DWS: Gespart wird bei Muttern (-53%), nicht den Gehältern (+14%)

28. April 2019

Von Christian Kirchner

Wenn die Fondsgesellschaft DWS Zahlen vorlegt wie am Freitag, lohnt ein näheres Hinschauen. Warum? Wenn es schon in andere Bereichen bei der Deutschen Bank hineinregnet (das Investmentbanking arbeitete im 1. Quartal defizitär, im Privat- und Firmenkundengeschäft sanken die Gewinne um 11% zum Vorjahresquartal) – dann sollte doch wenigstens die Fondstochter liefern. Und zur Erinnerung: Stabile Erträge wie eben aus dem Fondsgeschäft sollen laut Christian Sewings (nun wieder aktuellem) Plan A künftig zwei Drittel der Erträge beisteuern.

Hier die interessantesten Punkte aus dem DWS-Zahlenwerk:

  • Die 2017 und 2018 zu verzeichnenden Mittelabflüsse sind gestoppt, im ersten Quartal flossen der DWS netto wieder 2,5 Mrd. Euro zu. Auch beim Vorsteuergewinn ging es nach oben, nach 140 Mio. Euro im ersten Quartal 2018 hat die DWS nun 153 Mio. Euro erwirtschaftet. Gut für die Deutsche Bank: Ihr fließen demnächst für das Jahr 2018 über 200 Mio. Euro an DWS-Dividenden zu.
  • An den großen, strukturellen Negativtrends allerdings, die der DWS und vielen anderen Vermögensverwaltern zusetzen, hat sich auch im ersten Quartal 2019 (und damit dem ersten vollständigen unter dem neuen Vorstandschef Asoka Wöhrmann) nichts geändert. Genauer: Der Mix im verwalteten Vermögen verschlechtert sich, weil es Zuflüsse vor allem im margenschwachen Passivgeschäft gibt (konkret: 6,2 Mrd. Euro in Q1), aber weiter leichte Abflüsse im margenstarken aktiven Fondsmanagement. Und so bröckeln auch die Erträge und vor allem die Marge weiter ab, nach 31,0 Basispunkten (gemessen am verwalteten Vermögen) im 1. Quartal 2018 auf nunmehr 30,0 im 1.  Quartal 2019.
  • Auch bei der Cost-Income-Ratio ist das Glas eher halbleer denn halbvoll: Die DWS sieht sich zwar auf dem besten Wege, ihre Kostenziele für 2019 zu erreichen. Die Cost-Income-Ratio liegt indes immer noch bei 71,4 Prozent (und mithin höher als im Schlussquartal 2018) und damit ein gutes Stück über dem Zielwert von unter 65 Prozent, der nun „mit höchster Priorität“ verfolgt werden soll.
  • Gibt es denn irgendwo wenigstens mal ein kräftiges Plus? Aber ja! Bei den Gehältern und Benefits, wie aus der Analystenpräsentation hervorgeht. Die stiegen im Q1 um 7 Prozent zum Vorquartal und 14 Prozent zum Vorjahresquartal auf nunmehr 192 Mio. Euro. Das sei, hüstel, eine Funktion der „Normalisierung der Bonusabgrenzung“ und „saisonalen Effekten“ geschuldet, heißt es. Aber wie gelang es der DWS dann, trotzdem auf sinkende Kosten zu kommen? Die gingen gegenüber dem Vorjahresquartal schließlich insgesamt um 38 Mio. Euro zurück. Kräftig Kosten herausgenommen hat die DWS bei den „Gebühren für DWS-Funktionen in Deutsche-Bank-Einheiten“ und „DB Gruppengebühren“. Sie betrugen in Q1 2018 noch zusammen 80 Mio. Euro, jetzt nur noch 38 Mio. Euro – sanken mithin also recht genau in der Größenordnung, in der die Kosten insgesamt gesunken sind. Ob das Kostenmanagement tatsächlich so „tight“ ist, wie man es sich selbst diagnostiziert und Asoka Wöhrmann noch den Besen findet, mit dem er die Treppe von oben kehren wird, werden daher erst die kommenden Quartale zeigen.

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