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Leserblog: Bei Zertifikaten besteht eine „moralische Einlagensicherung“

12. April 2019
5,7 Mrd. Euro hat die Deka im Jahr 2018 an Zertifikaten abgesetzt – mehr als an Investmentfonds. Unsere kleine Analyse führte zu einer Fülle erhellender Fallbeispiele und Zuschriften, von denen wir Ihnen eine vorstellen, da wir sie  1) für plausibel und 2) für einen wertvollen Beitrag zum besseren Verständnis des Phänomens halten:

Hier ist die Sicht des Verkäufers in der Bank:

  • Man generiert einen Provisionsertrag. Der liegt bei Zertifikaten oftmals höher als bei Fonds oder anderen Anlageprodukten
  • Es herrscht relativ geringer Beratungsbedarf, wenn es sich um verbundnahe Emittenten handelt
  • Es ist eine gute Möglichkeit, Liquidität der Kunden aus dem eigenen Haus (und damit vom Konto bei der EZB/Strafzinsen) wegzubekommen.

Hier ist die Sicht des Emittenten:

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  • die Anlage ist kein Kontoprodukt, generiert damit Vertriebsprovisionen statt Margen
  • die Anlage unterliegt nicht der Einlagensicherung, da es ein Wertpapier ist
  • es besteht dennoch eine „implizite Einlagensicherung“ aus der (moralischen) Beraterhaftung

Landesbanken nutzen die Zertifikate gern, um an Retail-„Einlagen“ zu kommen (in Anführungszeichen, da es sich, siehe oben, um keine keine klassischen / echten Einlagen handelt). Zugleich zwingen sie die Sparkassen in eine gewisse Loyalität und Nähe, weil die Sparkassen mindestens aus Reputationsgründen in der Haftung sind. Gerade, wenn die Beteiligung der Sparkassen (nur noch) eine Minderheitsbeteiligung ist, dann ist das ein gern gewähltes Medium, um den Verbund „auf Linie“ zu bringen.“

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