Exklusiv

Finanzguru macht Funding-Runde perfekt

7. August 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Die seit Wochen anhaltende Serie von millionenschweren Fundings für deutsche Finanz-Startups setzt sich fort: nachdem zuletzt bereits Groß-Fintechs wie N26, Raisin oder Scalable Capital frisches Geld erhalten hatten, hat nach exklusiven Informationen von Finanz-Szene.de nun auch die Multibanking-App Finanzguru (bzw. die dahinter stehende Dwins GmbH) ihre angestrebte Finanzierungs-Runde abgeschlossen.

Anzeige

Wie unser Recherchepartner „Startupdetector“ im Handelsregister entdeckte, investierten neben der Deutschen Bank – die schon 2018 bei Finanzguru eingestiegen war – diesmal auch der Hannoveraner Versicherer HDI und der von der staatlichen KfW-Bank gesponserte Venture-Capital-Spezialist Coparion in das Fintech. Auf Nachfrage teilte uns Dwins-Gründer Alexander Michel gestern die Funding-Höhe mit: 4 Mio. Euro fließen in Finanzguru – also genau die Summe, die das Unternehmen ursprünglich angestrebt hatte (siehe unsere Geschichte „So sieht das Pitch Deck des Deutsche-Bank-Fintechs Finanzguru aus“ von Mitte Juni).

Die Finanzguru-App ist eine Mischung aus elektronischem Haushaltsbuch und Vertragsmanager. Das kostenlose Tool analysiert auf Basis der Kontodaten das Ausgabeverhalten des Nutzers und schlägt diesem beispielsweise einen günstigeren Stromanbieter vor. Einnahmequelle des Startups sind in diesem Fall die Provisionen, die die Energieversorger für die Vermittlung neuer Kunden bezahlen. Ein sehr ähnliches Geschäftsmodell verfolgen auch andere Fintechs wie der deutsch-schweizerische Anbieter Numbrs oder das mittlerweile zum Vergleichsportal Verivox gehörende Münchner Fintech Outbank.

Nach eigenen Angaben hat Finanzguru bereits 450.000 Nutzer. Dabei profitierte das Fintech besonders von einem Auftritt in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ im vergangenen Herbst; ohne diese Sondereffekt dürfte Dwins grob gerechnet jeden Tag um eine mittlere dreistellige Nutzerzahl wachsen. Mit dem frischen Kapital will Dwins nun die Produktpalette erweitern und vermutlich auch in weitere Länder expandieren.

Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf die zweite Stufe der PSD2-Richtlinie, die Mitte September in Kraft treten wird. Von ihr erhoffen sich die sogenannten Drittanbieter wie Finanzguru einen noch leichteren Zugriff auf die Bankkonten ihrer Nutzer.

Lesen Sie zu diesem Thema auch:  Geheimprojekt „Ernest-App“ – Commerzbank testet Vertragsmanager

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing