Kommentar

Solarisbank verbündet sich mit Verbriefungs-Fintech Crosslend

21. August 2018

Von Heinz-Roger Dohms

„Die Solarisbank wird  zur Bilanzsummen-Bank“, lautet eine der Lieblingsthesen des Branchen-Newsletters „Finanz-Szene.de“. Entspechend erfreut vernahmen wir gestern Früh die Meldung, das Berliner Fintech umwerbe Sparer jetzt mit „Sommerbonus“. Denn: Welche deutsche Bank lobt heutzutage schon eine Prämie auf Festgeld aus, es sei denn, man will die Bilanz aufpumpen?

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Blöderweise ging gestern Abend dann jedoch eine weitere Meldung der Solarisbank bei uns ein. Thema diesmal: ein Bündnis mit dem Verbriefungs-Fintech Crosslend. Und das soll so funktionieren: Das Geld, das sich die Solarisbank beim Sparer holt und dass Sie dann (via Compeon) an Mittelständler oder (via Smava) an Verbraucher verleiht, geht zwar zunächst mal auf die eigene Bilanz … allerdings nur bis zu einer bestimmten Höhe, die in der Pressemitteilung als „optimaler ‚Return on Equity‘-Wert“ bezeichnet wird. Ist der erreicht, sollen die Kredite dann in verbriefter Form via Crosslend eben doch an Investoren weitergereicht werden. Von einem „Balance Sheet Light“-Modell ist in der PR-Mitteilung die Rede. Klingt dann doch nicht nach Bilanzsummen-Bank. Sondern eher nach Bilanzsummen-Optimierungsbank.

Hier die Dokumentation der PR-Mitteilung (in Auszügen):

„solarisBank, die erste Banking Plattform mit Vollbanklizenz, und CrossLend, der digitale Marktplatz für europäische Kredite, haben heute den Beginn ihrer strategischen Partnerschaft bekanntgegeben. Gemeinsam werden sie eine digitale und vollautomatisierte Kreditverbriefung anbieten. Die Partnerschaft ermöglicht es der solarisBank, ein sogenanntes „Balance Sheet Light“-Modell zu etablieren. Dabei werden Kredite bereits bei der Generierung so angelegt, dass sie entweder unmittelbar oder mit zeitlichem Verzug an Investoren weitergegeben werden können, ohne langfristig die eigene Bankbilanz zu belasten.

Mit diesem neuen Angebot setzt das Berliner Technologieunternehmen mit Banklizenz seinen Plattformgedanken nun auch konsequent und innovativ im Kreditbereich um. Durch die automatisierte Verbriefung von CrossLend und den Aufbau eines zentralen Data Warehouses mit hoher Datenqualität können die Transparenz der resultierenden Wertpapiere maximiert und die Transaktionskosten gering gehalten werden. Dadurch ist die Kreditverbriefung bereits in Größenklassen zwischen 20 und 100 Millionen Euro statt wie üblich ab Summen um 500 Millionen Euro über europäische Grenzen hinweg möglich. CrossLend folgt hierbei dem Leitmotiv der Europäischen Kapitalmarktunion.

Um die Prozesse zwischen den beiden Unternehmen aufzusetzen, wird die solarisBank Ankäufe und Verbriefungen über die CrossLend-Plattform vornehmen. Damit kann die Bilanz zu einem für die solarisBank optimalen Return on Equity-Wert ausgebaut werden. Nach Erreichen dieses Wertes greift das Balance Sheet Light-Modell mit einer automatisierten Verbriefung.

„Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die europäische Kreditwirtschaft zu rationalisieren und den Kapitalfluss in der EU im Sinne der Schaffung einer Europäischen Kapitalmarktunion zu fördern. Unsere Plattform war von Anfang an darauf ausgelegt, den Kreditmarkt effizienter, transparenter und digitaler zu machen. Gemeinsam mit der solarisBank können wir diese volldigitale Verbriefung als Dienstleistung anbieten. Wir glauben, dass das Balance-Sheet Light Modell zukunftsweisend ist“, sagt Oliver Schimek, CEO von CrossLend.

Die Partnerschaft mit CrossLend und die Einführung des Balance Sheet Light-Modells sind ein bedeutender strategischer Schritt für die solarisBank. Aus diesem Grund erwarb die solarisBank bereits im Rahmen der erfolgreichen Kapitalrunde im März dieses Jahres eine Minderheitsbeteiligung an CrossLend. Das Balance Sheet Light-Modell soll im ersten Halbjahr 2019 am Markt etabliert sein.“

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