28/03/19: Krasse N26-Story, Kleinanleger kapern Dt. Bank, Payment-Perso

28. März 2019

Exklusiv: Profi-Investoren überlassen die Deutsche Bank den hiesigen Kleinanlegern

Was wird da draußen immer ein Bohei gemacht um das All-Star-Aktionariat der Deutschen Bank. Die Katarer? Überlegen wieder mal aufzustocken. Die Chinesen? Haben unter keinen Umständen vor, ihren Anteil zu reduzieren (was sie dann bekanntlich trotzdem dauernd tun). Cerberus? Hegt ganz, ganz große Pläne. Und Braunstein? Ähhh, wer war nochmal Braunstein? Ach ja, der seltsame 3,14%-Ami, dessen Einstieg im letzten Herbst medial gefeiert wurde, als würde dieser völlig unbekannte Mann das größte Geldinstitut der Republik jetzt im Alleingang vor dem Exitus bewahren. Frage: Und wie schaut’s wirklich aus im Aktionariat der Deutschen Bank? Ziemlich ernüchternd, wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ u.a. auf Basis von SEC-Filings zeigen. Denn: Die Instis haben sich 2018 im großen Stil zurückgezogen. Und wer hat die Aktien gekauft? Zehntausende hiesige Kleinanleger, für die die Deutsche Bank  so was wie die Wette ihre Lebens zu sein scheint. Hier die ganze Story (mit detaillierten Zahlen): Finanz-Szene.de

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N26-Kunde werden 80.000 Euro gestohlen – und kann mit N26 angeblich nicht mal telefonieren

Oha, das ist eine ganz schön spannende Geschichte, mit der die Kollegen von „Gründerszene“ heute Morgen ihre Leser begrüßen. Und zwar geht die Story so: Der Internetunternehmer Axel Seitz wird Opfer eines Cyber-Angriffs auf sein Girokonto, das beim Berliner Milliarden-Fintech N26 liegt. Schaden: 80.000 Euro (so jedenfalls steht’s in dem Artikel, und die Leute von N26 widersprechen dieser Darstellung, soweit wir erkennen können, nicht). Und dann? Beginnt für Herrn Seitz den Ausführungen zufolge ein regelrechter Hindernislauf. Denn den Telefonservice hat N26 offenbar abgeschafft. Und der Chat ist nachts nicht besetzt (auch hier: kein explizites Dementi des Unternehmens). Erst nach mehr als zwei Wochen – so zumindest steht’s in dem Artikel – erhält Seitz eine erste konkrete Auskunft. Was man dazusagen muss: Seitz soll sein Schaden erstattet werden. Und trotzdem wirft der Fall natürlich kein gutes Licht auf das rasant wachsende Berliner Fintech. Gründerszene

News

Uiuiui, liebe Leser*innen, das wäre aber eeeeendlich mal eine gute Nachricht für Sie, oder? Die Europäische Zentralbank denkt darüber nach, die Banken beim negativen Einlagenzinssatz zumindest ein Stück weit zu entlasten – so jedenfalls hat es EZB-Chef Mario Draghi gestern laut „Börsen-Zeitung“ (wir selber waren nicht da) bei der „20. ECB Watchers Conference“ in Frankfurt erzählt. Eine Überlegung demnach: Die 0,4% Banken-Strafzins nicht mehr vom ersten Euro an zu erheben, sondern gestaffelt (oder sogar mit einem Freibetrag). Das dürfte erklären, warum die Aktien zum Beispiel der Deutschen Bank (plus 2,9%) und der Coba (plus 5,0%) gestern ganz schön abgegangen sind. Börsen-Zeitung, Bloomberg

Der gesamte Commerzbank-Vorstand hat 2018 ungefähr so viel Geld verdient, wie der Deutsche-Bank-Vize Darth …. äähhh … Garth Ritchie allein, nämlich 8,8 Mio. Euro.  Und da sage noch einer, die beiden Institute würden kulturell nicht zusammenpassen. Quatsch! Börsen-Zeitung (übrigens sehr empfehlenswert, weil man auf 3-4 Absätze verdichtet wirklich alles erfährt, was man wissen will), Der gestern veröffentlichte Geschäftsbericht der Commerzbank (PDF)

Die Deutsche Bank hat den Zeitplan für die mögliche Fusion mit der Commerzbank gestern nochmals konkretisiert: Demnach soll der Vorstand bei der Vorlage der Q1-Resultate am 26. April bereits „konkrete Überlegungen“ präsentieren, sagte der knuffige AR-Chef Achleitner gestern bei einer Veranstaltung in Vaduz. Unterdessen berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf „Insider“, das Management arbeite – unabhängig von den „Deutsche Commerz“-Plänen – an einer weiteren Verschärfung des Sparkurses. Hintergrund: Die angeblich weiterhin eher schwache Geschäftsentwicklung. Reuters, Handelsblatt (Paywall)

Bei Scout24 war man gestern mit unserer Finanzcheck-Geschichte nicht einverstanden, weil wir – landläufig ausgedrückt – Äpfel und Birnen verglichen hätten. Hier die um die Sicht von Scout24 ergänzte Version des Artikels: Finanz-Szene.de

Oh Gott, jetzt hätten wir fast die vielen Payment-Nerds unter unseren Lesern vergessen – dabei haben wir doch insbesondere für die noch eine hübsche, kleine Exklusivmeldung in petto. Und zwar: Der Fintech-Manager Mirko Krauel, der Anfang des Jahres (vordergründig etwas überraschend) beim Hamburger Inkasso-Startup collectAI (eine Otto-Tochter …) ausgeschieden war, tritt nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ zum 1. April eine neue Stelle an. Er wird nämlich: Payment-Chef von Otto (das heißt: nicht des Konzerns, sondern quasi von „Otto.de“). Das dürfte insofern eine spannende Aufgabe werden, als der Hamburger Versand-Riese ja vor geraumer Zeit auf eine amazonstylemäßige Plattform-Strategie eingeschwenkt ist. Und wer Plattform sagt, der muss bekanntlich auch Payment sagen.

Kurzmeldungen:  Die Commerzbank plant für 2019 mit einem leicht höheren Gewinn (Reuters) +++ Der Coba-Betriebsrat poltert jetzt so richtig gegen die Fusionspläne (Bloomberg) +++ Die Deutsche Bank beansprucht bei ebenjener Fusion die Führungsrolle ganz klar für sich (Süddeutsche) +++  Bei der DWS sollen allein seit Anfang Februar zehn „hochrangige Manager“ gegangen sein, berichtet das Handelsblatt (Paywall) +++ Die V-Bank plant eine Kapitalerhöhung (BÖZ/Paywall)

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Erstaunlich, von welchen Themen Sie, liebe Leser*innen, sich bisweilen in Wallung versetzen lassen. Denn: Die Übersicht über die „deutschen Zahlen“ der BNP Paribas wurde nicht nur geklickt wie verrückt, sie forderte auch etliche Reaktionen heraus – darunter die des bei einer hiesigen Großbank beschäftigten Lesers S., der schreibt: „Mich würde interessieren, aus welchen geheimen Quellen Sie ihre Zahlen beziehen, da die BNP in ihrem Geschäftsbericht das Deutschland-Geschäft ja nicht getrennt ausweist (zum großen Bedauern aller Außenstehenden).“ Also, lieber Herr S., genau das dachten wir auch immer!!!  Doch dann sind wir auf irre lange BNP-Konvolute gestoßen, bei denen wir gar nicht sicher sind, ob das die regulären Geschäftsberichte sind – oder sozusagen die „Director’s Cuts“ derselben. Jedenfalls, da ganz, ganz, ganz am Ende finden sich die (freilich eher rudimentären) Angaben zum D-Geschäft. Wollen Sie vielleicht selbst mal schauen? 2018, 2017, 2016, 2015, 2014

Sieh an, da hat sich jemand unsere kleine Exklusiv-Meldung von Anfang vergangener Woche (Inhalt: Die Deutsche Börse hat sich klammheimlich aus dem Supi-Dupi-Joint-Venture mit dem Hamburger Finanz-Startup Naga zurückgezogen) aber genau durchgelesen. Und wer ist dieser jemand? Der duracellhasenartige Fintech-Influencer Jochen Siegert, der die Hintergründe für das Scheitern dieser eher wirren Liaison offenbar zu kennen scheint (oder dies wenigstens vorgibt): Paymentandbanking

Was bedeutet „Open Banking“ wirklich? Ein paar Gedanken von Chris Skinner, der zwar nicht ganz so duracellhasenartig wie Jochen Siegert unterwegs ist, aber fast: The Finanser

Ahhh, die Sparkassen führen endlich Apple Pay ein! Ach nee, upps, sind ja nur die österreichischen (bzw. genauer gesagt die austriakische Großsparkasse Erste Bank). Der Standard 

Klickfavorit

… war gestern unsere Exegese der drei Veröffentlichungen (und zwei Nicht-Veröffentlichungen) von Wirecard zum (nicht-veröffentlichten) Untersuchungsbericht von Rajah & Tann. Finanz-Szene.de

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