Raisin („Weltsparen“) schluckt Vorsorge-Spezialisten Fairr

27. August 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Ein halbes Jahr nach der Übernahme der Frankfurter MHB Bank hat das Berliner Fintech Raisin („Weltsparen“) die nächste spektakuläre Übernahme gelandet. Wie CEO Tamaz Georgadze im Gespräch mit Finanz-Szene.de berichtete, akquiriert der 2013 gestartete Spareinlagen-Vermittler das im gleichen Jahr gegründete Frankfurter Altervorsorge-Startup Fairr. Zum Kaufpreis wollte Georgadze keine konkreten Angaben machen, er soll aber im signifikanten zweistelligen Millionenbereich liegen.

Anzeige

Mit der Akquisition unterstreicht Raisin seinen Ruf als eines der aggressivsten expandierenden deutschen Finanz-Startups. Schon 2017 hatten die Berliner das UK-Fintech PBF Solutions übernommen, um sich frühzeitig auf dem britischen Markt breitzumachen. Auch in Österreich, den Niederlanden, Spanien, Frankreich ist Raisin aktiv. Zudem hat Georgadze angekündigt, in diesem Jahr in zwei weiteren Märkten an den Start zu gehen.

Vor allem aber erweitert Raisin so konsequent wie wenige andere hiesige Finanz-Startups sein Produkt-Portfolio: Gestartet als Vermittler von Spareinlagen (sprich: hiesige Zinsjäger legen ihr Geld über Weltsparen bei ausländischen Hochzinsbanken an), launchte das Fintech Anfang vergangenen Jahres „Weltinvest“, einen ETF-basierten Quasi-Robo für Geldanlage.

Während Raisins Einlagen-Plattform über alle regionalen Märkte hinweg gerechnet laut Unternehmensangaben auf rund 200.000 Nutzer kommt, liegt „Weltinvest“ groben Schätzungen aus der Branche zufolge bei 10.000 bis 15.000 Kunden. Im Mai hatte Finanz-Szene.de berichtet, dass „Weltinvest“ bei den verwalteten Vermögen die 100-Mio.-Euro-Marke geknackt hat.

„Mit der Übernahme von Fairr decken wir nun die drei wichtigsten Säulen im Bereich der Geldanlage ab – nämlich für kurzfristig orientierte Anleger das Tagesgeld, für langfristig orientierte Anleger ETF-basierte Aktienprodukte und für alle, die von staatlicher Förderung profitieren wollen, die Riester- bzw. die Rürup-Vorsorge“, sagte Georgadze.

Fairr vertreibt Riester- und Rürup-Renten auf Online-Basis und soll bereits auf eine fünfstellige Kundenzahl kommen. Nach Georgadzes Angaben erreicht das ebenfalls in Berlin beheimatete Finanz-Startup zurzeit eine Ablaufsumme (also die zugesagten Versicherungs-Beiträge bis zum Vertragsende) von mehr als 1,5 Mrd. Euro. Der Fairr-Gründer und Geschäftsführer Jens Jennissen bleibt an Bord, auch der Markenname soll erhalten bleiben, allerdings künftig im einem Zusatz versehen: „Fairr by Raisin“.

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing