Finiata dreht nach Mini-Funding sein Geschäftsmodell

16. Juli 2019

Von Caspar Schlenk (Gründerszene) und Heinz-Roger Dohms (Finanz-Szene.de)

Vor rund einem Jahr hat Sebastian Diemer sein Factoring-Fintech Finiata verlassen, um sich stattdessen dem Cannabis-Startup Farmako widmen, das gerade wieder für Schlagzeilen sorgt. Um Finiata ist es seitdem ruhig geworden.

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Im Hintergrund hat der ehemalige Comdirect-Manager Jan Enno Einfeld die Geschäfte übernommen. Er soll Finiata wieder auf Kurs bringen, denn im Laufe des vergangenen Jahres hätten sich die Geschäfte nicht gut entwickelt, lautet die Einschätzung eines Investors. Insgesamt 2 Mio. Euro erhielt das Startup nach „Gründerszene“-Informationen vor einigen Monaten noch einmal, in Form eines Wandeldarlehen. Ein Finanzinstrument, das auch in Umbruchphasen verwendet wird.

Der große Konkurrent Billie – ebenfalls in Berlin ansässig, ebenfalls 2016 gestartet – steht dagegen gerade kurz vor einer großen Finanzierungsrunde, wie „Deutsche Startups“ zuerst berichtet hatte. Driften Billie und Finiata womöglich auseinander? Zu den Zahlen will sich CEO Einfeld nicht äußern, bestätigt das Wandeldarlehen aber gegenüber „Gründerszene“ und „Finanz-Szene.de“.

Strategisch richtet Einfeld Finiata  neu aus. Schon Ende des vergangenen Jahres habe man im neuen Kernmarkt Polen ein Kreditprodukt für Kleinunternehmer mit einer Laufzeit von sechs Monaten ins Angebot aufgenommen.  Das Produkt laufe gut an, heißt es vom Finiata-Chef. Der monatliche Umsatz habe sich Vergleich zu Dezember mittlerweile mehr als verdoppelt.

Auf Nachfrage kündigt der Geschäftsführer an, das Geschäftsmodell von Finiata ändern zu wollen: „Wir werden unseren Small-Business-Kunden eine automatisierte ‚Finanzabteilung‘ zur Verfügung stellen, die sie mit einem Daumen auf ihrem Telefon steuern können“, so Einfeld. Bislang lag der Fokus von Finiata auf dem Factoring, also auf der Vorfinanzierung von Rechnungen.

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