02/04/19: Finleap kauft N26-Klon, Das Ende des Fidor-Chefs, Robo-Sterben

2. April 2019

Exklusiv: Berliner Fintech-Inkubator Finleap übernimmt den N26-Klon Penta

Finreach fusioniert mit Figo, „Weltsparen“ übernimmt die eigene Whitelabel-Bank, finAPI schlüpft bei der Schufa unter – kein Zweifel: Die Konsolidierung der deutschen Fintech-Branche nimmt Fahrt auf. Heute Morgen nun der nächste Kracher. Denn nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ übernimmt der Berliner Company-Builder Finleap (der z.B. hinter der Solarisbank steht) die Smartphone-Bank Penta. Bei dem 2017 gelaunchten Startup handelt es sich im Prinzip um einen Klon von N26 – jedoch mit einem wichtigen Unterschied: Penta bedient keine Retailkunden, sondern fokussiert sich auf Kontolösungen für kleine Unternehmen. Erfahren Sie in unserem News-Stück, was Finleap mit dem Zukauf vorhat (und ob sich Finleap vom „Brutkasten“-Modell so langsam verabschiedet). Und dann haben wir noch eine Kurz-Analyse für Sie vorbereitet, die skizziert, wie die deutsche Fintech-Branche im Zuge der Konsolidierung ihr Gesicht verändert.

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News

Bankenverband warnt vor „Basel IV“-Umsetzung: Erinnern Sie sich noch an den „Output-Floor“? Das war jene unverschämte Regel, die besagte (und besagt), dass Banken, die ihren Eigenmittelbedarf selbst errechnen, diesen doch bitteschön nicht zu weit herunterrechnen sollen (nämlich allenfalls auf 72,5% dessen, was gemäß dem sog. Standardsatz an Eigenkapital fällig würde). Jedenfalls: Nachdem sich 2017 wegen des Streits um den „Output Floor“ bereits die Verabschiedung von „Basel IV“ scheinbar ewig verzögert hatte, beginnt die Bankenlobby nun aufs Neue, gegen die Regel zu wettern. Der Anlass: Auf EU-Ebene beginnt in den nächsten Monaten das Gesetzgebungsverfahren zur Umsetzung von „Basel IV“. Die Argumentation: Durch den „Output Floor“, so der BdB auf Basis einer gestern vorgestellten Studie, würde der Eigenkapitalbedarf  insbesondere bei Baukrediten dramatisch steigen. BdB-Studie, Börsen-Zeitung (News), Handelsblatt (Analyse hinter Paywall)

Er ist einer der wenigen deutschen Selfmade-Banker. Oder soll man sagen: Er war? Denn: Gestern Mittag (hier die Ad-hoc-Meldung bei „Finanz-Szene.de“) hat Matthias Kröner, Gründer und CEO der Fidor Bank, seinen sofortigen Rückzug bekanntgegeben. Hintergrund: Vor gut zwei Jahren war die 2009 gegründete Neo-Bank von der französischen BPCE übernommen wurde. Die vermeintliche Traumhochzeit entpuppte sich jedoch rasch als großes Missverständnis – was dazu führte, dass die Pariser Großbank das deutsche Startup-Institut im Herbst vergangenen Jahres wieder zum Verkauf stellte. Wer sich für die Hintergründe des Falles interessiert, den verweisen wir auf unser großes Kröner-Interview von Ende Februar (indem der  damalige Noch-Chef hatte durchblicken lassen, dass er womöglich auf einen Management-Buyout setzt – eine Hoffnung die sich mit dem gestrigen Tage zerschlagen hat): Finanz-Szene.de (Archiv)

Exklusiv: Der zur Quirin-Bank gehörende Robo Advisor Quirion hat nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ die 200-Mio.-Euro-Marke bei den „Assets under Management“ geknackt … womit die Berliner hinter Scalable Capital,  Cominvest und Liqid erst der vierte digitale Vermögensverwalter hierzulande sind, dem dies gelingt.

Und wo wir schon mal beim Thema sind: Der zur ABN Amro gehörende digitale Vermögensverwalter Prospery stellt sein deutsches Angebot ein, genau wie neulich bereits der Konkurrent Werthstein. Lehre eins: Das Robo-Sterben hat begonnen. Lehre zwei: Irgendwelche wie auch immer begründete Hochpreis-Robo-Modelle (denn genau zu der Kategorie zählte Prospery) scheinen beim Kunden nicht wirklich zu verfangen. Siehe auch die Commerzbank, die Pläne zum Launch eines Edel-Robos letztes Jahr nach interner Prüfung gecancelt hatte.

Kurzmeldungen: Bei der Deutschen Börse macht man sich On-the-record-Gedanken über einen (wenn’s denn soweit kommt: vermutlich mehr als 3 Mrd. Dollar teuren) Erwerb der Devisenhandels-Plattfor FXall (Handelsblatt/Paywall, finanzen.net) +++ Bundesbank und Bafin haben gestern einen weiteren Stresstest für kleine und mittelgroße Banken angekündigt (Focus bzw. siehe auch schon unser Newsletter vom 17. Januar, das müsste das doch sein, oder?) +++ Der frühere ING-Diba-Vorstand Martin Krebs, der zuletzt als „Global Head Retail Investment Products Solutions“ der niederländischen Mutter firmierte, hat die Oranje-Bank verlassen (BÖZ/Paywall)

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Amazon-Prinzip bei FinGOAL!

FinGOAL! ist die Revolution in der Finanzanalyse privater und gewerblicher Kunden. Seit Anfang 2017 haben wir bereits über 50 Beratungsprozesse für Banken und Sparkassen entwickelt. Die jüngsten Projekte haben uns im Kern zwei Dinge gelehrt: 1.) Der Anspruch muss sein, dass es lediglich ein zentrales Tool für die Beratung geben darf. Das hatte zur Folge, dass wir sowohl direkt u.a. eine optionale „Umschuldungsfunktion“ eingebaut haben, als auch bei der Bedarfsanalyse selbstverständlich eine Analyse im Bereich des Zahlungsverkehrs mit anbieten: vom Dispokredit über die App-Nutzung bis hin zu den Vollmachten. 2.) Das Ziel eines „Filial-Robos“ muss darüber hinaus sein, dass in kurzer Zeit der Bedarf eines Kunden (inkl. seiner Sparfähigkeit) direkt zu einer buchbaren Lösung führt (inkl. Preisindikation) – und dies optional auch als Selbstberatungstool im Internet. Hier mehr erfahren: https://fingoal.de/

Linktipps

Nachdem wir oben die BdB-Studie verlinkt haben, die Ihnen erklärt, warum „Basel IV“ böse ist, verlinken wir hier eine (schon etwas ältere, aber inhaltlich zeitlose) Analyse des Ihnen mittlerweile ja schon bekannten Twitter-Anonymus „JohannesBorgen“, die zum Schluss kommt, dass „Basel IV“ aus Sicht der deutschen/europäischen Banken vielleicht doch nicht soooooooooo böse ist. Twitter

Stimmt es wirklich, dass die Refi-Kosten der Commerzbank steigen (wie der Coba-Betriebsrat behauptet), seit die Pläne für eine Fusion mit der Deutschen Bank öffentlich wurden? Auch hier gibt es einen Zwitscherer, der anderes behauptet, in diesem Fall der lustige Bloomberg-Frankfurt-Korrespondent Steven Arons. Twitter

Alle gegen N26: Die zunehmenden Klagen über den Kundenservice (siehe unser Newsletter von letzten Donnerstag) haben einen kleinen medialen Shitstrom nach sich gezogen. Hier eine Auswahl: Linkedin (die frühere Bloomberg-Moderatorin Judith Bogner schildert ihren eigenen Fall); IT-Finanzmagazin (Kommentar von Rudolf Linsenbarth); Spiegel Online (guter Überblick)

„Regionale Expansion geht vor Produkt-Expansion“: Markus Gunter, Chef der N26-Bank (die unter der eigentlichen N26 GmbH hängt) erklärt, warum Feature-mäßig von den Berlinern zuletzt nicht mehr wirklich viel Neues kam: Welt/Bloomberg

Klickfavoriten

… waren am Freitag unsere große Apple-Card-Analyse und unsere kaum minder große DWS-Amundi-Analyse

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