06/06/19: Commerzbank, Deutsche Bank, Getsafe, Auxmoney, Klarna, N26

5. Juni 2019

Bei der Commerzbank sind die Nachrichten von gestern die Nachrichten von heute: Das Social-Media-Team versucht sich in neurolinguistischer Programmierung („Die Störung ist behoben“), bittet vielmals um Entschuldigung, antwortet aber kaum noch, wenn Kunden nach fehlenden eingehenden Überweisungen und abgehenden Lastschriften fragen. Die Nachbuchungen von hängengebliebenen Überweisungen laufen noch immer, und die Bälle werden, soweit wir das den Kundenbeschwerden entnehmen können, bisweilen zwischen Beratern, Hotline und Social-Media-Team mit teils unterschiedlichem Informationsstand hin- und hergeschoben. Wo die ungelösten Probleme liegen? Hatten wir gestern hier beschrieben. Wie es an der „Kundenfront“ am Tag 3 der Megapanne zuging? Können Katastrophentouristen bei Facebook und Twitter in weit über 1000 Beiträgen besichtigen.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat auf einer Investoren-Konferenz angekündigt, man müsse „die Neugestaltung unserer Bank intensivieren und beschleunigen” – so weit, so bekannt, spätestens seit der HV. Warum wir’s dann trotzdem vermelden? Uns fiel bei Lektüre der Tschakka-Aussagen ein, was der Kollege Storbeck letztens in der „FT“ (Paywall) klug seziert hat: Dass Sewings Vorgehen – erst markig zu reden und irgendwann später zu handeln – womöglich Teil des Problems ist. Weil es in dem Vakuum dazwischen Projekte lähmen, Leute demotivieren und Leistungsträger vertreiben könnte – wie zuvor schon die wochenlangen Fusionsgespräche. Und Sewing eigentlich hätte lernen müssen, dass sein Weg schon 2018 mit sechs langen Wochen zwischen der Ankündigung „harter Entscheidungen“ Anfang April und ihrer Präzisierung Ende Mai ein Problem war. Und daher ist die Meldung doch vermeldenswert, oder? Reuters

Anzeige

Getsafe war eines der ersten Versicherungs-Fintechs hierzulande – kam aber (so jedenfalls unser Eindruck) lange Zeit nicht richtig aus den Puschen. Nun allerdings straft uns das Insurtech ein Stück weit Lügen. Denn gestern vermeldete Getsafe eine Finanzierungsrunde über 15 Mio. Euro – Investoren u.a. Commerz Ventures und Earlybird. Damit reicht Getsafe zwar bei weitem nicht an die Monster-Fundings von Wefox und Friday neulich heran. Ein Achtungserfolg aber ist es trotzdem. Gründerszene 

Und die Kurzmeldungen (heute mit starkem Fintech-Überhang): Auf der gestrigen HV des Nicht-Fintechs DWS flog wie erwartet mit sozialistischen 99% der Stimmen der Boni-Deckel von 100% des Fixgehalts für 92 Outperformer weg (Finanz-Szene.de berichtete) – und stellte CEO Asoka Wöhrmann noch mal klar: Eine Fusion sei eine Option – man wolle aber der „aktive“ Part sein. (FAZHB/Paywall) +++ Klarna wickelt seine hiesige Payment-App Wavy (einst hervorgegangen aus dem Pleite-Fintech Cookies) ab  – womit nun sämtliche deutschen P2P-Payment-Startups vom Markt verschwunden sind (Gründerszene) +++Tobias Janiesch (früherer Produktchef von Rocket Internet) und der ehemalige Bain-Consultant Luv Singh verstärken das Management-Team des Berliner-KMU-Kreditvermittlers Fincompare. Dagegen hat Mitgründer Paul Weber das Startup laut Finanz-Szene.de-Informationen verlassen. (Mitteilung) +++ Auch der Düsseldorfer Marketplace-Lender Auxmoney erweitert seine Führung, nämlich mit Daniel Drummer, zuletzt Leiter der Data-Analytics-Einheit bei JPMorgan Chase (Mitteilung) +++ N26 hat gestern angekündigt, nach der Sommerpause in der Schweiz an den Start zu gehen (NZZ)

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing