02/10/19: Banken-Refinanzierung, Helaba, Brexit-Banker, Postbank, Revolut

2. Oktober 2019

News

Kennen Sie André Kühnlenz? Nein? Dann erlauben wir uns, ihn Ihnen kurz vorzustellen: Also, André Kühnlenz ist ein Redaktor (in Diensten der schweizerischen Zeitung „Finanz und Wirtschaft“) und Twitter-Nerd (in Diensten der ökonomischen Aufklärung), der – wie wir aus jahrelanger persönlicher Anschauung wissen – seine Freizeit am liebsten mit der Unterstützung des Ersten Fußball-Clubs Union Berlin …

… und am zweitliebsten mit der Lektüre von Notenbank-Statistiken verbringt. Letzteres hat zur Folge, dass er zu der Handvoll Menschen weltweit gehört, die die „Statistischen Beihefte“ der Bundesbank tatsächlich lesen – und die folglich auch das letzte Woche erschienene „Statistische Beiheft 2“ zur Kapitalmarkt-Statistik gelesen haben. Und in ebendiesem Konvolut (hier das PDF, aber Vorsicht, bei mehr als zehn Zugriffen gleichzeitig bricht die Buba-Homepage zusammen …) hat Kollege Kühnlenz also auf Seite 36 und dort wiederum in der Tabelle Nummer 7a, letzte Zeile, eine höchst interessante Zahl entdeckt: Deutschlands Banken haben ihre Anleihen im Juli erstmals überhaupt zu einer Rendite von durchschnittlich 0,0% begeben – nachdem es im Mai bzw. Juni noch 0,6% gewesen waren. Warum dies eine kleine Sensation ist und diese kleine Sensation einige Fragen aufwirft, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

Na also! In schwierigen Zeiten ist dies hier doch endlich mal eine richtig, richtig gute Nachricht: 3500 Stellen, so hat die Helaba errechnet, werden im Zuge des Brexits von London nach Frankfurt wandern … wobei, halt, stopp: Ist das überhaupt eine gute Nachricht – oder nicht eher eine ziemlich ernüchternde? Denn: Hatte die Helaba nicht 2016 „unter sehr vorsichtigen Annahmen“ prognostiziert, es würden mindestens 8000 Brexit-Banker nach Frankfurt kommen? Jedenfalls: Vermutlich sind die 3500 weder gut noch ernüchternd, sondern schlicht (und hoffentlich) realistisch. Zumal die Helaba darüber hinaus festhält, dass die Beschäftigtenzahl am Frankfurter Finanzplatz im Jahr 2021 mit dann rund 64.500 (aktuell: 64.000) ihren Peak erreichen dürfte. Aktuelle Helaba-Studie (PDF)

Kurzmeldungen: Im Tarifstreit bei der Postbank hat die Deutsche Bank der Arbeitnehmerseite ein neues Angebot unterbreitet: Plus 4,1% bei einer Laufzeit von 29 Monaten (Reuters) +++ Paypal übernimmt den chinesischen Anbieter Go Pay – und begibt sich damit in direkte Konkurrenz zu Alipay (CNNFAZ) +++ Die britische Challenger-Bank Revolut hat 2018 laut „FT Alphaville“ Erträge in Höhe von 58,2 Mio. Pfund generiert. Zum Vergleich: Bei N26 (hier unser damaliger Scoop) waren es ein Jahr zuvor 11,2 Mio. Euro gewesen. (FT Alphaville, registrier-, aber nicht bezahlpflichtig) +++ +++ In dem gleichen Artikel enthüllen die „FT“-Blogger, dass Gründer Nik Storonsky schon Mitte letzten Jahres Revolut-Anteile im Wert von 14,5 Mio. Dollar veräußert hat. Nicht das beste Signal an die Investoren +++ Wenn wir schon mal dabei sind, dann halt gleich nochmal „Fintech UK“: Das britische Payment-Startup Rapyd hat bei einer Funding-Runde umgerechnet 100 Mio. Dollar eingeheimst. (Techcrunch)

Korrektur: Ähem, kann es sein, dass wir (ausgerechnet wir, die Gründer des inoffiziellen Targobank-Fanclubs …) gestern die Crédit Mutuel mit der Crédit Agricole verwechselt haben? War wohl so. Behaupten jedenfalls divese Leser. Tsssssssss.

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