Exklusiv

Fintech Gini verschleißt zweiten CEO binnen sechs Monaten

29. September 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Chef-Verschleiß bei Gini: Wenige Monate nach dem Ausscheiden von Gründer Steffen Reitz (wir berichteten) hat laut Informationen von Finanz-Szene.de auch dessen Nachfolger als CEO – also der  im Frühjahr verpflichtete Martin Anders – das  Münchner Fintech verlassen. Auf Nachfrage teilte Gini mit, die Trennung sei einvernehmlich erfolgt; Anders, der zuvor bei IDNow tätig war, wollte sich nicht äußern. Die Geschäfte führt künftig Holger Teske, der das Unternehmen 2010 mit Reitz und einem weiteren Kompagnon gegründet hatte.

Gini gehörte lange Zeit zu den unbestritten erfolgreichsten deutschen Fintechs – obwohl sich die Münchner bei der Gründung (damals noch unter dem Namen Smarchive) gar nicht als Finanz-Startup sahen. Die Geschäftsidee lag vielmehr darin, so etwas wie einen digitalen persönlichen Assistenten zu entwickeln, der sich um alle lästigen Aufgaben rund um den persönlichen Papierkram kümmert – von der Optimierung von Verträgen bis zur Steuererklärung.

Bald zeigte sich jedoch, dass die Technologie der Münchner (bei der es im Kern um die automatische Erkennung abfotografierter Dokumente geht) gerade bei Rechnungen hervorragend funktionierte. So erfolgte 2013 – pünktlich zur Einführung der IBAN –   die Umbenennung von „Smarchive“ in Gini: Aus dem ursprünglichen B2C-Startup wurde peu à peu ein B2B-Fintech, dessen Technologie bald in den Apps der meisten deutschen Banken zum Einsatz kam – und bis heute kommt.

In Branchenkreisen heißt es, aus dieser Historie heraus gehöre Gini bis heute zu den umsatzstärksten B2B-Fintechs hierzulande – auch weil es gelang, neben den Banken eine weitere Kundengruppe zu erschließen, nämlich Buchhaltungs-Startups wie Fastbill (hier der Use Case) oder Billomat (hier der Use Case). Darüber hinaus war von Gini zuletzt allerdings nicht mehr viel zu hören. Es heißt, das Unternehmen habe stark investiert, um demnächst das Produktportfolio zu erweitern und die eigene Technologie in neue Märkte zu bringen.

Ob sich Gini dauerhaft als reines B2B-Fintech positionieren will ist unklar. Von ausgeschiedenen Gründer Reitz (der auf eine Linkedin-Anfrage von Finanz-Szene.de nicht reagierte) heißt es, seine Leidenschaft habe eher dem B2C-Ansatz gegolten.

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