Exklusiv

Solarisbank gibt CEO Folz einen Rentenvertrag – und rüstet auf

12. Juli 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Im Top-Management der Solarisbank herrschte zuletzt auffällig viel Fluktuation. Finanzchef Alexander Engel zum Beispiel entschwand zur Deutschland-Tochter von Standard Chartered. Und Peter Großkopf – zunächst „Chief Technology Officer“ und später dann Leiter der hauseigenen „Blockchain Factory“ – verließ das Berliner Fintech in Richtung Börse Stuttgart. Nun allerdings sendet die Solarisbank ein Signal der Kontinuität. Denn nach exklusiven Informationen von Finanz-Szene.de wurde der Kontrakt von Vorstandschef Roland Folz jüngst  um fünf Jahre verlängert. Auf die Gefahr hin, dass es ein bisschen despektierlich klingt: Man ist fast geneigt, von einem Rentenvertrag zu sprechen, immerhin ist Folz – für einen Fintech-CEO eher unüblich -schon 55 Jahre alt.

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Die Vertragsverlängerung für den ehemaligen Deutschbanker darf man als Zeichen werten, dass die Investoren (neben dem Berliner Fintech-Inkubator Finleap sind das u.a. die BBVA, die ABN Amro und Visa)  mit der Entwicklung der Solarisbank zufrieden sind. Ganz sicher konnte man sich dessen bislang nicht sein. Denn: Mit  spektakulären Meldungen war das Berliner B2B-Fintech seit der 56 Mio. Euro schweren Funding-Runde Anfang letzten Jahres nicht mehr aus der Deckung gekommen. Indes: Dass die Berliner grosso modo auf dem richtigen Weg ist, hatte sich zuletzt bereits gezeigt, als Folz in einem Interview mit dem „HB“ die 2018er-Umsätze auf knapp 8 Mio. Euro bezifferte – fast eine Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr (zur Einordnung: Die Solarisbank wurde erst 2016 gegründet).

Abgesehen von der Vertragsverlängerung mit Folz wird Solaris heute noch zwei weitere Personalien bekanntgeben:  Neuer Finanzvorstand wird Thom Rasser, zuletzt Deutschland-CEO der niederländischen NIBC. Rasser dürfte  die Solarisbank insofern ganz gut kennen, als er im Beirat von Finleap sitzt; diesen Posten wirr der Niederländer allerdings aufgeben. Neben der Finanz- und Risikoorganisation soll Rasser bei der Solarisbank auch für regulatorische Themen und das Kreditportfolio-Management verantwortlich sein. Zweiter Neuzugang ist Hima Mandali, der zuletzt gut zehn Jahre lang bei der US-Bank Capital One tätig war, unter anderem als „Director of Software Engineering“. In Berlin übernimmt er nun die Position des „Chief Technology Officers“.

Die beiden Verpflichtungen passen zu zwei ähnlichen Meldungen aus den vergangenen Wochen. So hatte der Düsseldorfer Online-Kreditvermittler Auxmoney als neuen Finanzchef einen gewissen Daniel Drummer geheuert – zuvor globaler Leiter der Data-Analytics-Gruppe bei JP Morgan Chase.  Und der Berliner B2B-Robo-Spezialist Elinvar erweiterte seine Führung um zwei ehemalige Morgan-Stanley-Manager, der eine heißt Istvan Kroh (er firmiert jetzt als „Director Software Engineering“), der andere Paul Thomas Walsh („Director Risk Management & Operations).

Es zeigt sich: Die Zeiten, in denen Deutschlands Fintech neue Führungskräfte verplichteten, deren Lebensläufe auf „irgendwas bei Rocket“ basierten, neigen sich dem Ende zu. Zumindest die ambitionierteren Finanz-Startups heuern jetzt zwei Gewichtsklassen drüber.

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