16/03/18: DKB setzt auf Chatbots, Finreach, Fallen 2/3 aller Bankjobs in FFM weg?

16. März 2018

Das Kundenverhalten im Jahr 2017 am Beispiel der größten kommunalen Sparkasse Deutschlands

Die Themenlage war gestern – ehrlich gesagt – so mau, dass wir (ohnehin frustriert nach einer gescheiterten Großrecherche) in unserer nackten Verzweiflung irgendwann bei einer frisch vorgestellten Präsentation der Sparkasse KölnBonn gelandet sind. Und ohne diesen spätabendlichen Fund jetzt überverkaufen zu wollen: Ganz uninteressant fanden wir den Inhalt nicht. Denn er verrät ein bisschen was über den durchschnittlichen urbanen Nutzer von Bankdienstleistungen in der heutigen Zeit. Also, auf geht’s: Wenn wir die Präsentation richtig verstehen, dann verliert sich der Otto-Normal-Kunde nur noch 1-mal im Jahr in der Filiale, ans Call-Center wendet er sich 2-mal, den Automaten sucht er 24-mal auf, das Online-Banking nutzt er 120-mal und das Mobile-Banking 192-mal (die letzte Zahl bezieht sich vermutlich nur auf die Kunden, die die App auch runtergeladen haben). 60 % der privaten Girokunden machen mittlerweile Online-Banking, was gemessen am Vorjahr einen Zuwachs von 3,2 Punkten bedeutet. Über die App-Nutzer erfährt man, dass ihre Zahl um gut ein Viertel gestiegen ist. Und die Zahl der Transaktionen legte  um 4,8 Prozent auf 16 Millionen zu, was rund 20 pro Jahr und  Kunde entsprechen dürfte (leider sind die Angaben z.T. nicht ganz eindeutig, aber sei’s drum).

Charts zur Bilanz-PK der Sparkasse KölnBonn (PDF)

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News

DKB lässt Kreditkunden jetzt mit Chatbots kommunizieren: … und kooperiert dafür mit dem bislang eher als Kontowechsel-Helfer auffällig gewordenen Berliner Startup Finreach. Handelsblatt

Die meisten Händler setzen auf Paypal: … doch auch der kleine deutsche Wettbewerber Giropay schneidet in der ECC-Payment-Studie erstaunlich gut ab. IT-Finanzmagazin

Deutsche-Bank-Skandalhändler bekennt sich schuldig, den Euribor manipuliert zu haben: Welche Strafe Christian Bittar (das war der mit dem 80-Millionen-Euro-Bonus) droht, ist noch unklar. Reuters, Handelsblatt

Beyond.de

Schwedische Großbank Nordea zieht nach Helsinki um: … haben die Aktionäre gestern beschlossen. Damit sitzt die größte Bank Skandinaviens künftig in der Eurozone. Bloomberg

Bei HSBC verdienen Frauen 59 Prozent weniger als Männer: … und bei den Boni beträgt der Unterschied sogar 89 Prozent. Reuters, Bloomberg

Linktipps

Warum alles noch viel schlimmer wird als ohnehin befürchtet: In Frankfurt werden auf lange Sicht zwei Drittel aller Bankjobs wegfallen, glaubt Andreas Buschmeier. Capital

Wieso die Banken nicht mit Amazon paktieren sollten …, erklärt der Consultant Friedrich-W. Kersting. Finletter

Ist okay, was Petrus Advisers mit der Commerzbank macht? Dieser Frage ist der Vorsitzende des M&A-Bundesverbands nachgegangen. Bilanz

Kann es wirklich sein, dass Europa nicht in der Lage ist, diese lettische Bank dichtzumachen? … wundern sich die Kollegen von Bloomberg.

Und wie immer freitags empfehlen wir zur weiterführenden Lektüre … die „Was wir lesen“-Linkliste des weltweit einzigen Blogs, der keine Themenarmut kennt. DZ-Innovationsblog

Klickfavorit

… war gestern die Jubelmeldung über die Norisbank-App. Hoffentlich wird dieser Klickerfolg auch die Deutsche Bank besänftigen – nachdem wir ihr gestern fälschlicherweise angedichtet hatten, sie würde ihrer Tochter deren Erfolge neiden. On the records: Tut sie nicht!!! Denn, 1.) Natürlich stecken in den Norisbank-Produkten viele Innovationen made in Frankfurt. Und 2.) Natürlich gönnt die Deutsche Bank allen ihren Töchtern alles. Wie sollte es anders auch sein?

In diesem Sinne, Ihnen ein schönes Wochenende, am Dienstag, 5 Uhr, sind wir wieder für Sie da – dann auch wieder mit richtigen Themen!

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