03/07/19: EZB, FintecSystems, Fyrst, Apple Pay, Klarna, Deutsche Bank, Commerzbank, DWS

3. Juli 2019

Hä, warum wird denn Ursula von der Leyen neue EZB-Chefin, sollte das nicht Herr Balz werden? Ach, upps, sorry, da haben wir jetzt auf die Schnelle ein paar Sachen verwechselt, war aber auch ein verwirrender Tag gestern. Also: Frau von der Leyen wird EU-Kommissions-Chefin, so steht’s heute Früh jedenfalls in den Zeitungen geschrieben. Nachfolgerin von Herrn Draghi? Wird unterdessen Frau Lagarde. Während Herr Weidmann? Bleibt, was er ist, nämlich sozusagen der Chef von Herrn Balz. Jetzt hammer’s.

Den Kollegen von der „FAZ“ übrigens fällt zu Frau Lagarde ein, von ihr sei „in all den Jahren [als IWF-Chefin] kein kritisches Wort an der Null- und Negativzins-Politik bekannt geworden“. Damit wissen Sie, liebe deutsche Banker*innen, also auch, woher in den nächsten Jahren zinstechnisch betrachtet der Wind wehen dürfte – nämlich von da, von wo er bislang auch schon wehte. Noch ein kleiner Tipp für die Connaisseure: Die EZB-Watcher haben gestern bei Twitter eine interessante Diskussion über die fällige Neubesetzung des Postens des „Director General Market Operations“ geführt. FAZTwitter

War’s vor ein paar Monaten noch ein USP, bei Apple Pay mitzumachen, wird’s nun zum Me-too-Produkt schlechthin. Denn nicht nur die DKB (verkündet Mitte Juni), die Sparkassen & Volksbanken (verkündet letzte Woche) und – siehe oben – die Openbank sind dabei, sondern wie gestern verlautete: auch Klarna und „Miles & More“. Vielleicht liegt der wahre USP im Jahr 2019 nach Christus ja gerade darin, den Kunden eben kein Apple Pay anzubieten. In diesem Fall müsste man den Produkt- und Marketing-Strategen von Commerzbank und Postbank echt mal ein ganz dickes Lob zollen: sehr smarter Move! Golem (Klarna), Giga (Miles & More)

Kurzmeldungen: Die Deutsche Bank und die Postbank reagieren mit einem neuem Banking-App-Angebot für Selbständige und Freiberufler auf die Konkurrenz durch entsprechende Fintech-Anbieter wie Penta, Kontist oder Holvi. Interessant: Laufen tut das Ganze unterm Namen „Fyrst“. (HB/Paywall, Fyrst-Website) +++ Laut „Wall Street Journal“ sucht die Deutsche Bank nach Käufern für Teile ihres US-Geschäfts und soll diesbezüglich bereits Gespräche mit der BNP Paribas und Citigroup geführt haben (WSJ/Paywall) +++ Die größten Banken der Eurozone brauchen bis 2027 rund 135 Mrd. Euro zusätzliches Kapital, um die dann vollständig geltenden neuen Kapitalregeln von Basel IV zu erfüllen, warnt die Bankenaufsicht EBA. Schlechte Nachricht für die Deutsche Bank, die dieser Tage ja eigentlich gern mit weniger Kapital auskäme. (MitteilungFT/Paywall) +++ Die Commerzbank hat sich über ihren Coco-Bond anders als avisiert nicht nur 500 Mio. Dollar besorgt, sondern 1 Mrd. Dollar besorgt. Kupon: 7% (dpa/finanzen.net)  +++  Die Aktie der Global Fashion Group (IPO-Preis: 4,50 Euro statt der erhofften 8 Euro) ist zum Handelsstart gleich mal um fast 10% abgeschmiert. Glückwunsch an die Konsortialführer Goldman Sachs, Morgan Stanley und Berenberg (Börse Online) +++  Der Deutsche Philipp Wehle übernimmt die Leitung der Vermögensverwaltung der Credit Suisse (Finews) +++ Bei der DWS (O-Ton CEO Wöhrmann: Die Treppe wird von oben gekehrt) gab’s per 31. März exakt 4055 Vollzeitstellen. Ein Jahr davor waren es: 4056 Stellen. Das ist mal ein eiserner Besen! (HB, 1. Juli, Grafik Seite 5 ) +++ Über die Finanz-App Numbrs werden nach Angaben des auch in Deutschland aktiven Schweizer Fintechs jetzt 1,6 Mio. Konten verwaltet (BÖZ/Paywall) +++ Das Wehklagen der deutschen PSD2-Fintechs wird lauter. So beschwert sich FintecSystems in einem Brief an die Aufsicht: „Die Banken versuchen, mit schlechten und letztlich behindernden API bei der Bafin durchzukommen.“ (HB/E-Paper)

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