Die geheimen Berlin-Pläne des Schweden-Fintechs Klarna

29. April 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Als das schwedische Payment-Unicorn gestern Früh seine (übrigens sehr guten) 2018er-Zahlen präsentierte, ließ es sich die deutsche Pressestelle nicht nehmen, eine eigene Pressemitteilung zu verschicken. Tenor: In der Dach-Region (47%) wachse der Zahlungsdienstleister sogar stärker als konzernweit – und in Deutschand mache Klarna mittlerweile mehr Umsatz als in Schweden.

Das alles passt zu einem Gerücht, dass in der Payment-Szene schon länger rumgereicht wird, auch wenn es nicht unbedingt plausibel* und nach offiziellen Angaben Klarnas definitv falsch ist – nämlich dass die Schweden ihren Hauptsitz angeblich von Stockholm nach Berlin verlegen wollten. Indes: Indes: Irgendwas scheint da doch trotzdem zu laufen zwischen Klarna und der deutschen Hauptstadt, oder?

Kurz zum Hintergrund: Erster Deutschland-Sitz von Klarna war Köln. Vor zwei Jahren verlegten die Skandinavier ihr hiesiges Headquarter dann aber nach München, wo zuvor bereits die Tochter Sofortüberweisung gesessen hatte (wobei diese genau genommen in Gauting vor den Toren der Stadt saß, bevor Anfang 2017 dann die Klarna-Leute und die Sofort-Leute in der Münchner Innenstadt zusammengezogen wurden).

Jedenfalls: Obwohl München seither also als offizieller Deutschland-Sitz firmiert, schält sich mittlerweile auch ein inoffizieller Klarna-Deutschland-Sitz heraus – nämlich Berlin (wo Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski von Stockholm aus mit dem Flugzeug eine dreiviertel Stunde schneller ist, als wenn er bis München muss). Ein simples Indiz hierfür: Für den Standort München sucht Klarna momentan gerade mal noch sechs neue Leute. Für Berlin hingegen sind es dagegen schon deren 23 – darunter übrigens auch ein Recruiting-Spezialist.

Gut möglich, so erzählen es Insider, dass der Standort Berlin demnächst nicht nur quantitativ, sondern auch formell aufgewertet wird (auch wenn es vom Unternehmen keine Bestätigung für diese Information gibt). Konkret: Berlin könnte zum konzernweiten „Talent Hub“ von Klarna ausgebaut werden.


* Plausibilitätscheck: 1.) Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski soll in Stockholm mehr oder weniger seeshaft geworden sein; 2.) Klarna will früher oder später an die Börse. Hierfür scheint die amerikanisch-skandinavische Nasdaq-OMX quasi prädestiniert.

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