Exklusiv

Sutorbank startet Online-Broker ohne Gebühren (aber mit Strafzinsen)

3. Oktober 2019

Von Christian Kirchner

Die Hamburger Sutor Bank steht unmittelbar vor dem Start eines „Null-Gebühren-Brokers“ namens Justtrade. Mit dem eigentlich für den Sommer und dann schließlich für den 1. Oktober angekündigten Launch hat es zwar noch nicht geklappt. Finanz-Szene.de liegt indes bereits das Preis-Leistungs-Verzeichnis mit Datum 1. Oktober vor. Demnach verlangt „Justtrade“ weder für die Depotführung noch das Verrechnungskonto Gebühren, auch alle Order im außerbörslichen Handel von Aktien und ETFs sowie im Direkthandel mit Emittenten (etwa von Zertifikaten) sind kostenfrei.

Die Besonderheit indes: Die negativen Einlagenzinsen der EZB reicht Justtrade in vollem Umfang weiter und verlangt -0,5% auf Guthaben. Zum gleichen Schritt – Minuszinsen in Höhe der EZB-Einlagenzinsen –  hatte sich 2017 bereits der Broker Flatex entschieden.

Hinter „Justtrade“ stehen die beiden Geschäftsführer Ralf Oetting und Michael Bußhaus – beide kommen von Onvista: Oetting war bis Sommer 2018 Vorstandsvorsitzender, Oetting bis Mai 2019 Geschäftsleiter Markt bei dem Broker, der 2017 von der Comdirect übernommen wurde. Die „Justtrade“-Website wird von Oettings und Bußhaus‘ Frankfurter JT Technologies GmbH betrieben. Das Einlagen- und Finanzkommissions-Geschäft erbringt die Sutor Bank.

Das Konzept erinnert an einen „Klon“ des Brokers Trade Republic, der in Deutschland der erste „Null-Gebühren-Broker“ war und nach eigenen Angaben bereits eine fünfstellige Kundenzahl generiert hat (eine Analyse des Geschäftsmodells finden Sie hier). Handelspartner der Transaktionen ist bei „Justtrade“ wie Trade Republic der Düsseldorfer Anbieter Lang & Schwarz (den wir uns neulich auch näher angeschaut hatten). Zudem gehört das Quotrix-Angebot der Börse Düsseldorf zur Palette. Eine Order über Xetra oder die Börse Frankfurt ist nicht möglich.

Die Idee des kostenlosen Brokers popularisiert hatte das 2013 gestartete US-Fintech „Robinhood“ – und damit einen Preiskrieg unter US-Onlinebrokern ausgelöst. Mit ungefähr fünf Jahren Verzögerung kommt dieses Geschäftsmodell nun auch in Deutschland an.

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