucht haben.
  • Auch hieß es, am Freitag fällige Überweisungen und Daueraufträge seien nicht in den Umsätzen aufgetaucht. Die Kunden wüssten nun nicht, ob und wann diese verbucht werden
  • Zudem beschwerten sich (angebliche) Betroffene, sie hätten auch am Samstag kein Geld abheben können, obwohl das Konto gedeckt gewesen sei. Hierzu allerdings teilte ein Commerzbank-Sprecher gegenüber Finanz-Szene.de mit, solche Fehler habe man nicht festgestellt.

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