04/04/19: Promi-Abgang bei Solaris, Zeitnot für Deutsche Commerz?, Drama um Lampe

3. April 2019

Ähem: Läuft da bei den blau-gelben Gesprächen irgendwas krass in die falsche Richtung?

Wenn wir die Gemengelage in Sachen „Deutsche Commerz“ richtig deuten, zeichnen sich drei Dinge ab: 1.) Mit jedem Tag, der vergeht, schwinden die Chancen, diee Investoren noch positiv zu überraschen – während zugleich die Risiken steigen, dass die Spekulationen über den Ausgang der Gespräche das operative Geschäft lähmen. 2.) Selbst über den Zeitplan herrschen offenkundig unterschiedliche Vorstellungen: Die Coba macht Tempo, die Deutsche  will sich – warum auch immer – Zeit lassen (berichten jedenfalls unisono Reuters, SZ, und FAZ (Paywall). Was wiederum 3.) nahelegt: Es geht angesichts der drängenden Zeit nun auch darum, die kommunikative Hoheit darüber zu gewinnen, wie man aus der ganzen Sache halbwegs unbeschadet herauskommt, sollten die Gespräche tatsächlich abgebrochen werden. Zumal eine kleine Chronologie der letzten Wochen zeigt:  So richtig einig über das Procedere scheinen sich die Deutsche und die Commerzbank von Anfang an nicht gewesen zu sein: Finanz-Szene.de

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News

Exklusiv – „Mützen-Manager“ Peter Großkopf verlässt Solarisbank: Huch, beim Berliner Vorzeige-Fintech herrscht aber ganz schön viel Bewegung auf der Führungsebene. Nachdem Finanzchef Alexander Engel jüngst zur Deutschland-Tochter von Standard Chartered wechselte (siehe unser Newsletter vom 1. März), arbeitet nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ seit dem 1. April auch Peter Großkopf nicht mehr für Solaris. Der einstige „Chief Technology Officer“ (der auf Vorstandsfotos interessanterweise eine Mütze trug, und zwar keine Schirmmütze wie Helmut Schön, sondern eine richtige Mütze) hatte ebendiesen Posten schon Mitte letzten Jahres verloren. Fortan firmierte er als Leiter der damals neu gegründeten „Blockchain Factory“ der Solarisbank. Ausweislich seines LinkedIn-Profils tat er das aber nur bis Ende März, nun ist Großkopf „Geschäftsführer / CTO for Digital Asset Exchange“ bei der Börse Stuttgart (die mit der Solarisbank übrigens bei der Entwicklung eines Krypto-Handelssystems kooperiert).

Mann-oh-Mann, was war das denn für eine krasse News-Lage gestern, denn neben Deutsche/Commerzbank gab es auch noch das hier: Wie „Bloomberg“ berichtet, sondiert die UBS eine mögliche Fusion ihrer Fondssparte mit der DWS (also jene DWS, von der es neulich hieß, die Allianz sei womöglich an ihr interessiert und über die wir letzten Freitag geschrieben haben, eigentlich wäre eine Übernahme durch Amundi viel naheliegender). Nun muss man hinzufügen, dass die Überlegungen der UBS (noch) nicht wahnsinnig konkret zu sein scheinen und dass laut „Bloomberg“ neben der DWS-Kiste auch andere Optionen geprüft werden. Und doch: Die News reichte jedenfalls aus, um die DWS-Aktie gestern um (weitere) 2,6% auf nunmehr 31,88 Euro zu treiben.

Das heißt übrigens auch: 1.) Die Fondstochter der Dt. Bank hat seit Mitte Januar rund 50% (!) an Wert gewonnen und nähert sich ihrem Emissionspreis (32,50 Euro) von vor einem Jahr. Und 2.) Vergleicht man das mit dem müden Gezuckel der Aktien von Deutscher und Coba die letzten Wochen, zeigt sich: Der Kapitalmarkt billigt den Planspielen rund um die  DWS – egal ob Verkauf oder Fusion – (zu Recht) eine industrielle Logik zu. Was man von der „Deutschen Commerz“ eher nicht behaupten kann. Bloomberg

„Finanz-Szene.de“ war erst zwei Wochen alt (und wurde noch von kaum jemandem gelesen), als wir am 29. August 2017 (reißerisch, wie wir auch als Säugling schon waren) titelten: „Exklusiv – Verschweigt das Bankhaus Lampe einen operativen Verlust?“ Eine Sprecherin der Düsseldorf-Bielefelder Privatbank meinte damals auf Anfrage: „Ihre Berechnungen und Ihre Analyse unserer Ertragssituation des Jahres 2016 teilen wir nicht, da diese nicht der Komplexität der jährlichen Rechnungslegung gerecht wird.“ Und auf Nachfrage: „Gerne kann ich Ihnen zusätzlich noch versichern, dass wir im Geschäftsjahr 2016 ein positives operatives Ergebnis hatten.“ Jedenfalls, auf Basis des 2017er-Abschlusses haben wir die Übung letztes Jahr dann nochmal wiederholt („Exklusiv: So trostlos sind die Zahlen der Oetker-Bank“) …

Wie die Sache ausging, kann man nun heute Morgen im „Handelsblatt“ nachlesen. Dort heißt es nämlich unter Berufung auf eine jüngst geschlossene Vereinbarung zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat, das Bankhaus Lampe müsse „saniert werden“, weil Geschäftsfelder „operativ defizitär“ seien, so dass „nur Sondereffekte wie zum Beispiel die Veräußerung von Beteiligungen in der jüngeren Vergangenheit zu einem positiven Geschäftsergebnis geführt haben.“ Handelsblatt (Paywall)

Kurzmeldungen: Aus der Serie „Noch’n Insurtech“ (wenn’s denn überhaupt eins ist): Das Gewerbeversicherungs-Startup Mailo (Pfefferminzia) +++ +++ Zum Funding für das Steuererklärungs-Startup Taxfix (siehe gestrige Ausgabe) schuldeten wir Ihnen noch die Höhe. Laut „Deutsche Startups“ sind es 30 Mio. Euro. Wenn das stimmt – wow hoch drei. (DS) +++ Ist die Deutsche Bank tiefer in den Danske-Skandal verstrickt als bislang vermutet (Bloomberg) +++ Die gestern offiziell präsentierten Pläne für den Umbau der NordLB entsprechen ziemlich exakt dem, was wir gestern Früh schon als wahrscheinliches Szenario skizziert hatten (BÖZ, HB/Paywall) +++ Die hiesigen Auslandsbanken halten es für denkbar, dass sich ihre aggregierte Bilanzsumme in den nächsten Jahren auf bis zu 900 Mrd. Euro verdoppelt (BÖZ)

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Amazon-Prinzip bei FinGOAL!

FinGOAL! ist die Revolution in der Finanzanalyse privater und gewerblicher Kunden. Seit Anfang 2017 haben wir bereits über 50 Beratungsprozesse für Banken und Sparkassen entwickelt. Die jüngsten Projekte haben uns im Kern zwei Dinge gelehrt: 1.) Der Anspruch muss sein, dass es lediglich ein zentrales Tool für die Beratung geben darf. Das hatte zur Folge, dass wir sowohl direkt u.a. eine optionale „Umschuldungsfunktion“ eingebaut haben, als auch bei der Bedarfsanalyse selbstverständlich eine Analyse im Bereich des Zahlungsverkehrs mit anbieten: vom Dispokredit über die App-Nutzung bis hin zu den Vollmachten. 2.) Das Ziel eines „Filial-Robos“ muss darüber hinaus sein, dass in kurzer Zeit der Bedarf eines Kunden (inkl. seiner Sparfähigkeit) direkt zu einer buchbaren Lösung führt (inkl. Preisindikation) – und dies optional auch als Selbstberatungstool im Internet. Hier mehr erfahren: https://fingoal.de/

Leserblog

Eine wunderbare Einrichtung ist das: Wie schicken Ihnen morgens eine Mail. Und Sie schicken uns, wenn es Ihnen in den Fingern juckt, einfach eine Mail zurück – was uns dann wiederum Futter für die nächste Mail an Sie gibt. Beispiel: Zur geplanten Fusion von „Deutscher Bank“ und „Commerzbank“ haben uns in den letzten Wochen Dutzende von Leser-Mails erreicht. Einige der Reaktionen haben wir in gekürzter Form einfach mal zusammengefasst. Voila: Finanz-Szene.de

Linktipps

Das Problem der Bankfiliale, in einem Satz: „Die Leute wünschen sich, dass es so etwas geben soll, wenn sie es gerade brauchen, aber sie nutzen es zu wenig, als dass es sich so richtig lohnt.“ Xing/FAZ

Wie verhindern Banken, dass sie ewig an einer Blockchain-Lösung arbeiten, nur um irgendwann festzustellen, dass die Blockchain für das konkrete Problem gar nicht die Lösung ist? Das Innovationsteam der DZ Bank glaubt eine Antwort auf diese Frage gefunden zu haben. Sie heißt: Der Blockchain-Entscheidungsbaum: DZ-Innovationsblog

Klickfavorit

… und übrigens auch der Artikel, der uns mit die meisten Leserbriefe bislang beschert hat (lustigerweise: überwiegend positive!!!), war Analyse zum Zins-GAU der deutschen Banken und was das möglicherweise mit den Plänen für eine „Deutsche Commerz“ zu tun hat. Finanz-Szene.de

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