Exklusiv

Personelle Turbulenzen beim Deutsche-Bank-Zögling Verimi

24. September 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Bei der maßgeblich von der Deutschen Bank promoteten Identitäts-Plattform Verimi ist vom ursprünglichen Führungstrio nur 18 Monate nach dem Startschuss niemand mehr an Bord. So hat laut Informationen von Finanz-Szene.de kürzlich auch Finanzchef Torsten Sonntag das Berliner Unternehmen verlassen. Zuvor waren bereits Geschäftsführerin Donata Hopfen und Technikchef Holger Friedrich ausgeschieden.

Die Deutsche Bank und weitere große Unternehmen wie die Allianz, Lufthansa oder T-Systems hatten Verimi im April 2018 gestartet, um ein Gegengewicht zu den Log-in-Diensten von Facebook und Google aufzubauen. Wirkliche Erfolgsmeldungen waren seitdem allerdings nicht zu vernehmen. Vielmehr könnten die Abgänge ein Hinweis darauf sein, dass es bei dem Prestigeprojekt bislang alles andere als rund läuft.

Ein Sprecher von Verimi sagte auf Anfrage, dass Friedrich (Gründer des IT-Beraters Core SE) sein Amt schon vor Monaten „planmäßig“ an seinen Nachfolger Dirk Woywod übergeben habe. Der langjährige Deutsche-Bank-Manager Sonntag wiederum habe „nach zwei Jahren intensiver Aufbauarbeit […] im Juni auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen seine Position als Geschäftsführer aufgegeben.“

Unterdessen ist Finanz-Szene.de im Bundesanzeiger auf den 2018er-Abschluss von Verimi gestoßen. Daraus geht hervor, dass das Startup im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag in Höhe von 29 Mio. Euro verbucht hat – womit sich die Anlaufkosten per Ende letzten Jahres auf insgesamt gut 33 Mio. Euro summieren. Der Sprecher betonte, der Jahresfehlbetrag halte sich „im geplanten Rahmen und passt in die Liquiditätsplanung der Gesellschaft“.

Verimi hat aktuell rund 80 Mitarbeiter. Chef des Unternehmens ist seit Jahresanfang der frühere Miles&More-Geschäftsführer Roland Adrian. Er hatte die T-Systems-Managerin Jeannette von Ratibor abgelöst, die interimistisch für die ehemalige Springer-Managerin Hopfen eingesprungen war.

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