20/02/19: Fintech-Unicorn dreht auf, Beistand für N26, Die 93-Mrd.-Lücke

19. Februar 2019

Exklusiv: Zwischen Buba- und EZB-Zahlen zu Gewinnen deutscher Banken klafft Riesenlücke

Wie profitabel sind die deutschen Banken? Zuletzt haben wir uns dieser Frage sozusagen anekdotisch genähert, nämlich am Beispiel der sehr profitablen Sparkasse Aachen und der fast schon obszön profitablen Targobank. Im dritten Teil unserer kleinen Serie wollen wir uns heute nun den aggregierten Zahlen widmen. Hier nämlich hat der Düsseldorfer Datenspezialist Barkow Consulting einen – wie wir finden – veritablen Research-Coup gelandet (den er uns dann dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat). Und zwar fand Barkow heraus: Die beiden „offiziellen“ Datensätze, die zur Gewinnkraft deutscher Banken existieren, weichen spektakulär voneinander ab. Laut Bundesbank hat die hiesige Kreditwirtschaft von 2008 bis 2017 rund 116 Mrd. Euro erwirtschaftet, laut EZB hingegen nur 23 Mrd. Euro. Wie kann das sein? Unsere große Analyse: Finanz-Szene

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Wie umgehen mit der Digitalisierung? Im aktuellen Whitepaper beschreibt die Star Finanz, der Experte für Online- und Mobile-Banking-Lösungen der S-Finanzgruppe, Herausforderungen und Chancen, die sich für Sparkassen durch die digitale Transformation eröffnen. Was Firmenkunden heute von ihrer Bank erwarten. Hier das Whitepaper: starfinanz.de

News

Deutsche Bank und Commerzbank wehren sich gegen polnische Hypothekenabgabe: Die beiden Frankfurter Großinstitute gehören zu einer Gruppe von sechs europäischen Geldhäusern, die die EU-Staats- und Regierungschefs aufgefordert haben, die entsprechenden Pläne der Warschauer Regierung zu blockieren. Worum geht es: Tausende polnische Häuslebauer hatten ihr Eigenheim in fremder Währung finanziert, vorzugsweise in Schweizer Franken. Nachdem der Zloty einbrach, wurde die Rückzahlung der Darlehen entsprechend teurer – weshalb der heutige Präsident Duda bereits im Wahlkampf 2015 versprach, einen Teil der Belastung auf die Banken umzulegen. Diese sollten darum einen 740 Mio. Euro schweren Spezialfonds einrichten (wozu es bislang aber nicht gekommen ist).Wie hoch die Belastung für die Deutsche Bank und die Commerzbank wäre, ist uns ehrlich gesagt nicht ganz klar. Bloomberg/Welt, Süddeutsche

Exklusiv: Das Berliner Ur-Fintech Hypoport (Börsenwert: 1,13 Mrd. Euro) hat den Anteil am Münchner Fintech-Inkubator Finconomy weitgehend unbemerkt auf 25,1% aufgestockt (dankeschön übrigens an den Leser L. für den sachdienlichen Hinweis). Was wir an der Nachricht interessant finden: Hypoport steht ja nicht nur hinter dem B2B-Baugeld-Vergleich Europace und dem B2C-Baugeld-Vergleich Dr. Klein, sondern betreibt darüber hinaus gemeinsam mit den ostdeutschen Sparkassen den Finanzmarktplatz Finmas und mit den Volks- und Raiffeisenbanken die Plattform Genopace. Darüber hinaus macht Hypoport ganz, ganz viele Sachen im Versicherungsbereich, von denen wir allesamt keine Ahnung haben, und nun: Haben sich die Hauptstädter also auch noch eine Sperrminorität an Finconomy (mit seinen immerhin vier Ventures) gesichert. Schon mal dran gedacht, den Firmennamen zu wechseln? Hydraport statt Hypoport?

Kurzmeldungen: Die ostdeutschen Sparkassen haben 2018 ein Betriebsergebnis von 1,04% erzielt, was schon noch passt – allerdings einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (1,24%) bedeutet (Pressemitteilung) +++  Die LBBW hat erstmals die Emission eines Geldmarkt-Papiers über die Blockchain abgewickelt (Börsen-Zeitung) +++ Der Robo Advisor Werthstein hat im topaktuellen Fonds-Consult-Robo-Test, dem das „Handelsblatt“ heute Früh eine Doppelseite widmet, Rang zwei belegt. Böse Zungen könnten nun einwenden, dass Werthstein Ende 2018 eingestellt wurde. Wir dagegen finden: Auch ein Roboter hat Anrecht auf ein bisschen posthumen Ruhm! (Handelsblatt/Paywall)

Kommentar

Erst die Commerzbank und Hauck & Aufhäuser, dann das Deutsche Aktieninstitut, nun auch noch die Bafin und in besonders fragwürdiger Manier die Frankfurter Allgemeine Zeitung: In der Causa Wirecard schießen sich plötzlich alle auf die Financial Times ein. Doch warum? Ist das jetzt so eine „Finanzplatz Deutschland“-Nummer? Wir alle Seit‘ an Seit‘ gegen die  Tommies? Ein Kommentar: Finanz-Szene.de

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Beschränkt sich Digitalisierung allein auf die Technik? Sicher nicht! Agilität, KI und Blockchain werden die Transformation der Finanzdienstleister bestimmen – genauso aber Kreativität und ein Kulturwandel in den Organisationen. Mehr dazu auf der Konferenz „Finanzdienstleister der nächsten Generation“ mit spannenden Vorträgen, Workshops und „FinTechs on Stage“. www.fs-verlag.de/fdl

Linktipps

LeserBlog: Gestern hatten wir geschrieben, das Ende von „N26 Invest“ bedeute einen Rückschlag für die Smartphone-Bank. Unser Leser Daniel Schulte-Hillen meint hingegen (und begründet das plausibel), man könne die News auch ganz anders deuten: Finanz-Szene.de

Machen die deutschen Banken mit dem deutschen Mittelstand eigentlich noch „Geschäft“? Oder wäre „Harakiri“ das bessere Wort für das, was da draußen los ist? Die „Welt“ hat sich ein bisschen ausführlicher mit der „gefährlichen Geldflut der Banken“ befasst. Welt 

Welche Folgen hat die Digitalisierung der Bankenbranche für deren Regulierung? Oder anders gefragt: Braucht der Finanzsektor so etwas wie einen „Global Technology Regulator“? FT Alphaville (registrier-, aber nicht bezahlpflichtig)

In eigener Sache

„Finanz-Szene.de“ ist am Wochenende 18 Monate alt geworden. Dürfen wir Ihnen aus diesem Anlass ein kleines Update geben? Wir haben jetzt 12.514 Abonnenten, von denen durchschnittlich 6445 den Newsletter tatsächlich lesen (was einer Open Rate von 51,5% entspricht). Inklusive mehrfachen Öffnungen und denjenigen Lesern, denen der Newsletter weitergeleitet wird, sind wir sogar bei mehr als 10.000 Öffnungen täglich. Läuft also weiterhin ziemlich gut, wenn man das so sagen darf. Ist aber auch ganz schön viel Arbeit.

Klickfavorit

… war gestern unsere Auseinandersetzung mit der Bafin-Verfügung. Finanz-Szene.de

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