05/07/19: Finanzchef24, Fintech Group, Aareal

5. Juli 2019

Exklusiv: Knatsch bei Finanzchef24 – Geschäftsführer schmeißt hin. Beim Blick auf die deutsche Insurtech-Branche fällt einem die alte Garde ein (Clark, Getsafe), der heiße Scheiß (Friday, Wefox) und ein bisschen was dazwischen (zum Beispiel Simplesurance). Ein Versicherungs-Fintech, das man hingegen kaum auf dem Zettel hat, obwohl es schon 2012 gegründet wurde, ist Finanzchef24. Dabei zeigt sich: Auch bei einer Firma, die unterm Radar fliegt, kann mächtig was los sein. So hatFinanzchef24 nach Informationen von Finanz-Szene.de jüngst den dritten Geschäftsführer binnen zweieinhalb Jahren verloren. Ein Hinweis auf tieferliegende Probleme? Das Unternehmen hält dagegen – und nennt (was Fintechs ja sonst eher selten tun) ganz konkrete Zahlen zum Geschäft – hier entlang: Finanz-Szene.de

Krass, da hat die Fintech-Group (sprich: der Online-Broker Flatex mit seinem schwer zu definierenden Drumherum) gestern am sehr späten Nachmittag (es war 17.44 Uhr) aber mal richtig einen rausgehauen! Wir zitieren die Ad-hoc einfach wörtlich, einen Reim dürfen Sie sich dann selbst drauf machen (ist so schwierig nicht …): „Der Vorstand der FinTech Group AG hat heute beschlossen, gemeinsam mit Lazard strategische Optionen bezüglich der zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens zu prüfen, um die erheblichen Wachstumschancen optimal nutzen zu können. Diese Prüfung wird mögliche strategische Partnerschaften, einen möglichen (Teil-)Verkauf der Gesellschaft und die Gewinnung etwaiger neuer Investoren umfassen. Zu diesem Zweck wird die Gesellschaft Gespräche mit verschiedenen potentiellen Partnern und Interessenten aufnehmen.“ Die Aktie nachbörslich: 16% im Plus.

Da schreiben wir hier immer über das Kursdebakel von Deutscher Bank und Commerzbank – und welche Bank ist es, deren Aktie (unbemerkt von uns und weiten Teilen der übrigen Öffentlichkeit) zuletzt deutlich stärker abgeschmiert ist: die Aareal!!! Allein in den letzten zwei Monaten ist der Börsenwert des Wiesbadener Immobilien-Finanzierers um weitere 25% auf nur noch 1,4 Mrd. Euro gesunken. Folge: Unsere Prophezeiung von Mitte Mai (nämlich dass die Aareal bald weniger wert sein könnte als die Deutsche Pfandbriefbank genannte Ex-HRE) ist längst Realität. Gründe für das Desaster? 1.) Das Neugeschäft lahmt. 2.) Die Dividendenrendite ist mit 9% so absurd hoch, dass sie schon als Warnsignal fungiert, dass eigentlich was nicht stimmen kann 3.) Leerverkäufer setzen die Aktie unter Druck.  Aber reicht das als Erklärung aus? Oder liegt da viel, viel mehr im Argen – und wir sehen’s nur nicht?

Großbanken stehen für knapp die Hälfte der dichtgemachten Zweigstellen: Der Filialabbau hierzulande hat sich 2018 nochmals beschleunigt, wie aus der gestern veröffentlichten Bankstellen-Statistik der Bundesbank hervorgeht. Insgesamt sank die Zahl der Zweistellen um 7,4% auf noch knapp 28.000. Die radikalsten Sparer waren dabei nicht etwa Sparkassen (-4,3%) und Genossenschaftsbanken (-5,3%), sondern die Großbanken (-7,8%). Dabei fällt der Abbau genau genommen sogar noch brutaler aus. Denn die Bundesbank-Statistiker haben die Deutsche Bank Privat- und Firmenkundenbank AG im vergangenen Frühjahr aus den Regionalbanken in die Gruppe der Großbanken umsortiert. Um diesen Sondereffekt bereinigt, betrug das Minus bei den Großbanken sogar 15%. Bundesbank 

Kurzmeldungen: Die rund 200.000 Beschäftigten der privaten und öffentlichen Banken erhalten in zwei Stufen 4% mehr Gehalt (Welt) +++ Die PSD-Bank Berlin-Brandenburg bricht mit der „Retail only“-Regel – und bietet künftig Unternehmens-Kredite an. Übrigens in Kooperation mit dem Fintech Compeon (BÖZ, Paywall) +++ Die Hamburger Sparkasse lässt sich von der völlig missglückten Kooperation mit dem Robo Advisor Investify nicht entmutigen – und geht das nächste Fintech-Bündnis ein. Partner diesmal: das Bafög-Startup „deineStudienfinanzierung“ +++ Das niederländische Payment-Fintech Mollie hat eine Finanzierung in Höhe von 25 Mio. Euro erhalten (Silicon Canals)

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