18/03/19: Deutsche und Coba machen Ernst, PSD2-Spezial, Das Ende der Fintech Group

17. März 2019

Ein historischer Tag: Deutsche Bank und Commerzbank kündigen Fusionsgespräche an

Sie meinen es also tatsächlich ernst – oder wenigstens tun sie so: Die Deutsche Bank und die Commerzbank haben gestern beschlossen, in den nächsten Woche eine mögliche Fusion auszuloten. Bis spätestens Ende April sollen die Gespräche zu einem konkreten Ergebnis führen, hieß es gestern aus Finanzkreisen. Mit ihrer Entscheidung, nun auch offiziell über einen Zusammenschluss zu sprechen, beugen sich die beiden Frankfurter Großbanken dem politischen Druck aus Berlin, wo Finanzminister Scholz und sein Staatssekretär Kukies (der Ex-Deutschland-Co-Chef von Goldman Sachs) seit Monaten auf einen Merger von „Blau“ und „Gelb“ hinwirken. Speziell bei Deutsche-Bank-Chef Sewing ist allerdings unklar, inwieweit er wirklich hinter der Fusionsidee steht. In einem Brief an die Belegschaft ließ er  gestern Skepsis durchblicken: „Zum jetzigen Zeitpunkt steht keineswegs fest, ob es überhaupt zu einer Transaktion kommen wird. Die Erfahrungen zeigen, dass es viele wirtschaftliche und technische Gründe geben kann, die einem solchen Schritt entgegenstehen können.“

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News

Wow, was für ein verrückter Sonntag: Nicht genug, dass gestern das passiert ist, was wir Ihnen weiter oben erzählt haben – nein, fast zeitgleich berichtete „Bloomberg“, die Allianz prüfe eine mögliche Fusion ihrer Vermögensverwaltungs-Sparte mit der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS (das fusionierte Unternehmen käme nach heutigem Stand auf Assets under Management in Höhe von fast 1200 Mrd. Euro). In der Theorie klingt das alles sehr plausibel. Denn: a) Die Allianz befindet sich tendenziell im Angriffsmodus. b) Der Asset-Management-Branche wird allenthalben eine Konsolidierung prophezeit. Und c) Die Deutsche Bank könnte mit dem Erlös die Übernahme der Coba finanzieren. Und in der Praxis? Darf man vielleicht mal ganz zaghaft fragen, was für Herrn Sewing denn gewonnen wäre, wenn er die DWS abstieße, um sich stattdessen die Commerzbank ans Bein zu binden. Bloomberg

Kann es sein, dass sich die Bafin in Sachen Wirecard ein bisschen unter Rechtfertigungsdruck sieht? Jedenfalls: In der „Süddeutschen Zeitung“ kann man heute Früh einen langen Artikel zu den Hintergründen des vor einem Monat erlassenen Leerverkaufs-Verbots lesen. Tenor, unter Verweis u.a. auf interne Unterlagen der Bonner Behörde: Die Situation sei so arg gewesen, dass die Bafin quasi gar nicht anders gekonnt hätte, als die bösen Leerverkäufer zu stoppen. Süddeutsche 

Exklusiv – Deutsche Börse zieht sich aus bizarrem Fintech-Joint-Venture zurück: Warum, um alles in der Welt, lässt sich ein seriöser Dax-Konzern mit einem, nun ja, schillernden Finanz-Startup wie dem Hamburger Unternehmen Naga ein? Um ehrlich zu sein: Wir wissen es nicht (vermuten aber, dass es irgendwas mit  Naivität zu tun hat). Was wir wissen (und nicht bloß vermuten): Nur zwei Jahre, nachdem die Deutsche Börse und Naga voller Stolz die Gründung der „Switex GmbH“ (Geschäftsmodell: ein Marktplatz für virtuelle Computerspiel-Gegenstände) bekanntgegeben hatten, hat die Deutsche Börse ihren 40-prozentigen Anteil an dem Joint-Venture wieder „verkauft“. So jedenfalls ist es im am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht des Frankfurter Börsenbetreibers nachzulesen. Und wie man  dem Handelsregister entnehmen kann, handelt es sich beim „Käufer“ um Naga selber. Konzernanhang (PDF)

Kurzmeldungen: Die Fintech Group  AG (also das Konglomerat rund um den Billig-Broker Flatex und die frühere biw Bank) nennt sich wieder mal um und soll künftig „flatex AG“ heißen (Ad-hoc Meldung) +++ Die EZB treibt die Reform des Berichtswesens für Europas Banken voran (Börsen-Zeitung) +++ Der neue Deutsche-Börse-CEO Theodor Weimer hat 2018 hübsche 6,4 Mio. Euro Gehalt bekommen (Wiwo) +++ Nach dem Abgang von Monika Schaller wird Anke Hallmann neue Stellvertreterin von Deutsche-Bank-Kommunikationschef Jörg Eigendorf (PR Report)

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Linktipps

Die Umsetzung der PSD2-Richtlinie geht in die heiße Phase. Für die Banken heißt das: Seit Ende vergangener Woche müssen sie ihre „API“ genannten Konto-Schnittstellen für Drittanbieter zum Testen freigeben. Hier unsere monothematische Linkliste zum Thema:

Was bedeutet die sechsmonatige Testphase für die Banken – und was für die Fintechs? Ein Überblick. Heise

Was ändert sich für die Kunden? Eine Einschätzung von Dorothea Mohn, Leiterin Finanzen beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Handelsblatt

API-Fintechs in Deutschland: Das sind die wichtigsten Anbieter. IT-Finanzmagazin

Und als kleiner Service für unsere Fintechs: Hier gibt es weiterführende Informationen der Sparkassen, der Volks- und Raiffeisenbanken, der Deutschen Bank, der Commerzbank, der Aareal, der DKB und von Berenberg (ja, die Liste ist unvollständig …)

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über die „Scheingewinne“ der deutschen Sparkassen. Finanz-Szene.de

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