07/06/19: Deutsche Bank, ING/Commerzbank, EZB

7. Juni 2019

Die Deutsche Bank und die deutsche Justiz, so viel steht fest, werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Jüngste Episode der schnuckeligen Fortsetzungsreihe: Gestern um 18 Uhr platzte die „SZ“ mit der Nachricht heraus, die Staatsanwaltschaft Köln habe ihre Cum-Ex-Ermittlungen „drastisch ausgeweitet“.  So seien alleine bei der Deutschen Bank „etwa 70 heutige und frühere Beschäftigte (…) bis in die obersten Führungsetagen“ betroffen. Zu den Verdächtigen zählten auch: Vize- und Investmentbanking-Chef Garth Ritchie und Ex-CEO Josef Ackermann. Süddeutsche

Natürlich klingt das alles zunächst einmal ungeheuer wuchtig. Und wir wollen die Sache auch nicht kleiner machen, als sie ist. Allerdings fallen uns dann doch auf Anhieb drei Gründe ein, warum man in der Meldung jetzt nicht gleich den nächsten Gamechanger sehen muss: 1.) Der Hinweis der Deutschen Bank, die „drastische“ Ausweitung habe damit zu tun, dass die StA Köln eine drohende Verjährung verhindern wollte, klingt nicht unplausibel; 2.) Ermittlungen sind noch keine Anklagen, Anklagen wären noch keine Urteile; 3.) Im späten Handel bei Tradegate fiel die Blaubank-Aktie nicht etwa; sie stieg. Stellungnahme der Deutschen Bank

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Oh, das hier klingt interessant: Der Deutschen Bank (und die kann’s ja nun wirklich gebrauchen …) winkt aufgrund der Reform der EU-Eigenmittelverordnung CRR eine Verbesserung der harten Kernkapitalquote um einen satten Prozentpunkt – und zwar ohne dass sie dafür etwas tun müsste. So jedenfalls steht’s in einer Studie (ausgerechnet …) der Commerzbank. Grund: Kommt’s so, wie die Coba-Analysten sagen, dann brauchen Europas Banken ihre Software-Investitionen künftig nicht mehr zwingend vom harten Kernkapital abzuziehen. (Börsen-Zeitung)

Ähem, sind Sie auch gestern in den einschlägigen Online-Medien über die aufgeregte News gestolpert, dass die ING Groep die Commerzbank übernehmen wolle und das BMF hierfür grundsätzlich offen sei? So ein bisschen haben wir uns dann ja doch gefragt: Was hieran ist neu? Oder liegt die News darin, dass die Sache noch nicht tot ist? Bloomberg/WeltWiwo

Kurzmeldungen: Die EZB verschiebt die Zinswende bis mindestens Mitte 2020 – was Sie vermutlich gestern schon irgendwo gelesen haben werden (Börsen-Zeitung) +++ Die ganze unselige Nonnenmacher-Kiste hat endlich ein Ende gefunden. Und zwar: Der Ex-HSH-Chef zahlt der Justiz 1,5 Mio. Euro. Und gut ist. (Spon) +++ In Großbritannien ist die Quote der Nutzer von Bezahlfunktionen mit dem Handy von 2% 2016 auf 16% 2018 gestiegen. Und: 69% der Briten haben 2018 wenigstens ein mal kontaktlos bezahlt. (FT, Paywall) +++ Die Silicon Valley Bank hat ein Jahr nach ihrem Deutschland-Start nach eigenen Angaben über 100 Kunden. Ist das viel? (Bloomberg) +++ Die Finanz Informatik hat 2018 knapp 2 Mrd. Euro Umsatz gemacht (Mitteilung)

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