06/03/18: Diese Fintechs sind verschwunden, 110 Mio. für Wefox, Paydirekt kriegt Geld

6. März 2019

Darf das denn sein, dass bei der DZ Bank wie aus dem Nichts das Ergebnis einbricht?

Dass die DZ Bank zwar gut, aber nicht ganz so überragend dasteht, wie gern behauptet wird, haben wir Ihnen an dieser Stelle ja schon dargelegt (-> „Die Wahrheit über die DZ Bank“, -> „Der nächste DZ-Bank-Schock“). Indes: Das 2018-Ergebnis bleibt selbst hinter den bereits heruntergedimmten Erwartungen zurück. Um 24% auf nur noch knapp 1,4 Mrd. Euro fiel der Gewinn vor Steuern; bereinigt man das Ganze um die Risikovorsorge, so brach das Ergebnis sogar um 46% ein. Interessant ist nun, wie die neue Doppelspitze Fröhlich/Riese die Resultate begründet – nämlich v.a. mit „negativen Bewertungseffekten infolge der Kapitalmarktentwicklung“. Diese Diagnose ist einerseits zutreffend. Andererseits: Dass die DZ Bank (die doch eine brave „Verbundbank“ sein will …) ein Jahrzehnt nach der Finanzkrise und ein halbes Jahrzehnt nach der Eurokrise noch immer eine Angina kriegt, wenn der Kapitalmarkt mal hüstelt – hätte man so auch nicht unbedingt gedacht. Hier die Detailanalyse: Finanz-Szene.de

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News

Liebe Kolleginnen Schreiber („Süddeutsche“) und Atzler („Handelsblatt“), was ist uns denn da zu Ohren gekommen – Ihr habt das DZ-Bank-Management bei der gestrigen Bilanz-PK mit wiederholten Fragen zu Paydirekt getriezt? Tsssssss, sowas macht man doch nicht … Nun denn, jedenfalls ist was rumgekommen dabei! DZ-Bank-Co-Chef Fröhlich hat sich nämlich zu der Aussage durchgerungen, dass allein sein Institut in diesem Jahr 20 Mio. Euro für den bankeneigenen Paypal-Klon bereitstelle. Und die Sparkassen sowie die verbliebenen privaten Institute? Würden seines Wissens dieselbe Summe investieren. Macht summa summarum also 60 Mio. Euro. Zum Sterben ganz sicher zu viel. Und zum Leben? Handelsblatt (Paywall), Twitter

Nachdem wir uns über das wieder und wieder angekündigte, dann aber nie vollzogene Mega-Funding von Wefox zuletzt häufiger lustig gemacht haben, ist es heute an der Zeit, mal bei Google Maps nachzuschlagen, wo genau eigentlich Canossa liegt – denn: Wie heute Früh in diversen Medien nachzulesen ist, hat das deutsch-schweizerische Insurtech nun tatsächlich eine Finanzierung von 110 Mio. Euro erhalten. Ob das Ganze zu einer Unicorn-Bewertung (sprich: eine Milliarde …) passiert ist, wagen wir zwar nach wie vor massiv zu bezweifeln. Indes: So oder so sind 110 Mio. Euro ein ziemliches Brett. Glückwunsch. Gründerszene

Springen wir von Wefox zu einem real existierenden deutschen Ur-Fintech mit Milliardenwert: Die Berliner Hypoport AG (die unter anderem hinter der von vielen Banken eingesetzten Baufinanzierung-Plattform Europace steht) hat ihren Umsatz 2018 um 36% auf 266 Mio. Euro und das Ebit um 26% auf 29 Mio. Euro gesteigert. Sehr, sehr solide, das alles, wenn auch – ebenso wie beim Rivalen Interhyp – natürlich begünstigt durch den Immoboom. DGAP

Kurzmeldungen: Nach Figo, finAPI und Billie hat mit FintecSystems ein weiteres deutsche Fintech eine „PSD2-Lizenz“ der Bafin erhalten (Pressemitteilung) +++ Der scheidende Schufa-Chef Michael Freytag hat angekündigt, dass sein Unternehmen nach der Übernahme von finAPI in weitere Finanz-Startups investieren werde (Börsen-Zeitung/Paywall)

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Aus der Szene

Kann es sein, dass „Finanz-Szene.de“ den Kontakt zur Szene verloren hat? Offensichtlich! Denn wie sonst ist zu erklären, dass wir im Kontext des sich angeblich anbahnenden Mergers von Deutscher Bank und Commerzbank immer von der „Deutschen Commerz“ sprechen? Unter Szenekennern, so wurde uns dieser Tage erläutert, werde für die blaue-gelbe Fusionsbank längst ein ganz anderer Name gehandelt: „Deutsche Compost“. Das klinge nämlich 1.) im Englischen genau so gut wie im Deutschen, berücksichtige 2.) die Gefühle der Postbank-Mitarbeiter, und 3.) … naja – es passt einfach.

Linktipps

Zwar ist nicht in allen Fällen klar, ob es sich wirklich um einen „Exit“ handelte oder nicht eher um einen „Notverkauf“ – indes: Unterm Strich steht so oder so die Diagnose, dass sich der deutsche Fintech-Sektor ganz, ganz langsam zu konsolidieren beginnt. Darum aus Anlass des gestern vermeldeten Zusammenschlusses von Figo und Finreach einfach mal ein (vermutlich nicht ganz vollständiger) Überblick, welche hiesigen Finanz-Startups bereits in neue Hände geraten sind: Finanz-Szene.de

Warum in Deutschland auch 2018 wieder ganz schön viele Banken verschwunden sind – aber immerhin deutlich weniger als zum Beispiel noch ein Jahr zuvor: Barkow

Tut Revolut genug gegen Geldwäsche? Pflegt das Unternehmen eine seltsame Binnenkultur? Und warum ist der CFO weg? Auf den britischen N26-Rivalen prasselten in den vergangenen Tagen eine Menge Fragen ein. Hier ein Rückblick: Manager Magazin

Liebe Payment-Nerds, vermutlich wisst Ihr längst, was nötig wäre, um Eure Utopie einer bargeldfreien Gesellschaft Wirklichkeit werden zu lassen – einfach alle Konsumausgaben steuerlich abzugsfähig machen, sofern sie elektronisch bezahlt werden. Steht so in einem offiziellen Paper der Weltbank, auf das uns der Leser Sch. freundlicherweise aufmerksam machte. Voilà:  documents.worldbank.org

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über den Zusammenschluss von Figo und Finreach unter dem Dach von Finleap. Finanz-Szene.de

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