10/04/19: Bonus-Hagel bei Creditshelf, Coba-Putsch-Szenario, Zins-Gemetzel

10. April 2019

Analyse: Das Zinsgemetzel – und welche Bankengruppen es am schlimmsten treiben

Dürfen wir Sie noch einmal zu einem Tauchgang ins Reich der Zinsen einladen? Zugegeben: Die Bundesbank-Statistik zur Kreditvergabe  und  die gestern veröffentlichten Ergebnisse der vierteljährlichen Notenbank-Befragung über die Kreditvergabe-Standards von Banken … das ist nichts, was man um 6 Uhr morgens unbedingt haben muss. Anderseits sind wir weiter der Meinung, man kann das Thema (zumal vor dem Hintergrund der  Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Coba) gar nicht hoch genug hängen. Denn: Hatten die hiesigen Banken in den letzten Monaten zunächst kein Glück mit den Zinsen (statt, wie erhofft, zu steigen, fielen sie), kommt nun auch noch Pech in Gestalt steigender Ausfallrisiken hinzu. Sehen Sie darum hier anhand von fünf Grafiken, wie schwierig die Lage wirklich ist – und welche Bankengruppen es im Kreditgeschäft am dollsten treiben. Finanz-Szene.de

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Die „Financial Times“ malt ein Putsch-Szenario des Coba-Aufsichtsrats gegen den Vorstand

Es ist ein Artikel, der mit reichlich Konjunktiv und überschaubarer Quellenlage daherkommt. Und doch: Das Szenario, dass die „Financial Times“ in einem gestern Abend online gestellten Artikel skizziert, ist derart brisant, dass wir es Ihnen nicht vorenthalten wollten. Also: Laut „FT“ drängen die Arbeitnehmer-Vertreter im Commerzbank-Aufsichtsrat auf eine außerordentliche Sitzung des Kontrollgremiums in den nächsten Tagen. Dort könnte dann über einen Beschluss abgestimmt werden, den Vorstand zum Abbruch der Fusions-Verhandlungen mit der Deutschen Bank aufzufordern. Symbolpolitik? Nicht unbedingt, glaubt man der „FT“. Die schreibt nämlich weiter, diverse Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat sähen die Verschmelzungspläne derart skeptisch, dass sie sich womöglich auf die Seite der Arbeitnehmer schlagen könnten. Was das dann für die Fusion hieße, das können Sie und wir uns nun auch ohne Deutungshilfe aus London ausmalen. Aber wie gesagt: Es ist ein Szenario, keine News Financial Times (Paywall)

Fintech-News

Exklusiv: Bonus-Hagel beim Frankfurter Finanz-Startup Creditshelf. Erzählen einem die  Fintech-CEOs nicht immer, wie sehr sie sich bei den Gehältern bescheiden, weil a) immer alles Geld in die Company gehört und b) den Investoren etwas anderes ohnehin nicht zu vermitteln sei? Nun ja: Beim KMU-Kredit-Vermittler Creditshelf war zumindest 2018 nicht viel mit Bescheidenheit (wie wir im kürzlich veröffentlichen Geschäftsbericht entdeckt haben). Trotz Mini-Belegschaft belief sich der Personalaufwand auf 3,8 Mio. Euro – was etwa 150.000 Euro pro Kopf entsprach und damit selbst für eine deutsche Bank sehr viel Geld gewesen wäre (siehe zum Vergleich den großen „Finanz-Szene.de“-Gehaltsreport aus dem letzten Jahr). Wie kam’s? Eine Mischung stattlichem Fixgehalt, üppigen Retention-Boni und Sonderzahlungen im Zuge des IPOs. Hier die Details: Finanz-Szene.de

Was in dem Zusammenhang vielleicht ganz interessant ist: Neulich erzählte uns einer der großkopferten Fintech-Jungs (und zwar einer, dessen Ausführungen wir normalerweise vertrauen), welches unmoralische Angebot ihm eine sehr, sehr bekannte deutsche Bank gemacht habe für den Fall, dass er seinen C-Level-Startup-Job aufgibt, um bei ebendieser Bank irgendwas Digitaleskes in der zweiten Berichtslinie (sagt man das so?) zu werden. Mal angenommen, der Gesprächspartner hat uns nicht angelogen – dann sind die Retention-Boni bei Creditshelf in der Tat eher bescheiden. Fintech-Junge müsste man dieser Tage sein. Oder aber: Fintech-Headhunter.

Und nochmal Fintech: In den gestrigen Newsletter hatten wir unter Berufung auf unsere Freunde vom „Handelsblatt“ ziemlich lapidar den Satz geschrieben, die Bafin habe N26 mit der „Deckelung des Einlagengeschäfts“ gedroht. Eine Mütze Schlaf später fragten (frugen?) wir uns, was das denn eigentlich bedeutet?! Also: Aufsichtsrecht ist zwar nicht so unser Turf. Aber nach einem Blick ins KWG beschlich uns das Gefühl, dass die Finanz-Aufseher in Bonn die Fintech-Jungs in Berlin ganz schön krass auf dem Kieker haben müssen. Auch noch mal eine kleine Analyse hier: Finanz-Szene.de

Fintech-Kurzmeldung: Paypal erhöht den maximalen Kreditrahmen für deutsche Online-Händler von 25.000 Euro auf 100.000 Euro – eine weitere Kampfansage an die Banken (Internet World) +++ Der Schweizer Konto-App-Spezialist Contovista drängt mithilfe des Münchner API-Dienstleisters Ndgit auf den deutschen Markt (finews.ch)

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Banking-News

Mein Gott, was waren wir bis hierhin aggro unterwegs („Gemetzel“, „Putsch“, „Hagel“ …) – können wir Sie da überhaupt noch für die normalen Nachrichten des Tages begeistern? Wir wollen es versuchen! Und beginnen mit der Deka: Die hat voriges Jahr ihr „wirtschaftliches Ergebnis“ (keine Ahnung, was der Unterschied zum normalen Vorsteuerergebnis ist) minimal auf 452 Mio. Euro gesteigert (Pressemeldung) +++ Zudem will sie in den nächsten Jahren 400 Stellen streichen (Reuters) +++ Und schließlich wollen wir (da unser Newsletter ja auch von den gängigen Verbraucherschützern da draußen gelesen wird) nicht unerwähnt lassen, dass der vermeintliche „Fonds“-Anbieter der Sparkassen 2018 irrerweise mehr Geld mit Zertifikaten als mit Fonds eingesammelt hat (Fondsprofessionell)

Wenn Sie unsere große Hypo-Vereinsbank-Analyse am Freitag aufmerksam gelesen haben, werden Sie sich womöglich an die Passage erinnern, in der wir dem Firmenkunden-Vorstand Markus Beumer unterstellt haben, er würde seinem früheren Arbeitgeber (also der Commerzbank) nach Kräften die Kundenbetreuer abjagen. Also, direkt bestätigt hat Herr Beumer unsere Vorhaltungen in einem gestern Abend veröffentlichten „Handelsblatt“-Interview zwar nicht. Indirekt aber dann irgendwie schon. Er erzählte den Kollegen nämlich, dass er dem Wettbewerbsdruck mit „signifikant“ mehr Personal begegnen wolle, „sowohl intern als auch durch punktuelle externe Verstärkung“. Und weiter: Die HVB wolle durch zusätzliche Kapazitäten „hart angreifen“, die meisten neuen Kollegen seien bereits an Bord. (Handelsblatt/Paywall)

Banking-Kurzmeldungen: Huch, wollen die Katarer ihren Deutsche-Bank-Anteil womöglich doch nicht aufstocken? (Reuters) +++ Die Deutsche Börse stärkt ihr Index-Geschäft mit dem Zukauf des Risikomanagement-Spezialisten Axioma und paktiert bei dem Deal mit dem US-Finanzinvestor General Atlantic (n-tv) +++ Die kriselnde Baader Bank (mit der ja auch viele Fintechs zu tun haben) will gleich vier Beteiligungen losschlagen (Welt/Bloomberg)

Die Linktipps

… haben wir uns aufgrund der fetten News-Lage ausnahmsweise (!!!) gespart. Zumal: Sie sollen ja nicht immer nur lesen, sondern bitteschön auch mal ein bisschen ranschaffen (wenn Sie nicht gerade streiken, was wir natürlich auch okay finden, solange Sie dabei nicht lesen).

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über die „Ernest-App“-Pläne der Commerzbank. Finanz-Szene.de

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