Scalable verdoppelt Bewertung – und bandelt mit Raisin an

19. September 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Deutschlands führende Fintechs setzen  gegenüber ihren Investoren inzwischen markant höhere Bewertungen durch als  noch vor ein bis zwei Jahren. Jüngster Beleg für diese These ist der Münchner Robo Advisor Scalable Capital, der nach Berechnungen von Finanz-Szene.de bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit rund 290 Mio. Euro bewertet wurde – fast eine Verdopplung im Vergleich zu den etwa 150 Mio. Euro, die es bei der vorherigen Runde Ende 2017 waren (alle Angaben jeweils „Post-Money“).

Wie berichtet, hatten der US-Vermögensverwalter Blackrock sowie die beiden deutschen VC-Investoren Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures im August rund 25 Mio. Euro in Scalable Capital investiert. Dafür erhielten sie im Gegenzug rund 8,5% neue Anteile, woraus sich die oben genannte Bewertung ergibt. Blackrock kommt nach der Runde nun auf rund 38%, bei Holtzbrinck sind es knapp 21%, bei Tengelmann knapp 7%. Die beiden Gründer Erik Podzuweit und Florian Prucker halten nach der Finanzierungsrunde noch jeweils gut 8% an ihrem Unternehmen

Unterdessen baut Scalabe erstmals seit Gründung der Gründung seinen Produktpalette aus. Bislang konzentrierten sich die Münchner ausschließlich auf die digitale Vermögensverwaltung, wo sie mit Assets under Management in Höhe von 1,7 Mrd. Euro klarer Marktführer hierzulande sind. In Zukunft will das Fintech seinen Kunden zusätzlich Sparprodukte anbieten, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrem E-Paper berichtet. Dafür kooperiert Scalable mit dem Berliner Einlagen-Vermittler Raisin („Weltsparen“), der dem neuen Partner sein Tages- und Festgeldvergleichs-Tool als White-Label-Lösung zur Verfügung stellt, so die „FAZ“.

Die Kooperation zwischen Scalable und Raisin ist nicht ohne Pikanterie. Denn: Der ursprüngliche reine Spareinlagen-Spezialist Raisin macht den Münchnern mit einem eigenen Investmentprodukt namens „Weltinvest“ schon länger Konkurrenz – greift dabei allerdings nicht umgekehrt auf die Scalable-Lösung zurück (obwohl auch die Münchner ein Whitelabel-Tool im Angebot haben und dieses durchaus erfolgreich an Banken vertreiben). Ein ähnliche Bündnis wie das zwischen Scalable und Raisin hatten war vor einigen Monaten bereits der Berliner Robo-Advisor Quirion mit dem Hamburger Raisin-Rivalen Deposit Solutions eingegangen.

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