06/09/19: Aus für Online-Lastschrift?, Gini, Stephan Engels, Steffen Reitz, Sparkasse

6. September 2019

Hat der Europäische Gerichtshof gestern das faktische Ende der Online-Lastschrift eingeleitet? Diese im ersten Moment etwas überdreht klingende These stellt Hanno Bender vom „Bargeldlosblog“ auf. Nun muss man dazu wissen: Kollege Bender hat 1.) wahnsinnig viel Ahnung vom Thema Zahlungsverkehr. Kollege Bender ist 2.) Jurist. Und 3.) begründet Kollege Bender seine These so schlüssig, dass diese bei genauerer Hinsicht gar nicht mehr so überdreht klingt …

Denn was ist passiert: Laut SEPA-Verordnung müssen Unternehmen, die im EU-Land A das Bezahlverfahren X anbieten, dieses Verfahren den Kunden in anderen Ländern auch anbieten. Die Deutsche Bahn jedoch offeriert die Online-Lastschrift nur deutschen Kunden an. Dagegen klagten schließlich österreichische Verbraucherschützer, und nachdem sich im Mai bereits der EuGH-Generalanwalt auf die Seite der Kläger schlug, hat das Gericht selbst dies gestern nun auch getan. Und jetzt? Sollen die Bahn und andere Unternehmen die Online-Lastschrift doch einfach überall anbieten, könnte man denken. So einfach ist das aber alles nicht, erklärt Bender. Denn: „Eine europaweite Bonitätsprüfung im Vorfeld ist für Händler und Dienstleister schlechterdings nicht darstellbar.“ Upps. Bargeldlosblog (für die News müssen Sie ein bisschen runterscrollen zum „Update 5.9.2019)

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Es gibt ja „Vorstand X verlässt (unerwartet) die Bank Y“-Mitteilungen, die vor Halb- und Unwahrheiten triefen. Als dagegen die Commerzbank gestern Morgen den Abgang ihres Finanzchefs publik machte „(Chief Financial Officer Stephan Engels wird seinen bis April 2020 laufenden Vertrag nicht verlängern“), klang die Begründung („Mich zieht es … nicht weg, sondern hin zu etwas Neuem“) glaubhaft und plausibel. Zumal kurz darauf bereits klar war, wohin es Engels zieht, nämlich in gleicher Funktion zur Danske Bank. Klingt nach einer herausfordernden Aufgabe, wie es politisch korrekt heißt. Oder, wie das „Manager Magazin“ treffend formuliert: „Vom Sanierungsfall zur Skandalbank.“

Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass „Fintech-München-Woche“ bei Finanz-Szene.de ist  (Check24, Iconic Finance, Aboalarm …)? Einen haben wir sogar noch: Laut „Northdata“ ist Gründer Steffen Reitz nicht mehr CEO beim B2B-Fintech Gini. Und wenn wir sein Linkedin-Profil richtig deuten, dann ist er das sogar schon länger nicht mehr. Kennt jemand die Hintergründe? Wurde das jemals offiziell verlautbart? Und warum steht er eigentlich noch im Impressum? Leider haben wir gestern niemanden erreicht, der uns die Fragen beantworten konnte. Vielleicht geht’s uns ja aber auch einfach nichts an.

Kurzmeldungen: Das kommt auch nicht jeden Tag vor, dass die Deutsche Kreditschaft einen neuen Girocard-Netzbetreiber lizensiert, oder?  Und wer ist’s? Computop. (Mitteilung) +++ BdB-Präsident Peters hat seinen designierten Nachfolger Zielke gestern als „meinen Wunschkandidaten“ bezeichet. Wie süß. (dpa-afx/onvista) +++ Der DIW-Präsident Marcel Fratzscher hat es Ihnen, liebe wehklagende Banker*innen, gestern mal so richtig auf die Zwölf gegeben (Twitter) +++ … genauso wie Bafin-Chef Hufeld, der den deutschen Banken eine „Opfermentalität“ vorwirft (Twitter) +++ Der VÖB hat die Mehrheit am Förderbanken-Software-Anbieter safir WID übernommen (Mitteilung)

Leserblog

Bayerische Sparkasse lockt Normalkunden für 0,3% Rendite ins Nachrangrisiko. Was hat es mit der mysteriösen „Anlage zum Offenlegungsbericht“ auf sich, die wir zufällig auf der Website der Sparkasse Erlangen entdeckt hatten? Diese Frage stellten wir (getarnt als „kleines Quiz“) am vergangenen Freitag unseren Leserinnen und Lesern. Herauskam: Bei der Auflistung handelt es sich um eine Übersicht sogenannter Sparkassen-Kapitalbriefe – und die haben es durchaus in sich: Finanz-Szene.de

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