Exklusiv

Größter deutscher Sparkassen-Versicherer steigt bei Finleap ein

4. November 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Der größte deutsche Sparkassen-Versicherer ist bei der Berliner Startup-Schmiede Finleap eingestiegen – das zeigen exklusive Recherchen von Finanz-Szene.de und unserem Kooperationspartner „Startupdetector.de“. Die Versicherungskammer Bayern (so der Name des Sparkassen-Versicherers) soll demnach 5,7% an dem Startup-Imperium halten.* Die exakte Investitionssumme konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Gemessen an den letzten Funding-Runden dürfte sie jedoch bei schätzungsweise 10 Mio. bis 15 Mio. Euro liegen.

Mit gebuchten Beitragseinnahmen von 8,3 Mrd. Euro ist die Versicherungskammer Bayern nicht nur der größte öffentliche Versicherer hierzulande – sondern sie zählt auch zu den zehn größten deutschen Versicherungen überhaupt. Die Mehrheit der Anteile (nämlich fast 84%) liegt bei 65 bayerischen, 23 rheinland-pfälzischen und sechs saarländischen Sparkassen. Mit anderen Worten: Die Sparkassen sind jetzt indirekt bei Finleap investiert – und sehr indirekt bei den Finleap-Ventures, von denen es rund ein Dutzend gibt. Dazu gehören unter anderem die Solarisbank, der KMU-Kontoanbieter Penta, der Private-Banking-Digitalisierer Elinvar und das kürzlich gestartete Kfz-Vergleichsportal

So pikant die Verbindung zwischen den Sparkassen und Finleap anmutet – vermutlich ist der Deal eher in einem Versicherungs- als in einem Banking-Kontext zu sehen. Denn: Während zu den Finleap-Gesellschaftern nur eine einzige Bank gehört (nämlich die niederländische NIBC), zählen nach dem Einstieg der Versicherungskammer Bayern nun vier Versicherungen zu den Investoren.  Neben den Münchnern sind das der chinesische Insurtech-Gigant Ping An (unseren Schätzungen zufolge mit einem Anteil von knapp 15%), die Hannover Rück (rund 8%) und die Signal Iduna (rund 4%).

In der Regel sind die Investments der Versicherer bei Finleap die Basis für weitergehende Kooperationen. So ist die Hannover Rück auch an Elinvar sowie an Finleaps Cybersecurity-Startup Perseus beteiligt. Ping An wiederum investierte jüngst bei Joonko, die Signal Iduna ist bei Finleaps B2B-Versicherer Element engagiert. Gut denkbar, dass auch die Versicherungskammer Bayern und Finleap ihre Partnerschaft noch vertiefen – auch wenn es hinter den Kulissen heißt, es gehe zunächst einmal um ein reines Finanzinvestment.

* In der ursprünglichen Fassung des Artikel hatten wir den Anteil mit lediglich rund 4,5% beziffert. Es sollen aber 5,7% sein, haben wir mittlerweile erfahren. Daraus ergibt sich, dass die Investitionssumme eher am oberen Ende der von uns geschätzten 10 bis 15 Mio. Euro liegen dürfte (oder gar leicht drüber).

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing